Keine Energiewende
8. September 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Kommentar
Die Zukunft der nachhaltigen Energiegewinnung wird verschoben. Gerade hat die Bundesregierung beschlossen, die deutschen Atomkraftwerke länger am Netz zu lassen. Eine Ohrfeige für alle, die sich seit neun Jahren auf den Fahrplan zum Atomausstieg verlassen haben. In Sachsen geben Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Umweltminister Frank Kupfer (beide CDU) starke Statements für die Kohle ab. Alles bleibt also erst einmal, wie es ist. Das Gros des Stroms kommt weiter aus Technologien, die unsere Umwelt verschmutzen.
Dabei ist in der Diskussion so offensichtlich, dass immer noch niemand weiß, wo am Ende der Dreck bleibt. Ein Endlager für den strahlenden Atommüll ist nicht gefunden. Kohlekraftwerke stoßen weiter tonnenweise Kohlendioxid aus. Dass es gelingt, das klimaschädliche Gas mit der sogenannten CCS-Technologie unterirdisch zu speichern, ist mehr als fraglich. Zumal das Vorhaben, das in Brandenburg erprobt und in sächsischen Gesteinsschichten laut einem Gutachtes des zuständigen Landesamtes vermutlich nicht möglich sein wird, Kohlendioxid auch nicht verschwinden lässt.
Es bleibt als vielleicht tickende Zeitbombe auf ewig unter der Erde. Kritiker warnen davor, dass Giftstoffe ins Grundwasser entweichen und das Gas sich irgendwie doch den Zugang nach außen verschaffen wird.
All diese Unwägbarkeiten zwingen eigentlich zu einer Energiewende. Doch die ist bei der jetzigen Regierungskoalition wohl wirklich in weite Ferne gerückt. Dabei verhallt auch die biblische Botschaft von der Bewahrung der Schöpfung. Sie verpflichtet zu großen Anstrengungen bei nachhaltiger Energiewirtschaft und verbietet das Beharren auf Atom und Kohle – derzeit nur leider erfolgslos.
Corinna Buschow
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Wenn die Politik es nicht schafft, es die Bürger aber wollen…. warum wechselt dann keiner zu anderen Anbietern. Ob man dabei “nur” auf den Atomstrom verzichtet oder ganz auf regenerative Energien setzt, bleibt jedem selbst überlassen. Was ich aber nicht erhören kann, ist das Gejammer, dass die Politik nichts tut.
Wir sind gefragt – jeder Einzelne. Für den Atomausstieg brauchen wir die Politik nicht.