Von West nach Ost

26. Mai 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
Abgelegt unter Titelseite

Die Dresdner Delegation sieht sich nach dem Besuch des Bremer Kirchentages vor einer logistischen Herausforderung und blickt dennoch positiv auf 2011.

Die Dresdner Delegation sieht sich nach dem Besuch des Bremer Kirchentages vor einer logistischen Herausforderung und blickt dennoch positiv auf 2011. Foto: Steffen Giersch

Die Dresdner Delegation sieht sich nach dem Besuch des Bremer Kirchentages vor einer logistischen Herausforderung und blickt dennoch positiv auf 2011. Foto: Steffen Giersch

Was Bremen schafft, kann Dresden schon lange«, dachte sich Synodenpräsident Otto Guse. Nachdem er das Kirchentagsprogramm studiert hat und die Organisation in Bremen sah, wird er kleinlaut. Beim Besuch im Dresdner Pavillon folgt auf den anfänglichen Respekt dennoch Zuversicht. »Ich hoffe, dass wir gute Gastgeber und Mitgestalter sein werden«, ermuntert Guse die Dresdner Delegation. Die Vertreter der Landeskirche, der Verkehrsbetriebe, der Schulverwaltung, des Kultusminsteriums, des Ordnungsamtes, der Feuerwehr und der Dresdner Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann knüpften in Bremen Kontakte. Nicht nur untereinander, sondern auch mit den Verantwortlichen in der Hanse stadt, um aus deren Erfahrungen mit der logistischen Herausforderung Kirchentag 2011 zu lernen.
»Der Kirchentag wird ein wichtiges Ereignis für Dresden sein und wir sind gut gerüstet, haben Schulen für Gruppenunterkünfte, gute Verbindungen  durch Straßenbahnen und Busse«, so Finanzbürgermeister Vorjohann. Er besuchte den Kirchentag zum ersten Mal und war begeistert von der Stimmung während der Großveranstaltung. »Ich laufe rum und denke: Wo und wie können wir das genau so in Dresden umsetzen?«, fragt sich der CDU-Politiker. »Aber jede Stadt ist anders.« Hartmut Vorjohann nimmt die Jubiläums-DVD »60 Jahre Kirchentag« mit nach Hause, um sich Anregungen zu holen.
Landesbischof Jochen Bohl betrachtete den Bremer Kirchentag mit verändertem Blickwinkel. »Ich bin beeindruckt, wie viele Kirchgemeinden beteiligt sind«, so Bohl. »Für uns ist wichtig, dass 2011 kein Kirchentag der Dresdner Region, sondern ein Kirchentag von ganz Sachsen wird.«
Zahlreiche Sachsen engagierten sich bereits in Bremen – als einer der 4 700 Helfer, an den Ständen auf dem Markt der Möglichkeiten, beim Camper treffen neben dem Weserstadion oder in dem weißen Pavillon auf der Bürgerweide. Auf diesen wurden die Kirchentagsbesucher, die auf dem Weg zur nahe gelegenen Messe waren, aufmerksam durch das orange-gelbe Logo, das zur Vorbereitung auf den Dresdner Kirchentag gestaltet wurde.
Manja Erler, Leiterin des Dresdner Regionalbüros, begrüßte in dem Pavillon Besucher aus ganz Deutschland. Zur Seite standen ihr 15 ehrenamtliche Botschafter, die Besuchern Lust machten auf die Elbestadt. Eine von ihnen ist Anne Schwennigke. »Die Menschen reagieren sehr positiv und freuen sich auf 2011«, erzählt die gebürtige Mecklenburgerin, die seit drei Jahren in Dresden lebt. Besonders interessiert seien die Besucher an der Unterbringungssituation. In Bremen war das Angebot an Hotels eher knapp. Neben 35 240 meist jungen Teilnehmern, die in Gemeinschaftsquartieren in Schulen untergebracht waren, übernachteten 8 324 Besucher in Privatquartieren bei Bremer Familien. So auch Anne Schwennigke, die ihre Gastgeberin bereits nach Dresden eingeladen hat: »Dann kann ich etwas von der norddeutschen Hilfs bereitschaft zurückgeben.«
Auf diese Hilfsbereitschaft hoffen die Organisatoren des 33. Evangelischen Kirchentages. Die konkreten Planungen beginnen im Juni mit einer Ideenwerkstatt. Kompetente Hilfe naht im September durch den Umzug des Kirchentagsbüros von Fulda nach Dresden. Das Motto wird im März 2010 festgelegt. Zwei Monate später hat Dresden erneut die Chance zu werben – beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München. »Von Bremen nach München, von Norden in den Süden. Auch der Evangelische Kirchentag wandert, von Bremen nach Dresden, von West nach Ost« – mit diesen Worten lud Jochen Bohl bei der Abschlussveranstaltung nach Dresden ein. Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt ergänzte: »Kommen Sie in den Osten; dorthin, wo Kirchen dem Widerstand der Friedlichen Revolution Raum, Dach und Beistand gaben«, rief die Politikerin den Besuchern in Bremen zu. »Kommt nach Dresden, wo Versöhnung sichtbar ist und bringt fröhliches Christsein mit, ihr werdet Gleiches dort finden.«
Voller Vorfreude sprachen nach dem Gottesdienst viele Besucher davon, nach Dresden zu kommen – »so Gott will und wir leben«, wie der traditionelle Schlusssatz lautet.

Von Annika Falk

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