Arbeiten für Afrika
29. Mai 2009 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Sachsen
Schüler arbeiten einen Tag lang für die Tansania-Hilfe des Kirchenbezirkes Bautzen

Foto: Kirchenbezirk Bautzen
Nach sechs bis sieben Jahren ist für die Jungen und Mädchen Schluss. So lange etwa dauert die Grundschulzeit im afrikanischen Land Tansania. »Rund 50 Prozent der Kinder besuchen dann keine weiterführende Schule, haben keine Ausbildungsmöglichkeit«, das hat Reinhard Pappai, Superintendent des Kirchenbezirks Bautzen, vor Ort selbst erlebt. Seit 1996 verbindet eine Kirchenbezirks-Partnerschaft die Lausitz mit der Region am Berg Meru in Tansania.
Der Kirchenbezirk Bautzen unterstützt unter anderem Schul-, Wasser- und Energieprojekte. Auf Drängen der afrikanischen Partner beteiligen sich die Lausitzer nun am Bau eines Berufschulzentrums. 160 000 Euro kostet der Baukomplex mit Schule, Internaten, Werkstätten. Einen Teil übernimmt der Kirchenkreis in Tansania. Doch ohne Unterstützung aus Bautzen werde es nicht gehen, sagt Reinhard Pappai.
Der Superintendent hat sich mit dem Tansania-Vorhaben darum bei der sachsenweiten Aktion »Genial sozial« beworben. Die Initiative der Sächsischen Jugendstiftung ruft einmal jährlich Schüler zum Arbeiten auf. Sie sollen eine Tag lang in Unternehmen, Behörden, Einrichtungen, Kirchen, Vereine oder auch bei Privatpersonen gegen Bezahlung mithelfen und das Geld dann für Hilfsprojekte im Ausland und für besondere Aktionen in Sachsen spenden. 2008 waren rund 21 500 Schüler beteiligt – 254 000 Euro kamen zusammen. Dieses Jahr findet »Genial sozial« am 23. Juni statt.
2009 wird das Bautzener Tansania-Vorhaben vom Spendenaufkommen profitieren. Außerdem dabei sind ein Sanitär-Projekt in Äthiopien und ein Schulbau im Kongo. Wichtig sei nun, so Reinhard Pappai, dass es genug Arbeit für die vielen interessierten Schüler gibt. »Eine gute Gelegenheit, endlich Liegengebliebenes aufzuarbeiten«, so Pappai. Doch in Zeiten der Wirtschaftskrise, so fürchtet der Pfarrer, haben viele Unternehmen für so etwas kein Geld übrig. Rüdiger Steinke von der Sächsischen Jugendstiftung teilt diese Befürchtung. »Wer gerade Leute entlassen hat oder darüber nachdenken muss, wird eher zögern oder ablehnen.«
Reinhard Pappai will selbst Unternehmen, aber auch Kirchen anschreiben und sich für »Genial sozial« einsetzen. Pfarrer könnten bei der Aktion eine Brückenfunktion übernehmen und Unternehmer mit engagierten Schülern in Kontakt bringen. Außerdem sollten Gemeinden selbst zu Arbeitgebern werden. »Ich hoffe sehr, dass die Kirchen mitziehen.« In der Vergangenheit allerdingst funktionierte das nur mäßig.
Irmela Hennig
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