Gegen Klimasünden

15. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
Abgelegt unter Sachsen

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Klima
Die sächsische Landeskirche will etwas gegen den Klimawandel tun. Doch es geht nur langsam voran – und die Zeit drängt.

Der Kirchenvorstand war verblüfft. Als eine Energieberaterin im vergangenen September die Bautzener St. Michaels-Kirche, das Pfarrhaus und den Saal der Gemeinde unter die Lupe nahm, präsentierte sie überraschende Ergebnisse: Die Heizung der Kirche verbraucht allein in den Winter-Gottesdiensten so viel Energie wie fünf Haushalte im ganzen Jahr. Der Heizkessel im Pfarrhaus ist doppelt so groß wie nötig und der Ofen im Gemeinderaum uneffektiv. »Das Ausmaß der Energievernichtung hat uns beeindruckt«, sagt Kirchvorsteher Siegfried Kühn. Er diskutiert in seinem Kirchenvorstand nun Konsequenzen aus der Energieberatung. Das Ziel: »Wir wollen 30 Prozent weniger Energie verbrauchen.«

Im Juni trat die Landeskirche einem Klimaschutz-Bündnis aus 23 Kirchen und Entwicklungsdiensten bei. Die EKD-Synode hatte im Herbst 2008 beschlossen: Die Landeskirchen sollten ihre CO2-Emissionen bis 2015 um ein Viertel senken. Doch wie will man das berechnen? Niemand in der sächsischen Landeskirche weiß genau, wie hoch der Kohlendioxid-Ausstoß eigentlich ist. Die Ziele für eine Reduzierung sind dementsprechend schwammig und unkontrollierbar.

Immerhin: Seit dem letzten Jahr bietet die Sächsische Energieagentur SAENA für die Landeskirche mit staatlicher Förderung Energieberatungen an – doch nur 20 von insgesamt 780 Kirchgemeinden hatten wie St. Michael in Bautzen bisher Interesse daran. Der erste kirchliche Praxistag zum Energiesparen im vergangenen Jahr hatte 30 Teilnehmer. Sechs sächsische Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen arbeiten zudem an der Einführung eines Umweltmanagements nach EU-Regeln, das die Evangelische Akademie Wittenberg unter dem Markennamen »Grüner Hahn« begleitet.

»Diese Angebote sprechen sich nur langsam herum, obwohl wir alle Kirchgemeinden in Sachsen mehrfach angeschrieben haben«, sagt Joachim Krause, der scheidende Umweltbeauftragte der sächsischen Landeskirche. Wegen knapper Kassen scheuten Kirchgemeinden oft vor Investitionen etwa in neue Heiztechnik zurück, so Krause: »Dass sich manche Maßnahme über eingesparte Energie in überschaubarer Zeit wieder refinanziert, ist nicht leicht zu vermitteln«. Hinzu kommt, dass das Engagement für die Bewahrung der Schöpfung vielerorts nicht als kirchliche Kernaufgabe gesehen wird.

»Es hängt immer am Engagement von wenigen, meist ehrenamtlichen Mitarbeitern«, hat Antje Fritzsche von der SAENA bei der Beratung von Kirchgemeinden erfahren. Um mehr Christen in Sachsen zu motivieren, lädt die SAENA gemeinsam mit der Landeskirche am 25. September zum zweiten Umwelt-Praxistag nach Dresden ein.

Das Dresdner Landeskirchenamt will mit gutem Beispiel vorangehen: Dort lässt man jetzt Energiefresser wie Spülmaschinen am Abend laufen, um den Energieverbrauch besser zu verteilen und einzudämmen. Außerdem bezieht die Behörde seit Jahresbeginn ebenso wie etliche Kirchgemeinden nur noch Öko-Strom und will damit den CO2-Ausstoß um 124 Tonnen verringern. Das Chemnitzer Regionalkirchenamt wird im nächsten Jahr nachziehen.

Auch einige Einrichtungen der Diakonie Sachsen setzen auf Energie aus Sonne, Erde und Holz. Am Radebeuler Stammsitz wurde im März eine Energieoptimierungsanlage in Betrieb genommen, die jährlich 12,5 Tonnen CO2 sparen soll. Doch unter zunehmendem Kostendruck gerät bei diakonischen Einrichtungen der Klimaschutz mitunter ins Hintertreffen.

Die Landessynode hatte das Landeskirchenamt bereits im April 2007 um die Berücksichtigung des Klimaschutzes bei Bauvorhaben gebeten. Doch in der landeskirchlichen Bauordnung spielt dieses Anliegen bis heute keine Rolle. »Der Klimawandel betrifft uns alle«, hatte die sächsische Kirchenleitung im Vorfeld der Weltklimakonferenz 2009 gemahnt: »Die Zeit der Beschwichtigung ist vorbei.« Das gilt auch für die Kirche selbst.

Andreas Roth

Internetseite der Sächsischen Energieagentur SAENA mit Beratungsangeboten für Kirchgemeinden: www.saena.de

Weltversammlung der lutherischen Christen

15. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Weltversammlung
Wenn sich in der kommenden Woche über 400 Abgesandte der 140 lutherischen Kirchen aus aller Welt in Stuttgart treffen, sind auch fünf Sachsen dabei.

Aus Lateinamerika kommt der Ruf nach einem Ende bewaffneter Konflikte, die »Millionen Menschen in aller Welt ihr tägliches Brot« nehmen. Europas lutherische Christen bekennen, »in vielfältiger Weise« versagt zu haben: Ressourcen vergeudet, Habgier toleriert und die Beziehungen zwischen Schöpfer und Schöpfung zerstört zu haben. Die Afrikaner fordern fairen Zugang zu Land, Wasser, Bildung und ein entschlossenes »Ja« zur Frauen­ordination. Vertreter der Christen aus den 140 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben ihre Botschaften formuliert. Vom 20. bis 27. Juli werden sie bei ihrer Vollversammlung in Stuttgart darüber sprechen unter dem Thema »Unser täglich Brot gib uns heute«.

Die sächsische Landeskirche entsendet fünf Teilnehmer. Neben Landesbischof Jochen Bohl sind das die Landesfrauenpfarrerin Antje Hinze, die Medizinstudentin Stefanie Opitz als Jugendvertreterin, die Oberkirchenrätin Kathrin Schaefer aus dem Landeskirchenamt und der Synodenpräsident Otto Guse. Wie alle rund 400 Delegierten haben sie sich auf das Treffen vorbereitet und fahren mit unterschiedlichen Erwartungen nach Stuttgart.

Otto Guse will vor allem wissen, »welche Probleme die lutherischen Kirchen weltweit bewegen«. »Wir sind gut beraten zuzuhören«, sagt der Synodenpräsident. Denn zum Beispiel ökologische Fragen beträfen andere Länder und Kirchen in viel stärkerem Maße. »Und das Problem knapper werdender Mittel trifft uns bei weitem nicht so existentiell wie andere.« Zudem sei unser demografischer Wandel Afrikanern nicht zu vermitteln. »Das sind ganz junge Kirchen. Da werden wir sicher Erfahrungen mit nach Sachsen nehmen.«

Stefanie Opitz ist das Thema Ernährungsgerechtigkeit wichtig. »Auf unseren Freizeiten, Tagungen, in unseren Freizeitheimen nur fair gehandelte Produkte anzubieten – das wäre schon ein großer Gewinn, wenn wir das in unseren Landeskirchen erreichen könnten«, sagt die Medizinstudentin. In der vergangenen Woche hat sie sich in Dresden gemeinsam mit 120 Jugendvertretern aus aller Welt auf das Treffen in Stuttgart vorbereitet.

Und auch Antje Hinze interessiert, »was die Menschen, die kein täglich Brot haben, uns zu sagen« haben. Sie will aber auch dort mitreden, wo es um die Frauenordination geht. In dieser Frage ist sie der selben Meinung wie die afrikanischen Christinnen: »Viele Frauen hungern nach Anerkennung ihres Dienstes und nach der Möglichkeit, ihre Gaben für eine gerechte Welt einzusetzen«, so Hinze.

Noch ein anderes Thema liegt ihr am Herzen, obwohl es nicht auf der Tagesordnung steht: Der Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in der Kirche. »Es gibt Menschen unter uns, die hungern nach Gottes Segen für ihre Beziehung, wir aber schließen sie aus.« Bei diesem Thema jedoch gibt es gegensätzliche Positionen in der weltweiten lutherischen Christenheit. Noch 2007, bei einer LWB-Ratstagung im schwedischen Lund, hatte Generalsekretär Ishmael Noko bekräftigt, dass die kontroverse Debatte über Ehe, Familie und Sexualität den Lutherischen Weltbund nicht spalten könne. Diesen Fragen müsse man sich stellen, hatte Noko damals gesagt. In ihrer Botschaft an die Vollversammlung bekräftigen die Vertreter Afrikas jedoch ihre Haltung, wonach allein die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott eingesetzt und gewollt sei.

Antje Hinze hofft, dass sich an diesem Thema die lutherische Christenheit nicht entzweit. Und sie erwartet von dem Treffen in Stuttgart »ein lebendiges Zeugnis aus einer Welt des Hungers, des Durstes, der Verzweiflung, das mich verändert«.

Christine Reuther

Wenn Gott ruft, wächst Gemeinschaft

9. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!« Jesaja 43, Vers 1

Vor einigen Jahren waren Amerikaner bei uns zu Besuch, die hier ihre Deutschkenntnisse vertiefen wollten. Als wir uns vorstellten, sagte einer: »Ich bin der Peter.« Einer der Gäste fragte erstaunt zurück. »Der Peter? Nicht: ein Peter? Es gibt doch viele.« Da stellte sich die Frage, wie denn die Namen und die Benannten zusammengehören. Mein Name gehört doch zu mir, ist nicht so ohne weiteres austauschbar. Natürlich weiß ich, dass auch andere meinen Namen tragen. Spätestens seit Google gehört es zur schmerzlichen Selbsterfahrung, dass es auf Namen keine Exklusivitätsrechte gibt.

Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig. Foto: Armin Kühne

Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig. Foto: Armin Kühne

Und doch: Mit meinem Namen trete ich in Beziehungen ein, mit meinem Namen werde ich angesprochen und gemeint, mein Name ist mehr, als eine Bezeichnung für mich. Und auf der anderen Seite erschließe ich durch die Sprache die Welt. Was ich benennen kann, bekommt dadurch Wirklichkeit. Wen ich anspreche, wird für mich zum Gegenüber.

In dieser Reihenfolge: Ich werde angesprochen und antworte. Auf den Anruf Gottes hin wird die Welt. Auf den Anruf Gottes antwortet der Mensch. Das ist eine Dimension des Wochenspruchs. Gott ruft mich bei meinem Namen – erlösend, auslösend aus dem Dunkel der Nichtigkeit. Und ich antworte ihm. Aber es bleibt nicht bei mir und Gott. Befreit aus der Vereinzelung bildet sich eine Gemeinschaft.

Denn Jesaja spricht in dem Kapitel nicht von mir und dir, sondern vom Volk Gottes. Das ist kein Kollektiv, welches ja auch keinen Eigennamen hat und in dem die Einzelnen untergehen. Gott ruft sein Volk beim Namen und es wächst eine Gemeinschaft, die den Blick hebt, den Blick wieder frei bekommt für Gott, für die Welt und füreinander.

Frank Martin

Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig.

»Es wird hart«

9. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Auf dem Hof des Evangelischen Schulzentrums in Chemnitz: Die Schülerinnen Virginia, Emma, Senta und Jessica (v. l.) wissen nichts von den Sorgen des Schul-Geschäftsführers Stefan Meyer (hinten). Foto: Andreas Seidel

Auf dem Hof des Evangelischen Schulzentrums in Chemnitz: Die Schülerinnen Virginia, Emma, Senta und Jessica (v. l.) wissen nichts von den Sorgen des Schul-Geschäftsführers Stefan Meyer (hinten). Foto: Andreas Seidel


Die sächsische Regierung erschwert die Gründung evangelischer Schulen und kürzt die Zuschüsse – besonders stark für Schüler aus armen Familien.

Eigentlich wollte das Evangelische Schulzentrum Chemnitz in einem Jahr ein Gymnasium eröffnen. Eigentlich. Denn zusammen mit den Kürzungsplänen der sächsischen Staatsregierung gab Kultusminister Roland Wöller (CDU) einen Kurswechsel für freie Schulen bekannt: Ab nächstem Jahr müssen neugegründete Gymnasien von Anfang an mit drei Klassen und Mittelschulen mit zwei Klassen pro Jahrgang an den Start gehen – und sie müssen vier Jahre lang ohne staatliche Zuschüsse überleben. Bisher konnten Schulvereine mit einer Klasse beginnen und es genügten drei Jahre bis zur Anerkennung.

»Eine Neugründung zu finanzieren ist nun fast unmöglich«, sagt Stefan Meyer, Geschäftsführer des Freien Evangelischen Schulvereins Chemnitz. Der Träger muss nun neu entscheiden, ob er die Gründung eines Gymnasiums beim Freistaat anmelden wird. Dass hinter der Wende in der sächsischen Schulpolitik etwas anderes steht als der zunächst vorgegebene Spar­zwang offenbarte Kultusminister Wöller selbst. In einer Zeitung sprach er von einer »Kannibalisierung« zwischen staatlichen Schulen und freien Schulträgern: Allein in 19 Fällen seien in den letzten zehn Jahren freie Schulen gegründet worden, weil die staatliche Schule in einem Ort mangels Kinder schließen musste. Dieser Konkurrenzkampf um Schüler habe das staatliche Schulnetz in einigen Regionen in Gefahr gebracht, so der Minister.

In der Tat gibt es bis heute Neugründungen evangelischer Schulen in Sachsen, die eine geschlossene staatliche Einrichtung ersetzen. Auf der anderen Seite stehen Träger wie das Evangelische Schulzentrum Chemnitz, die in einer Stadt eher eine Alternative in der Bildungslandschaft darstellen und kaum eine Bedrohung sind.

Den 148 freien Schulen in Sachsen – davon 41 evangelische – stehen 1169 staatliche Einrichtungen gegenüber. Die finanziellen Zuschüsse pro Schüler und damit die Haupteinnahmequelle der freien Schulvereine will der Freistaat in den nächsten zwei Jahren um 11,1 Prozent senken. »Doch Einsparungen im Schulbetrieb sind kaum noch möglich, und bei den Gehältern der Lehrer stehen wir im Wettbewerb mit staatlichen Schulen um gutes Personal«, sagt Martin Herold von der Schulstiftung der sächsischen Landeskirche. »Es wird hart werden.«

Deshalb wollen sich die Landeskirche und das katholische Bistum Dresden-Meißen in den nächsten Wochen bei der Landesregierung für die freien Schulen einsetzen. »Die Landeskirche kann die Kürzungen nicht hinnehmen. Sie bedrohen die Arbeit der evangelischen Schulen existentiell«, sagt Oberlandeskirchenrätin Almut Klabunde, Bildungsdezernentin der sächsischen Landeskirche.

Die geplanten Kürzungen werden auch die ärmsten Familien treffen: Ihnen konnten die freien Schulträger bisher das Schulgeld mit Hilfe von staatlichen Zuschüssen erlassen. Dieses Geld aber will das Kultusministerium in diesem Jahr streichen. »Wir hoffen, dass deshalb Kinder unsere Schule nicht verlassen müssen – und wollen alles dafür tun«, sagt Sieglinde Eichert, die Leiterin der Evangelischen Schule Wilkau-Haßlau. »Die freie Schulwahl, die das Grundgesetz fordert, wird wohl künftig durch den Geldbeutel entschieden. Und konfessionelle Schulen werden nur noch für Reiche da sein – das ist das, was wir nicht wollen.«

Andreas Roth

Afrika im Herzen behalten

8. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Kapstadt, Foto: Gareth Weeks, sxc.hu

Kapstadt, Foto: Gareth Weeks, sxc.hu


Am Sonntag, wenn das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft abgepfiffen wird, ist das Fieber der vergangenen Wochen wieder vorbei. Es waren besondere Wochen, in denen die Fußballfans in Fernsehsendungen und auch in großen Aufmachern von Zeitungen auf die Situation im WM-Land Südafrika und im ganzen Kontinent aufmerksam gemacht wurden.

Nach den olympischen Spielen 2008 in Peking ist es das zweite Mal, dass die Nöte der Menschen im jeweiligen Land in den Focus der Medien geraten. Was wichtig und begrüßenswert erscheint, ist nur leider nicht von großer Nachhaltigkeit geprägt. Wenn ab Montag Sportler, Funktionäre, auch Politiker und die zahlreichen Medienvertreter Südafrika verlassen, droht das Land wieder aus dem Blick westlicher Realitäten zu geraten – zumal wohl auch in Deutschland noch hitzige Debatten über die Zukunft der Sozialpolitik anstehen.

Aktiven in der Entwicklungshilfe und den Nichtregierungsorganisationen wird es wieder schwerfallen, die Menschen im Wohlfahrtsland Deutschland für Aids, Armut, Korruption und Verletzung von Menschenrechte zu sensibilisieren. Für Christen gilt das nicht. Ihr Anspruch auf gelebte Nächstenliebe und ihr Streben nach Gerechtigkeit hebt die Ärmsten der Welt zum Glück immer wieder auf Gesprächs- und Handlungsagenda.

Die lutherischen Christen der Welt jedenfalls haben sich das für ihre Vollversammlung in Stuttgart vom 20. bis 27. Juli auf die Tagesordnung geschrieben. Dort soll es um die Themen Aids, Hunger, Klimagerechtigkeit gehen. Kurz nach der WM-Euphorie hat der Lutherische Weltbund gute Chancen, damit auch andere Menschen für das Thema zu gewinnen. Wenn das gelingt, wäre das wirklich ein WM-Erfolg.

Corinna Buschow

Trost tanken

8. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Tankstellen für die Seele sollen Autobahnkirchen sein. Menschen finden hier Gott – andere klagen über seine dunklen Seiten.

Wolken hängen über der Autobahn kurz vor Dresden. Der Mann und die Frau fahren der Beerdigung eines guten Freundes entgegen. Doch als sie das blaue Verkehrsschild mit der schwarzen Kirche sehen, biegen sie ab. Sie ziehen die Köpfe ein unter der niedrigen Tür einer Kirche. St. Jakobus heißt sie – eine Autobahnkirche im Landstädtchen Wilsdruff.

Bereitwillig zeigt das über 850 Jahre alte Gotteshaus den Besuchern seine Verletzungen: Der Putz blättert mit seinen Farben ab und legt die Feldsteine frei. Der Mann und die Frau halten inne. Sie steigen die zwei Stufen unter dem romanischen Bogen zum Altar empor und schreiben in das ausliegende Gebetbuch: »Diese Kirche gibt uns Kraft und Segen für die Weiterfahrt. Gott hilf uns auf unserem weiteren Lebensweg.«

Am selben Tag betritt eine andere Frau das romanische Gotteshaus. Oft hat sie hier schon Station gemacht. In kleiner, eiliger Schrift notiert sie ihre Furcht vor dem nahenden Ende ihrer Ehe: »Lieber Gott«, schreibt sie, »führe mich – aber es tut oft so weh.« Das nicht abreißende Rauschen der Autobahn dringt durch die kleine Tür und die schmalen Fenster in die alte Kirche. Es vermischt sich mit dem stummen Chor aus Gebeten, Gotteslob und Klagen, die in der Autobahnkirche ihre Herberge finden.

Die Wilsdruffer Jakobikirche steht wie die Kirche Peter und Paul in Uhyst und die 35 anderen Autobahnkirchen in Deutschland tagsüber offen. Sie lädt zum Ausruhen und Beten ein – ohne Vorbedingungen, auch ohne Kirchenmitgliedschaft, anonym.

»Wir haben den Eindruck, dass die Kirche gerade deshalb sehr angenommen wird«, sagt Werner Reinhuber. Als Bruder Martin gehört er zur evangelischen Christusträger-Bruderschaft. Die von ihm gegründete Stiftung »Leben und Arbeit« betreibt die Autobahnkirche seit 2005. Bruder Martin zählt die angezündeten Kerzen neben dem Buch mit den Anliegen. Über 4000 Kerzen werden jedes Jahr in der Wilsdruffer Jakobikirche angezündet, in Uhyst sind es 12 000. Jedes Licht eine Bitte.

Ein Kind kritzelt mit großer Schrift: »Lieber Gott beschütze uns«, ein Mann schreibt: »Herr hab Dank, dass Du uns vor einem schweren Unfall bewahrt hast« – von dieser Art sind viele Gebete in der Jakobikirche. Galt nicht der Jünger Jakobus im Mittelalter als Schutzpatron der Pilger und Reisenden? Die meisten Besucher werden das nicht wissen.

Doch dass sie sich auch als Pilger empfinden auf einer Reise mit Gott, diesen Eindruck gewinnt man in einer Autobahnkirche. Es sind heute oft schnelle Reisen, die unversehens im Stau stecken bleiben können und nur zähflüssig weitergehen. Wenn überhaupt. Mitunter passiert ein Unglück. »Herr, Du hast ihn wieder zu Dir genommen«, heißt es im Gebetbuch über den Tod eines kleinen Jungen. »Bitte gib den traurigen Eltern Kraft, mit dieser Entscheidung zu leben – Dein Frieden ist höher als unsere Vernunft.« Genau zwei Wochen später, wohl auf der Rückfahrt, ist von der selben kleinen Handschrift zu lesen: »Herr, gib uns Kraft für Deine dunklen Seiten!« Es klingt wie Hiob.

Morgens und abends sitzen die beiden Brüder der Christusträger im Chorraum der Wilsdruffer Autobahnkirche bei ihrem Tagzeitengebet. Sie schließen die in das dicke Buch geschriebenen Sorgen der Reisenden in ihre Bitten ein.

Manches Gebet aber ist schon im Moment seines Aussprechens vollendet. Und erfüllt. »Danke, dass Du mich auf Grund meiner Schuld nicht verworfen hast sondern mir entgegen gelaufen bist«, schreibt ein Besucher. Ein anderer: »Danke, dass ich dich hier besuchen durfte.«
Der Prophet Elia fand Gott in einem sanften Windhauch. Offenbar kann man ihn auch im Rauschen der Autobahnen antreffen.

Andreas Roth

Mit den Missgünstigen beginnt die Verdammnis

2. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.
Epheser 2, Vers 8

Was ist das Gegenteil von selig geworden? Missgünstig sein? Was heißt das: Ihr seid selig geworden? Im Sinne des Epheserbriefes: Obwohl ihr nicht dazu gehört, dürft ihr dabei sein. Die Grenze zwischen drinnen und draußen ist niedergerissen. An die Tür hat jemand geschrieben: Du musst draußen bleiben! Jetzt hat ein anderer darüber geschrieben: Herzlich Willkommen! Die Gnade Gottes öffnet das Reich Gottes für alle Menschen – auch für die, die nicht durch Geburt zum Volk Gottes gehören. Das heißt: ihr seid selig geworden.

Und was ist das Gegenteil? Missgünstig sein! Das ist so, als ob die, die eben noch vor der geschlossenen Tür standen, jetzt am Eingang stehen und als Türsteher sortieren, wer rein darf und wer nicht. Die glauben nicht richtig, die glauben das Falsche und die glauben gar nicht. Für die ist hier kein Platz: Ihr müsst draußen bleiben.

Foto: Aneta Blaszczyk, sxc.hu

Foto: Aneta Blaszczyk, sxc.hu

Was aber Missgunst bedeutet, beschreibt Dostojewski sehr schön in einer Geschichte. Eine böse alte Frau stirbt und kommt an den Ort der Verdammnis. Aber ihr Engel bittet Gott um Gnade. Und Gott lässt sich bitten. Findet sich etwas Gutes bei ihr? Ja, eine kleine Zwiebel hat sie mal an eine Arme verschenkt. Der Engel darf versuchen, die Frau an der Zwiebel herauszuziehen. Als er sie nun zieht, halten sich andere an ihr fest. Als die Frau das sieht, sorgt sie sich um die Zwiebel. Sie war ja so klein, könnte reißen. Und außerdem: Was fällt denen ein, diesen Lumpen. Wollen sich mit ihrer Zwiebel retten. Sie tritt nach ihnen, stößt sie zurück und in diesem Moment reißt die Zwiebel tatsächlich.

Wer selig geworden ist, für die und mit denen beginnt hier schon der Himmel; leider beginnt mit den Missgünstigen auch hier schon die Verdammnis.

Frank Martin

Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig.

Sprachlos am Lebensende

2. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Foto: Benjamin Earwicker, sxc.hu

Foto: Benjamin Earwicker, sxc.hu


Der Bundesgerichtshof hat entschieden – und zugleich die Grenzen richterlicher Sprüche aufgezeigt: Bei unheilbar Kranken, die nicht mehr selbst entscheiden können, darf die medizinische Lebensverlängerung abgebrochen werden – wenn sie es vordem so gewünscht haben. Doch das Dilemma und der Schmerz der Menschen, die darüber entscheiden müssen, werden ungelöst bleiben.

An der Grenze des Lebens kommen auch unsere Aussagen über die Zukunft an ihre Grenzen. Wer will voraussagen, wie man selbst etwa einen Zustand im Wachkoma erleben würde? Es gibt weit weniger dramatische Zustände im Leben, in die man um keinen Preis geraten möchte – und die dann ganz unverhofft auch lebenswerte Seiten haben oder doch zumindest zum Überleben taugen. Oft sind es beim Anblick eines schwer kranken Menschen die Angehörigen und Freunde, die dieses Leiden nicht mehr aushalten. Die Gefahr ist groß, dass sie in be­ster Absicht ihren Willen für den des Patienten halten.

Das Dilemma bleibt und auch der Schmerz. Mildern lässt er sich nicht durch einsame Entscheidungen. Im Gegenteil: Angehörige, Freunde, Pfleger, Ärzte und Seelsorger müssen sich gemeinsam auf die Suche nach dem Willen des Patienten machen. Es kann eine Patientenverfügung sein oder ein frühers Gespräch, die dabei helfen. Es kann auch ein leichter Händedruck des Kranken oder ein Augenaufschlag sein. Es ist ein schwieriger Weg, der im Patientenverfügungs-Gesetz besser festgeschrieben werden muss. Nur wenn sich an seinem Ende ein einheitliches Bild vom Willen des Patienten ergibt, wird man ihn ruhigen Gewissens sterben lassen können. In der Hoffnung, dass er bei Gott geborgen ist – so wie auch die Entscheidung seiner Angehörigen.

Andreas Roth

Macht ist nichts Böses

1. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Ein Politiker aus der Kirche: Hans Geisler, der langjährige Sozialminister Sachsens, arbeitete zu Zeiten der DDR in der Synode der sächsischen Landeskirche und beim Kirchentag mit – und lernte dort Demokratie. Foto: Steffen Giersch

Ein Politiker aus der Kirche: Hans Geisler, der langjährige Sozialminister Sachsens, arbeitete zu Zeiten der DDR in der Synode der sächsischen Landeskirche und beim Kirchentag mit – und lernte dort Demokratie. Foto: Steffen Giersch


In der letzten DDR-Regierung saßen vor 20 Jahren auch friedliche Revolutionäre. Hans Geisler war einer von ihnen.

Es ist ein Spaziergang durchs Grüne mitten in Berlin, bei dem Hans Geisler Regierungsmitglied wird. Ein stiller bescheidener Chemiker aus Dresden soll parlamentarischer Staatssekretär werden – und weiß im April 1990 gar nicht so genau, was das ist.

Wenige Monate zuvor noch hatte er in Kirchen für den Frieden gebetet, hatte im Herbst 1989 für die Revolution demonstriert, hatte für die neu gegründete Partei »Demokratischer Aufbruch« am Runden Tisch des Bezirks Dresden gesessen – und schließlich bei den ersten freien Volkskammer-Wahlen der DDR am 18. März die Enttäuschung der Bürgerrechtler geteilt: nur 0,9 Prozent der Stimmen erhielt Geislers kleine Partei.

»Macht ist eher etwas Böses, sie wird eigentlich immer missbraucht«, so hatte Hans Geisler Anfang der 1980er Jahre auf einer Synode der sächsischen Landeskirche gesprochen. Daran erinnert er sich gut. Noch besser erinnert er sich an die Erwiderung des Landesbischofs Johannes Hempel: »Macht fällt einem zu und muss verantwortet werden.« Im Frühling 1990 fällt sie Hans Geisler zu, mit 50 Jahren. Christa Schmidt, die Familienministerin der Regierung von Lothar de Maizière, trägt dem gerade in die Volkskammer gewählten Abgeordneten auf einem Spaziergang die Aufgabe an.

Doch den evangelischen Christ treiben Gewissensfragen um: Wie soll er es mit dem freizügigen DDR-Recht auf Abtreibung halten? »Für mich persönlich ist jeder Schwangerschaftsabbruch ein Mord«, so sagt es der neue Staatssekretär später vor der Volkskammer. »Aber ich habe Verantwortung auch für 80 Prozent der DDR-Bürger, die meine Haltung nicht teilen.« Gut möglich, dass dies die Geburtsstunde des Politikers Hans Geisler ist. Er nimmt die Verantwortung an und gestaltet sie.

Rasend dreht sich das politische Räderwerk in der ersten frei gewählten Volkskammer und DDR-Regierung. »Was damals vom Parlament in einer Woche beschlossen wurde, braucht heute einen Monat oder länger«, erinnert sich Geisler. Der Chemiker, der bisher das Labor des Dresdner Diakonissen-Krankenhauses geleitet hatte, gräbt sich durch Akten mit ost- und westdeutschen Gesetzen. Neuland. Bis August 1990 muss der Vertrag für die deutsche Wiedervereinigung stehen.

Hans Geisler verhandelt mit westdeutschen Ministerien über die Höhe einer menschenwürdigen Mindestrente und Sozialhilfe. Kaum einer ahnt, wie wichtig diese Zahlen bald für das entstehende Heer der Arbeitslosen werden sollen. Als die Verhandlungen an das Thema Abtreibungen gelangen, bleibt Geisler hart: Er fordert für Ost und West mehr Beratung und Bedenkzeit für schwangere Frauen. Der BRD-Verhandlungsführer Wolfgang Schäuble verlässt den Raum. Nach zehn Minuten kehrt er zurück – und akzeptiert.

Am 3. Oktober 1990 kommt die DDR an ihr Ende. Hans Geisler wird sächsischer Sozialminister, zwölf Jahre lang. Ob einer wie er heute noch Politiker werden könnte, wo in Parteien oft Seilschaften und Ellenbogen zählen? »Schwer«, sagt Hans Geisler, »sehr schwer.« Eine, die er im Sommer 1990 öfters in den Fluren der DDR-Regierung traf und seitdem duzt, hat es geschafft. Sie war damals stellvertretende Regierungssprecherin. Sie heißt Angela Merkel.

Andreas Roth

Das liebe Geld

1. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Am 1. Juli 1990 wurde im Osten Deutschlands die D-Mark eingeführt. 20 Jahre danach ist der Finanzdruck für die sächsische Landeskirche groß.

Hoffnungen hat sie geweckt und Enttäuschungen hervorgebracht: die D-Mark, als sie am 1. Juli 1990 im Osten Deutschlands eingeführt wurde. Heute, zwanzig Jahre später, hat Reinhard Kersten, Finanzdezernent der sächsischen Landeskirche, da und dort den Ruf nach der D-Mark abermals vernommen. Diesmal als Ausweg aus den Euro-Turbulenzen. Doch das hält er für illusorisch.

Wirtschaft und Finanzsystem in Deutschland müssten mit den derzeit alles andere als komfortablen Bedingungen zurechtkommen, ebenso die sächsische Landeskirche. Diese habe die jüngste Finanzmarktkrise noch glimpflich überstanden, sagt Kersten. Ein Grund sei: »Als Kirche verfolgen wir eine viel konservativere und klassischere Anlagepolitik.« Und selbst beim schlimmstmöglichen Ereignis, dem Totalausfall aller Zinseinnahmen, würde das im 160-Millionen-Euro-Haushalt der Landeskirche mit lediglich zwei Prozent weniger Einnahmen zu Buche schlagen.

Wesentlich ärger freilich könnte sich die Wirtschaftskrise als Folge der Finanzkrise auswirken. »Und sie trifft uns zeitversetzt«, sagt Kersten. Die 2009 eingetretenen Verluste von Unternehmen würden erst 2011 und 2012 als Rückgang bei den Kirchensteuereinnahmen durchschlagen.

Bei alldem will die Landeskirche nun erst recht am verantwortlichen Umgang mit dem Geld festhalten. Im September soll ein »Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlagen in der evangelischen Kirche« als Empfehlung verabschiedet werden. Reinhard Kersten hat daran mit geschrieben. Ein Grundsatz darin: Beim Umgang mit dem Geld, das Menschen der Kirche anvertrauen, soll auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit geachtet werden. Ein weiterer: Bei Geldanlagen sollen Unternehmen vermieden werden, die Rüstungsgüter oder Pornografie produzieren sowie Kinder ausbeuten. Sogenannte Research-Agenturen sollen das überprüfen.

Verantwortlicher Umgang mit Geld bedeutet für Heinz Hartwig Böhmer, dass die Landeskirche es vor allem für ihren wichtigsten Auftrag – die Verkündigung des Evangeliums – ausgibt. Darauf achte der Finanzausschuss der Landessynode, dessen Vorsitzender Böhmer ist. Der Bevölkerungsschwund und der mit mehr Rentnern prozentual sinkende Anteil an Kirchensteuerzahlern bescherten der Landeskirche sinkende Einnahmen – ein Defizit von vier bis sechs Millionen in den kommenden vier Jahren. »Was wir an Geld einnehmen, gibt vor, wie die Struktur im Verkündigungsdienst aussehen wird«, sagt Böhmer.

Die Abhängigkeit der Kirchensteuer von Lohn- und Einkommenssteuer ist in den Augen von Kritikern längst in die Krise geraten. Einen Ausweg sieht Christoph Körner, Pfarrer im Ruhestand und zweiter Vorsitzender des Vereins Christen für gerechte Wirtschaftsordnung (CGW), in einer Kultur- und Sozialsteuer, wie sie etwa in Italien erhoben wird. Hinzu käme das schon jetzt in Sachsen übliche Kirchgeld als »Ortskirchensteuer«. Zugleich aber müssten sich die Gemeinden um Spenden bemühen.

All dies jedoch ändere noch nichts an einem grundlegenden Übel: dass man über Zins und Zinseszins aus bloßem Geld mehr Geld machen könne. »Grundlage einer Geldreform wäre die Erkenntnis, dass Geld nur als Tauschmittel und Wertmesser fungieren dürfte und von seiner Funktion als Schatzmittel, also Wertaufbewahrungsmittel befreit werden müsste«, sagt Christoph Körner. Solch große Veränderungen indes brauchten Zeit und ein anderes Bewusstsein.

Eine Alternative im Kleinen ist für ihn der »Zschopautaler«, eine Regionalwährung. Die verliert an Wert, wenn sie nicht in nützliche Dinge investiert wird. So seien in fast drei Jahren Spielgeräte für einen Kindergarten und drei Solardächer daraus finanziert worden. Doch erst zwei Kirchgemeinden beteiligten sich an der Regionalwährung, bedauert Körner. Dabei sieht er gerade in ihnen eine große Chance: »Die kleine christliche Gemeinde könnte eine Mikrokontrastgesellschaft zur großen kapitalistischen Gesellschaft sein und Vorbildcharakter haben.«

Tomas Gärtner

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