»Wir nehmen die Not Homosexueller wahr«
16. Dezember 2011 von DER SONNTAG
Abgelegt unter Sachsen, Zwischen Leipzig und Leisnig
Pfarrer der Kirchenbezirke Leipzig und Leipziger Land sind für Segnung und Anerkennung homosexueller Paare

Die Superintendenten Martin Henker (l.) und Matthias Weismann (r.).
In der Diskussion um die Gleichstellung homosexueller Pfarrer gehen nun auch die Anhänger einer Öffnung der Landeskirche in die Offensive. In einer öffentlichen Erklärung haben 53 Pfarrer aus ganz Sachsen sowie weitere kirchliche Mitarbeiter und Gemeindeglieder die bisherige Praxis der Landeskirche heftig kritisiert. »Wir nehmen eine offenkundige Not homosexueller Männer und Frauen wahr, denen als Christen vorgeworfen wird, Gottes Wahrheit vorsätzlich zu ignorieren«, heißt es in der Erklärung.
Die Diskriminierung Homosexueller wird darin auch als Schuld der Kirche angesehen. »Homosexuelle Menschen haben ihre Orientierung nicht selbst gewählt, sondern sind von Gott als schwul oder lesbisch geschaffen worden.« Deshalb plädieren die Unterzeichner – unter ihnen der Bornaer Superintendent Matthias Weismann und sein Leipziger Amtsbruder Martin Henker – für eine Zulassung homosexueller Partnerschaften in Pfarrhäusern. Auch die Segnung homosexueller Paare soll erlaubt werden.
Das Schreiben wurde auf einem Studientag der Pfarrer des Kirchenbezirks Leipziger Land verfasst. Auf dessen Internetseite wird dazu eingeladen, sich anzuschließen oder seine Meinung zu äußern.
Die Ephoralkonferenz des Kirchenbezirks Leipzig diskutierte am 7. Dezember ebenfalls über die Segnung homosexueller Partnerschaften. Eine Arbeitsgruppe Leipziger Theologen stellte dabei einen Vorschlag zu Richtlinien für einen Gottesdienst zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare vor.
»Ob dem Begehren nach einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare entsprochen werden kann, obliegt dem Gewissen und der seelsorgerlichen Verantwortung der Pfarrerinnen und Pfarrer, die darum gebeten werden«, heißt es in dem Entwurf. »Jede und jeder ist in dieser Entscheidung frei.«
Voraussetzung für eine Segnung soll eine standesamtlich eingetragene Lebenspartnerschaft sein. Bisher soll es nach einem Beschluss der sächsischen Kirchenleitung keine Gottesdienste zur Segnung homosexueller Partnerschaften in der Landeskirche geben.
Der Entwurf aus dem Kirchenbezirk Leipzig sieht dagegen ausdrücklich eine öffentliche und »gemeindebezogene« Segnung im Rahmen eines Gottesdienstes vor. »Der jeweilige Kirchenvorstand muss sein grundsätzliches Einverständnis mit der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare erklärt haben«, heißt es in dem Papier. »Kann und will ein Pfarrer aus theologischen, aus Gewissensgründen oder wegen der Ablehnung durch den Kirchenvorstand die begehrte Segenshandlung nicht vollziehen, kann der Superintendent das Paar an einen Pfarrer oder eine Pfarrerin vermitteln, von denen er weiß, dass es in deren Gemeinde möglich ist.«
Der Leipziger Superintendent Martin Henker blickt nun voraus auf die Sitzung der Kirchenleitung am 20. Januar, die dann den Umgang mit homosexuellen Partnerschaften in der Landeskirche neu diskutiert. »Das Papier wurde der Kirchenleitung weitergegeben, um in die anstehenden Beratungen einbezogen zu werden«, so Henker. (so)
Der offene Brief der Pfarrer im Internet hier
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Mittlerweile haben 11 Landeskirchen in der EKD durch ihre Synoden öffentliche Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt.
Des Weiteren haben fast alle Landeskirchen in der EKD das neue einheitliche Pfarrdienstrecht der EKD inklusive § 39 und Begründungsteil angenommen; mit dieser Annahme durch die Synoden bezüglich der Begründungserwägungen zu § 39 Pfarrdienstrecht dürfen verpartnerte homosexuelle Pfarrer im Pfarrhaus leben und tätig sein und das ist gut so, würde der SPD-Bügermeister Wowereit in Berlin hierzu erklären.
Es ist an der Zeit, das auch die Landeskirche Sachsen die kirchliche Anerkennung homosexueller Paare, die zum Standesamt gehen, vollzieht. Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung befürwortet dies, wie verschiedenen Umfragen der Vergangenheit gezeigt haben.
Auch viele andere christliche Kirchen gehen diesen theologischen Weg, wie beispielsweise die lutherischen Kirchen in Skandinavien und Island, die anglikanischen Kirchen in Kanada, England und Vereinigten Staaten, verschiedene reformierte Kantonskirchen in der Schweiz, die Protestantische Kirche der Niederlande, die Quäker, die altkatholische Kirche oder auch die Unierten Kirchen in den Vereinigten Staaten und in Australien.
Die Landeskirche in Sachsen sollte diesen Schritt nunmehr umsetzen, wie es bereits viele andere Landeskirche in der EKD auch geschafft haben.
Der altmodische Paulus passt einfach nicht mehr in unsere Kirche. Das ist wissenschftlich bewiesen. Ich bin für eine Tilgung der entsprechenden Stellen aus der Bibel. Vielleicht können die obengenannten Superintendenten die Stellen auch neu schreiben. Alles schön zeitgemäß.
Gut dass es bibeltreue Freikirchen gibt.
Wann hören die GegnerInnen von Homosexualität endlich auf, den BefürworterInnen mangelnde Bibelkenntnis vorzuwerfen?!?
Zumindest ist es doch bezeichnend, dass in dem offenen Brief nicht ein einziger biblischer Bezug zu finden ist.
Der Behauptung, Gott habe Menschen mit einer homosexuellen Neigung geschaffen, will, ja muss ich widersprechen. Nicht viele werden sich intensiver mit den Ursachen der Homosexualität bei Menschen auseinandergesetzt haben. Fest steht, dass die These von einer angeborenen Homosexualität wissenschaftlich weit davon entfernt ist, bewiesen zu sein. Vieles deutet vielmehr darauf hin, dass homosexuelle Gefühle erworben worden sind. 1973 wurde Homosexualität zwar durch die American Psychological Association (APA) aus dem Kanon der psychischen Störungen gestrichen, doch nicht aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern durch den massiven Druck von Homosexuellen-Verbänden. Die Entscheidung erklärt sich aus den gesellschaftlichen Entwicklungen dieser Zeit und war wie ein Dammbruch. Mittlerweile kann keine Rede mehr davon sein, dass homosexuell geprägte Menschen diskriminiert werden. Diskriminiert werden hingegen Menschen, die der Anerkennung homosexueller Lebensweise und einer Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe kritisch gegenüberstehen, Möglichkeiten einer Veränderung bejahen und psychotherapeutisch anbieten. In der öffentlich geführten Diskussion erscheint die Bewertung der Homosexualität mittlerweile auch wie eine „Weltanschauung“. Nicht die Fakten und wissenschaftliche Untersuchungen sind mehr maßgebend, sondern das Postulat. Auf einer ähnlichen Ebene erlebe ich die Diskussion in der Frage der theologischen Bewertung der Homosexualität in Bezug auf das biblische Zeugnis!
In der Erklärung wird die offenkundige Not homosexueller Männer und Frauen wahrgenommen. Es ist irreführend, die Not von Menschen auf ihre sexuellen Neigungen und das Ausleben dieser Neigungen zu reduzieren. Die Not beginnt für mich bei der Sehnsucht von Menschen, daß Männer sich zu Männern und Frauen zu Frauen hingezogen fühlen. Hier muß es um die Ursachen dieser Hingezogenheit gehen, in der die Kompetenz der Psychologie und Seelsorge in gleichem Maße gefragt sind. Das Postulat, von Gott so geschaffen worden zu sein, ist nicht hilfreich und verhindert auch Wege, eine Lebensveränderung zu suchen und zu erfahren.
Die biblischen Aussagen zur praktizierten Homosexualität lassen sich meiner Meinung nach nicht uminterpretieren und durch Postulate außer Kraft setzen. In der Begleitung von homosexuell empfindenden Menschen bleibt die Spannung zwischen Wertschätzung und Annahme der Menschen und den Grenzen, die uns die biblischen Maßstäbe für unsere Sexualität setzen. Auch aus eigener Not heraus wissen wir, wie anstößig und fremd diese gesetzten Grenzen in einer Gesellschaft sind, in der auch der außereheliche Verkehr und der Ehebruch kaum noch kritisch hinterfragt werden.
Die besondere Bewertung der Lebensführung kirchlicher Mitarbeiter entspringt ihrer besonderen Verantwortung in ihrem Zeugendienst. Die neutestamentlichen Aussagen über die Ehe und Lebensführung der geistlichen Leiter sollen eine entsprechende Ausformung z.B. im Pfarrdienstrecht finden. Folgerichtig ist auch die Aufgabe, in einem atheistisch geprägten Staat mit einer teilweise antichristlichen Geisteshaltung Menschen, insbesondere Kindern und Jugendlichen, eine umfassende Orientierung zu vermitteln und vorzuleben.
Die Zielsetzung der Verfasser und Unterzeichner der Initiative bedeutet für mich eine Loslösung vom biblischen Zeugnis und ein Aufgeben, unserer Gesellschaft ein notwendiges Gegenüber zu sein. Pfarrer Gilbert Peikert, Seelitz
Wir können uns das christliche Fundament nicht zurechtzimmern, wie es uns und dem Zeitgeist gerade gefällt. Damit wird christlicher Glaube beliebig. Als evangelischer Christ sehnt man sich nach einer Autorität wie Benedikt XVI. Gott liebt den Sünder, aber nicht die Sünde, also den homosexuellen Menschen, aber die die Ausübung der Homosexualität, und das steht im Ermessen des Einzelnen, und ich kenne hierzu positive Beispiele mir sehr nahestehender Menschen.
Vielleicht sollten sich auch die Christen in Sachsen mal deutlich machen, dass die Bibel nicht vom Himmel gefallen ist. Was Reimarus schon wusste, sollte doch hier nicht verleugnet werden!
Homosexualität ist eine sittliche Abirrung der Menschen infolge ihres Gottesverlustes, so unser Kirchenvater Martin Luther.
Die EKD hat 1996 noch festgestellt, dass “Homosexualität im Zeugnis der Schrift nicht positiv im Bezug auf Gottes Willen vorkommt,…”. Einige Jahre später ist aus negativ plötzlich positiv geworden.
Gott aber ist ewig, sein Wort gilt für alle Zeit. Und Gott lässt sich nicht vonb uns Menschen mit unseren sich nach dem jeweiligen Zeitgeist richtenden Meinungen reinreden.
Gott liebt jeden Menschen, auch jeden Homosexuellen unbeschreiblich sehr. Aber, er wird niemals Sünde nicht mehr Sünde nennen. Denn Jesus hat für jede einzelne Sünde unsagbare Qualen erlitten. Wir haben kein Recht, dies zu relativieren. Auch Pfarrer oder Superintendenten oder Bischöfe haben kein Recht dazu. Und sie sollten sich bewusst machen, dass sie mit diesen Forderungen viele Christen in schlimme geistliche Nöte bringen. Ich liebe meine Kirche, weil ich hier Jesus gefunden habe. Und ich habe von meinem damaligen Jugendwart gelernt, dass die Bibel die einzige Autorität und Richtschnur ist. Aber einer Kirche, die offen Sünde gut nennt, werde ich wohl den Rücken kehren müssen.
Es stimmt auch nicht, dass dies keine Bekenntnisfrage ist. Es ist für viele Christen sehr wohl eine Bekenntnisfrage. Diese Bestrebungen treffen das Herz unserer Kirche.
Herr, erbarme Dich! Beten wir um Gottes Geist!
Ich kann Michael nur zustimmen, er spricht mir aus dem Herzen. Jahreslang haben wir in der DDR standgehalten, sind über unseren naiven Glauben und über unsere Überzeugung, dass das Wort Gottes die oberste Autorität ist, verlacht worden. Jetzt kommen ähnliche Angriffe, nur aus der Mitte der Kirche.
Gut, dass ich in meiner Gemeinde einen bibeltreuen Pfarrer habe.
Ich werde meine Unterschrift in jedem Fall hier setzen:
http://www.kirche-markersbach.de
(Lesermeinung zur Online-Meldung “Der Sonntag”,
»Wir nehmen die Not Homosexueller wahr«)
Immer wieder findet man bei solchen Diskussionen die
gleichen “wissenschaftlichen” Argumente, die z.B. von DIJG/OJC
(Frau Dr. Vonholt) verbreitet werden, hier z.B. vorgebracht von
Pfr. Gilbert Peikert. Danach wurde
Homosexualitaet vom einschlaegigen wissenschaftlichen
Fachverband (APA) in den USA aus der Liste der psychischen
Störungen gestrichen. Richtig, auch die Jahreszahl (1973)
stimmt. Angeblich soll dies “durch den massiven Druck von
Homosexuellen-Verbänden” geschehen sein. Und wie war es mit der
ausdruecklichen Bekraeftigung dieser Entscheidung 2000 und 2009?
Es laesst sich nun mal nicht leugnen: Innerhalb der Fachwelt
sind die Leute, die Homosexualitaet fuer
therapiebeduerftig halten (Nicolosi, Van den Aardweg usw.)
eine kleine Minderheit. Es gibt natuerlich auch heute noch
Menschen, die die Erde fuer eine Scheibe halten – aber kann
man da von “Wissenschaft” reden? Es wird von “Wege[n], eine
Lebensveränderung zu suchen und zu erfahren” gesprochen:
Auch nach den eigenen Zahlen, an 98 von Exodus ausgewaehlten
Personen gewonnen (Jones/Yarhouse-Studie), sind es nicht mehr
als 9-10 Personen, die sich mit “Success: Conversion”
bezeichnen. Wer kuemmert sich um die anderen? Aus dem
deutschsprachigen Raum sind mir gerade mal
5 “Vorzeige-Geaenderte” namentlich bekannt; und alle sind
sie selbst in der Ex-Gay-Beratung taetig. Ich weiss, dass zu
Beginn einer solchen Beratung viele, aus einer entsprechenden
Umgebung kommend, tatsaechlich von ihrer Homosexualitaet
loskommen wollen – aber wie sieht es nach ein paar Jahren aus?
Und was fuer ein Bild haben sie dann – falls sie ueberhaupt noch
am christlichen Glauben interessiert sind – von ihrer Kirche?
Wer denkt in der Kirche denn an Bibelstellen wie
Markus 3,31-35, wo Jesus ausdruecklich nicht dem
Familien-Vorrang seiner Zeit folgt, sondern das betont, was er
“Gottes Willen tun” nennt?
Mit freundlichen Gruessen
- Reinhold Weicker
Dr. Reinhold Weicker
Peter-Hille-Weg 14
33098 Paderborn
reinhold.weicker@t-online.de
@Dr. Reinhold Weicker
Aus Markus 3,31-35 Schlüsse ziehen zu wolllen, wie Jesus Homosexualität bewertet, finde ich doch ziemlich an den Haaren herbeigezogen.
Homosexualität sollte an für sich keine Sünde sein. 5 % aller Menschen sind so natürlich, meist genetische verirrt. Sie scheiden so u. a. für die Reproduktion der Menschheit aus, mehr nicht.
Sünde ist aber wenn sie diese abnormale Sexualität propagandistisch, beispielgebend betrieben wird um so u. a. die normalen 95 %, also die für Fortpflanzung dienliche Menschen so verführ werden. Deren Lust das andere Geschlecht inklusive Nachwuchswünsche so gestört wird, so ein Zeitgeist entsteht wo Sex einzig allein dem Vergnügen dient.
Dann ist das schon Sünde. Stichwort auch: Junge bezahlte, eigendlich von Natur aus nicht homoxexuelle Strichjungen oder wenn die Homosexualitä als coole Ausschweifungen von den normalem betrieben wird, letztlich anstelle sich um die menschliche Reproduktion zu kümmern. Einzig nur daher bezeichnet die Bibel die Homosexualität als Sünde.
Ein (tatsächlicher) Homosexueller ist daher kein Sünder, so lange er mit seiner Veranlagung sehr Verantwortungsvoll umgeht.
http://www.2jesus.de/bibel-faq/bibel-und-homosexualitaet.html
Auf der Internetseite http://www.kirche-markersbach.de ist zu lesen:
!!!!!!!!!!!!!!!!!Aktion verlängert bis zur Frühjahrssynode 2012!!!!!!!!!!!!!!!!
Es geht hierbei um die Erklärung zum familiären Zusammenleben im Pfarrhaus.
Für mich klingt es wie ein Werbeslogan eines Elektronikmarktes. Vielleicht hätte man dort mal ein Fernsehgerät kaufen sollen oder einen Computer um die “neuen” Medien mal auszuprobieren.
Lieber Herr Klaus Berthold,
die von Ihnen erwähnte Seite bietet den Christen, die in tiefer Sorge um unsere Kirche sind, Gelegenheit, sich zu positionieren. Für mich ist das kein Werbeslogen.
Mein Pfarrer hat den offenen Brief unterschrieben. Das ängstigt mich, hat mir eine schlaflose Nacht verschafft.
Wo finde ich in Dredsen eine Gemeinde, der mich in meiner naiven Bibelgläubigkeit ernst nimmt? Muss ich künftig ins Erzgebirge in den Gottesdienst fahren?
@DD
vielleicht findest Du hier eine geistliche Heimat:
http://www.jgdresden.de
@Tilo: Auch unser Kirchenvater Luther war nicht frei von Irrtümern, wie ja seine Einstellung Juden gegenüber hinreichend belegen dürfte.
Ich halte es da lieber mit Augustin: “Im Notwendigen Einheit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem Liebe.”
Notwendig ist Christus allein. In wessen Bibel aber vermeintlich steht “Niemand kommt zum Vater, denn durch Heterosexualität”, der hat den christlichen Glauben nicht verstanden.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Weihnachtsfest: Gott wurde Mensch – Gott sei Dank!
Ich halte es für irreführend, die Not von Menschen auf ihre sexuellen Neigungen und das Ausleben dieser Neigungen zu reduzieren. Aber: Manche Vertreter der Kirche tun das gern, denn nichts scheint so verlockend in einer Zeit der Sexualisierung der Gesellschaft, als mit in dieses Horn zu blasen.
Die Not, die im Blick auf die Frage gleichgeschlechtlicher Liebe von diesen Herrschaften herbeigeredet wird, basiert auf der Leugnung wissenschaftlicher Forschung, die schon länger davon ausgeht, das Homosexualität kein Krankheitsbild ist. Es ist Teil der Natur, kommt auch im Tierreich vor und ist damit auch Teil des Schöpfungswillens Gottes.
Es ist eine Irreführung der Gemeinden und der Kirche, wenn Theologen, nicht nur die Erkenntnisse der Naturwissenschaft ignorieren, sondern auch jene der theologischen Wissenschaft, wonach biblische Texte nicht frei von ihrem historischen Kontext auszulegen sind. Das gehört eigentlich zu unserem Handwerkzeug und wer ehrlich arbeitet, erhält, daraus resultierend, Schlussfolgerungen für unsere Zeit. Wer das nicht tut und dann, auf Grund eines unwissenschaftlichen Fundamentalismus, Menschen den Wert als Zeugen des Evangeliums, das ja eine gute Nachricht für alle Menschen sein möchte, abspricht, geht selbst in die Irre. Mehr noch: Es ist lieblos und unvernünftig, Pfarrer und Pfarrerinnen, die gleichgeschlechtlich orientiert sind, wegen dieser, ihrer geschlechtlichen Neigung, als ungeeignet für das Pfarramt zu verdammen. Warum wird das, von manchen, so hart und unbarmherzig betrieben? Könnte es sein, das man bekämpft, was man als eigene Versuchung fürchtet?
Ja, „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.“ Er schuf ihn als Mann und als Frau. Aber wir sind nicht sein Ebenbild, weil wir aufrecht gehen und sexuelle Regungen haben. Wir sind Gottes Ebenbild, weil wir von ihm mit Vernunft und Liebesfähigkeit begabt wurden.
Wer das erkennt, der wird wohl begreifen, das die Sünde nicht in den Sehnsüchten von Menschen, sondern in der Verteufelung und Verdammung dieser Sehnsüchte liegt.
Gert Flessing
Pfarrer von Lunzenau
Ich kann Herrn Gert Flessing nur zustimmen !
Die Diskussionzu diesem Thema wird oft hart und wehemend, kjompromisslos geführt und leider vermischen sich nicht alternative, objektive Ansätze, sondern oftmals persönliche, emotional gefärbte Stellungnahmen. diese führen zu radikalen, ablehnenden Haltungen gegenüber diesem Thema. Wahrheit, die Wahrheit unserer Religion wird somit relativiert, jeder Gegner von Homosexualität baut sich somit seine eigene Wahrheit, oft auf persönlichebn, an den Haaren herbeigezogenen Argumenten. da wird oft von der ergebenheit des Zeitgeistes geredet, von der Werteverlorenheit, es ist ein riesen Schauspielstück.
Vergessen wird oft, das vor allem für Außenstehende die allgemeinde Glaubwürdigkeit der Kirche verloren geht und die Botschaft der Nächstenliebe geopfert wird für oft sionnlose, endlose Pro-und Contraargumentationen.
Wir als Homosexuellenverbände müssen weiterhin aufklärungsarbeit leisten, diue Angst abbauen und so ein Stück Wahrheit in die Kirche bringen.
Herzliche Grüße
René Illgen
@Rene
Die vorgebrachten Argumente sind keinesfalls an den Haaren herbeigezogen, sondern beruhen auf sehr deutliche Aussagen der Bibel. Im Übrigen stimmen wir hier überein mit dem größten Teil der weltweiten Gemeinde Jesu. Wahrheit kann nicht von Homosexuellenverbänden in die Kirche gebracht werden oder von anderen Gruppen, sondern nur durch Gottes Wort und seinen Geist.
Gott liebt Homosexuelle, aber nicht Homosexualität.
Sehr geehrter dd1, ich stimme ihnen zu, Wahrheit, die zentrale christliche Kernaussage kann nicht von Homosexuellenverbänden manipuliert werden. Nur die zentrale christliche Wahrheit, das liebende, dem Nächsten dienende Verhalten Jesus Christus, spiegelt sich weit in die Gesellschaft, in alle Schichten und in alle Bereiche hinein. Unter uns Gläubigen berfindet sich eine nicht geringe zahl homosexuell fühlenden Menschen. Dabei wird die eigentlich ganz persönliche Angelegenheit der Sexuellen Orientierung auf die Ebene der religiös Gesellschaftlichen Frage nach Moral oder Unmoral transportiert. Die Betroffenen werden oft schnell be-und verurteilt. Jeder Glaubt an seine “eigene Wahrheit”. Was Homosexuellenverbände lediglich machen, ist nicht Werte zu vrändern oder christliche Kernwahrheiten zu verdrehen, sondern eine Wahrheit in Bezug auf dieses Thema zu suchen, ja wirklich suchen, die auch der Realität entspricht, sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch die zutiefst christliche Perspektive, dieses Thema aus der Mitte der Schrift zu beleuchten. Wahrheiten, die einzelne Bibelstellen beinhalten halten leider in der Realität nicht stand. Aufgabe kann es also nur sein “Ängste” in den Kirchen abzubauen, Informationsbedaf decken und so den Horizont der Gläubigen zu weiten.
Ihr letzter Satz ist bereits ein wissenschaftliches Disaster, denn Sexualität und Persönlichkeit hängen untrennbar miteinander zusammen. ich würde interessieren wie sie mit dieser Haltung aufrecht und ehrlich mit Homosexuell empfindenden Menschen in ihrer Gemeinde umgehen ?
herzliche Grüße
René Illgen
Papst weiß kaum mehr wohin mit den anglikanischen Konvertiten
Auch die anglikanische Kirche hat sich weit für Homoxesuelle im Amt geöffnet. Sie erlebt z.Zt. den radikalsten Erosionsprozeß ihrer bald fünfhundertjährigen Geschichte. Dort findetet jetzt eine geradezu „apokalyptische“ Hinwendung zum lange bekämpften „Papismus“ statt. Papst Benedikt XVI. weiß, überspitzt formuliert, kaum mehr wohin mit den anglikanischen Konvertiten in aller Welt.
Christen aus den ev.-luth. Landeskirchen werden eher zu evang. Freikirchen gehen. Ich auch. Bald. Bernd Katzschner
Zum Thema “Wissenschaft/Aenderung” verweise ich auf mein
Referat beim Evangelischen Kirchentag in Dresden 2011,
https://www.huk.org/cms/front_content.php?idart=525 ,
damit es hier kurz bleibt.
Den “Offenen Brief” aus Borna/Leipzig haette ich in manchen
Teilen etwas anders abgefasst, das Wort von der
“Not Homosexueller” stoert mich etwas, gerade da es in
meiner Gemeinde und meiner Landeskirche ueberhaupt kein
Problem ist. Ich mache mir aber um die Kirche schon etwas
Sorgen, mit der Frage: Was fuer ein Bild von Kirche soll
unter ihren Gliedern und in der Oeffentlichkeit entstehen,
(1) Ein Verein zur Aufrechterhaltung eines guten, alten
patriarchalischen Weltbilds, oder
(2) eine Gemeinschaft von Menschen, die Jesus Christus
nachfolgen wollen?
Ich kann mir eben Kirche nicht anders vorstellen als
“offen fuer alle”, wie es ein Schild an der Nikolaikirche
in Leipzig so schoen sagt.
Herr/Frau “DD” schreibt: “Wo finde ich in Dresden eine Gemeinde,
die mich in meiner naiven Bibelgläubigkeit ernst nimmt?
Muss ich künftig ins Erzgebirge in den Gottesdienst fahren?”
Da kann ich ihn troesten: Ein Kirchenvorstand in Dresden hat
“in Markersbach” auch unterschrieben; vermutlich kann er also
dorthin fahren. Und ausserdem gibt es, wie schon bemerkt,
auch in Dresden diverse evangelische Freikirchen,
die die Bibel wohl aehnlich interpretieren wie er.
Trotzdem noch einmal die Frage: Steckt hinter den vielen
Unterschriften nicht eher eine schon vorhandene Meinung, dass
Homosexualitaet abzulehnen sei, die dann mit Bibelzitaten
untermauert wird? Das Argument von Blutwurst und
Mischgewebe ist mir zu banal, aber in der Bibel steht ja
auch eine Ablehnung des Zins-Nehmens (3 Mose 25,37) und
eine Vorstellung, dass sich die Sonne um die Erde drehe
(Josua 10,13). Immerhin war das noch fuer Luther ein Grund,
das “kopernikanische Weltbild” (Erde bewegt sich um die Sonne)
abzulehnen. Wir tun das heute nicht mehr – aber nehmen
wir deshalb die Bibel in dem, was sie zu Jesus Christus sagt,
(was “Christum treibet”, wie es Luther ausdrueckte)
nicht ernst?
Und noch zur praktischen Frage, wie es in Sachsen weitergehen
soll: Die Briefe aus Leipzig/Borna haben da einiges an
Moeglichkeiten aufgezaehlt. Niemand soll zu etwas gezwungen
werden, auch eine konservative Gemeinde nicht (So geht
es uebrigens in praktisch allen Kirchen der EKD.). Wenn aber
damit aufgehoert wird, die Vorstellungen einiger
Fundamentalisten zum Gesetz fuer die ganze Landeskirche zu
machen, kann ich das nur fuer gut halten.
Mit freundlichen Gruessen
- Reinhold Weicker
Dr. Reinhold Weicker
Peter-Hille-Weg 14
33098 Paderborn
reinhold.weicker@t-online.de
Es ist richtig, dass Homosexualität nicht mehr als Krankheit definiert wird, so wie Blindheit und Minderbegabung nicht als Krankheiten definiert werden. Aber es sind Eigenschaften, die eben keine Prädestination für bestimmte Tätigkeiten darstellen. Ein Blinder wird nicht Maler oder Photograph werden wollen und ein Minderbegabter nicht Hochschullehrer, ein nicht zu Empathie befähigter Mensch wird kaum Psychologe werden und ein homosexuell veranlagter Mensch sollte besser nicht Seelsorger werden. Ich möchte jedenfalls in einem Pfarrhaus keine ihre homosexuellen Neigungen auslebenden Pfarrer haben, weil ich sie für nicht ausreichend für dieses Amt begabt und in gewissem Sinn sogar für gefährdet sehe. Zudem steht es im Widerspruch zur heiligen Schrift, daher sollte eine Diskussion zur Homoehe in Pfarrhäusern eigentlich von vornherein als absoluter Nonsens unterbleiben. Nicht die homosexuelle Neigung oder die Neigung zu irgendeinem Laster oder die Minderbegabung ist Sünde, all diese Menschen werden von Gott geliebt, aber sie sollten ein gottgefälliges Leben führen wollen und sich in einem für sie passenden Beruf im Sinne der Gesellschaft und der kirchlichen Gemeinde engagieren.
Es ist gut, das es eine Diskussion über das Thema Homosexualität und Pfarramt gibt. Etliche Stimmen lassen sich hier vernehmen.
Was mich verwundert, ist die Tatsache, wie wenig logische und von Vernunft geleitete Argumente gegen Homosexualität eines Pfarrers vorgebracht werden.
Ist jemand, der Homosexuell ist, wirklich minderbegabt? Oder mit einem minderbegabten Menschen zu vergleichen? Ist es eine Behinderung?
Welcher logische Grund lässt einen Menschen mit gleichgeschlechtlicher Neigung für Seelsorge ungeeignet erscheinen, ja gar gefährlich? Welche Gefahr geht von einem solchen Menschen aus?
Könnte es nicht sein, das er ein weit feineres Gespür für die seelischen Nöte anderer hat, als mancher heterosexuelle Kollege?
Ist Homosexualität de fakto ein Laster? Oder kann es, wie anderes auch, zu einem Laster werden?
Am Ende bleibt der Hinweis auf die Schrift.
Weil es da steht. Aber wer denkt darüber nach, wann es so geschrieben wurde, unter welchen gesellschaftlichen Voraussetzungen und mit welcher Intention.
Aber es steht halt da. Manchem reicht das. Lesen können kann aber nachdenken nicht ersetzen. Ansonsten lässt die Koranauslegung der Wahabiten herzlich grüßen.
Gert Flessing
Sie wollen die Bibel und ihre Aussagen mit Ihrer Logik und Vernunft begreifen ausloten, wollen durch Ihr nachdenken, den Sinn erfassen? Als lutherischer Pfarrer sollten Sie es besser wissen – oder vielleicht doch hin und wieder einmal die Bekenntnisschriften der lutherischen Kirche und Luthers Predigten und andere Schriften lesen und sich anschließend fragen, ob Sie die Bezeichnung “lutherisch” noch zu recht tragen:
“Die Bibel und Schrift ist nicht ein solches Buch, das aus der Vernunft oder aus Menschenweisheit herfließt. Der Juristen und Poeten Künste kommen aus der Vernunft und mögen wiederum von der Vernunft verstanden und erfaßt werden. Aber Mose und der Propheten Lehre kommt nicht aus der Vernunft und Menschenweisheit. Wer sich deshalb untersteht, Mose und die Propheten mit der Vernunft zu begreifen und die Schrift zu messen und nachzurechnen, wie sichs mit der Vernunft reime, der geht ganz in die Irre. Denn alle Ketzer von Anfang an sind auch daraus entstanden, daß sie gemeint haben, was sie in der Schrift lesen, das möchten sie so deuten, wie die Vernunft lehrt.” (Martin Luther in seiner Predigt am Ostermontag 1534)
Übrigens: Niemand behauptet, dass Homosexualität an sich ein Laster oder Sünde sei und allein darum, ein Homosexueller nicht Pfarrer sein solle. Es geht einzig und allein um ausgelebte Homosexualität, die, wenn sie nicht als Sünde erkannt und bekannt wird, genauso wenig ins Pfarrhaus passt, wie ausgelebte Promiskuität (selbst wenn sie zu Natur dem Menschen gehört bzw. gehören sollte), Atheismus, Irrlehre u.v.a.m., was durchaus als normal in einer multikulturellen und liberalen Gesellschaft angesehen wird.
Schön, das ein Gast eine Predigt Luthers hier zitieren kann. Manches, was die Theologische Wissenschaft seit Luther erforscht und erkannt hat, und was sie z.B. durch die historisch – kritische Methode der Bibelauslegung gewonnen hat, kann man natürlich ignorieren.
Das ist aber nicht so entlarvend, wie der Vergleich von gelebter Homosexualität mit Promiskuität. Was hat das Zusammenleben von zwei erwachsenen Menschen, die sich treu sind, mit einem häufigen Wechseln von Partnern zu tun?
Vor allem aber ist es schon fast ein Hohn, eine gelebte Partnerschaft, die in Verantwortung gelebt wird, mit Atheismus zu vergleichen. Wenn dann noch der Begriff Irrlehre fällt, kann ich mich nur noch fragen, wer denn darüber entscheidet, was Irrlehre ist.
Es gab mal eine Zeit, da wurde sogar die feministische Theologie als Irrlehre verhöhnt und eine Frau, wie Dorothe Sölle hätte mancher gern auf dem Scheiterhaufen gesehen.
Ich kenne Kollegen, die sind zwar stockkonservativ und unser werter Gast hätte an ihnen seine helle Freude. Aber ob sie bessere Seelesorger sind, als andere, die nun mal schwul sind und das, aus Angst vor solchen Menschen, verstecken müssen, ist mir mehr als fraglich.
Gert Flessing
Was haben Sie gegen “konservativ”?
Laut Worterklärung: auf alte Werte besinnend, von etwas Bestehendem ausgehend, etwas Bestehendes bejahend, etwas bewahrend, an dem Hergebrachten festhaltend, schonend, auf eine Erhaltung bedacht, auf der sicheren Seite liegend
Konservativ darf nicht mit Worten wie regressiv (rückschrittlich), altmodisch oder rückständig verwechselt werden! (wiktionary)
Als Pfarrer dürfte Ihnen aus dem Latinum sicher auch die Herkunft des Wortes bekannt sein: von mittellateinisch: conservativus = bewahrend, erhaltend
Man könnte ja fast annehmen, dass Sie etwas dagegen haben, wenn lutherische Christen unsere lutherische Landeskirche als lutherische Kirche erhalten und bewahren wollen, statt sie dem liberalen Zeitgeist preiszugeben.
Ach ja: Sind Ihnen zufällig auch die Stimmen aus der Ökumene bekannt? Die in Ihren Augen sicher stockkonservativen lutherischen Kirchen in Afrika (und andere Kontinente) haben sich mit Hinweis auf die Heilige Schrift eindeutig gegen den Weg, den die liberalen Kirchen der sog. westlichen Welt eingeschlagen haben, ausgesprochen – Bischöfe der Ev.-Luth. Kirche in Tansania: http://www.elct.org/news/2010.04.004.html ; Erbischof der Ev.-Luth. Kirche in Kenia: http://cyberbrethren.com/2009/11/20/kenyan-and-baltic-bishops-speak-up-and-out-against-ordination-of-actively-homosexual-persons/ Erklärung der Erzbischöfe der drei baltischen lutherischen Kirchen: auf der selben Seite
Ich bin dankbar, dass es in unserer Landeskirche offenbar noch (stock-)konservative Pfarrer gibt, die die Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern in der weltweiten lutherischen Ökumene nicht auf Spiel setzen wollen, sondern bewahren wollen.
Und: Falls Ihnen Luther nicht mehr gefällt zum Thema “Heilige Schrift” können Sie auch gern bei Karl Barth oder Dietrich Bonhoeffer nachlesen:
Barth zur hist.-krit. (liberalen) Theologie: „Wenn ich wählen müßte zwischen der historisch-kritischen Methode der Bibelforschung und der alten Inspirationsmethode, ich würde entschlossen zu der letzteren greifen: sie hat das größere, tiefere, wichtigere Recht. Ich bin froh, nicht wählen zu müssen.” (Rönerbrief)
Bonhoeffer über Liberale: “Man berauscht sich an liberalen und humanistischen Redensarten, belächelt die Fundamnetalisten und ist ihnen im Grunde nicht einmal gewachsen.” (Dietrich Bonhoeffer Werke 10)
Ich wünsche Ihnen dennoch ein gesegnetes Jahr des Heils und der Gnade des Gottes, der sich in Jesus Christus offenbart hat und dessen Wort und Willen er uns in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments kundgetan hat.
Und dass man einem Pfarrer den Zusammenhang zwischen gelebter Homosexualität (die in Gottes Wort als Sünde bezeichnet wird) und Promiskuität (die in Gottes Wort als Sünde bezeichnet wird) und Atheismus / Gottlosigkeit (der in Gottes Wort als Sünde bezeichnet wird) und Irrlehre ((die in Gottes Wort als Sünde bezeichnet wird) erklären muss, ist schon mehr als entlarvend. Ich hätte natürlich auch als Vergleichsbeispiel “Missbrauch des Namens Gottes”, “Selbstüberschätzung des Menschen, der wie Gott sein will und sich zu Gottes Ratgeber aufschwingt”, “Entweihung des Feiertags”, “Mord”, “Diebstahl”, “Meineid” nennen können. (Aber vielleicht sehen Sie ja auch in den Zehn Geboten nur noch zeit- kulturell und bedingte Meinungsäußerungen, die für unsere Situation keine Gültigkeit mehr besitzen?)
Und – nein, man kann und sollte das, was die historisch-kritische Wissenschaft herausgefunden hat, nicht ignorieren, aber es kann und darf auch nicht der (alleinige) Maßstab sein, mit dem Gottes Wort beurteilt wird.
Aber die Angelegenheit ist wohl – wie der Synodale Dressler (?) richtig feststellte – in erster Linie eine Frage des Schriftverständnisses: Ist die Bibel die kulturell bedingte Zusammenstellung von Gedanken religiös eingestellter Menschen über Gott, und der Mensch darum berechtigt zum Richter über die Schrift? Oder ist sie das Wort Gottes, lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens?
Der fleißigste Theologe in dieser Diskussion muss sich fragen lassen, wie genau er denn das historische Umfeld der neutestamentlichen Aussagen zur Homosexualität historisch kritisch durchstudiert hat. Seine ahnungsvollen Andeutungen könnten ja fast beeindrucken. Also, wie war denn das neutestamentliche historische Umfeld zur Homosexualität eingestellt? Und warum fehlt Homosexualität in den Schöpfungsberichten? Wenn die EKD 1996 geirrt hat und die Bibel Homosexualität anders als damals geurteilt doch positiv mit dem Willen Gottes in Verbindung bringt, dann habe ich an der Stelle kein Problem mehr. Nur gibt das meine Bibel nicht her. Und wenn meine Kirche den Willen Gottes jetzt lieber demokratisch beschließen will, nimmt sie sich selbst den Anspruch, noch irgend etwas Bedeutsameres als private Meinung öffentlich zu sagen. Keine Angst, in der Geschichte hatten wir das auch schon – die Ausgänge sind bekannt und Wiederholungen offenbar leider unvermeidbar – für Bibelleser wiederum kaum überraschend. Nur noch eines, Promiskuität unter Homosexuellen ist wahrscheinlich doch ein Thema: http://www.queer.de/detail.php?article_id=1592 Zum Schluss: ich weiß nicht, wo ich hin gehen soll, wenn mir meine Kirche die Heimat nimmt. Welch ein Dilemma; aber hier geht es nicht um mich.
Hallo conradowitsch,
da der fleißigste Theologe schweigt:
Mich würde schon interessieren, ob zB. die neutestamentlichen Bibelstellen tatsächlich, wie so oft zumindest unterschwellig behauptet wird, tatsächlich in einem homosexuell-feindlichen Umfeld entstanden sind. Wissen Sie etwas darüber?
Im Übrigen geht es mir ähnlich wie Ihnen: Ich liebe meine Kirche, aber mir wird die geistliche Heimat nach und nach genommen. In Dresden habe ich bisher keine landeskirchliche Gemeinde gefunden, in der ich regelmäßig geistlich gestärkt aus dem Gottesdienst gehe, eher im Gegenteil.
Ich habe den Eindruck, die aktuelle Debatte ist nur die Spitze des Eisbergs. Das Grunproblem liegt viel tiefer:
In vielen Gemeinden sind die treuesten Gottesdienstbesucher und die aktivsten Mitarbeiter pietistisch geprägt. Ihnen gegenüber stehen Pfarrer, die oftmals diese Prägung nicht besitzen oder im Laufe ihres Studiums verloren haben. Hier treffen Welten aufeinander.
Ich selbst bin betroffen (in Dresden). Aus dem Erzgebirge zugezogen finde ich hier wie Christoph keine Gemeinde, aus denen ich gestärkt aus dem Gottesdienst gehe. Oft bin ich danach äußerst entmutigt. Halt finde ich im Hauskreis. Aber dies ist auf Dauer trottzdem ungesund, denn die Mitte sollte der Gottesdienst sein.
Hallo Christoph,
in der griechisch-römischen Umwelt des Neuen Testaments war Homosexualität kein Problem. Es ist kein Zufall, dass Paulus den Korinthern schreibt, dass einige von ihnen vor ihrem Christwerden homosexuell gelebt haben – das war verbreitet. Die neutestamentlichen kritischen Aussagen über Homosexualität entsprechen also nicht dem griechisch-römischen Geist der damaligen Zeit sondern sind eher aus den jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens (siehe Erstes oder auch Altes Testament mit seinen Aussagen zum Thema im sogenannten Heiligkeitsgesetz) abzuleiten. Der Gott, den Paulus als jüdischer Theologe kannte, hat sie ihm überraschend in Christus offenbart. In dieser Offenbarung empfängt Paulus “sein Evangelium”, das nun aber in Fragen Homosexualität nichts ändert an dem, was er kennt.
Zu Dresden: ein Tipp ist die Ev.-Luth. Pauli-Kirchgemeinde im Kirchspiel Dresden-Neustadt, Fichtestr. 2. Dort werden derzeit die Räume zu eng, weil die Gemeinde wächst…
entschuldigung, da ist mir ein Schreibfehler unterlaufen, es sollte heißen:
“Der Gott, den Paulus als jüdischer Theologe kannte, hat SICH ihm überraschend in Christus offenbart…”
Warum wird man über die Suchfunktion dieser Seite fündig, wenn man “Leipziger Erklärung” eingibt, wenn man dagegen “Markersbacher Erklärung” eingibt gibt es keinen Treffer? Ist das Zufall oder gewollte Einseitigkeit. Ich wundere mich.
@conradowitsch: Gewollte Einseitigkeit ist es auf keinen Fall – geben Sie einfach den Suchbegriff “Markersbach” ein und Sie werden fündig: http://www.sonntag-sachsen.de/index.php?s=Markersbach
Einen sehr lesenswerter Text zum Thema Bekenntnis und Bekenntnisfrage gibt es unter zwischenraum.net
Zitat daraus:
“Die Hauptsache ist doch, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt”? Denn das christliche Bekenntnis ist und bleibt zu allen Zeiten dies: Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, gestorben für unsere Sünden, auferweckt zu unserer Rechtfertigung, ist unser Herr, der uns liebt. Wer könnte uns das nehmen?
Denn, ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?”
http://www.zwischenraum.net/single-news/darf-man-homosexualitaet-zur-bekenntnisfrage-erheben/53feff7857a34375e09a04bc15adc69f.html
Danke Herr Roth, für Ihre Hilfestellung zum “richtigen” Suchwort. Muss man also wissen, mit welchem einzig richtigen Suchwort man findet, was man intuitiv auf falsche Weise sucht, ohne fündig zu werden. Der Begriff “Leipziger Erklärung” kommt auf der Seite, die man mit dieser Suchkombination findet, selbst gar nicht vor – außer in meinem Beitrag seit 12.1. Trotzdem wurde man mit dieser Suchabfrage auf dieser Seite auch zuvor schon fündig. “Leipziger Erklärung” muss also irgendwo als “Tag” eingegeben worden sein (genau genommen handelt es sich ja um einen Offenen Brief, keine Erklärung). “Markersbacher Erklärung” dagegen wurde aber offenbar nicht als “Tag” eingegeben, daher muss man wissen, dass man nur nach dem Dorf suchen darf. Ein Schelm, wer Arges…..???
@conradowitsch: Ein Schelm, wer dem SONNTAG eine Einflussnahme zuungunsten der Markersbacher Erklärung unterstellt? Na ja,man sollte vorsichtig sein mit Unterstellungen. Lassen wir google sprechen: Wer dort nach der Erklärung sucht, landet direkt beim SONNTAG – ich denke, das spricht für sich. Und wenn Sie mehr über die Erklärung und den aktuellen Stand der Debatte erfahren möchten, empfehle ich Ihnen die SONNTAG-Ausgabe Ende nächster Woche, dort werden Sie ausführlich darüber lesen können.
…und der Leib Christi tanzt nach der Pfeife der Welt…
In der Leipziger Erklärung steht: “Wir erinnern auch daran, dass Christen in der Vergangenheit nicht selten mit Bezug auf Bibelworte von
vermeintlich „zentraler Bedeutung“ Menschen verurteilt oder ausgegrenzt haben und dass noch kürzlich dieOrdination von Frauen mit Hinweis auf vermeintlich klare Schriftzeugnisse abgelehnt wurde – wofür wir unsheute nur schämen können…”
Und ein wenig später:
“Da wir davon ausgehen, dass kurzfristig keine überall in der Landeskirche akzeptierte Regelung gefunden werden wird, regen wir an, sehr bald Möglichkeiten sowohl für eine gelebte homosexuelle Partnerschaft im
Pfarrhaus und als auch für die Segnung homosexueller Paare dort zu eröffnen, wo die Gemeinden dem nicht entgegenstehen. Gemäß dem in der Ökumene entwickelten Prinzip der „Versöhnten Verschiedenheit“ müsste auch unsere Kirche vorerst mit unterschiedlichen Regelungen leben können.”
Seltsam – ökumenische “Versöhnte Verschiedenheit” z.B mit z.B. mit eine Kath. Kiche, die ja die Frauenordination ablehnt – wofür man sich (s. oberer Abschnitt) aber fremdschämt. Für solch eine “Ökumene” sich aber die katholischen Geschwister bedanken!
Sorry, die Tastatur hing. Daher die letzten Sätze noch mal korrekt:
Seltsam – ökumenische “Versöhnte Verschiedenheit” z.B mit einer Kath. Kiche, die ja die Frauenordination ablehnt – wofür man sich (s. oberer Abschnitt) fremdschämt. Für solch eine “Ökumene” werden sich aber die katholischen Geschwister bedanken!
Für mich zeigt die Art der Diskussion, wie festgelegt die Gegener von in Liebe und Achtung/Verantwortlichkeit gelebter homosexueller Partnerschaft in ihrem Denken sind. Natürlich finden sich Texte anerkannter Christen (ob nun Paulus, Luther …), die sich zur Begründung der Ablehnung eignen – die Frage ist für mich eher: “Was würden diese Menschen heute sagen?”. Nun will ich nicht erneut in die theologische Debatte einsteigen. Die verschiedenen Argumente ganz vieler Gegner und Befürworter mit theologischer Ausbildung zeigen ja, das es eine einfache Antwort nicht gibt.
Immer wieder taucht das (”Todschlag-”)Argument auf, konservative Christen würden ihre Heimat verlieren. Was ist mit all denen, die schon lange in die innere Emigration gegangen sind, weil sie unsere Kirche als wenig lebenstauglich erleben? Die an Mitarbeitern verzweifeln, die im besten Falle unfähig sind, manchmal aber auch als unehrlich oder gar bösartig bezeichnet werden müssen? Die “Sünde” (?) der Homosexualität ist für mich nebensächlich gegenüber viel größeren, auf die Gemeinden ausstrahlenden “Eigenheiten” der kirchlichen Mitarbeiter, die doch Vorbildfunktion haben.
Und um es gleich klarzustellen: das ist keine pauschale Verurteilung der kirchlichen Angestellten – ich kenne genausoviel, die ich sehr schätze!
Es geht mir daraum aufzuzeigen, dass die Diskussion eher zeigt, dass es generell ganz viel Gesprächsbedarf in unserer Kirche gibt und das Thema Homosexualität nur eine Eisbergspitze ist. Kirche muss sich immer wieder neu positionieren. Sie soll sich dabei natürlich nicht per se nach dem Zeitgeist richten (auch so ein Todschlagargument) sondern auf dem Hintergrund der Bibel und Erfahrungen aus Jahrhunderten (mit Fehlern und Erfolgen) aktuell nachdenken.
Gewiss gibt es auch schon jetzt alttestamentliche und sogar neutestamentliche Weisungen, die in einer breiten Mehrheit kaum mehr Verteidiger finden, z.B. daß der Mann kein langes Haar tragen solle o.ä. Aber wo ziehen Sie die Grenze? Wann sind andere Stellen nicht mehr bedeutsam, die z.B. Trunksucht, Polygamie, Zorn kritisieren? Wie ist es mit den in den zehn Geboten (AT ja, aber Jesus verweist ausdrücklich auf ihre Gültigkeit): Töten, Lügen, Ehebruch… Wir können einer Zwiebel auf der Suche nach dem Kern Schale um Schale abziehen, am Ende bleibt nichts mehr übrig. Das letzte Bibelwort das dann vielleicht noch mehrheitlich akzeptiert würde, wäre sicher Matthäus 6,34: „Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Plage habe.“ Die Bibel darf kritisch beleuchtet werden, aber letztlich ist sie dazu da, daß sie uns kritisiert, nicht wir sie.
Wenn hier manche darauf verweisen, daß die Gegner des Zusammenlebens Homosexueller im Pfarrhaus diese Menschen ausgrenzten, so ist das falsch. Jesus – und an ihm wollen wir uns orientieren – nimmt z.B. ausdrücklich die Ehebrecherin in Schutz. Aber er sagt auch: Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr. Wir alle – natürlich auch Pfarrer – sind Sünder. Auch unter kirchlichen Mitarbeitern gibt es Trunksucht, Gier, Geiz, Zorn , Ehebruch usw. Und was für prächtige Menschen kenne ich, die z.B. Alkoholiker sind oder manchmal zum Zorn neigen. Gefährlich wäre es aber, wenn wir es duldeten, daß im Pfarrverzeichnis abgedruckt wird: bewußer Ehebrecher, bewußer Geiziger, bekennender Trinker. Eine Akzeptanz gelebter Homosexualität im Pfarrhaus ist ein Bekenntnis, ein Ritterschlag für etwas, das die Bibel nicht gutheißt.
Auch wird oft argumentiert, die Fachwelt sei sich einig, daß Homosexualität einfach eine andere Prägung sei, keine Entwicklungsstörung oder gar Krankheit. So einig ist sich die Fachwelt durchaus nicht. Richtig ist: Im deutschsprachigen Raum vertreten ca. 85-90 % diese (liberale) Auffassung – aber es gibt auch andersdenkende Fachleute (selbst die von Kirchenleitung eingesetzte Kommission hat Frau Christel Vonhold gehört). Im englischsprachigen Raum steht es wohl unter den Fachleuten schon 50:50. Und in Afrika oder Asien dürfte die Mehrzahl der Fachleute Homosexualität kritisch sehen (es gibt eben kaum eine Wissenschaft, die nicht auch von ihrem Umfeld geprägt wird). Fraglich ist hier auch die Gender-Ideologie. Diese sagt, daß Sexualität frei wählbar sein müsse und begrüßt das Coming out von bisher Heterosexuellen. Gehen aber Menschen den umgekehrten Schritt, werden sie – und Menschen, die ihnen dabei helfen wollen – schnell diffamiert, weil scheinbar nicht sein kann was nicht sein darf. Volker Beck von den Grünen will z.B. durchsetzen, daß Organisationen aus den Dachverbänden der Diakonie ausgeschlossen werden, wenn diese (weil sie Homosexualität für eine Entwicklungsstörung halten) eine Therapie anbieten, an deren Ende eine Um- oder Rückkehr zu heterosexuellem Leben stehen k a n n.
@Bernd Katzschner
Was schreiben Sie da für einen Unsinn ?! Als Christen haben wir die Pflicht diese biblischen Aussagen zu abstrahieren und vor allem kritisch zu reflektieren. Anderes führt zu tragischen Fehlannahmen und verletzt Menschen psychisch und physisch. Die Bibel ist kein Kochbuch bei dem sie ihren Verstand ausschalten können. Auch ist die Bibel keine Garantieurkunde mit der sie erworbene Kenntnisse sichern. Haben wir uns von Gott entfernt, wenn wir geschiedene Frauen nicht öffentlich steinigen? Entfernen wir uns von Gott, wenn wir uns gegenseitig mit Argumenten erschöpfen? Bei beiden Fragen gibt Gott eine Antwort-Jesus. Jesus ist ohne Zweifel die Mitte der Schrift. Gegenseitiger Respekt und die Achtung des Anderen sind die Antwort oder wie man so schön sagt, die Lösung 2. Ordnung. Ich verstehe Sie und ihre Ängste sehr gut,doch wir tun uns und Gott etwas Gutes, wenn wir über unangenehme Dinge offen sprechen.
Ich erlaube mir ihnen beruhigend prophezeihsen zu können, dass angesichts des Mitgliederschwundes in den Kirchen, rein kirchenpolitisch, keine allzu große Änderung zu befürchten ist hinsichtlich dieses Themas. Wie entnervt der “harte” noch verbleibende konservative Kern reagieren kann, haben wir ja in den letzten Wochen und Monaten gesehen. Einen geschlossenen Widerstand, womöglich mündend in eine Austrittswelle kann sich die Kirche nun wirklich nicht leisten.
@ReneIllgen: Sie schreiben: Was schreiben Sie da für einen Unsinn ?! Als Christen haben wir die Pflicht diese biblischen Aussagen zu abstrahieren und vor allem kritisch zu reflektieren.
Ich habe gar keine biblischen Aussagen unreflektiert ins Spiel gebracht, sondern lediglich gefragt, wo denn das “Reflekieren” (”Kernsuchen in der Zwiebel”) aufhört. Wo also nun? In 10 Jahren werden die biblischen Aussagen zur Polygamie (vielleicht auch als Entgegenkommen gegenüber einem bis dahin auch in D erstarktem Islam) als zeitbezogen und veraltet abgetan werden, in 20 Jahren viellicht Inzest (nicht abwinken, es gibt schon heute genug Leute die beides fordern). Zu Kirchenaustrittsfragen habe ich übrigens gar nichts geschrieben und da brauchen Sie mich also nicht beruhigen. Hier bin ich jetzt mal zur Abwechslung liberal: Die Evangelisch Lutherische Landeskirche ist nicht der Nabel der Welt und wie sagt der alte Fritz: Soll jeder nach seiner Facon selig werden. Da hält sich mein Mitleid also in Grenzen. In der angikanischen Kirche hat derselbe Schritt allerdings schon zu einem sehr großen Aderlass geführt. Schon heute liegt der Altersdurchschnnitt in vielen Freikirchen weit unter dem der Landeskirche.
Hallo, Bernd,
ich bin entsetzt über den U n s i n n , den du schreibst und schließe mich den Worten von einem mir unbekannten Rènè Illgen an. Es ist bald mehr als nur ein
A u s g r e n z e n , das du in deinen Beiträgen anführst…, denn Trunksucht, Geiz, Gier, Ehebruch, im nächsten Beitrag dann sogar Polygamie und Inzest im Zusammenhang mit dem Leben gleichgeschlechtlicher Paare im Pfarrhaus zu nennen, zeigt mir, wie verbohrt Christen sein können, wie entsetzlich wenig Barmherzigkeit, Verständnis und Nächstenliebe eine Rolle spielen.
Hast du den Text, die klare Stellungnahme, die Thesen im Brief unserer “Ge-
schaft Moritzburger Diakone und Diakoninnen” , mehrfach gelesen, verarbeitet oder überhaupt verstanden??? Da wird u.a. von erforderlicher sachlicher, geschwisterlicher und demütiger Argumentation gesprochen. Wie verletzend, auch r e s p e k t l o s und l i e b l o s von Vertretern der “Markersbacher Erklärung” mit Betroffenen umgegangen wird, das scheint mir mit geschwisterlicher Liebe und gegenseitiger Achtung wenig zu tun zu haben. Wie gut, dass es andere Pfarrer und Superintendenten gibt (Kirchenbezirk Leipziger Land), die an die betroffenen Familien denken. Mir ist, als habe bei den Befürwortern der “Markersbacher Erklärung” kaum eine(r) einen Sohn, eine Tochter, einen Bruder, eine Schwester, einen Freund, eine Freundin vor Augen.
Pauschales Verurteilen, ohne tiefgründige Sachkenntnis, das gibt es leider in unserer Landeskirche nicht nur zu diesem Thema.
Ich kann nur hoffen, dass unsere Synodalen, als gewählte Vertreter des Kirchenvolkes, das “Dilemma” nicht vergrößern, sondern klare Position beziehen.
Bernd, ich bemühe ich mich, beide Seiten einigermaßen zu verstehen und nicht zu erneuten Verletzungen beizutragen. Wissend, dass du dabei bist, Konsequenzen zu ziehen.
Karla Hertwig aus Neustadt in Sachsen
Hallo Karla,
ich habe Menschen mit Suchtproblemen ins Gespräch gebracht, gerade um zu zeigen, daß es zwei Dinge sind, wie ich mit jemandem verbunden bin (in meinem Freundeskreis g i b t durchaus Leute mit Suchtproblemen, prächtige Menschen übrigens) und wie ich über die Sache (Alkoholismus) denke. Und Polygamie/Inzest habe ich ins rein theoretsich ins Spiel gebracht, weil ich der Meinung bin, daß allein das Argument “wenn es in Liebe geschieht” (das der vorherige Schreiber brachte) nicht sticht, denn das wäre auch bei Polygamie/Inzest im Einzelfall ja denkbar. Lediglich darauf wollte ich hinweisen. Es war also eine konkrete Antwort auf den vorherigen Beitrag. Einfach noch mal hochsrollen. “Im Textzusammenhang lesen und verstehen” nennt man so etwas, glaube ich…
Ich werde mich hier auch nicht mehr äußern, wir drehen uns inzwischen im Kreise und ich habe ohnehin – leider – den Eindruck, daß beide Seiten in der Debatte nicht mehr wirklich aufeinander hören.
Wie schön, dass Gott am Ende das letzte Wort hat und kein Mensch über seinem Willen steht. Was nehmen wir uns eigentlich heraus und führen uns wie Gott auf?