Eine unmögliche Rechnung
27. Mai 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Titelseite
Es gibt nur einen Gott – aber was ist mit Vater, Sohn und Heiligem Geist? Die Trinität ist schwer zu verstehen.

Es ist nicht gerade leicht, über Gottes Dreieinigkeit zu schreiben. Wollte man sie befragen, würden auch schon die Probleme beginnen: Ist ein Gespräch mit dem Vater nötig, eines mit dem Sohn und eines mit dem Heiligen Geist – oder genügt ein Gespräch mit dem einzigen Gott, der sie alle in seiner Heiligen Dreifaltigkeit vereint? Schwer vorzustellen. Eine unmögliche Recherche.
Die meisten Christen sind ähnlich ratlos. Nur noch ein Viertel von ihnen kann nachvollziehen, dass Jesus Christus auch Gott sein soll – das ergab eine religionssoziologische Umfrage in Deutschland. Neu ist das nicht. Schon seit der Aufklärung halten viele Christen die Trinität für eine unvernünftige Spekulation, und damit für ganz und gar überflüssig.
In der Bibel jedenfalls sucht man den Begriff der Dreifaltigkeit vergebens. Und der Zimmermann Jesus von Nazareth hat sich – nach allem was wir wissen – nie selbst als Gott bezeichnet. »Was nennst Du mich gut?«, widerspricht er einem Mann: »Niemand ist gut als Gott allein« (Mk 10,18).
Erst nach seinem Tod sahen Jesu Jünger in ihm den auferstandenen Herrn und Sohn Gottes. Sie tauften »im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes« (Mt 28,19). Doch wie passt das zum Glauben an nur einen Gott? Die ersten Christen sahen darin offenbar kein Problem.
Aber bald schon plagten sich die Theologen mit dem logischen Widerspruch herum. Auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahr 381 beschloss man in hoch philosophischer Sprache: Gott sei »ein Wesen in drei Einheiten«.
Die Gelehrten spekulierten fleißig weiter. Bei der Frage, ob der Heilige Geist nur vom Vater oder doch auch vom Sohn gehaucht werde, kam es ab dem 9. Jahrhundert zum Zerwürfnis zwischen der römischen West- und der orthodoxen Ostkirche. Die Spaltung währt bis heute. Und bis heute trennt die Trinität auch das Christentum vom Islam. »So glaubt an Gott und seinen Gesandten. Und sagt nichts von einer Dreieinigkeit«, heißt es in der vierten Sure des Koran. Ganz offenkundig hatte auch Mohammed im siebenten Jahrhundert Schwierigkeiten beim Verstehen des Trinitäts-Dogmas.
Dabei hatten wohl schon die Theologen auf dem Konzil von Konstantinopel geahnt, dass Gottes Wirklichkeit ihre Begriffe sprengt. Ein Geheimnis lässt sich nicht in eine Formel packen. Es lässt sich bestenfalls erzählen. Das tut die Bibel. Und erst jüngst auch ein Buch mit dem Titel »Die Hütte« des amerikanischen Autors William Paul Young, das es dies- und jenseits des Atlantik derzeit zum Bestseller bringt.
Erzählt wird die Geschichte eines Mannes namens Mackenzie, der am gewaltsamen Tod seiner kleinen Tochter schier verzweifelt an Gott. Doch der Höchste lädt ihn ein in eine Berghütte. Dort umarmt und bekocht ihn eine große, dicke, dunkelhäutige Mama, die sich »Papa« nennen lässt. Der Heilige Geist ist auch da: eine kleine asiatische Gärtnerin, die in den Gärten der menschlichen Seelen pflanzt und umgräbt. Jesus ist Tischler und ein guter Freund. Alle drei sind ganz anders als vorgestellt – und sie sind der eine Gott. Das geht nicht in Mackenzies Kopf.
»Hier liege ich neben Gott, dem Allmächtigen«, sagt die Romanfigur Mackenzie, als dieser abends mit Jesus auf einem Bootssteg die Sterne betrachtet. »Und Du klingst so …« – »Menschlich?«, schlägt Jesus vor. Der schwer depressive Mackenzie muss lachen, das erste Mal seit dem Tod seiner Tochter. Weil er die oft so abstrakt klingende Liebe Gottes plötzlich spüren kann. Sie ist nicht fern: im Heiligen Geist weht sie bis heute, und in Jesus von Nazareth hat sie ein Gesicht bekommen. »Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen«, sagte Jesus. »Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen« (Joh 14,6).
Gott genügt sich nicht selbst – gerade wegen all dem Unrecht und all dem Leid auf der Welt. Wegen jedem einzelnen Menschen. Gott ist nahe. Dreifach.
Andreas Roth
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Dreieinigkeit? Warum nicht akzeptieren, wie es in der bibel steht? Jesus wird von seinem Vater Gott mehrmals als “Sein Sohn” bezeichnet. Den ER liebt. Jesus sagt von sich selber, er sei nicht Gott. Er ist aber auf wunderbare Weise der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Also ohne Jesus kein Zugang zu Gott. Der heilige Geist, Gottes einzigartige, allmächtige Kraft. Die ER Jesus gab, die ER den Aposteln gab, die ER allen Menschen gibt, die IHN Gott darum bitten.