Kirchen – Politik?

15. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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ekd-logoAus der Politik kennt man es zur Genüge: Gezielte Indiskretionen und das Streuen von Gerüchten gehören zum Handwerkszeug der Akteure. Allzu oft geht es dabei nicht einmal um die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner, sondern um interne Machtkämpfe. Nun reiht sich offensichtlich auch die evangelische Kirche in diese Art des Handelns ein.

Da verfasst ein Oberkirchenrat im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover ein in Stil und Inhalt umstrittenes Diskussionspapier zum Stand der Ökumene. Von der Kirchenkonferenz wird es, wie man hört, abgelehnt. So weit, so gut. Doch jetzt tritt ein »Kirchenpolitiker« auf den Plan, der dieses Papier – anonym – an die Redaktionen großer Tageszeitungen schickt. Abgestempelt, so hört man weiter, vom Briefpostzentrum in Hannover, was auf einen »Täter« aus dem eigenen Kreis schließen lässt. Die Tageszeitungen gehen darauf lange nicht ein, bis die »taz«, wohl im Blick auf die bevorstehende EKD-Synode, vorprescht, die »FAZ« nachzieht und der Skandal öffentlich ist.

Nun darf spekuliert werden. Wollte hier jemand durch gezielte Indiskretion den sowieso schon fragilen ökumenischen Dialog torpedieren? Oder den Reformprozess der evangelischen Kirche, zu dessen herausragenden Beförderern der Autor des Diskussionspapiers gehört? Wollte hier gar jemand Personalpolitik betreiben? Immerhin ist der nun dieserart Desavouierte als möglicher Nachfolger für den demnächst frei werdenden Posten des Präsidenten des Kirchenamtes im Gespräch.

Geschah dies vielleicht sogar mit Vorwarnung an die katholische Seite? Nach dem Motto: Nehmt es nicht ernst, aber zeigt euch doch bitte öffentlich betroffen? Egal wer oder was dahinter steckt – der Flurschaden ist immens. Gerade für Mitarbeiter einer Institution, die sich der »Wahrheit und Klarheit des Evangeliums« verpflichtet weiß, ist ein solches Agieren unakzeptabel.

Von Harald Krille

Gesang aus 3000 Kehlen

15. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Über 7500 Kinder singen in den sächsischen Kirchgemeinden. Fast 3000 kamen zum 2. Kurrende­­­tag nach Dresden.

Gemeinsam bildeten sie den größten Kinderchor Deutschlands: die rund 3000 Kurrendesängerinnen und -sänger aus den Gemeinden der sächsischen Landeskirche. Foto: Steffen Giersch

Gemeinsam bildeten sie den größten Kinderchor Deutschlands: die rund 3000 Kurrendesängerinnen und -sänger aus den Gemeinden der sächsischen Landeskirche. Foto: Steffen Giersch

Der Gottesdienst wird jäh unterbrochen: Mit Blaulicht und Martinshorn fährt ein Krankenwagen auf die Eisfläche. Und die fast 3000 Kinder jubeln ob dieser Einlage. Die Szene gehört zum Anspiel beim Abschlussgottesdienst des 2. sächsischen Kurrendetages unter dem Motto »Laufend singen« am 10. Oktober in der Dresdner Eissporthalle. Moritzburger Studenten der Religionspädagogik haben den Gottesdienst vorbereitet und erklären: »Im Krankenwagen sitzt einer, der hat Not – er ist traurig, wie gelähmt.« Dass sie ihre Nöte vor Gott bringen können, zeigen Kinder beim Gebet. Wie einem Gelähmten geholfen wurde, das singen sie anschließend. »Singend laufen« ist der Titel eines Musical über die biblische Geschichte aus Lukas 5, Verse 17 bis 26, das sie hier gemeinsam aufführen werden.

»Das Üben hat mir viel Spaß gemacht«, sagt Salome aus Venusberg. Doch nach dem Einsingen, will sie sich mit ihrer Freundin Elisa-Sophie erst einmal alle Angebote in und vor der Halle anschauen. Elisa-Sophie spielt Schlagzeug. Also zieht es die beiden Mädchen nach »Afrika« zu den Trommlern. Zu allen Kontinenten sind Stationen aufgebaut. Hier gibt es Spiele oder typische Musik zum Zuhören und Selbermachen.

Bei den Break-Dancern ist kein Durchkommen mehr. Die Zuschauer stehen dichtgedrängt. Ein paar Meter weiter bei der afrikanischen Trommelgruppe ist der nächste Stau. Deren Rhythmus lässt große und kleine Zuhörer mitsingen und -klatschen. Draußen vor der Halle gibt es Geschicklichkeits- und Bewegungsspiele. Auszubildende der Evangelischen Schule für Sozialwesen »Luise Höpfner« in Bad Lausick haben sich die Beschäftigungen ausgedacht.

Ludwig und Sebastian aus der Nähe von Oschatz ist das zu viel Trubel. »Das Gedrängel ist nicht mein Fall«, sagt Ludwig. Er ist noch ganz begeistert von Gerhard Schönes Konzert in der Halle. »Es gefällt mir sehr, dass er persönlich hier war«, ergänzt Sebastian.

Für die 2800 angemeldeten Kinder zwischen sechs und 16 Jahren gibt es an diesem Tag ein umfangreiches Rahmenprogramm. »Es liegt mir sehr am Herzen, den Kindern so ein Gemeinschaftserlebnis zu ermöglichen«, sagt Kantor Jens Staude. Er ist der Landesobmann des sächsischen Kirchenchorwerks, das diesen 2. Kurrendetag vorbereitet hat. Besonders freut er sich über die vielen Teilnehmer, 300 mehr als beim ersten Treffen 2003. Dazu kommen über 300 Begleiter: Eltern und Kantoren.

Der Zwickauer Kirchenmusikdirektor Henk Galenkamp ist mit 200 Kindern in vier Bussen angereist. Er weiß von deren Vorfreude auf diesen Tag: »Besonders bei denen, die 2003 schon dabei waren«, sagt er. Damals wurde die Kantate »Lichtblicke« uraufgeführt. Viele Lieder daraus gehören inzwischen zum Repertoire mancher Kurrende. »Diese Kantate war liedhafter, konnte auch einzeln musiziert werden«, räumt Jens Staude ein. Das zusammenhängende Musical »Singend laufen« von Frieder Hecker (Text) und René Michael Röder (Musik) wird es da wohl etwas schwerer haben. »Aber das Segenslied am Schluss werde ich sicher auch eigenständig aufführen«, sagt der Dresdner Kantor Christian Thiele.

Und dann steht Jens Staude in der Mitte der Eisfläche auf der Bühne. Er hebt die Arme und dirigiert die tausenden Sängerinnen und Sänger vor, neben und hinter sich. Eindrücklich spricht Boris Michael Gruhl die Texte, die der Handlung das Gerüst geben.

»Gott gibt dem Müden Halt und Kraft.« Kaum sind diese letzten Worte und Töne verklungen, erschallt der Beifall der 3000. Die Kinder haben ihr Bestes gegeben. Und Jens Staude hofft, »dass sie mit dieser Begeisterung wieder in ihre Gemeinden fahren und diese dort einbringen«.

Von Christine Reuther

Vor der Wahl

8. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Der Präsident des Landeskirchenamts geht in den Ruhestand. Nun ist das höchste Leitungsamt der landeskirchlichen Verwaltung neu zu besetzen.

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Ich habe mein Amt gern ausgeübt, ob ich es gut gemacht habe, mögen andere entscheiden«, sagt Hans-Dieter Hofmann. Der Präsident des Landeskirchenamts geht im Dezember in den Ruhestand. Nun wird ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht. Die Kirchenleitung hat eine Findungskommission eingesetzt und wird auf ihrer Sitzung am 19. Oktober bis zu drei Kandidaten auswählen.

Gewählt wird der neue Präsident oder die neue Präsidentin im November von der Landessynode. Die Kirchenbezirke und Regionalkirchenämter sind bereits befragt worden, wie sie sich den neuen Chef des Landeskirchenamts wünschen. »46 Kriterien wurden genannt«, sagt Synodenpräsident Otto Guse, der zur Findungskommission gehört. Die einen wollten auf jeden Fall einen Mann, andere niemanden aus dem Landeskirchenamt, sagt er.

»Es hat sich herauskristallisiert, dass man jemanden haben möchte, der aus Sachsen stammt beziehungsweise im Osten aufgewachsen ist«, so der Synodenpräsident. Außerdem solle es ein kommunikativer Mensch sein, der den Kontakt zu den Gemeinden sucht. »Wenn wir einerseits das Ehrenamt stärken wollen und das Selbstbewusstsein der Gemeinden, dann ist das selbstverständlich.«

Und noch etwas hält er für bedenkenswert: »Er oder sie sollte nicht unter Mitte 40 sein.« Da die Amtszeit seit Inkrafttreten der neuen Kirchenverfassung 2008 auf 12 Jahre begrenzt ist, mache es wenig Sinn, wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin mit Anfang 50 wieder auf Stellensuche gehen müsse. Außerdem erfordere das Amt Lebens- und Leitungserfahrung.

Der scheidende Präsident Hofmann war 42, als er 1989 gewählt wurde – damals noch auf Lebenszeit. Die vor ihm liegende lange Amtszeit habe ihm anfangs Kopfzerbrechen bereitet, erinnert er sich. Doch viel Zeit, darüber nachzudenken, hatte er nicht. Die geschichtlichen Ereignisse überrollten auch die Kirche. »Ich war anfangs noch voll auf die DDR-Verhältnisse fixiert mit der Konfrontation zwischen Staat und Kirche«, so Hofmann. Doch schon im Januar 1990 habe es erste Gespräche mit dem Rat der EKD gegeben, bei denen die westdeutschen Kirchenleute von baldigem Zusammengehen sprachen. »Das hat uns überrascht, mit welcher Selbstverständlichkeit sie das gesehen haben«, so Hofmann.

Sie behielten recht: Das Landeskirchenamt und sein Präsident standen bald vor großen Herausforderungen: »Wir hatten ein halbes Jahr bis zur Einführung der D-Mark, um Gehälter sicherzustellen und Kirchensteuern umzustellen«, so Hofmann. Später wurden zahlreiche Gesetze notwendig, um die Kirche den neuen Verhältnissen anzupassen. Dazu kamen in den 90er Jahren erste Finanzprobleme und Strukturveränderungen durch sinkende Gemeindegliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen.

»Eine neue Baustelle habe ich im vergangenen Jahr aufgemacht mit der Organisationsuntersuchung des Landeskirchenamtes«, sagt Präsident Hofmann. Deren Umsetzung überlässt er nun seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin. Denn das Amt habe in den letzten Jahren überdurchschnittlich viel Personal eingespart. »Mit dem gegenwärtigen Mitarbeiterstand können wir manche Aufgaben nicht mehr erfüllen, besonders im theologischen Bereich«, so Hofmann.

Wenn er aus dem Amt scheidet, ist er der Dienstälteste in dieser Stellung in einer deutschen Landeskirche. In den 20 Jahren seiner Amtszeit hat der Kirchenjurist mit drei Bischöfen zusammen gearbeitet.

Bei dieser Zusammenarbeit findet es der gegenwärtige Bischof Jochen Bohl wichtig, »dass die Juristen ihr Handwerkszeug in die vielen landeskirchlichen Entscheidungen einbringen«. Dadurch werde kirchenleitendes Handeln nachprüfbar. »Das trägt zur Berechenbarkeit der Kirche bei und hat große Bedeutung für die Kontinuität«, so Bohl. »Kirche ist ja auf Dauer eingerichtet.« Und die Kirchenleitung müsse sie mit Augenmaß, Vernunft und Leidenschaft für Jesus Christus leiten. »Da hat sich das Zusammenwirken von Juristen und Theologen sehr bewährt.«

Und deshalb wird für das Präsidentenamt wieder ein Jurist gesucht, der gemeinsam mit Bischof und Synode die Landeskirche leitet.

Christine Reuther

Wenn alle gemeint sind, sollten auch alle benannt werden

8. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Foto: Shlomit Wolf, sxc.hu

Foto: Shlomit Wolf, sxc.hu

Dieses Gebot haben wir von ihm, dass wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.
1 Johannes 4, Vers 21

Ja, es leuchtet mir ein, dass ich Gott nur lieben kann, wenn ich auch meine Nächsten liebe (wie mich selbst). Es braucht keine Erklärungen, dass ich Gott in anderen Menschen begegne, dass sich meine Liebe zu Gott im Umgang mit meinen Mitmenschen widerspiegeln muss.

Diese Liebe hat Jesus unmissverständlich in die Welt gebracht und vorgelebt. Sie findet Ausdruck überall dort, wo ich Menschen zum Leben verhelfe, wo ich an Menschen im Abseits nicht vorübergehe, wo ich Unrecht nicht tatenlos hinnehme. Dazu brauche ich Vertrauen und Mut.

Ich vertraue darauf, dass Gottes Liebe und dieses Gebot allen Menschen gelten. Und wenn alle Menschen gemeint sind, sollten auch alle Menschen benannt werden, also nicht nur die Brüder, sondern auch die Schwestern. Es ist für uns selbstverständlich, dass sich Näch­stenliebe an Männer und Frauen richtet – warum sollte das nicht auch in unserer Sprache sichtbar werden? Denn es reicht mir nicht, wenn die Frauen nur mitgemeint sind.

Dieser Vers ist ein Bespiel dafür, dass es nötig ist, diesem sprachlichen Unrecht endlich auch mit unserer Sprache gerecht zu werden. Und dazu sind keine sprachlichen Verrenkungen nötig. Ein Beispiel dafür ist die Übersetzung der Bibel in gerechter Sprache: »Dieses Gebot ist uns gegeben: Alle, die Gott lieben, sollen auch ihre Geschwister lieben.«

Solche Art der Achtsamkeit gegenüber Frauen ist auch ein Zeichen der Liebe. Jesus hat damit begonnen. Er hat Frauen beachtet und zu ihrem Recht verholfen, wo es sonst niemand tat. Unsere Aufgabe sollte es sein, das auch sprachlich ernst zu nehmen.

Antje Hinze ist Landespfarrerin der kirchlichen Frauenarbeit Sachsen.

Teilung im Kopf

8. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Foto: Rob Finlayson, sxc.hu

Foto: Rob Finlayson, sxc.hu

Wie weit ist die Einheit Deutschlands vorangeschritten? In den Köpfen ist sie sehr oft noch nicht richtig angekommen. Kann der Nachwuchs die Trennung aufheben? Eine Studie der Universität Leipzig hat ergeben, dass sich nur fünf Prozent der westdeutschen Abiturienten vorstellen können, »im Osten« zu studieren – 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution!

Die Jahrgänge 1990 und 1991 haben die deutsche Teilung nicht mehr erlebt, kennen sie nur aus Erzählungen. Und dennoch haben sie Vorbehalte. Die Universitäten locken Studenten mit großzügigen Kampagnen und Geschenken. In Potsdam gibt es Bahncards für alle Erstseme­ster. An der Fachhochschule Lausitz bekommen Studienanfänger Laptops.

In Leipzig wohnen drei Studenten ein Semester kostenfrei in einer komplett möblierten Wohngemeinschaft. Diese »Abenteuer-WG« ist Teil der Kampagne »Studieren in Fernost« der Hochschulinitiative Neue Bundesländer. Zuvor wurden die drei westdeutschen Bewohner einer solchen WG mit dem Trabbi in ihren Heimatstädten abgeholt. Mit diesen Projekten sollen Stereotype beseitigt und junge Menschen in den Osten geholt werden.

Unterschiede bestehen zwischen Ost und West. Und die werden zum Teil medienwirksam gepflegt. Wie Günther Jauchs Fernsehshow »Das große Ost-West-Duell – Ist die Mauer wirklich weg?«. Oder die MDR-Dokumentation »Tausche Ost gegen West«, in der vier ost- und westdeutsche Friseurinnen eine Woche lang Beruf und Leben tauschen.

Solange diese Unterschiede gepflegt werden, können sich junge Leute gar nicht als Gesamtdeutsche sehen. Denn woher haben 18-Jährige ihre Vorurteile? Vielleicht sollten Eltern und Großeltern etwas bedachter sein in ihrer Wortwahl zum Ost-West-Verhältnis, damit die jungen Erwachsenen ihre eigenen Erfahrungen machen können.

Annika Falk

Bleiben verboten

8. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Sie leben, lernen und arbeiten seit Jahren bei uns – und doch droht 100 000 Flüchtlingen stets die Abschiebung. Die Kirchen wollen das ändern.

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Man könnte Dresden ihre Heimat nennen. Seit acht Jahren wohnt Mokarram nun schon hier. Sie hat Freunde hier, hat hier gearbeitet. Ihre Tochter Nazanin hat hier ihren Schulabschluss gemacht. Man könnte Dresden ihre Heimat nennen, wäre da nicht die Furcht jeden Morgen beim Gang zum Briefkasten.

»Jeden Tag habe ich Angst, dass ein Schreiben kommt und wir zurück müssen«, sagt die kleine Frau mit dem geduldigen Lächeln. »Jedes mal, wenn ich bei der Ausländerbehörde die Aussetzung unserer Abschiebung verlängern muss, zittert mein ganzer Körper.«

Mokarram ist Iranerin, ihren Nachnamen will sie in der Öffentlichkeit lieber nicht nennen. Denn als sie in Dresden gegen die brutale Unterdrückung der Demokratiebewegung in ihrer Heimat demonstrierte, kursierten die Bilder bald im Internet – auch im Iran. »Mein Mann gehört zur politischen Opposition. Wenn wir zurückkehren sollen, würde er ins Gefängnis geworfen. Oder tot sein«, da ist sich die 41-Jährige sicher. 2001 floh sie mit ihrem Mann nach Deutschland. Asyl aber gewährt man ihnen hier nicht.

So wie Mokarram leben über 100 000 Flüchtlinge in Deutschland ohne ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht. Sie werden nur geduldet, stets pendelt das Damoklesschwert der Abschiebung über ihren Köpfen. Um diesen quälenden Zustand zu beenden, beschloss der Bundestag vor zwei Jahren, ihnen eine Chance für ein dauerhaftes Bleiben in Deutschland zu geben. Drei Bedingungen stellte er auf: Die Flüchtlinge müssen am 31. Juli 2007 mehr als acht Jahre, Familien sechs Jahre, in der Bundesrepublik gelebt haben, sie brauchen einen Pass ihres Herkunftslandes und müssen sich spätestens Ende 2009 von eigener Arbeit ernähren können.

Doch nur rund 17 000 Flüchtlinge werden nach Schätzungen des Bundesinnenministeriums am Stichtag 31. Dezember 2009 diese Bedingungen erfüllen. In Sachsen werden es wahrscheinlich bloß 830 sein – 2972 Anträge waren eingegangen. Denn eine unbefristete Arbeitsstelle konnten nur die wenig­sten Flüchtlinge ergattern. Zumal mitten in der Wirtschaftskrise.

Und viele Ausländer verfehlen – oft knapp – die geforderte Frist. Mokarram beispielsweise lebte am Stichtag 31. Juli 2007 genau fünf Jahre und elf Monate in Deutschland – sechs Jahre wären für die Aussicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht nötig gewesen.

Der Ausländerbeauftragte des Lutherischen Missionswerkes in Leipzig, Dieter Braun, kritisiert noch etwas anderes: »Alte, kranke und traumatisierte Flüchtlinge können ihren Lebensunterhalt nicht selbst sichern. Sie sind völlig ausgeschlossen.« Aus all diesen Gründen fordern evangelische und katholische Bischöfe von der Politik ein Umdenken.

»Wer länger als fünf Jahre in Deutschland lebt, muss bleiben dürfen«, sagt Deutschlands Diakonie-Chef Klaus-Dieter Kottnik. »Es gibt ein menschliches Grundbedürfnis nach einer sicheren Lebensperspektive.«

Was es heißt, wenn diese fehlt, davon weiß Mokarram zu erzählen. Als ihre Familie im Sommer Dresden einmal verlassen wollte, um Verwandte zu besuchen, verbot ihr das die Ausländerbehörde. Dreimal. Als Mokarram arbeiten wollte, wurde ihr iranischer Berufsabschluss als Friseuse nicht anerkannt. Als sie zu einem Hungerlohn putzen ging, betrog sie ihr Chef um viel Geld – und schmiss sie schließlich raus. Geduldete Flüchtlinge, dachte er und lag gar nicht so falsch, haben nur wenige Rechte hierzulande.

Ordnung aber muss sein in Deutschland. Deshalb verlangt die Ausländerbehörde von Mokarram und ihrem Mann einen gültigen Pass ihres Herkunftslandes. »Doch bei der iranischen Botschaft müssten wir unterschreiben, dass wir in den Iran zurück wollen – und uns für unsere politische Haltung entschuldigen«, sagt Mokarram. »Aber wir wollen die Wahrheit.«

Andreas Roth

www.aktion-bleiberecht.de

Schmalspurtheologie

5. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Studium: Auch für Theologen soll es in Zukunft Master- und Bachelor-Abschlüsse geben

Die Pfarrerausbildung wird europäischen Normen angepasst. Das sorgt für Ärger – bei Professoren wie Studenten.

Sie befürchten einen Abschied von für Studium und Lebensunterhalt nötigen Freiheiten: Die Vertreter der Theologiestudenten Robert Frank und Anne Liskowsky. Foto: Uwe Winkler

Sie befürchten einen Abschied von für Studium und Lebensunterhalt nötigen Freiheiten: Die Vertreter der Theologiestudenten Robert Frank und Anne Liskowsky. Foto: Uwe Winkler


»Bolognaprozess« heißt das Schreckgespenst vieler Lehrender und Studierender an deutschen Universitäten. Dahinter verbirgt sich der Plan, bis 2010 ein einheitliches europäisches Hochschulwesen zu schaffen. Statt mit dem deutschen Diplom sollen Studenten dann mit einem international anerkannten Bachelor- oder Masterabschluss ihre Ausbildung beenden.

Während viele Studiengänge schon auf das neue System umgestellt wurden, bekamen die Juristen, Mediziner und Pfarramt-Theologen bisher eine Sonderrolle. Im Oktober 2008 hat der evangelisch-theologische Fakultätentag in Wuppertal einen Kompromiss gefunden: Das kirchliche Examen wird zwar beibehalten, aber die Studiengänge werden in Module gegliedert. »Das Studium wird komprimierter sein«, so Anne Liskowsky, die Sprecherin des Konvents sächsischer Theologiestudierender. »Aber man kann sich dann nicht mehr wie bisher Spezialthemen widmen.« Der Leipziger Theologieprofessor Klaus Fitschen fürchtet eine »Schmalspurtheologie«, bei der Grundlagen beigebracht, aber keine persönlichen Interessen gefördert werden.

Im alten System studiert die 25-jährige Liskowsky nebenbei Soziologie, zukünftig wäre das kaum noch möglich. »Auch ein Wechsel an eine andere Universität, der sehr wünschenswert ist, wird sich dann noch schwerer in den Studienplan einordnen lassen«, befürchtet Kirchengeschichtsprofessor Fitschen. Auch für Karl Ludwig Ihmels ist das ein wichtiger Aspekt. »Man muss auch mal Fremdes kennen lernen, um zu merken, was man an der eigenen Landeskirche und deren theologischer Linie schätzt«, sagt der landeskirchliche Referent für theologische Ausbildung.

Die Landeskirche hat bei der Umstellung des Studiengangs Mitspracherecht. Denn Theologiestudierende, die das Pfarramt in Sachsen anstreben, legen ihr Examen bei der Landeskirche ab. »Eine Verkürzung der Studiendauer wird es durch das neue System nicht geben«, erwartet Theologieprofessor Klaus Fitschen. Doch die Vereinbarung von Familie, Studium und dem für viele Studenten lebensnotwendigen Nebenjob sieht er in Gefahr. »Denn man kann sich nicht wie bisher die Veranstaltungen selbst aussuchen und somit seiner Lebenssituation anpassen«, kritisiert der Professor. »Ein eigenes theologisches Profil findet man dadurch schwieriger.« Und Karl Ludwig Ihmels vom Landeskirchenamt bemängelt: »Ein Theologiestudium hat auch persönlichkeitsbildendes Potential, das lässt sich in Modulen nicht prüfen.«

Durch die Mehrbelastung in einem strafferen System ist auch das Engagement vieler Studierender in Ehrenämtern in Gefahr. »Es ist jetzt schon schwierig, Kandidaten für den Fachschaftsrat zu gewinnen«, sagt Robert Frank von der Studierendenvertretung der Theologischen Fakultät. »Die 40-Stundenwoche mit fünf Wochen Urlaub, die angestrebt ist, wird dies noch schwieriger machen«, so der 27-Jährige. Doch alle Kritik hilft wohl nichts. In den nächsten Seme­stern muss die Neugliederung des Theologiestudiums in Module durchgeführt werden. Zähneknirschend – darin sind sich Professoren und Studenten einig.

Von Annika Falk

Erntedank

1. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Fotos: EPD/CandyBoxPhoto/Fotolia.com

Fotos: CandyBoxPhoto/Fotolia.com

Wir danken für unser täglich Brot. Doch beim Einkaufen beuten wir oft Menschen aus –
ohne es immer zu wissen.

Was interessiert es einen gewöhnlichen Sachsen – nennen wir ihn Herrn Ohnesorg – wenn in China ein Sack Reis umfällt? Das Sprichwort weiß: keinen Deut. Die globalisierte Welt gibt eine andere Antwort: Es muss Herrn Ohnesorg sehr wohl interessieren. Denn es könnte sein, dass es etwas mit ihm zu tun hat. Nur weiß er meist nicht, an welchen unsichtbar um den Erdball gespannten Fäden er gerade zieht.

Wenn er etwa früh seinen Kindern Schokoladencreme aufs Brot schmiert, denkt er nicht an die 200  000 Jungen und Mädchen, die irgendwo in West­afrika von ihren Eltern in großem Elend verkauft wurden, um dann mit Macheten in sengender Hitze Kakaofrüchte vom Baum zu schlagen.

Später im Büro wird Herr Ohnesorg auf die Tasten seines Computers hämmern, die eine junge Wanderarbeiterin in einer chinesischen Fabrik mühsam montiert hat – für einen Hungerlohn und an sieben Tagen in der Woche ohne viele Pausen, was sie erschöpft und krank werden ließ.

Ohnesorgs Frau arbeitet in einem Pflegeheim der Diakonie. Was sie nicht ahnt: Die Kittel, die sie und ihre Kolleginnen tragen, sind – so wie die meisten unserer Kleidungsstücke – von Frauen in Osteuropa oder Asien genäht worden. Die Arbeiterinnen dort haben oft keine Gewerkschaften, keine Arbeitnehmerrechte, keine geregelten Arbeitszeiten. Dafür Hungerlöhne und Angst.

Abends dann, im Kirchenvorstand seiner Gemeinde, diskutiert Herr Ohnesorg über die neuen Pflastersteine vor der Kirche. Was er in den Angeboten der Baufirmen nicht lesen kann: Der Granit kommt aus Indien und wurde von einigen der 150  000 Kindern in den dortigen Steinbrüchen unter Schmerz und Staub herausgeschlagen. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass zum Beispiel auch 80 Prozent der deutschen Grabsteine so entstehen.

Zu Hause dann bereitet Herr Ohnesorg noch den Kirchenschmuck für das Erntedankfest am kommenden Sonntag vor. Nein, diesmal geht er dafür nicht in einen Laden – er kauft nicht die Rosen aus Kolumbien, wo Arbeiterinnen inmitten von Pestiziden und ohne Schutzkleidung 1000  Rosen pro Stunde schneiden müssen. Zu Erntedank holt Ohnesorg die Blumen aus seinem Garten. Für ihn eine Frage der Ehrlichkeit.

Erntedank ist nicht nur ein Fest.
Es ist Gottes Aufforderung zur Gerechtigkeit –
hier, jetzt und weltweit.

Jetzt ist Erntedank, mit Blumen in den Kirchen, Früchten und frommen Liedern. Doch: »Was soll mir die Menge eurer Opfer?«, sprach Gott zum Propheten Jesaja. »Lernt Gutes zu tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten!« (Jesaja 1).

Aber ist das nicht alles so kompliziert? »Wir profitieren von der Ausbeutung der Menschen in anderen Teilen der Welt«, sagt Christine Müller von der Arbeitsstelle Eine Welt der sächsischen Landeskirche. »Und wir können etwas dagegen tun.« Ganz konkret.

Bei Lebensmitteln, Blumen, Kleidung, Spielzeug, Steinen und Holzprodukten geben Siegel darüber Auskunft, ob bei ihrer Herstellung die Menschenwürde gewahrt bleibt.

»In unseren Einrichtungen gibt es fast nur noch fair gehandelten Kaffee«, sagt die Geschäftsführerin der Diakonie Flöha, Anna-Dorothea Roch. »Wir müssen sparen, aber wir wollen nicht auf Kosten der Ärmsten sparen.« Der Kaffee ist nur ein Anfang. Einzelne Christen wie auch große kirchliche Einrichtungen könnten etwa auch beim Kauf von Kleidung nach fair hergestellten Produkten Ausschau halten. »Doch da haben wir noch keine Anbieter gefunden«, sagt Diakonie-Chefin Roch.

In der Tat ist das bei vielen Produkten noch schwierig. »Aber man kann auch auf seine Lieferanten zugehen mit dem Wunsch nach fair hergestellten Produkten. Jemand muss anfangen, die Nachfrage danach aufzubauen«, sagt Bastian Schmidt von der Kampagne »Sachsen kauft fair!«, die vom Evangelischen Entwicklungsdienst mitfinanziert und von der Landessynode sowie der Evangelischen Akademie Meißen unterstützt wird.

Noch gibt es in der sächsischen Landeskirche nur selten Ansätze einer Einkaufspolitik, die die weltweit Ärmsten im Blick hat. Dabei könnte die Kirche großen Einfluss auch auf Politik und Wirtschaft ausüben. »Zum Beispiel könnten Kirchgemeinden in ihren Friedhofssatzungen Grabsteine aus Kinderarbeit verbieten«, sagt Bastian Schmidt. Oder sie beteiligen sich am Umweltprogramm »Grüner Hahn«, das die weltweite Gerechtigkeit berücksichtigt.

Auch jeder einzelne Christ kann handeln und beim Einkaufen zum Salz der Erde werden – ohne dass alle Gaben zum Erntedankfest fade wären.

Andreas Roth


www.sachsen-kauft-fair.de

www.zukunft-einkaufen.de

Auch wir sind verführbar und nicht als Asketen geboren

1. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
1. Johannes 5, Vers 4

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Na, da ist doch alles in Ordnung. Oder? Eine tiefe Sehnsucht spricht aus dem Satz, dass etwas hinter sich gelassen wurde, etwas geschafft, auf das wir, Christinnen und Christen, stolz sein können. Es klingt nach Kampf und Anstrengung. Davon spricht der 1. Johannesbrief allerdings kaum. Er spricht von der Liebe Gottes und ringt geradezu leidenschaftlich darum, dass wir diese Liebe leben, zuallererst im Miteinander in den Gemeinden. Unterschiedliche Formen, den Glauben zu leben und Glaubensaussagen zu betonen, führten damals und führen heute zu manchmal schmerzlichen Auseinandersetzungen.

Foto: Sanja Gjenero, sxc.hu

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Dieser Vers hat aber eine andere Ausrichtung: Überwindung der Welt. Der Johannesbrief führt es in Kapitel 2 Vers 16 so aus: »Wie sieht es denn in der Welt aus? Die Menschen lassen sich von ihren Begierden treiben, sie sehen etwas und wollen es dann haben, sie sind stolz auf Macht und Besitz.« So übersetzt die Gute Nachricht. Auch das kennen wir in unserer Welt und sehen, wie wahr das alles ist: Die Werte von heute sind die Wertpapiere, Banker und Aufsichtsräte sind maßlos und blöd ist, wer sich die Abwrackprämie entgehen lässt. Und wir sind die Guten, wir haben das alles überwunden.

Da bleibt sicher nicht nur mir ein fader Beigeschmack. Denn wir bleiben Teil dieser Welt und sind mit ihr verführbar und nicht als Asketen geboren. Die müssen wir auch nicht werden, wenn wir den Aussagen dieses Briefes folgen.

Es wird kein quälendes Verzichten gefordert. Der Sieg wird uns geschenkt von dem, der uns zuerst geliebt hat. Ein mit Liebe gefülltes Herz kann verschmitzt lächeln und sagen: Das habe ich nicht nötig. Von dieser Leichtigkeit her sind wir eingeladen, unseren Glauben zu leben. Dann hätten wir etwas geschafft. Das wäre doch in Ordnung. Oder?

Bettina Dörfel, ist Landesleiterin der kirchlichen Frauenarbeit.

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Notnagel Tafel

1. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Foto: Michal Zacharzewski, Sxc.hu

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Die »Radebeuler Tafel« der Friedenskirchgemeinde, die an diesem Sonntag eröffnet wird, zeigt eine Möglichkeit, christliche Nächstenliebe unter heutigen Bedingungen zu praktizieren. Wenn diese Kirchgemeinde – wie inzwischen auch schon andere in Sachsen – nicht nur in Fürbitten an die Ärmsten erinnert, sondern an sie Lebensmittel austeilt, setzt sie ein glaubwürdiges Zeichen.

So gut und wichtig diese Form bürgerschaftlichen Engagements ist, vergessen werden darf dabei nicht, was der eigentliche Grund dafür ist: Menschen bekommen so wenig Geld, dass es fürs Essen nicht reicht. Dies geschieht mitten in einer Gesellschaft, in der für viele Überfluss zum selbstverständlichen Lebensstil geworden ist. Dieser extreme Gegensatz ist ein sozialer Skandal. Daran sollten die Tafel-Initiativen gelegentlich erinnern.

Sie sind ein Notnagel – für Fälle, wo staatliche Hilfe versagt. Auch, um von Sozialunterstützung Abhängigen aus Nöten herauszuhelfen, die schlimmer sind als Geldknappheit: Ausgrenzung, Lethargie, Rückzug in die eigenen vier Wände. Die Ausgabestellen bieten auch Gelegenheit zum Gespräch, in dem man nach Wegen aus der Armut sucht.

Ein Notnagel – das sollten die Tafeln auch bleiben. Die Warnungen des Soziologen Stefan Selke, sie könnten die Armut verfestigen, sind nicht aus der Luft gegriffen. Etablieren sich Tafeln als Dauereinrichtung – viele Zeichen deuten darauf hin –, besteht die Gefahr, dass sich Hilfeempfänger in der Rolle passiver Almosenempfänger einrichten. Und dass staatliche Sozialbehörden sich aus der Verantwortung stehlen und auf Kritik antworten: Was wollt ihr denn, es gibt doch die Tafel.

Deshalb sollten diese Initiativen in Kirchgemeinden gegenüber der Politik deutlich machen: Wir helfen, aber wir finden uns nicht damit ab.

Tomas Gärtner

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