Ein König, der die Füße wäscht und mit den Sündern isst
26. November 2009 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
Sacharja 9, Vers 9

Foto: Daniel Cubillas, sxc.hu
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Drei Überraschungen in einem so kurzen Satz! Die erste: Dein König kommt zu dir. Das Normale war und ist: Du musst zu deinem König gehen, dich durch die Vorzimmer dienern, unterwürfig die Bitten vorbringen und warten, bis seine »Königliche Hoheit« geruht, dich wahrzunehmen. Dieser König verlässt seinen Palast, seine Sicherheiten und Bequemlichkeiten und geht zu den Menschen. Er wird einer von uns, ein König auf Augenhöhe, darum reitet er auch auf einem Esel und nicht auf einem Schlachtross. Er kommt zu uns, Advent!
Die zweite Überraschung: Er kommt als Gerechter. Nicht als Richter, als Polizei, als Prüfer, sondern als einer, der uns gerecht werden will und vor möglicher Verurteilung rettet. Er kommt, um zu heilen und aufzurichten, zu versöhnen und zu vergeben. Ein König, der bei uns wohnt und alle Tränen des Leides abwischt, der alles neu macht und allen Lebensdurst stillt (Offenbarung 21, Vers 3ff).
Die dritte Überraschung: Der König kommt als Helfer! Er dient uns, er hilft unserer Schwachheit auf, er heilt wo er kann und gerufen wird. Ein König, der die Füße wäscht und mit den Sündern isst. Einer der sein Leben hingibt für seine Freunde.
Was für Sacharja noch endzeitliche Vision, ist uns mit Jesus Gegenwart geworden. Unser König kam so zu uns, sanftmütig und überzeugend, ohne Schwert doch mit der Vollmacht seiner Liebe. Darum singen wir Hosianna und erinnern uns mit der ganzen Wärme unserer Kerzen und Symbole des Advents: »Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns her gesendet hat. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit.« (Evangelisches Gesangbuch 12, Verse 1 und 2).
Klaus Kaden
Pfarrer Klaus Kaden ist Rektor der Diakonissenanstalt Dresden.
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