Das Meer stirbt im Öl

25. Juni 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Während in Südafrika der Fußball rollt, stirbt in Mittelamerika das Meer. Die größte Umweltkatastrophe der jüngsten Geschichte gerät in diesen Tagen immer wieder aus dem Blick, weil die Siege, Hoffnungen und Niederlagen hochbezahlter Fußballgrößen die Titelseiten füllen. Währenddessen verseucht im Golf von Mexiko eine Ölpest unvorstellbaren Ausmaßes nicht nur das Wasser, sondern gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Fotos: Stephen Eastop, sxc.hu

Fotos: Stephen Eastop, sxc.hu

Das soll kein Vorwurf an die Fußballbegeisterten sein. Doch ebenso wie das Fußballfieber in diesen Tagen weltweit grassiert, sollte das seit Monaten vom Meeresgrund aufsteigende Öl weltweit Aufmerksamkeit erregen – und Sorge. Denn es ist kein Tanker mit endlichem Fassungsvermögen, der – so schlimm das auch immer ist – leck wurde. Es ist ein unterirdisches Ölfeld in über tausend Metern Meerestiefe, das leer läuft, weil die Betreiber der Ölplattform an Geld und Material sparen wollten, um aus dem weltweiten Hunger nach Energie, nach Treib- und Kunststoffen möglichst viel Gewinn zu schlagen.

Und während das artenreiche Leben im Meer erlischt, Tiere ölverschmiert verenden, Menschen unter den versprühten Chemikalien und unter den wirtschaftlichen Schädigungen leiden, drängt sich ein Gedanke in den Vordergrund: Diese Katastrophe könnte das Ende des Ölzeitalters endgültig einleiten. Was wir bei jeder Tankfüllung in die ferne Zukunft verschieben, könnte schneller kommen als gedacht.

Und das wiederum muss keine Katastrophe sein. Während es jetzt geboten ist, alle verfügbare Technologie zur Behebung des Schadens einzusetzen, sollten weltweit alle Anstrengungen darauf gerichtet sein, neue Energieformen voranzubringen, weg vom Öl.

Christine Reuther

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