Seligpreisungen in Sandstein
27. August 2009 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Ostsachsen, Sachsen
Harald Bretschneider schuf »Stein der Weisen« für ein Freitaler Altenpflegeheim

Harald Bretschneider während der Steinmetzarbeit an seinem »Stein der Weisen«, den der Hobbybildhauer und pensionierte Oberlandeskirchenrat für ein Altenpflegeheim der Diakonie anfertigt. Foto: Steffen Giersch
Der Schöpfer des Denkmals ist kein professioneller Künstler, sondern Harald Bretschneider, 1991 bis 1997 Direktor der Dresdner Stadtmission, dann bis 2007 Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt. »Stein der Weisen« – diesen Titel hat er selbst den beiden Tafeln aus Sandstein gegeben, an denen er seit Januar gearbeitet hat.
Neben der Malerei und der Fotografie gehört die Bildhauerei schon seit Jahren zu seinen Hobbys. Jetzt, mit 67 Jahren und im Ruhestand, widmet er sich ihr intensiver. Ein praktischer Mensch, der mit Werkzeug umzugehen versteht, ist er bereits seit seiner Jugend gewesen. Nach dem Theologiestudium Anfang der 60er Jahre war er Bauarbeiter und hat Zimmermann gelernt. Auch später als Dorfpfarrer in Wittgensdorf bei Zittau sei er zugleich immer auch Zimmerer geblieben, wie er erzählt. Er hat Häuser eingerüstet und Schornsteingerüste auf Dächer gesetzt. Daneben hat er gemeinsam mit Ehrenamtlichen Einladungen zu den Festgottesdiensten des Kirchenjahres künstlerisch gestaltet.
Der Erfinder des Symbols »Schwerter zu Pflugscharen« in den 80er Jahren, als er Landesjugendpfarrer war, hat christliche Werte immer auch öffentlich vertreten. Angefangen bei den Gesprächen mit Kirchenfernen auf der Baustelle über diese gewiefte Umdeutung eines sowjetischen Denkmals in ein Symbol der kirchlichen Friedensbewegung bis hin zu seinen Plädoyers für die Vermittlung von religiösem Wissen im sächsischen Bildungswesen. Nun will er dies mit dem Denkmal auf symbolische Weise tun.
Für Silvio Griebsch, den Leiter des »Bodelschwingh«-Heimes ist das Denkmal ein »gutes Stück Mission«. Dieser »Stein der Weisen« symbolisiere den Geist des Hauses, zeige die christliche Grundlage, die hinter dem Pflegekonzept der Einrichtung steht, sagt er. Harald Bretschneider erinnert daran: »Die Zehn Gebote bilden die verdichtete Lebens- und Glaubenserfahrung, wie das Leben gelingt.« Sie seien die Grundlage der Gesetzgebung der europäischen Staaten. »Wo sie missachtet werden, wird die menschliche Kultur und das Leben zerstört.« Als Ergänzung dazu betrachtet er die Seligpreisungen, »in denen Gott uns immer wieder neu zur Orientierung seine Hand reicht«.
Tomas Gärtner
![RSS DER SONNTAG [Sachsen] abonnieren](http://www.sonntag-sachsen.de/wp-content/themes/church_20/images/rss.gif)
![DER SONNTAG [Sachsen]](http://www.sonntag-sachsen.de/wp-content/themes/church_20/images/logo2.gif)


