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Ratlos nach Synode

Uwe Naumann
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Diese Frühjahrstagung der Landessynode steckte voller Überraschungen: Kein vorbereiteter Entwurf eines Kirchengesetzes wurde verabschiedet. Keine Vereinigung der vogtländischen Kirchenbezirke wurde beschlossen, obwohl die Ephorien fest damit rechneten. Keine Änderung der Kirchgemeindestrukturen, obwohl alle das wollten. Trotz teils ausufernder Diskussionen also keine Veränderung. Und das ist überhaupt die größte Überraschung: Es bleibt in der Strukturplanung alles beim Alten.

Das klingt nun wie eine Provokation. Waren doch viele Synodale für weitere Eigenständigkeit auch kleinerer Kirchgemeinden, für strukturelle Vielfalt statt Enge, für Mitbestimmung statt Gehorsam. Dass es Mitbestimmung bei der künftigen Gemeindestruktur geben soll – in einem einjährigen Prozess – hat die Synode nun beschlossen.

Diese Mitbestimmung hat es aber schon gegeben: Viele Eingaben aus Gemeinden und Kirchenbezirken erreichten Kirchenleitung und Synode, in verschiedenen Arbeitsgruppen wurden Vertreter von Berufsgruppen gehört, ein Synodenausschuss befasste sich mit künftigen Strukturen. Und am Ende: Das Kirchenleitungspapier bleibt bestehen, genauso wie die Struktur- und Stellenplanung. Und das ist gut. Damit haben die Gemeinden weiterhin Planungssicherheit. Auch wenn sie vorläufig ist, bis die künftige Strukturentwicklung von der Landessynode in Gesetze gegossen wird.

Was nämlich passiert, wenn die Planungssicherheit wegbricht, das müssen jetzt die Kirchenbezirke Auerbach und Plauen ausbaden. Dort herrscht Ratlosigkeit. Angesichts einer begonnenen Fusion, die nun abrupt gestoppt wurde. Es ist besser, dass alte Konzepte erst dann außer Kraft gesetzt werden, wenn neue Konzepte vorhanden sind.

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1 Lesermeinungen zu Ratlos nach Synode
manuel schreibt:
06. April 2017, 12:10

Sehr geehrter Herr Naumann,
das ist ja ein bemerkenswerter Artikel - und das meine ich ganz positiv. Denn er umreißt sehr klar, was jetzt offenbar gilt - und was auch richtigerweise gilt.
Es war sicher richtig, Mitbestimmung zu fordern - und wenn ich das, was bisher berichtet wurde, auf seinen sachlichen Wert abklopfe, scheint es nun diese Möglichkeit zu geben. Aber offenbar ist der Gesamtrahmen nach wie vor eben auuch in Kraft - und das ist aus meiner Sicht genauso richtig. Man kann ja nicht einfach beschließen, dass die Gemeindemitgliederzahlen anders werden - also wird auch die Gesamtplanung wohl nicht zu hinterfragen sein.
Danke für die sehr wohltuende Sachlichkeit. Da habe ich in den letzten Sonntagsnummern schon ganz andere Dinge gelesen - emotionale Schnellschüsse ohne übertrieben großen Sachwert.
Vielen Dank und viele Grüße.

Tageslosung

Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

(2.Könige 13,23)

Gehört ihr Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.

(Galater 3,29)

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