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Agenda der Ängstlichen

Andreas Roth
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Der Weltuntergang scheint kurz vor der Tür zu stehen: Donald Trump pöbelt auf Twitter, in Dresden fürchten sich Montag für Montag weiterhin 2000 Menschen vor der Islamisierung des Abendlandes, und eine Partei rechts der CDU droht bei der Bundestagswahl neun Prozent der Stimmen zu bekommen. Geht’s noch schlimmer?

Gut, dass wir die Holländer haben. Die haben vergangene Woche mal etwas heiße Luft aus unserem leicht überhitzten Debattenkessel gelassen: Der Rechtspopulist Geert Wilders nämlich gewann mit seiner Partei gerade so 13 Prozent der niederländischen Wählerstimmen. 87 Prozent fanden ihn nicht so gut und lehnen seine Zündeleien ganz bewusst ab.

Das sollte auch deutsche Demokraten etwas entspannen, um die von rechts angeheizte Erregungsspirale auch einmal links liegen zu lassen. Es ist und bleibt ja richtig, die Motive von frustrierten Bürgern zu analysieren und wirklich ernst zu nehmen – da wartet noch viel Arbeit auf die Parteien. Auch auf die Kirche. Doch die Gefahr bei allem Verstehen-Wollen ist, auf der anderen Seite vom Pferd zu fallen. Das passiert immer dann, wenn die Agenda der Ängstlichen selbst zur Angst wird: Wenn Politiker, Journalisten und auch Kirchenleute lieber wolkig werden, um nicht anzuecken. Wenn sie jede herbeigeschimpfte Befürchtung gleich für bare Münzen nehmen. Wenn sie von vornherein in die Defensive gehen.

Jeder Psychologe weiß: Angst heilt man nicht, wenn man sie wattig ummantelt. Angst heilt man, indem man sich ihr aussetzt. Und spürt: Ich muss mich nicht fürchten. Diese Angst-Therapie ist für besorgte Bürger gut. Und auch für verunsicherte Demokraten. Deren Werte tragen. Und viele, sehr viele Menschen tragen sie mit. Holland hat es gezeigt.

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7 Lesermeinungen zu Agenda der Ängstlichen
Beobachter schreibt:
22. März 2017, 14:29

Lieber Herr Roth,
Sie sollte nicht immer wieder auf die Masche der gelenkten Medien hereifallen, sondern versuchen, selbst zu recherchieren. Dann würde Sie merken, daß die Zahlen bei Pegida immer noch "heruntergezählt" werden!
In den Nierderlanden hat Wilders hinzugewonnen und die "Gewinner" haben bis zu 50% eingebüßt! Politiker, Journalisten und auch Kirchenleute werden nicht "wolkig"! Im Gegenteil Denen spürt man ihre Angst aus jeder Pore kriechend an, weil sie merken, daß ihre "Werte" schon lange nicht mehr tragen und ihre Pfründe schwinden!

L. Schuster schreibt:
22. März 2017, 21:48

Lieber Herr Beobachter,
laut Umfrage haben 83 Prozent der Deutschen Angst vor Zuwanderung, sehr viel mehr wie vor einen Jahr und in den Niederlande wird die Zahl ähnlich hoch sein, auch wenn Wilders nicht den erwarteten Wahlerfolg hatte.
Angst weil sich unsere Welt vor allen durch die Zuwanderung, zwar oft bemerkt verändert und sich weiter verändern wird. Hier hilft auch nicht beschwichtigen wie von Herrn Roth oder die Wahrheit verschweigen oder nach dem Staat zu rufen nach mehr Polizei. Irgendwie werden die 83 Prozent mit mehr Ängstlichkeit und mehr Sorgen leben müssen, was will man da noch sagen.

Gert Flessing schreibt:
24. März 2017, 22:23

Wie lesen wir bereits bei Jesaja? "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst..."
Könnte es sein, das wir Christen das zu wenig in die Welt rufen? Verschweigen wir gar, das wir erlöste Menschen sind, die sich nicht zu fürchten brauchen?
Trum mag rumtrumpeln. Das müssen wir nicht fürchten. Pöbeln tun andere auch.
Wer eine Islamisierung des Abendlandes fürchtet, der soll unter das Kreuz Christi treten und sich dort den Trost holen, der für viele Menschen, die in ihren Ländern wirklich vom Islam bedrängt werden, der einzige Trost ist.
Aber auch hier frage ich, ob wir diesen ängstlichen Menschen nicht deutlich genug eben jenen Jesus vor Augen führen, der uns sagt: "In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden."
Ja, es wartet viel Arbeit auf uns. Verkündigungsarbeit. Das hat nichts mit Holland zu tun. Da hat nur einer schnell genug gezeigt, das er das politische spiel besser beherrscht, als Herr Wilders.
Wirklich Hoffnung finden wir, wenn wir Glaubensgewissheit verbreiten und deutlich machen, warum wir getrost sein können, auch wenn manche uns die Welt trostlos und beängstigend reden wollen.
Gert Flessing

L. Schuster schreibt:
28. März 2017, 7:38

Jesus hatte bestimmt nicht wie wir heute, ohnmächtig zugesehen wie sich eine Religion der Angst, wie die des Islam sich ausbreitet.. Eine Religion die Wahn wie z. B. IS hervorbringt bis hin zu dem, der verbrecherischen Unterdrückung der Frau, Angst und Ehrenmord,
Jesus wäre dagegen gewesen, hätte nicht wie wir ohnmächtig geschwiegen oder verharmlost. Eine Religion, die wenn man ihre Regel befolgt man nicht friedliebend sein kann, eine die Zwang und Ungleichheit propagandiert, was unser Leben verändern. Christentum wird zum Auslaufmodell durch unser Schweigen und unserer ungerechten Nächstenliebe.

Britta schreibt:
02. April 2017, 10:37

Nun, man kann versuchen, die Realität eine Weile niederzuschreiben, aber sie wird einen immer einholen! Je später dies ist, umso einschneidender die Folgen...
Aus christlicher Sicht: die politisch und auch kirchlich forcierte Hofierung und Förderung des Islam in unserer Heimat ist absolut unbiblisch: es hat a) nichts mit Nächstenliebe zu tun, denn es heißt: "Liebe deinen Nächsten WIE DICH SELBST" Wer sich selbst nicht liebt und sich selbst immer neue Schuldvorwürfe, die ihn zu irgendwas verpflichten würden, macht, kann auch keinen anderen wirklich lieben. Zudem ist das Vorantreiben der Zerstörung der Gesellschaft und des Sozialsystems kein Zeichen von irgendeiner Liebe.
b) es handelt sich um permantene Verstöße gegen das erste Gebot. Die merkwürdige Interpretation dieses Gebotes durch einen ehemaligen Kirchenmitarbeiter zur Rechtfertigung des Kirchenverhaltens konnte man hier bereits mehrfach lesen, wird aber durch 1. Könige 10 samt Refernzstellen widerlegt.

Es handelt sich also nicht um diffuse, pathologische Ängste irgendwelcher Spinner, sondern um Verantwortungsgefühl der Nachfolgegeneration (auf die wir u.U. kriegerische Auseinandersetzungen in großem Maße verlagern) und dem christlichen Glauben, der sich an der frohen Botschaft der Bibel, besonders am Neuen Testament, orientiert und nicht an dem, was heutzutage oftmals von den Kanzeln an Hobbypolitik zu hören ist. Wenn selbst aus der muslimischen Welt Warner auftreten, wie Imad Karim, Bassam Tibi, Sabatina James und etliche andere, sollten wir schon überlegen, was wir erwidern, wenn unsere Kinder und Enkel dereinst fragen: Was hast du dagegen getan, du wurdest doch gewarnt von all diesen Leuten?! Und was würde Jesus sagen, wenn wir die frohe Botschaft einfach verdrängen lassen von einer Religion, die die Trennung von Kaiser und Gott nicht kennt, obwohl die Bibel klare Worte zu sowas hat?

Nun, verehrter Zensor, ans Werk!

Beobachter schreibt:
02. April 2017, 23:10

Ja, man kann gegen die Angst anschreiben, sie lächerlich machen oder die Leute diffamieren, die sie ausprechen!
Wenn Psychologen meinen : "Angst heilt man nicht, wenn man sie wattig ummantelt. Angst heilt man, indem man sich ihr aussetzt. Und spürt: Ich muss mich nicht fürchten." mag das ihre Ansicht sein und können damit versuchen, Geld zu machen.
Die bessere Angst-Therapie für besorgte Bürger und auch für verunsicherte Demokraten ist aber wohl viel einfacher und nachhaltiger, die Gründe für die Angst beseitigen!

L. Schuster schreibt:
05. April 2017, 13:07

Es ist unser Ohnmacht.
Es ist unser nicht hören wollen auf Jesus Christus.

Tageslosung

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

(Psalm 8,5)

In seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade.

(Epheser 1,4-6)

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