Noch zu retten?
16. März 2009 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Kommentar

© Max Romersa (SXC)
Ist Opel noch zu retten? Wird sich die Schaeffler AG an dem Brocken Continental verschlucken, den sie sich gerade erst einverleibt hat? Wird es Qimonda helfen, dass es einen technischen Vorsprung gegenüber Konkurrenten auf dem Chip-Markt hat?
Fast im Wochenrhythmus rutschen in den USA Banken und Versicherungen in die Pleite – alle weltweit vernetzt. Doch diese Netze halten nicht, sondern sie reißen zusehends. Und alle rufen sie nach dem Staat. Also nach Steuergeldern.
Doch je mehr der Staat mit Milliardenbeträgen einspringt, umso sicherer ist vorprogrammiert, dass diejenigen, die wirklich auf die Solidarität der Allgemeinheit angewiesen sind, auf der Strecke bleiben. Damit sind nicht nur die Menschen gemeint, die in den immer noch reichen Industrieländern in die Armut rutschen. Treffen wird es vor allem die Menschen in den Ländern des Südens. Hört sie jemand? Kann noch genügend Geld bereitgestellt werden, um faire Strukturen im Welthandel aufzubauen, damit auch der Bauer in Afrika oder die Textilgenossenschaft in Indien von ihren Produkten leben kann?
Und wie steht es mit dem Umweltschutz? Es mutet wie heftiger Aktionismus an, wenn durch eine Abwrackprämie der Autokauf und damit die Konjunktur der Autoindustrie angekurbelt werden soll. Alle guten Vorsätze zum Klimaschutz sind dahin. Denn auch von der neuen Kfz-Steuer profitieren Käufer großer Autos mehr als Käufer umweltfreundlicher Wagen.
Das zeigt: Die Finanzkrise kostet vor allem Geld und Energie. Es zeigt aber auch: Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gehören zusammen, um zu Frieden auf der Welt zu kommen. Diese drei Säulen der Ökumenischen Versammlungen in den 80er und 90er Jahren sollten immer mal wieder ins Bewusstsein gerückt werden.
Christine Reuther
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