Was Lutherzwerge in Chile bewirken sollen
29. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
1. Korinther 3, Vers 11
Bis nach Chile hat es Luther in Kleinformat zu den beiden lutherischen Kirchen geschafft. Die Lateinamerikareferentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Uta Andrée, nahm zwei Lutherzwerge als Geschenk an beide Kirchen mit. Während der Militärdiktatur hatte sich die Lutherische Kirche in Chile von der ursprünglichen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile (IELCH) abgespaltet.
Nun stehen die Lutherzwerge dort. Mit einem Augenzwinkern weisen sie beide Kirchen auf das sie Verbindende hin, das oft genug im Alltäglichen in Vergessenheit gerät: Auf den einen Grund, welcher ist Christus. Etwas anderes wollte Luther letztlich nicht! Die Hand der Lutherfigur weist »allein (auf) die Bibel«, in der »allein Christus« zu finden ist.
Lutherzwerge überall – diesen Eindruck hatte man auf dem Wittenberger Marktplatz vor einiger Zeit. Rote, grüne, blaue und schwarze Nachbildungen des Lutherdenkmals auf dem Marktplatz standen in Reih und Glied. Die Lutherzwerge lösten eine kontroverse Debatte aus. Scharfe Gegner gab es, die sagten, man solle Luther nicht verkitschen, sondern sich mit ihm und seinen Reformanstößen ernsthaft beschäftigen. Wie man auch zu den Figuren steht: Geschadet hat die Debatte Luther, der evangelischen Kirche und dem Grund »welcher ist Jesus Christus« nicht.
Solche Aktionen wie um die Lutherzwerge sind von kurzer Dauer. Sie können aber durchaus helfen, auf das Wesentliche zu zeigen. Sonst bleibt es beim Event. Das reicht nicht!
Am Reformationstag wird in der Bethanienkirche in Leipzig ein roter ausgeliehener Lutherzwerg genutzt, um damit auf den einzigen Grund zu weisen, »welcher ist Jesus Christus«. Und dieser Jesus Christus ist ein Geschenk Gottes. Ich muss nicht aus mir selbst heraus leben. Ich muss mir nicht mühsam eine heile Welt oder eine heillose Gegenwelt zusammenbauen. Ich muss nicht mehr auf mich selbst gegründet sein, weil ich so toll, so schön, so gut, so genial, so krank oder was auch immer bin.
Dieser Grund ist so nötig und das Leben und Wachsen aus IHM heraus, denn wir können Glaube, Hoffnung, Liebe nicht aus uns selbst verwirklichen. Aus uns selbst heraus verstricken wir uns in uns selbst. Sünde nennt Kirchenvater Augustin dieses um sich selbst herum Kreisen, das es nicht mehr schafft, weder auf Gott noch auf den Nächsten zu schauen. Und letztlich nimmt man sich selbst auch nicht mehr wahr mit seinen Hoffnungen und Sehnsüchten.
Deshalb ist die größte Gefahr des Menschen das Nicht-Erkennen der eigenen Sündhaftigkeit, weil sie uns schon in diesem Leben zerstört und beziehungslos lässt und Gott aus dem Blick verliert.
Die beiden Lutherzwerge in Chile bleiben hoffentlich kein Scherz, sondern helfen, dass sich beide Kirchen auf ihren Grund besinnen, »welcher ist Jesus Christus«. Er will unseren Blick leiten und die Gedanken lenken, dass wir den und die andere wahrlich als Bruder und Schwester annehmen, auf dass Mauern fallen, Brücken gebaut werden, Versöhnung gelebt wird.
In Chile will man sich 2014 zum Reformationsfest wiedervereinigen. Als Feiertag gibt es diesen Tag schon dort. Jetzt fehlt nur noch dieser Schritt aufeinander zu auf gutem Grund.
Enno Haaks
Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks in Leipzig, war von 2001 bis 2009 Pfarrer in Chile.
»Schwer zu verstehen«
29. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Sachsen

Der Freistaat zahlt Millionen an die Landeskirche – und die Zuschüsse steigen. Dagegen formiert sich Kritik.
So viele Schlagzeilen hatte die sächsische Landeskirche lange nicht mehr. »Freistaat zahlte Kirchen 231 Millionen Euro«, empörte sich ein großes Boulevardblatt am vergangenen Sonntag. Dabei geht es eigentlich um keine Neuigkeit: Seit 1993 gilt der Staatsvertrag zwischen dem Freistaat Sachsen und der Landeskirche und bringt den Protestanten seitdem Jahr für Jahr einen Zuschuss aus Steuergeldern. 2010 sind es rund 22 Millionen Euro – 13 Prozent des Haushaltes der Landeskirche.
Genau genommen ist diese Geschichte ziemlich alt. Sie beginnt im 16. Jahrhundert zu Zeiten der Reformation, als Klöster, kirchliche Ländereien und anderer Besitz der Kirchen in Staatshand überging. Im Gegenzug übernahm die Obrigkeit die Bezahlung der Pfarrer und der Kirchenverwaltung. Zum Problem wurde das, als in der Weimarer Republik Staat und Kirche getrennt wurden.
Ein umfangreicher Prozess vor dem Staatsgerichtshof entschied 1932: Die sächsische Landeskirche habe zur Finanzierung ihres Personals ein Recht auf Zuschüsse in Höhe von vier Millionen Goldmark jährlich. »Diese Summe wurde betrachtet als eine Art Zins für ein nicht bis ins Einzelne berechnetes Kapital«, so der Freitaler Kirchenhistoriker Ralf Thomas. Das Recht der Kirchen auf Staatsleistungen wurde später im Grundgesetz und der in sächsischen Verfassung verankert.
»Doch in Zeiten von schmerzhaften Kürzungen ist es schwer zu verstehen, dass die Zuschüsse für Sachsens Kirchen 2011 um knapp zehn Prozent steigen sollen«, sagt Torsten Herbst, der Generalsekretär und parlamentarische Geschäftsführer der sächsischen FDP. Er weiß: Der Staats-Kirche-Vertrag ist nicht einseitig kündbar. Doch über die Höhe der Zahlungen will die FDP mit der Kirche verhandeln. Denn die steigen: Waren es 1993 noch umgerechnet 12,7 Millionen Euro, ist die Summe seitdem um 73 Prozent gewachsen. Denn die Staatsleistungen sind an die Beamtengehälter gekoppelt.
»Das ist nicht mehr vermittelbar«, sagt Annekathrin Giegengack, die kirchenpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Grüne im Landtag. Sie würdigt die Leistungen der Kirche in der Gesellschaft. »Als Christin möchte ich aber auch, dass meine Kirche glaubwürdig bleibt. Sie steht an der Spitze des Protestes gegen Sozialkürzungen. Da darf nicht der Mantel des Schweigens darüber gedeckt werden, dass sie wachsende Zuschüsse bekommt.«
Die Staatsregierung will nichts am bestehenden Vertrag mit den Kirchen ändern. »Sie geben der Gesellschaft mehr als sie finanziell erhalten«, so der CDU-Fraktionschef Steffen Flath.
Landesbischof Jochen Bohl will bei einem Treffen mit Landtagsabgeordneten am 2. November auch über die Staatsleistungen sprechen. Er bringt eine Lösung ins Gespräch, die bereits in Artikel 138 der Weimarer Verfassung festgeschrieben ist: Die Ablösung der jährlichen Zuschüsse durch eine Einmal-Zahlung des Staates.
Eine andere Möglichkeit nennen die Grünen: Die Staatsleistungen sollten sich künftig am Wert des enteigneten Kirchenbesitzes orientieren. Das Problem bei beiden Vorschlägen ist nur: Der genaue Umfang dieser Werte bleibt auch im Staat-Kirche-Vertrag von 1993 im Dunkeln. Er dürfte kaum genau zu bestimmen sein.
Andreas Roth
Ein europäischer Reformator
29. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
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Dieses Jahr steht innerhalb der bis 2017 dauernden Reformationsdekade ganz im Zeichen des Wirkens von Philipp Melanchthon.
Im 450. Todesjahr Philipp Melanchthons (1497–1560) wird auf Tagungen, in Vortragsveranstaltungen und Publikationen an den nach Martin Luther wichtigsten Vertreter der Wittenberger Theologie vielfach erinnert. Ihm verdanken die aus der lutherischen Reformation hervorgegangenen Kirchen mit der »Confessio Augustana« (1530) nicht nur ihren wichtigsten Bekenntnistext, sondern mit den »Loci Communes« (1521) die erste systematische Zusammenfassung reformatorischer Theologie überhaupt.
Dennoch ist Melanchthon, der seit seiner Berufung nach Wittenberg 1518 für Martin Luther ein verlässlicher Kollege und Freund war, als Reformator im allgemeinen Geschichtsbewusstsein eher wenig präsent. Dem feinsinnigen, hochgelehrten Melanchthon fehlte die Volkstümlichkeit Luthers, er galt zudem schon den Zeitgenossen als gesprächsbereit und konsensfähig über die sich öffnenden konfessionellen Gräben hinweg.
Durch Kirchenbann und Reichsacht ungehindert, suchte er auf Reichstagen und in Religionsgesprächen nach einem theologischen Ausgleich mit der altgläubigen und reformierten Seite. Seine Bereitschaft, im Interesse eines solchen Ausgleichs bis zum äußersten Punkt zu gehen, trug ihm damals und trägt ihm zum Teil noch heute den Vorwurf des Kompromisslertums und der Preisgabe der »reinen« lutherischen Lehre ein. Doch gab es für ihn einen unaufgebbaren Kern reformatorischer Theologie, den er gegen die römische Seite nicht weniger hart verteidigte als Luther selbst. Sein Verständnis für die schweizerisch-oberdeutsche Abendmahlslehre wuchs hingegen im Laufe seines Lebens. Dennoch taugt Melanchthon als Kronzeuge einer Konsensökumene heute nur bedingt.
Unter den Wittenberger Theologen fiel Melanchthon die Rolle eines Außenvertreters zu. Seine Dienste als Berater und Vermittler in theologischen und religionspolitischen Angelegenheiten waren gefragt über die Grenzen Sachsens und des Reiches hinaus. Diese Akzeptanz hatte mit Melanchthons persönlicher Integrität und mit seinem guten Ruf als Gelehrter viel zu tun. Unter den Humanisten Europas galt er als herausragender Vertreter der eigenen Zunft auch dort, wo man seine Theologie nicht guthieß. Seine gelehrten Schriften kursierten auch in Ländern, die sich der Reformation verschlossen.
In ganz anderer Weise als Martin Luther war Philipp Melanchthon ein europäischer Reformator. Auch wenn er den deutschen Sprachraum auf seinen Reisen niemals verließ, spiegelt sich die europäische Dimension seiner Wirksamkeit in seinem Korrespondentennetzwerk, das im Norden bis nach Dänemark und Südschweden, im Westen bis nach Frankreich und England, im Süden nach Ober- und Mittelitalien, im Nordosten bis nach Ostpreußen und in die baltischen Länder, im Südosten bis in das heutige Ungarn, Rumänien und in einem Fall nach Konstantinopel reichte. In Italien standen Melanchthons Schriften zwar auf dem Index, was ihrer Verbreitung aber nur geringen Abbruch tat; hier galt er einigen als größter Gelehrter Deutschlands.
In Frankreich war Melanchthon bekannter als Luther. Seine lateinische Grammatik erlebte in ihrem Pariser Nachdruck zwischen 1526 und 1532 fünf Auflagen. Auf sein Vermittlungsgeschick und seine Ausgleichsbereitschaft legte die französische Politik großen Wert. Ähnliches gilt für England, wo über 20 Werke Melanchthons in englischer Übersetzung im Umlauf waren. König Heinrich VIII. setzte auf Melanchthon als Vermittler, als er 1535/36 dem Schmalkaldischen Bündnis beitreten wollte.
Besonders intensiv waren Melanchthons Verbindungen zu den Ländern der dänischen Krone. In Island waren »Confessio Augustana« und »Loci Communes« verbreitet, seine lateinische Grammatik war Grundlage des Lateinunterrichts bis in das 18. Jahrhundert. Mit König Christian III. von Dänemark pflegte er einen intensiven Briefwechsel, sein Einfluss auf die reformatorische Entwicklung Dänemarks war erheblich. Ähnliches gilt für Preußen und die Umwandlung des ehemaligen Deutschordenslandes in ein weltliches Herzogtum mit lutherischer Konfession. In Westpreußen, Böhmen und Ungarn wirkte Melanchthon durch Schriften und Schüler. Nicht weniger als 442 Ungarn studierten bei ihm in Wittenberg und bekleideten nach ihrer Rückkehr wichtige Positionen in Kirche und Schule.
Als humanistischer Gelehrter, als Reformator von Kirche und Bildungswesen, als politischer Berater und Vermittler hinterließ Philipp Melanchthon bleibende Spuren auf der europäischen Bühne. Als europäischer Reformator darf er am heutigen Reformationstag durchaus an die Seite eines Martin Luther und eines Johannes Calvin gestellt werden.
Armin Kohnle ist Professor für Spätmittelalter und Reformation an der Theologischen Fakultät Leipzig.
Gut und Böse wachsen nebeneinander
22. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
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Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Römer 12, Vers 21
Mit Euch wollen wir nicht mehr zusammen Kirche sein!«, sagt eine lutherische Gemeinde in Lateinamerika zu den anderen Gemeinden der Kirche. Sie wollen nicht mehr zu dieser Kirche gehören, die ihnen zu ideologisch ist. Zu oft wurden sie böse behandelt. Dabei spiegeln sich in der Trennung die ungerechten gesellschaftlichen Verhältnisse wider. Wie kommt man da heraus?
Um zu verstehen hilft Kirchenvater Augustin (354–430). Er sagt: Zwei große Leidenschaften treiben privates und gesellschaftliches Leben der Menschen an – Liebe und Hass. Die Liebe sucht das Gute und lehrt, von sich abzusehen. Der Hass bringt das Böse hervor und führt zum Tod von Beziehungen und zu gewaltsamen Trennungen. Die Liebe ist das Fundament der Stadt Gottes, in der das Gute regiert. Der Hass die Stadt Satans, in der das Böse regiert. Beide Städte jedoch durchdringen sich. Das Gute und das Böse sind wie ein Weizenfeld, auf dem Weizen und Unkraut untrennbar miteinander wachsen.
Gott sei Dank, sind wir nie absolut böse. Wir haben immer die Chance, uns neu auf das Gute zu besinnen, das auch in uns versteckt ist. Das Gute hilft, Trennungen zu überwinden. Im Gebet, das Jesus lehrte, heißt es in der 7. Bitte: Erlöse uns von dem Bösen. Das heißt, dass wir allein es nicht können, sondern angewiesen sind auf IHN, der allein gut ist. Er will uns Kraft geben, allen trennenden und zerstörerischen Kräften standzuhalten, der Hoffnungslosigkeit entgegenzuwirken, von der Gleichgültigkeit befreit zu werden, damit wir endlich zu leben beginnen, wie ER es meint.
Jesus hat vorgelebt, wie das geht. Schauen wir auf ihn, um zu lernen, das Böse mit Gutem zu überwinden. Lassen wir uns von ihm anstecken, um Trennungen zu überwinden.
Enno Haaks
Pfarrer Enno Haaks ist Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werkes in Leipzig.
In guter Verfassung?
22. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
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Vor 20 Jahren wurde die sächsische Verfassung aus dem Geist der Friedlichen Revolution geboren und das bundesdeutsche Grundgesetz ist 61 Jahre alt. Doch sind sie noch zeitgemäß? Der Ruf nach direkten Volksabstimmungen wird gegenwärtig lauter. Von den Parteien fühlen sich immer weniger Bürger vertreten. Das zeigt die stetig sinkende Wahlbeteiligung ebenso wie der Protest in Stuttgart, die Debatte um die Thesen Thilo Sarrazins ebenso wie der Streit um die Dresdner Waldschlößchenbrücke.
In welcher Verfassung ist unsere Verfassung? In einer guten, trotz allem. Sicher, man wird dringend darüber reden müssen, wie die Möglichkeiten einer direkten Demokratie ausgeweitet werden können – zumal in Sachsen, wo die Hürden dafür besonders hoch sind. Über zehn Prozent der Wahlberechtigten müssen im Freistaat ein Volksbegehren mindestens unterstützen, in den meisten Kommunen sind es 15 Prozent.
Dabei geht es jedoch meist um punktuelle, emotional bewegende oder regional umgrenzte Probleme. Politik aber besteht in der Regel aus reichlich unübersichtlichen Themen. Der Beifall der oft schwankenden und aufgeheizten Öffentlichkeit zeigt da nicht automatisch den Weg zu einer Lösung, die langfristig tragfähig ist.
Der Grund für den Vertrauensschwund in die Parteiendemokratie liegt woanders: Vermisst werden Politiker, die Bürger mit klarer Sprache, Begeisterung und offenem Ohr zum Mitentscheiden einladen. Auf Augenhöhe. Vermisst werden aber auch Bürger, die nicht nur am politischen Spektakel interessiert sind. Sondern die sich von komplexen Problemen nicht abschrecken lassen, sich informieren, mitdenken – und mitentscheiden. Nur so lebt Demokratie. Übrigens auch in der Kirche.
Andreas Roth
Sachsens Geburtsurkunde
21. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
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Steffen Heitmann (CDU) gehört zu den Vätern der sächsischen Verfassung. Der Kirchenjurist war Berater der Dresdner »Gruppe der 20« und wurde später Sachsens Innenminister. Foto: Steffen Giersch
Im Geist des Umbruchs: Vor 20 Jahren legte eine Arbeitsgruppe eine neue sächsische Verfassung vor – den »Gohrischer Entwurf«.
Hier also erholten sie sich, die obersten SED- und Staatsfunktionäre der DDR. Noch heute erinnert sich Steffen Heitmann an dieses seltsame Gefühl, als er im April 1990 das Gelände des »Hotel Gohrischer Hof« in der Sächsischen Schweiz betrat. Mit diesem unverfänglichen Namen hatte sich kurz zuvor das Ferien- und Gästehaus der DDR-Regierung geschmückt.
Der Ort machte die Zeitenwende deutlich: Jene, die nun hier in Klausur gingen, hatten zuvor mit für den Sturz der einstigen Stammgäste gesorgt. Außer Steffen Heitmann, später CDU-Justizminister Sachsens, damals noch parteilos, waren dies Martin Böttger vom Neuen Forum, Bernd Kunzmann und Michael Lersow (SPD), Volker Schimpff und Arnold Vaatz (CDU). Dazu Juristen aus Sachsen und Baden-Württemberg als Berater.
Sieben Monate später hatte die Arbeitsgruppe ihr Ziel erreicht: Ende Oktober 1990, als sich der Sächsische Landtag in der Dresdner Dreikönigskirche konstituierte, legte sie eine neue sächsische Verfassung mit 141 Artikeln vor – den »Gohrischer Entwurf«.
Begonnen hatte es für Steffen Heitmann am 9. Oktober 1989, einen Tag nach Gründung der »Gruppe der 20« in Dresden: mit einem Anruf des Dresdner Superintendenten Christof Ziemer. Sie brauchten einen in Rechtsfragen versierten Berater, der nicht Teil des juristischen Machtapparates war. Heitmann arbeitete als Kirchenjurist in der Dresdner Kirchenamtsratsstelle. Von der zweiten Sitzung der »Gruppe der 20« an war er dabei.
Früh schon sei in einer juristischen Arbeitsgruppe »eine Menge Sachverstand außerhalb der etablierten Eliten« einbezogen worden, sagt Heitmann. Deshalb sieht er eine in Ostdeutschland einmalige »direkte Linie« von der Revolution bis zur Verfassung des Freistaates. Der konstruktive Wille der Akteure habe dies ermöglicht: »Es war eine Revolution, die bestehende Machtstrukturen einriss, aber nie aus den Augen verlor, parallel dazu die Grundlagen neuer, demokratischer Machtstrukturen zu erarbeiten.«
Die Zeit drängte. Anfang 1990 versuchten die alten Funktionäre in den Räten der Bezirke, die Wiedererrichtung des Landes Sachsen in Eigenregie umzusetzen. Arnold Vaatz habe am deutlichsten erkannt, dass die Bürgerbewegung dieses Thema nicht den alten Eliten überlassen durfte. In Windeseile schrieb er einen ersten Verfassungsentwurf. Wenngleich nicht ausgereift, wie Heitmann urteilte – die Initiative war zurückerobert. Dass sie öffentliche Legitimität erhielt, sei der Unterstützung durch das basisdemokratische »Sächsische Forum« zu danken, sagt Heitmann. Leiter dieser Nachfolgeeinrichtung der »Runden Tische« war der Katholik Erich Iltgen, später erster Präsident des neuen Landtags.
Wichtige Vorarbeit hatte jedoch bereits die Ökumenische Versammlung von 1988/89 in der DDR geleistet. Kein Zufall also, wenn sich ihre zentralen Forderungen in der Präambel der Verfassung wiederfinden: »… von dem Willen geleitet, der Gerechtigkeit, dem Frieden und der Bewahrung der Schöpfung zu dienen«, heißt es da.
Artikel 101 nennt als Ziele der Erziehung unter anderem: Ehrfurcht vor allem Lebendigen, Nächstenliebe, Frieden, Erhaltung der Umwelt, Gerechtigkeit. Den Kirchen und Religionsgemeinschaften räumt der Text weitgehende Rechte ein.
»So hat die Verfassung unserer Kirche einen Rock geschneidert, in den sie aber nicht mehr ganz hineinpasst«, sagt Heitmann. Die schwindende Zahl ihrer Mitglieder könnte die Regelungen aushöhlen: »Wenn sie mangels Masse nicht mehr mit Leben zu füllen sind, fallen sie in sich zusammen.« Grundsätzlich jedoch sieht er die Verfassung, 1992 mit Vierfünftel-Mehrheit verabschiedet, weitsichtig formuliert. »Zwingender Änderungsbedarf hat sich bis heute nicht ergeben.«
Tomas Gärtner
Ein Ökumenischer Gottesdienst zum 20-jährigen Bestehen des Sächsischen Landtages findet am 27. Oktober, 8.30 Uhr, in der Dresdner Kreuzkirche statt.
Die sächsische Verfassung im Internet: www.2010.slpb.de/fileadmin/daten/dokumente/SaechsVerfassung.pdf
Hilfreicher Rat für alle Lebenslagen
17. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
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Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.
Micha 6, Vers 8
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Gottes Wille ist? Der Prophet Micha schreibt es eindeutig und vor allem kurz und prägnant: Gottes Wort halten, Liebe üben, demütig sein.
Auf den ersten Blick sieht das gar nicht so schwer aus: Als Christen halten wir uns doch an Gottes Gebote; wir töten nicht und stehlen nicht. Auch bei der Liebe und der Demut geben wir uns große Mühe. Doch im Wochenspruch steht nicht: Versucht, Gottes Wort zu halten, Liebe zu üben, demütig zu sein. Sondern es ist eine klare Forderung, die nach Umsetzung verlangt. So wird aus dem ermutigenden Spruch für die kommende Woche ein belastender Anforderungskatalog. Es klingt dann fast so, als ob der Mensch alle biblischen Gebote halten, jeden Menschen lieben und sich ganz klein machen müsste, um vor Gott bestehen zu können.
Doch hier geht es nicht um das ewige, sondern um das irdische Leben. Darum ist der Wochenspruch kein Kriterienkatalog für Seligkeit, sondern ein hilfreicher Rat. Ich möchte in jeder Situation und bei allen Entscheidungen fragen:
- Entspricht dies dem Wort Gottes?
- Ist mein Handeln von Liebe geprägt?
- Stehe ich dabei demütig vor Gott?
- Lebe ich so, wie es der Beziehung zu Gott entspricht?
Diese Anfragen fordern heraus – denn sie hinterfragen ja das gesamte Leben. Aber ich bin davon überzeugt, dass es Segen bringt, jede kleine und große Entscheidung an dem auszurichten, »was der Herr von dir fordert: Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.«
Lothar Gulbins
Jeden Tag eine gute Tat
15. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Zwischen Leipzig und Leisnig
Theresa Voigt aus Mittweida will ihre Mitwelt erfreuen – und berichtet davon im Internet

Nicht für sich, sondern für andere hat sich Theresa Voigt am Jahresanfang Vorhaben, die Freude machen, ausgedacht. (Foto: Wiegand Sturm)
Fünf Kilo abnehmen, mit dem Rauchen aufhören oder endlich weniger arbeiten. Das sind so die typischen Vorsätze, die den Jahresanfang prägen. Die meisten dieser Vorhaben zielen darauf ab, die eigene Lebensqualität zu steigern. Immer nur das eigene Ego im Blick haben – das kann’s nicht sein, hatte sich Theresa Voigt aus Mittweida gedacht und sich deshalb für 2010 vorgenommen, jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen.
»Ich will dabei einfach Dinge tun, von denen in erster Linie andere profitieren und nicht ich selbst«, beschreibt die 24-jährige Christin ihr Anliegen. Und so hat sie sich in den vergangenen Monaten jeden Tag etwas Neues einfallen lassen, um ihre Mitmenschen zu überraschen: indem sie spontan jemanden einlädt, sich freiwillig für eine ungeliebte Aufgabe meldet oder großzügig ist, auch wenn es ihr schwer fällt.
Manche dieser guten Taten kommen ganz kurzfristig zustande: Beispielsweise hat Theresa spontan Eis gekauft und an die neuen Nachbarn verschenkt, als die bei hochsommerlichen Temperaturen einzogen. Manche der guten Taten sind ein Leichtes – zum Beispiel hat Theresa in eine Umkleidekabine einen Klebezettel mit der Nachricht »Du bist schön« geklebt – einfach nur, um einen Menschen zum Lächeln zu bringen.
Viele der guten Taten machen sie selber froh. Deshalb ist es ihr wichtig, auch immer wieder Ideen umzusetzen, bei denen sie über ihren eigenen Schatten springen muss: »Einmal habe ich nach einer Auseinandersetzung beschlossen, mich bei einer Freundin zu entschuldigen – obwohl ich das Gefühl hatte, dass sie den größeren Fehler gemacht hat.«
Um andere zu ermutigen, ebenso den Nächsten in den Blick zu nehmen, berichtet Theresa im Internet auf unterhaltsame Weise von ihren täglichen Erlebnissen. Auch die negativen Erfahrungen spart sie dabei nicht aus: So hat sie einmal als Dank für freundliche Beratung spontan eine Bodylotion geschenkt – die Beschenkte war so irritiert, dass Theresa mit einem komischen Gefühl zurückblieb.
Doch die guten Erfahrungen überwiegen. Trotzdem wird Theresa erleichtert sein, wenn der 31. Dezember das Jahr beschließt. »Jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, ist ganz schön anstrengend«, gesteht die gelernte Logopädin. Und sie schätzt die Erfahrungen, die sie mit ihrem Jahresprojekt gemacht hat: »Ich glaube, ich bin dadurch etwas großzügiger und offener geworden, und vor allem hat sich mein Blickwinkel geweitet – das möchte ich gerne beibehalten.«
Esther Dutschke
Barrieren im Kopf
15. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Titelseite
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Stufen, Treppen und Türen sind für Rollstuhlfahrer hohe Hürden. Auch in sächsischen Kirchen. Doch es gibt Ausnahmen.

Bis zur Kirchentür kommt Sven Starzan im Rollstuhl allein, dann ist die Barrierefreiheit der neu gebauten Kirche Leipzig-Thonberg zu Ende – die Tür ist für ihn zu schwer. (Foto: Uwe Winkler)
Der »Treff der Guten Nachricht« wurde von Pfarrer Thomas Günzel vom Berufsbildungswerk Leipzig initiiert. Dort treffen sich junge Menschen mit und ohne Behinderung, um gemeinsam zu singen, zu reden und in einer Andacht christliche Themen zu bedenken.
Die Erlöserkirche wurde 2006 geweiht. Von Anfang an sollte sie barrierefrei werden, »schließlich sind alle zur Kirche eingeladen«, erklärt Pfarrerin Monika Helms. Trotzdem kommen nur wenige Menschen, die alt sind oder mit einer Einschränkung leben müssen, zum Gottesdienst. Denn dem modernen Bau fehle etwas Sakrales, sagen viele. Für die Bewohner des 400 Meter entfernten städtischen Altenheims »ist es sehr bequem, dort zu bleiben«, denn auch da gebe es regelmäßig Gottesdienste, berichtet Monika Helms.
Behindertengerechte Kirchen gibt es in Sachsen wenige. Das liegt vor allem an ihrem Alter. 90 Prozent der mehr als 1700 Kirchen und Kapellen in Sachsen stehen unter Denkmalschutz. Ein Umbau wird durch das Abwägen der Interessen des Denkmalschutzes mit den Anliegen der Nutzer und durch hohe DIN-Vorschriften aufwändig und teuer. Rollstuhlfahrer kommen daher oft nur mit Hilfe zum Gottesdienst – durch eine mobile Rampe oder durch andere Gottesdienstbesucher, die den Rollstuhl tragen.
Wie Matthias Oelke, Pressesprecher des Landeskirchenamts, erklärt, gibt es keine Bauvorschriften zur Barrierefreiheit. Aber bei Um- und Neubauten werde selbstverständlich darüber nachgedacht.
»Es gibt zwar keine schriftlichen Richtlinien, aber Empfehlungen bei der Beratung der Baupfleger in den Regionalkirchenämtern«, bestätigt Roy Kreß, Baupfleger des Regionalkirchenamts in Leipzig.
Ein positives Beispiel ist die Chemnitzer Markuskirche. Sie wurde 2000 nach fast zehnjähriger Sanierung wieder eröffnet. Beim Umbau wurde neben der baulichen Erhaltung auch auf vielfältige Nutzungsmöglichkeiten geachtet und ein barrierefreier Eingang eingeplant – dieser befindet sich jedoch an der Hinterseite der Kirche und trennt somit die Gottesdienstbesucher. Doch an den Gottesdiensten, Konzerte, Versammlungen und Feiern in dem mulitfunktionalen Gebäude könnten Rollstuhlfahrer nun problemlos teilnehmen, berichtet Pfarrer Tilo Jantz.
Das Problem seien jedoch nicht nur Treppen, hohe Schwellen und enge Türen, sondern die »Barrieren im Kopf«, sind sich alle Teilnehmer beim »Treff der Guten Nachricht« in der Leipziger Erlöserkirche einig. Um die Unsicherheit beim Umgang mit behinderten Menschen abzubauen, bietet der sächsische Behindertendienst der Jungen Gemeinden Seminare und Freizeiten an, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung einander begegnen. Dann gibt es beispielsweise einen Hindernisparcours, bei dem Rampen, Schwellen und Türen im Rollstuhl überwunden werden müssen. So werden Berührungsängste ab- und neue Freundschaften aufgebaut.
»Jeder, der über Barrierefreiheit nachdenkt, sollte sich einfach mal in einen Rollstuhl setzen und die Herausforderungen des Alltags erleben« sagt Thomas Jäger, der beim Behindertendienst der Jungen Gemeinden seinen Zivildienst absolvierte. Dann würden für Sven Starzan in seinem Rollstuhl auch schwere Türen durch einen elektrischen Öffner zu überwindbaren Barrieren werden.
Lothar Gulbins
Gemeinde auf Zeit
14. Oktober 2010 von Redaktion DER SONNTAG
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Studentengemeinden: In Sachsen gibt es sieben evangelische Hochschulgemeinden
In den evangelischen Studentengemeinden sind Aktivität und Selbständigkeit gefragt.

Welche Themen in den Studentengemeinden besprochen werden, das entscheiden die Beteiligten selbst. Hier berät der Gemeinderat der Evangelischen Studentengemeinde Leipzig über das neue Semesterprogramm. (Foto: Uwe Winkler)
Durchgangsstation für jedes Mitglied und damit Gemeinde in ständiger Veränderung zu sein – das ist kennzeichnendes Merkmal aller sieben Studentengemeinden in der sächsischen Landeskirche. Je kleiner sie sind, desto schwieriger wird es mit der dennoch nötigen Gemeinschaft. In Mittweida vor allem, seit sich mit der Umstellung auf Bachelor und Master die Studienzeit von vier auf drei Jahre verkürzt hat. »Die Fluktuation ist beträchtlich«, sagt Thomas Alberti.
Da haben es die Gemeinden an den großen Universitäten in Dresden, Leipzig und Chemnitz besser. Hier bilden sich aktive Kerne. Aktivität und Selbständigkeit – stärker ausgeprägt als in mancher Ortsgemeinde – kennzeichnen alle Studentengemeinden. Dass die Studenten die Inhalte bestimmen, ist die Regel. So kommt neben der obligatorischen Beschäftigung mit der Bibel ein breites Themenspektrum zustande. Es reicht von Wurzeln des Protestantismus (Dresden) über Wendezeit in der Region (Zittau), Gewalt (Chemnitz), Kommunikation (Freiberg), Heilige (Mittweida), christliche Geschichte der Stadt (Zwickau) bis zur eingehenden Beschäftigung mit Platon beim »Philosophischen Sabbat« in Leipzig. Das Gespräch mit gemeinsamem Essen zu verbinden – diese Form von Gemeinschaft pflegen sie alle.
An den technisch ausgerichteten Hochschulen sorgen sie für eine wichtige inhaltliche Ergänzung. »An unserer Uni gibt es ein geisteswissenschaftliches Vakuum«, konstatiert der Freiberger Studentenpfarrer Lüder Laskowski. »Themen wie Ethik oder Verantwortung, die im Studienprogramm fehlen, kommen bei uns zur Sprache.« Viele schätzten diese Abwechslung vom Studienalltag, sagt Marcus Beyrich aus Zittau. »Bei uns können sie ihren Horizont erweitern.«
Je größer die Studentengemeinden sind, desto mehr Kreise bilden sich in ihnen, in denen sich Studenten mit ähnlichen Interessen zusammenfinden. So werden sie zum »Ort für eigenes Engagement, zum Gestaltungsraum«, wie Christoph Weber, Studentenpfarrer in Chemnitz, sagt.
Kennzeichen aller Studentengemeinden ist ihre Offenheit. Was der Zwickauer Studentenpfarrer Frank Manneschmidt sagt, gilt auch für andere: »Wir sind offen für Christen aller Konfessionen – Volkskirchler und Freikirchler – und für jeden, der auf der Suche ist oder einfach mit dabei sein möchte und dem Glauben grundsätzlich offen gegenübersteht; also auch für Nichtchristen.«
In den größeren Studentengemeinden besteht die Kunst für den Studentenpfarrer dann darin, unterschiedliche Glaubenspraktiken so unter einen Hut zu bringen, dass sich niemand an den Rand gedrängt fühlt. »Bei uns sind Studenten aus ganz Deutschland«, berichtet Anne Evers von der ESG Dresden. »Da gibt es verschiedene Gruppen. Die muss der Studentenpfarrer moderieren, so, dass jede Gruppe genügend Raum zur Entfaltung bekommt, es aber eins bleibt.« Tilmann Popp, der gerade seinen Dienst als neuer Studentenpfarrer in Dresden angetreten hat, besitze die besten Voraussetzungen, um auf Menschen zuzugehen, meint sie. »Er wirkt offen und humorvoll.«
Studentenpfarrer Frank Martin sieht in der Leipziger ESG alle Frömmigkeitsformen vertreten, obwohl sie eher eine »liberale Gemeinde mit starker Weltzugewandheit« sei.
Was alle Studentengemeinden eint, ist praktizierte Ökumene. Das reicht von gemeinsamen Abenden mit der Katholischen Studentengemeinde (KSG) bis zur Vereinigung. Die Zittauer etwa nennt sich Ökumenische Studentengemeinde. In Zwickau haben sich 2008 ESG und KSG zur Zwickauer Studentengemeinde (ZSG) zusammengeschlossen.
Tomas Gärtner
Sachsens evangelische Hochschulgemeinden
Studentengemeinde Chemnitz
Theaterstraße 25, 09111 Chemnitz, Telefon (03 71) 6 66 08 93,
Pfarrer: Christoph Weber.
Studentengemeinde Dresden
Liebigstraße 30, 01187 Dresden, Telefon (03 51) 4 69 24 78,
Pfarrer: Tilmann Popp.
Studentengemeinde Freiberg
Pfarrgasse 36, 09599 Freiberg,
Pfarrer: Lüder Laskowski, Hauptstraße 50, 09603 Großschirma, Telefon (03 73 28) 75 37
Studentengemeinde Leipzig
Alfred-Kästner-Straße 11, 04275 Leipzig, Telefon (03 41) 3 91 36 20,
Pfarrer: Frank Martin.
Hochschule Mittweida (FH)
Technikumplatz 17, 09648 Mittweida,
Pfarrer: Thomas Alberti, Hauptstraße 131, 09249 Taura, Telefon (0 37 24) 33 57
Zittauer Studentengemeinde
c/o Pfarrerin Katharina Köhler, Pfarrstraße 5, 02736 Zittau, Telefon (0 35 83) 51 72 17
Zwickauer Studentengemeinde
c/o Pfarrer Frank Manneschmidt, Leipziger Straße 51, 08058 Zwickau, Telefon (0375) 215005
Stand: Oktober 2010
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