Das Geländer im Lebenslauf

16. Januar 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
Johannes 1, Vers 17

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Es ist ein alter Streit unter Gläubigen um die rechte Balance zwischen Gesetz und Gnade. Zu viel Gesetzlichkeit kann das Herz verhärten und lässt den Glauben für Außenstehende wenig attraktiv erscheinen. Beim einseitigen Betonen der Gnade wiederum besteht die Gefahr, den lieben Gott einen frommen Mann sein zu lassen und das Leben in spiritueller Beliebigkeit zu verbringen.

© Gabriel Doyle (SXC)

© Gabriel Doyle (SXC)

Schon Jesus, um der Wahrheit die Ehre zu geben, hatte seine liebe Not mit denen, die es gar zu streng meinten mit der Auslegung der Schrift.
Damals waren manche Gesetzeslehrer pharisäischer als pharisäisch, heute ist mancher Christ päpstlicher als der Papst. Und dennoch macht Jesus, im Johannesevangelium als Gottes fleischgewordenes Wort beschrieben, immer wieder die Notwendigkeit von Gottes guten Grundsätzen für ein gelingendes Leben deutlich.

Gerade in Glaubensgesprächen mit jungen Menschen müssen Regeln zur Sprache kommen. Ziel ist es dabei, zu einer verbindlichen Gottesbeziehung zu verhelfen, die als Fundament das Leben begründet und seinem Lauf ein Geländer gibt. Dieser Glaube darf sich jedoch nicht aus Angst nähren oder zu buchhalterischer Enge führen. Vielmehr legt das positive Bild eines gnädigen Gottes eine feste, Glaubensgrundlage für ein Lebenshaus, das auch Krisen standhalten kann.

Am Anfang der Geschichte Gottes mit den Menschen wurde klar festgelegt, wie es zuzugehen hat. Daran gilt es, sich zu orientieren und bei falscher Lebensrichtung umzukehren. Gottes Gnade lässt uns in allem Scheitern neu hoffen. Denn inwieweit zu guter Letzt Gnade vor Recht ergeht, entscheiden nicht wir, sondern ein anderer.

Tobias Petzoldt

Tobias Petzoldt ist Landesjugendbildungsreferent der Evangelischen Jugend in Sachsen.

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