Links und rechts – der Elbe
18. Februar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Ostsachsen, Sachsen

Foto: Steffen Giersch
Dresden wehrte sich am 13. Februar erfolgreich gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer
Selig sind die Friedfertigen«, sagt Katrin Göring-Eckhardt beim Friedensgebet auf dem Dresdner Postplatz. Für Christen heiße das aufzustehen, wachzurütteln, unterwegs zu sein, so die Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90/Die Grünen) und Präsidentin des Kirchentags 2011 in Dresden vor den Hunderten Teilnehmern. Darunter sind auch über 100 Bläserinnen und Bläser von Posaunenchören aus allen Teilen Sachsens. Sie begleiten die Stationen des Friedensgebets gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus am 13. Februar, dem Gedenktag der Zerstörung Dresdens. Seit Jahren ein Tag des stillen Gedenkens, wird dieser zunehmend von Rechtsextremen für Aufmärsche und Kundgebungen instrumentalisiert.
In diesem Jahr wollte die Stadt das nicht länger hinnehmen. Erstmals war es gelungen, dass Kirchen, Rathaus, Parteien, Gewerkschaften und andere Organisationen gemeinsam aufriefen zu einer Menschenkette um die Innenstadt. Das Friedensgebet bildete den Auftakt. Ruth Misselwitz von der Aktion Sühnezeichen-Friedensdienste zitierte dabei Dietrich Bonhoeffer: »Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.«
Diese Menschen guten Willens wurden von Gebetsstation zu Gebetsstation, über den Theaterplatz und hin zur Synagoge, immer mehr bis sie das Rathaus erreichten. Dort sollte die Menschenkette beginnen. Über 12 000 Teilnehmer, so heißt es, hatten sich dort versammelt. Oberbürgermeisterin Helma Orosz rief auf, sich den »Neu- und Altnazis, die versuchen, das Gedenken zu missbrauchen«, entgegen zu stellen. »Dresden will sie nicht«, so die Oberbürgermeisterin.
Und während sich aus Tausenden Menschen in der Altstadt eine Kette formierte, leisteten weit ab, auf der anderen Elbseite, fast ebensoviele Menschen Widerstand gegen den von der »Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland« angemeldeten Aufmarsch. Über 5000 Polizisten waren im Einsatz, um diese Demonstration vor gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Linksautonomen zu schützen.
Den friedlichen Blockierern und der Polizei gelang es schließlich, die vor dem Neustädter Bahnhof versammelten rund 6000 Rechtsextremen am Weiterkommen zu hindern. Diese mussten unverrichteter Dinge abreisen. Gera und Pirna hatten ihren Frust auszubaden: Am Abend haben mehrere Hundert von ihnen dort randaliert. Nach Polizeiangaben befanden sie sich auf der Rückreise von Dresden.
Die Dresdner Landessynodale Tabea Köbsch war bei der Blockade in der Dresdner Neustadt dabei. Ihr war es wichtig, »dass da auch ganz normale Leute sind und deeskalierend wirken«, sagt sie im Nachhinein. »Es fällt mir schwer, beim Friedensgebet die Hände zu falten, wenn auf der anderen Elbseite die braunen Horden sind.« Sie sieht es als großen Erfolg, dass die Blockade weitgehend friedlich geblieben ist, so wie es das Bündnis aus vorwiegend linken Parteien und Organisationen immer wieder gefordert hatte. »Friedlich und gewaltfrei« habe die Parole auf der Neustädter Seite gelautet.
Als Synodale wollte sie sich ein eigenes Bild von einer solchen Aktion zivilen Ungehorsams machen, nachdem im sozial-ethischen Ausschuss der Synode eine Beschwerde darüber eingegangen war, dass Kirche in Leipzig sich an einem solchen Aufruf beteiligt hatte. »Jetzt aus eigenem Erleben sage ich, dass es wichtig ist, wenn Kirche auch dabei ist«, so Köbsch.
Landesbischof Jochen Bohl, der an der Menschenkette in der Altstadt teilgenommen hatte, würdigte diese als »großen Erfolg«. »Wir haben dem Aufmarsch der neuen Nazis eine eindrückliche Antwort erteilt«, sagte er vor Journalisten. An der Menschenkette beteiligten sich auch der katholische Bischof Joachim Reinelt, Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl, Mini-sterpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sowie weitere Landespolitiker. Aber auch Synodenpräsident Otto Guse und seine Vorgängerin im Amt, Gudrun Lindner, hatten sich eingereiht.
Am Abend versammelten sich die Dresdner zu einem stillen Gedenken vor der Frauenkirche. Dabei erinnerte der frühere Bundesinnenminister Gerhard Baum (FDP) an die Bombenangriffe vor 65 Jahren, die er als Zwölfjähriger in Dresden erlebt hatte. Von der Stadt müsse »immer wieder ein Signal für Frieden und Völkerverständigung, für Demokratie und Menschenrechte in die Welt« gesendet werden, forderte der 77-Jährige.
In einem ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzkirche wurde am Abend ebenfalls an die Opfer der Bombennacht gedacht. Traditionell läuteten zum Zeitpunkt des Fliegeralarms am 13. Februar 1945 um 21.45 Uhr die Dresdner Kirchenglocken.
Während die Menschenkette ein Zeichen für den Willen der Bürger zu Frieden und Versöhnung setzte, ist die Verhinderung des Aufmarsches der Rechtsextremen jedoch den Menschen auf der anderen Elbseite zu verdanken, die mit zivilem Ungehorsam sich dem im wahrsten Sinne des Wortes entgegenstellten.
Dabei ging es jedoch nicht nur friedlich zu: 27 Menschen wurden verletzt, darunter 15 Polizisten, 25 Brände mussten gelöscht werden, Autos wurden beschädigt, ein Begegnungszentrum des Stadtteils von Rechten angegriffen. Und vermutlich Linksautonome störten das stille Gedenken abends an der Frauenkirche durch laute Zwischenrufe.
Christine Reuther/epd
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Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion des SONNTAG. Ich hatte per Leserbrief bereits aufmerksam gemacht auf die unmittelbar den Erlebnissen der Polizei am 13. Februar in Dresden folgende Presseerklärung der Gewerkschaft der Polizei. Sie haben bis jetzt einen Hinweis – zumindest auf die Quelle der Presseerklärung – nicht erwähnenswert befunden. Damit die Leser die Chance haben, den 13. Februar aus der Sicht der Ordnungshüter zu sehen, hier nochmals die Quelle der Pressemitteilung der Deutschen Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund, Landesverband Sachsen: http://www.dpolg-sachsen.de/aktuelles/150210-presserklaerung/index.html.
Günter Hertel.
Der (die/das???) angegebene “Link” führt leider nicht zu der erwähnten Presseerklärung. Da diese jedoch sehr aufschlußreich ist, sollte es unter dpolg-sachsen.de versucht werden; dort unter “aktuelles” und dann Presseerklärung vom 15.02. 10
Herr Rau, wenn sich Sachsen Polizeigewerkschaft sich in Dresden (!) über linke Störer aufregt zeigt es nur ihre eigne besonders, nach den Wende angenommenes Gedankengut des Nationalsozialismus, NPD usw. Diese Gedanken dieser gut versorgten Beamten sind viel schlimmer als die linke Gedanken dieser Störer in Dresden.
Werter Herr Schuster,
es ist schon sehr auffällig, wie sie im Stile eines SED-Funktionärs andere Leute diffamieren und ihnen boshafte Dinge unterstellen, die nicht ihrer Meinung sind.
Was wollen sie eigentlich?
Wollen sie überhaupt etwas, außer ihre eigenen Unzufriedenheit mit sich selbst und der Welt dokumentieren?
Schreiben sie doch mal was Konstruktives. Geht das auch?
Schreiben sie doch einfach mal, dass die sogenannte Wende und das Ende der DDR auch für sie eine Befreiung war….., oder etwa nicht?!
Herr Johannsen, es wurde hier nur eine Stellungsnahme der Polizei kritisiert. Die mehr als nur taktlos ist und nachdenklich macht.
Wie müssten sich Berliner Polizisten beschweren, wenn dort die Linksautonomen zum 1. Mai. nur zum Spaß randalieren und in einen größeren Ausmaß.
Hier in Dresden wo es einen richtigen Grund gab, den Aufmarsch der NPD an diesen historischen Tag, sind die Randale der Linken verzeihlich aber so eine Stellungsnahem der sächsischen Polizeigewerkschaft hierzu nicht. Sie hätte unterbleiben sollen aber leider fällt sie auf fruchtbaren Boden.
Werter Herr Johannsen, hier verstehe ich wenig Spaß und ob ihnen mein Stil passt ist mir eigentlich egal, trotzdem beim nächsten Anlass vielleicht etwas Besseres, Konstruktiveres.
Werter Herr Schuster,
manche Leute sind “auf dem linken Auge blind”! Gehören sie dazu?
Die sogenannten LINKSautonomen im gesamten Land provozieren nicht nur Polizei und Politik, sondern greifen gezielt demokratische Strukturen an, um sie zu zersetzen.
Von wem werden diese LINKS-Terroristen finanziert? Organisiert?
Von Undemokraten, die keinerlei Interesse an echter Demokratie haben (den Begriff Demokratie nur als Schwindeletikett benutzten!).
Mir fällt dazu ein Zitat von Kurt Schumacher (SPD) ein: “Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt.”
Herr Johannsen, ich darf doch bitten – mir versuchen linksblinden Autismus zu unterstellen ist doch Quatsch. Auch Autonome, hier als Hintertreiber des geplanten NPD-Marsches können gelegentlich zur Demokratie beitragen und müssen gelegentlich auch in Schutz genommen werden.
Jeden Tag verliert Thüringen und Sa- Anhalt 100 Menschen durch Abwanderung!!! Könnte das ein Grund für das Keimen des Antisemitismus und Rechtsextremismus sein????????????
Hr. Schuster,
das Unterstellen überlasse ich ihnen.
Aber nocheinmal:
Von wem werden diese LINKS-Terroristen finanziert? Organisiert?
Von Undemokraten, die keinerlei Interesse an echter Demokratie haben (den Begriff Demokratie nur als Schwindeletikett benutzten!).
Mir fällt dazu ein Zitat von Kurt Schumacher (SPD) ein:
“Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt.”
Hr. Johannsen, es geht hier meist um ostdeutschen Jugendliche und Sie sollten sie nicht weitert angreifen, es reicht schon wenn sie als “rote Zecken” von sächsischen Polizisten betitelt werden.
Zudem ich hier nur meine Meinung zu dem Gewerkschaftsbericht dieser sächsischen Polizei betreffs der Ereignissen in Dresden geschrieben habe. Einen Bericht den ich als völlig unangebracht und als “braun” angehaucht halte.
Hr. Johannsen, damit Sie mich nicht falsch verstehen. Selbstverständlich sehe auch ich die Gefahr für die Demokratie und Rechtsstaat u. a. von Links aber hier in diesen Zeitungsartikel über die Verhinderung des Marschs der Rechtsextremen am 13. 2. (!) in Dresden sollten wir dieses außer Acht lassen.
Hr. Schuster,
Ihre Antwort geht am Thema vorbei!
Zugegeben hat die sogenannte LINKE in Ostdeutschland leichteres Spiel, Junge Menschen zu verführen und sie für ihre undemokratischen Ziele zu mißbrauchen. Aber es geht nicht um Ost und West. Es geht den Linksextremen darum, Macht an sich zu reißen und demokratisch gesinnte Menschen zu verunsichern bzw. Demokratie aufzumischen!
Vom Verfassungschutz werden zurecht rechtsextreme Gruppierungen wie auch linksextreme Parteien beobachtet (z. B. die sogenannte DIE LINKE, deren Parteivorstand zu einem großen Teil aus ehemaligen SED- und Stasi-Kadern besteht).
Die Krawalle von linksautonomen Extremisten in Berlin, Hamburg, Dresden und anderswo sind gut organisiert. Das bedarf einer gewissen Logistik, die nicht wenig Geld kostet. Organisiert und finanziert werden diese Krawalle von extremistischen Demokratiefeinden.
Nocheinmal die Frage:
Wer finanziert diese LINKS-Terroristen ?
Die Antwort finden wir in eben diesem Zitat von Kurt Schumacher (SPD):
“Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt.”