Mittendrin in Mittweida

Kirche zum Tag der Sachsen am 5. und 6. September in der mittelsächsischen Stadt

Noch ist manches zu besprechen und zu organisieren für das »Glaubensfest Mitteinander«: Gottfried Neubert (l.) und Pfarrer Johannes Grasemann vor der Mittweidaer Kirche »Unser lieben Frauen«. Foto: Wiegand Sturm

Noch ist manches zu besprechen und zu organisieren für das »Glaubensfest Mitteinander«: Gottfried Neubert (l.) und Pfarrer Johannes Grasemann vor der Mittweidaer Kirche »Unser lieben Frauen«. Foto: Wiegand Sturm

Am Anfang stand die Frage: »Wollen wir unterhalten, missionieren oder Gottesdienst feiern wie immer?« Das war vor einem Jahr, als alle christlichen Gemeinden von Mittweida erstmals überlegten, wie sie sich als Kirche auf dem Tag der Sachsen 2009 präsentieren wollen. Schließlich einigten sich die lutherische, katholische und evangelisch-freikirchliche Gemeinde mit der Landeskirchlichen Gemeinschaft und den Adventisten darauf, gute Gastgeber zu sein und ein »Glaubensfest Mitteinander« zu feiern. »Wir wollen zeigen, dass Kirche in der Mitte der Gesellschaft ist«, sagt der evangelisch-lutherische Pfarrer Johannes Grasemann.

Der Standort der Kirchenmeile mache das auch deutlich, ergänzt Gottfried Neubert. Er gehört zur evangelisch-freikirchlichen Gemeinde und hat die Kirchenmeile entlang der Weberstraße unterhalb der Stadtkirche »Unser lieben Frauen« organisiert. Die Straße führt direkt zum Marktplatz mit der MDR-Bühne, auf der am Sonntag auch der Gottesdienst stattfinden wird. Ungefähr 60 kirchliche Werke und Vereine hat Gottfried Neubert angeschrieben, 20 haben sich für einen Stand beworben.

Von der Kirchenmeile führen Stufen nach oben zur Kirche. An den Festtagen wird dort entlang eine Leine mit T-Shirts und Luftballons gespannt sein als Wegweiser. Mit ebensolchen T-Shirts bekleidet werden Helfer aus den Gemeinden die Gäste hier oben erwarten zum Programm in der gotischen Kirche von 1496: Chormusik, eine Video-Vorführung sowie Kirchen- und Orgelführungen werden sich hier tagsüber abwechseln.

Dabei präsentiert der Orgelverein das neue Patent der Bautzener Orgelbaufirma Eule, das gemeinsam mit der Mittweidaer Hochschule entwickelt und in die Ladegast-Jehmlich-Orgel der Stadtkirche erstmals eingebaut wurde. Durch Lichtsignale werden die vorprogrammierten Register bedient. Eine Technik, die in Bautzen auch gerade in die neue Orgel des Salzburger Mozarteums eingebaut wird (der Sonntag berichtete).

Wenn auch Pfarrer Grasemann auf diese Neuerung stolz ist, so ist doch die Restaurierung der Orgel insgesamt eine große finanzielle Last für die Gemeinde – »zumal die Denkmalpflege ihre zugesagten Mittel wieder gestrichen hat«, so Grasemann. Nun fehlen der Gemeinde 100 000 Euro. Aber auch ein Kantor, »der sich in die Orgel verliebt«, so der Pfarrer. Denn diese Stelle ist seit Juni vakant. Am Tag der Sachsen wird die Orgel vor allem vom ehemaligen Kirchenmusikdirektor Eckhard Zuckerriedel gespielt.

Und während es oben in und an der Kirche Musik und Besinnung gibt, hat die Jugend auf der Kirchenbühne unten in der Stadt ein umfangreiches Musikprogramm organisiert für alle Altersklassen. Auch die kirchlichen Wagen für den Festumzug am Sonntag haben Junge Gemeinden der Region organisiert. Es freut Pfarrer Grasemann besonders, dass auf diese Weise die Kirche durch junge Menschen repräsentiert und wahrgenommen wird.

Christine Reuther

Das kirchliche Programm zum Tag der Sachsen in Mittweida:
Sonnabend, 5. September: Kirche offen 11.30 bis 23 Uhr, Kirchturm offen 10 bis
21 Uhr; Sonntag, 6. September: Kirche und Kirchturm offen 11.30 bis 18 Uhr; Gottesdienst auf dem Markt 10 Uhr.

Das Programm des Tages der Sachsen im Internet: www.tds.sachsen.de

www.kirchgemeinde-mittweida.de

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