Fußballfieber

10. Juni 2010 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Sonntag Titel 24
Am 11. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Ein Blick auf Fußball­begeisterung in Afrika und in Sachsen.

Die Fußballbegeisterung steht Nokuphila ins Gesicht geschrieben. »I am a big fan«, sagt die Mitarbeiterin eines Schulbuchverlags aus Pietermaretsburg. Gemeinsam mit fünf Glaubensgeschwistern aus Südafrika ist sie zur Zeit Gast im Kirchenbezirk Pirna. Hier gibt es seit 1989 eine Partnerschaft zu lutherischen Gemeinden in dem Land, das in diesem Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichtet. Als sie im Jahr 2000 nicht dafür ausgewählt wurden, habe Trauer im ganzen Land geherrscht, erzählt Nokuphila.

Umso größer ist die Begeisterung jetzt. So wurden Fußball-Freitage ausgerufen. Dann müssen die Kinder nicht in der sonst üblichen Uniform in die Schule kommen – Groß und Klein ziehen die orangen Fantrikots der süd­afrikanischen Mannschaft an. Und dass ihre Mannschaft die ersten Gruppenspiele erfolgreich meistern wird, davon ist Nokuphila überzeugt.

Doch sie und Pam, Bougiwe, Zandile, Brian und Emmanuel sind nicht nur als Botschafter südafrikanischer Fußballbegeisterung in Deutschland. Sie erzählen auch aus ihrem Alltag. Von den Problemen der Jugendlichen mit Drogen, Alkohol, frühen Schwangerschaften, Armut, sexuellem Missbrauch und Aids.

Pam, die pensionierte Lehrerin, hat es in der eigenen Familie erlebt: Von ihren fünf Kindern leben nur noch vier. »Nun bin ich Vater und Mutter zugleich für meinen Enkelsohn«, erzählt sie. Dessen Eltern seien beide an Aids verstorben. Auch in der Gemeinde kümmert sie sich um die elternlosen Kinder. Mittwochs und donnerstags macht sie mit den Frauen der »Womensleague«, der Frauenarbeit, Hausbesuche. Denn oft sind schon 14-Jährige Familienoberhaupt, wenn die Eltern an Aids gestorben sind. Und die mei­sten Kinder wüssten gar nicht, ob sie auch infiziert seien. Deshalb machen alle einen Aidstest bei ihren großen Jugendtreffen – um Vorbild zu sein, wie Nokuphila ergänzt. Denn die Regierung sorge dafür, dass mehr und mehr Kinder Medikamente bekämen.

Tilman Krause ist gerade aus Tansania zurückgekommen. » Auch wenn Tansania nicht selbst beim WM-Fest vertreten sein wird, so fiebert ein Großteil der Bevölkerung auf dieses Fußballereignis hin«, sagt der Tansania-Referent des Leipziger Missionswerkes. Da mische sich Stolz über dieses Ereignis auf afrikanischem Boden mit dem Wunsch, weltweit Menschen für den afrikanischen Kontinent zu begeistern. »Afrika ist nicht allein der krisengeschüttelte Kontinent voller Krankheiten«, sagt er. In Dar es Saalam gebe es große Plakatwände, die auf Südafrika und die WM einstimmen. In Dörfern seien es die Fußball spielenden Kinder, die sich aus Stoffresten und Plastemüll Bälle gebaut haben, »um so schöne Pässe zu spielen, wie sie sie in dem einzigen Fernseher beim Dorftreffpunkt sehen können.«

Auch in Deutschland versammeln sich in den nächsten Wochen Menschen gemeinsam vor Fernsehern und Videowänden. Public Viewing ist das Wort dafür. In Sachsen laden 88 Kirchgemeinden dazu ein. Und auch wenn die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und »Brot für die Welt« Informationsmaterial über das Gastgeberland herausgegeben haben, steht doch in den meisten Orten vor allem das gemeinsame Essen, Trinken und Mitfiebern im Vordergrund.

Nokuphila, Pam, Bougiwe, Zandile, Brian und Emmanuel werden in Sachsen auch die Fußballspiele auf Videoleinwand verfolgen. Bis auf das Eröffnungsspiel. Das wird für sie aufgezeichnet, denn da sind sie in Wittenberg. Schließlich sind sie »very lutheran« – sehr lutherisch, wie Nokuphila betont. Nach ihrem Besuch in Bad Schandau verabschieden sie sich mit einem Lied – zumindest im Singen sind sie unschlagbar.

Von Christine Reuther

www.ekd.de/kirche-und-sport
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Gott baut eine Beziehung zu mir auf

16. Juli 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. Jesaja 43, Vers 1

Foto: Elvis Santana, sxc.hu

Foto: Elvis Santana, sxc.hu

Hallo Jens – schön dich zu sehen! Wie geht es Dir?« Hmm. Eigentlich ganz gut, wenn ich nur wüsste, wer da mit mir redet! Ich zermartere mir nämlich gerade das Hirn nach dem Namen meines Gegenübers. »Du musst dir Namen merken, wenn du Menschen verbinden und Netzwerke bauen willst«, hat Ulrich Parzany mal zu mir gesagt. Trotzdem habe ich im Moment keine Ahnung, wer mit mir redet. Peinlich!

Peinlich auch deshalb, weil Ulis Satz so in der Bibel stehen könnte – Gott spricht die Menschen mit ihren Namen an. Von der Frage: »Adam, wo bist du?« über die Berufungsgeschichten der Helden des Alten Testamentes bis hin zu Simon: »Du sollst Petrus heißen!« und der Frage »Saul, Saul, warum verfolgst du mich?« gilt es: »Ich habe dich bei deinem Namen gerufen.« Du bist mir nicht fremd.

Gott spricht mich mit Namen an und baut damit eine Beziehung zu mir auf. So unglaublich es klingt: Der Herrscher des Universums wartet nicht darauf, dass wir uns ihm »in Demut nahen« – nein, er rückt uns selber auf den Pelz, spricht uns an, spricht uns zu, dass er uns erlöst, freigekauft hat. Gott geht in Vorleistung! Ich bin dafür sehr dankbar. Gerade in Zeiten persönlichen Versagens, in Zeiten, in denen ich mich allein gefühlt habe, hat mich genau dieser Bibelvers immer wieder aufgebaut. Ich gehöre zu Ihm nicht auf Grund meiner Leistung, sondern weil er will.

Dahinter will ich mich jedoch nicht verstecken oder lässig zurücklehnen. Gerade weil ich Ihm gehöre, brauche ich mich nicht zu fürchten, von Ihm zu erzählen. Das Problem dabei ist nur – dass ich die Menschen dabei mit Namen ansprechen sollte – also lerne ich in dieser Woche Namen, Namen, Namen …

Jens Buschbeck

Gesetz statt Gespräch

25. Juni 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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© foxumon _ SXC.huÄrzte haben es dank moderner Medizin immer mehr in der Hand, unser Lebensende hinauszuschieben. Sie sind sogar verpflichtet dazu. Auch wenn es in manchen Fällen sinnlos ist, etwa bei Sterbenden in hohem Alter, die dennoch künstlich ernährt werden. Sind die Ärzte da Ausführende eines göttlichen Ratschlusses oder stellen sie sich ihm in den Weg?

Jede der rund acht Millionen Patientenverfügungen in der Bundesrepublik ist auch ein Misstrauensvotum gegen Götter in Weiß und Apparatemedizin. Ist ein Versuch, die Entscheidungsgewalt über die Art seines Endes auch in die eigene Hand zu bekommen. Das nun vom Bundestag beschlossene Patientenverfügungsgesetz zollt diesem Wunsch Respekt, dem ja ein intensives Nachdenken über das Lebensende vorausgegangen ist. Nach sechsjährigem Ringen wurde es Zeit, die Unsicherheiten zu beenden.

Auf juristischer Ebene scheint das gelungen. Aber grundsätzliche Klarheit für alle möglichen Einzelfälle kann auch dieses Gesetz, so nötig es war, nicht schaffen.

Eine seiner entscheidenden Schwachstellen ist, die Beratung mit einem Arzt nicht für verbindlich erklärt zu haben. Zum einen kalkuliert man damit wissentlich ein, dass Menschen, allein auf ihr in der Regel mangelhaftes Wissen über die moderne Medizin bauend, falsche Entscheidungen in punkto Leben und Tod treffen. Denn mit der Forderung, die Patientenverfügung müsse die tatsächliche Behandlungssituation formulieren, sind wir Laien ohne Hilfe eines Arztes schlichtweg überfordert.

Zum anderen aber wischt es beiseite, worauf es hier gerade ankommt: Ein rechtzeitiges, vorsorgendes, sachlich fundiertes Gespräch zwischen Ärzten, Patienten, Angehörigen über die konkrete Umsetzung ethischer, nicht zuletzt religiöser Ansichten über Menschenwürde.

Von Tomas Gärtner

Jungs sind anders

13. Mai 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Foto: Steffen Giersch

Foto: Steffen Giersch

Oft werden sie abgestempelt als laut und aggressiv. Doch immer mehr Pädagogen glauben, dass Jungen ganz eigene pädagogische Angebote brauchen.

Zwei Drittel der Schulabbrecher und 96 Prozent der Gefängnisinsassen sind männlich. Jugendarbeitslosigkeit ist bei Jungen weiter verbreitet als bei Mädchen. Spezielle Angebote für sie werden dringend gebraucht, so das Fazit des Chemnitzer Netzwerkes für Jungenarbeit. Doch diese stecken in den Kinderschuhen – ganz entgegen der fest etablierten Angebote der Mädchenarbeit, wie dem bundesweiten »Girls’ day«, der am 23. April zum neunten Mal Mädchen motivierte, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen.

In Chemnitz hatten die Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen beobachtet, wie sich Jungen im Heranwachsen auf die Suche nach einer eigenen, einer männlichen Identität machten. Oft verläuft diese Suche nicht ohne Konflikte und blaue Flecken. Jungs werden deshalb oft als laut, aggressiv und nervig beschrieben.

Um daran etwas zu ändern, gründete sich das Netzwerk für Jungenarbeit vor zwei Jahren. In der »Geburtsphase« versuchte der Arbeitskreis, den Begriff »Jungenarbeit« zu definieren. »Nur weil ich ausschließlich mit Jungs Fußball spiele, ist das noch lange keine Jungenarbeit«, so Andreas Reupert, Sozialpädagoge und Jungenarbeiter im Computerclub des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) Chemnitz. Jungs, die in sächsischen Kindergärten und Grundschulen zu 97 Prozent von Frauen betreut werden, müssten verschiedene Männerbilder kennen lernen.

Um auf die Thematik hinzuweisen, initiierte der Freistaat Sachsen vor drei Jahren das »Modellprojekt Jungenarbeit«. An vier Standorten wurden Leitlinien zur Jungenarbeit erarbeitet und die Arbeit vor Ort verankert. Der CVJM-Computerclub ist eines der Modellprojekte. Beim Computerspielen, einer Freizeitbeschäftigung von fast ausschließlich Jungen, beobachtet Andreas Reupert seine Schützlinge. »Jungen sehen sich selbst ganz anders, wenn sie in geschlechterspezifischen Gruppen agieren«, sagt er.

Auch Frank Hoppenz machte diese Erfahrung. Während der Anfang April organisierten Jungentage baute der Sozialarbeiter der Stadtmission Chemnitz Skulpturen aus Gasbeton – ausschließlich mit Jungen. Als er das Projekt wenige Tage später mit Jungen und Mädchen in der Werk-Statt-Schule der Stadtmission ausprobierte, konnte er die Unterschiede zwischen geschlechtergetrennter und gemeinsamer Arbeit beobachten: »Da mussten sich die Jungen profilieren und haben sich gegenseitig hochgeschaukelt.«

Auch Jan Schober hat festgestellt, dass sich Jungs in Gegenwart von Mädchen immer beweisen wollen. Deshalb bietet der Gemeindepädagoge in Kitzscher (Kirchenbezirk Leipziger Land) geschlechterspezifische Chri­stenlehre an. »Jungen brauchen einen Raum für die Entwicklung der eigenen Geschlechtlichkeit«, so Schober. Es müsse ein Umdenken in der Gesellschaft und in den Gemeinden geschehen, fordert er. Einmal im Monat setzt er sich mit einer kleinen Gruppe von Jungs mit Themen wie Gewalt, Sport, Freundschaft und natürlich Glauben auseinander. »Ich möchte als Mann der sein, an dem sie sich auch mal reiben, dessen Grenzen sie ausloten können.«

Auch Christian Kurzke fordert mehr »eigenen Raum und Zeit für Jungen unter sich«. Der Studienleiter der Evangelischen Akademie in Meißen ist Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit (LAG). Landesjugendpfarramt, verschiedene Landesorganisationen und Vereine vernetzten sich in ihr seit drei Jahren, um Bildungsangebote zu bündeln und eine Lobby für Jungenarbeit zu schaffen.

»Jungen müssen mehr Zeit mit ihresgleichen verbringen und brauchen männliche Vorbilder«, so Kurzke. Derzeit sucht die LAG einen Sozialpädagogen, denn durch den Aufbau einer Fachstelle für Jungenarbeit soll diese sachsenweit verstärkt werden.

Annika Falk

www.jungenarbeit-sachsen.de

Vom Leben lesen

16. März 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Foto: René Schulte -- Fotolia

Foto: René Schulte -- Fotolia

Zwischen Atheismus-Kampfschrift und Pilger-Bestseller: Was uns der Buchmarkt über die religiösen Interessen der Sachsen sagt.

Richard Dawkins’ Atheismus-Kampfschrift »Der Gotteswahn« ist im Osten Deutschlands recht häufig gekauft worden. Aber weitaus besser gegangen ist Hape Kerkelings Pilgerbericht »Ich bin dann mal weg«. Der Blick in eine Bestseller-Liste, die Verkaufszahlen in ostdeutschen Buchhandlungen zusammenfasst, sagt viel über die literarischen Vorlieben der überwiegend kirchenfern sozialisierten ehemaligen DDR-Bürger, wenn es um das Thema Religion geht. Auf Positionen zwischen Kerkeling und Dawkins hält sich seit Monaten Richard David Precht mit einer unterhaltsam geschriebenen Einführung in die großen Fragen der Philosophie. Religion kommt darin vor – wenn auch nur als untergeordnetes Thema. Immerhin, ostdeutsche Leser zeigen deutliches Interesse für Bücher, in denen es um das Nachdenken über grundsätzliche Fragen der Existenz geht. Dass sie sich dabei der Religion oft auf dem Weg über Philosophie, Psychologie oder Naturwissenschaften nähern, beobachten auch Bibliothekarinnen in Sachsen.

Das Darwin-Jahr haben etliche Leser zum Anlass genommen, um sich über die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungsglauben zu informieren.Hoch im Kurs in Bibliotheken stehen naturwissenschaftliche Erklärungen zur Entstehung des Glaubens, aber auch Bücher über die Unsterblichkeit der Seele, über Tod, Wiedergeburt und Jenseits. Theologie ist weniger gefragt, schon gar nicht evangelische oder katholische Positionen. Wenn, dann höchstens die kritische Sicht darauf. Spiritualität scheint als konfessionell unabhängiges Phänomen zu interessieren. Auch als religionsunabhängiges. Buchhändlerinnen registrieren ein gewachsenes Interesse für fernöstliche Religionen, allen voran den Buddhismus. Beim Islam greifen Leser eher zu Veröffentlichungen über dessen Zusammenhang mit der Weltpolitik.

Beim Sachbuch zum Thema Religion gilt: Biografien bewegen mehr als Theorien. So sorgte die Afrika-Missionarin Renate Ellmenreich jüngst in Leipzig mit ihren Erinnerungen für eine gefüllte Buchhandlung an der Thomaskirche. Verlage veröffentlichen Biografien, die den Zusammenhang zwischen Lehre und Leben am anschaulichsten vermitteln – auf der Buchmesse in Leipzig etwa zu Johannes Calvin, dessen 500. Geburtstag im Juli ansteht.

Ähnliches gilt für die gegenwärtigen Wertedebatten. Wo es um Moral und Ethik geht, setzen Verlage gern auf bekannte Namen aus der Kirche. Die Evangelische Verlagsanstalt will mit einer neuen Reihe »Öffentliche Theologie« christliches Reflektieren mit der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion zu verknüpfen. Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber wird sie aus Anlass der Leipziger Buchmesse als Herausgeber vorstellen. Gefragt ist ebenso die christliche Perspektive eines Richard Schröder oder die von Reinhard Höppner. Und Pfarrer Friedrich Schorlemmer stellt in diesem Frühjahr gleich zwei neue Bücher vor, eines über gelingendes Leben und eines über Heimat.

Lebhaftes Interesse registrieren Buchhändlerinnen und Bibliothekarinnen an der Bibel. Viele, zumal kirchenfern Aufgewachsene, suchen zugleich nach Erklärungen und Erläuterungen, die nicht nur Christen verstehen, sondern auch Menschen, die sich »nur mal so« informieren möchten.

Bei anspruchsvollerer Belletristik ist Religiöses die Ausnahme. Wie bei Reglindis Rauca, die über Kindheit und Jugend in einer streng religiösen Familie im vogtländischen Plauen der DDR-Zeit erzählt. Religiöse Elemente finden sich am ehesten noch in der Lyrik. In dem gerade erschienenen Gedichtband »wüten gegen die stunden« des in Radebeul lebenden Jörg Bernig, vielen als Romanautor bekannt, begegnen wir betenden Menschen, »Gottes unheimlicher Hand« und Paul-Gerhardt-Zitaten.

Tomas Gärtner

Wenn das Feuer erlischt

4. März 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Es trifft gerade die Macher und Idealisten: Sie geben viel und fühlen sich ausgebrannt. Auch viele Kirchenmitarbeiter macht das Burnout-Syndrom krank.

streichholz

Das Licht geht aus. Es ist früh um fünf, über dreitausend Menschen versammeln sich am Weihnachtsmorgen und warten gespannt auf die Weihnachtsbotschaft. Doch vorn am Altar der großen erzgebirgischen Kirche zittern Pfarrer Harald Seibt (Name geändert) bei jener Christmette vor zehn Jahren die Knie. Das Herz rast. Da ist Angst, panische Angst.

Ausgerechnet bei Seibt, dem leidenschaftlichen Prediger, der erzgebirgischen Frohnatur, dem Kämpfer. Vieles hat er mit angeschoben: Die Sanierung der Kirche und die evangelische Schule. Er sitzt in Leitungsgremien der Landeskirche. Sein Körper, sagen die Ärzte, ist völlig gesund. »Doch dauernd war da dieser seelische Druck, immer doppelt gut sein zu müssen.« Seibt spürt ihn seit seiner Kindheit: als Sohn eines strengen Vaters und als Christ in der sozialistischen Schule. Vor zehn Jahren wächst ihm dieser Druck über den Kopf. »Ich war am Ende meiner Kraft, habe geweint, fast nur noch gezittert und hatte Selbstmordgedanken. Mein Glaube war nicht mehr spürbar. Nur noch Angst und Depressionen.«

Seine kirchlichen Vorgesetzten sind rat- und hilflos: Du warst doch immer so lebensfroh, sagen manche, das wird schon wieder. Eine Psychologin, zu der Seibt findet, braucht nur drei Minuten für die Diagnose: »Sie sind ausgebrannt, Sie haben ein klassisches Burnout-Syndrom.« In einer Klinik für psycho­somatische Krankheiten beginnt der Pfarrer eine Therapie.

Burnout-Syndrom – mit diesem Begriff bezeichnen Mediziner einen Zustand totaler Erschöpfung. Er trifft vorzugsweise die Engagierten und Idealisten. So wie den Propheten Elia in der Bibel, der nach seinen größten Erfolgen müde in der Wüste liegt und nicht mehr leben will. Fast jeder zweite Pfarrer gilt als stark gefährdet, ergab eine Umfrage in der bayerischen Landeskirche. »In Sachsen ist die Zahl nach meiner Einschätzung ähnlich hoch«, sagt Thomas Schönfuß, Leiter des Pastoral­kollegs der sächsischen Landeskirche in Meißen.

Auch Gemeindepädagogen und Kirchenmusiker sind – ebenso wie viele Lehrer, Polizisten, Sozialarbeiter und Krankenhausmitarbeiter – betroffen. »Einer der Gründe ist, dass das Maß der Arbeitsbelastung in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist«, so Thomas Schönfuß. Die Landeskirche versucht gegenzusteuern: Im Meißener Pastoralkolleg bietet sie Kurse zum Umgang mit Konflikten an. Und sie unterstützt die Suche nach erfahrenen Supervisoren, mit denen allein im letzten Jahr mehr als 39 sächsische Pfarrer regelmäßig über Belastungen in ihrer Arbeit gesprochen haben.

Um der Gefahr des Ausbrennens vorzubeugen, hat die Synode die Kirchgemeinden aufgefordert, ihren Mitarbeitern Supervision zu ermöglichen.

Der an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau lehrende Theologe Andreas von Heyl hat indes noch eine tiefere Dimension beim Burnout kirchlicher Mitarbeiter ausgemacht: In dem Maße, in dem die eigene Beziehung zu Gott zu kurz kommt, nimmt die Gefahr des Ausbrennens zu. Deshalb bietet die sächsische Landeskirche neuerdings ihren Pfarrern an, nach zehn Dienstjahren einen Monat lang im Grumbacher »Haus der Stille« oder in einem Kloster zur Ruhe zu kommen.

Wenn ein Burnout-Syndrom aber akut ist, hilft meist nur eine Psychotherapie. »Ich habe dabei gelernt, Konflikte und kollegiale Zuordnungen anzusprechen und nicht mehr schön zu reden«, sagt Pfarrer Harald Seibt heute. »Früher war ich immer da. Jetzt frage ich kritischer nach: Was ist meine Aufgabe und was nicht?« Bis heute sucht er sich psychologische Beratung.

Der Macher und Prediger Seibt ist durch seine Krise zum Seelsorger geworden. Menschen mit seelischen Problemen ist er jetzt näher – und sie spüren das. »Luthers Rechtfertigungslehre predige ich jeden Sonntag«, sagt Harald Seibt. »Doch erst seit meiner Krankheit ist ihr Inhalt für mich keine Theorie mehr: In der Schwachheit ist Gott mächtig, nicht durch meine Leistung.«

Andreas Roth

Stillsein ist keine Alternative

2. März 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Das Gedenken an Dresdens Zerstörung zeigt: Versöhnung bleibt eine Aufgabe

Für einen langen Moment hielt der Bischof inne und beugte seinen Kopf. »Ich stehe vor Ihnen mit dem Einsatz, Vergebung zu suchen von denen, die durch mein Land gelitten haben«, sagte Christopher Cocksworth. Der Bischof von Coventry sprach im Ökumenischen Friedensgottesdienst in der Dresdner Kathedrale am Abend des 13. Februars – 64 Jahre nachdem britische und amerikanische Bomber Dresdens Innenstadt in Schutt und Asche gelegt hatten. »Ich stehe vor Ihnen mit den Worten Jesu auf meinen Lippen, die Domprobst Howard nach der Bombardierung von Coventry gesagt hat und die jeden Tag in der Kathedrale von Coventry wiederholt werden: Vater vergib.« Die englische Stadt war fünf Jahre vor der Bombardierung Dresdens von Deutschen zerstört worden.

Gedenkveranstaltung in der Frauenkirche

Gedenkveranstaltung in der Frauenkirche

An diese Reihenfolge der historischen Ereignisse erinnerte Landesbischof Jochen Bohl bei der Gedenkveranstaltung vor der Dresdner Frauenkirche. »Der Krieg war am 13. Februar 1945 zurückgekehrt in unsere Stadt. In unserem Land wurden die Verbrechen ersonnen und vorbereitet. Als Dresden brannte, hatten Millionen ihr Leben bereits verloren.« Der Landesbischof gedachte der ermordeten Juden, der Toten in ganz Europa – auch in Coventry. »Bis auf den heutigen Tag trauern Menschen. Wir verneigen uns vor dem Schmerz, den sie erlitten und noch erleiden.«

Etwa 3000 Menschen hörten am kalten Abend des 13. Februars vor der Frauenkirche dem Landesbischof und dem nach ihm sprechenden Hauptredner Hans-Jochen Vogel zu. »Warum sollen wir uns erinnern?«, fragte der ehemalige SPD-Vorsitzende in seiner Gedenkrede. »Nicht um Schuldkomplexe zu konservieren. Schuld ist ein individueller Begriff, mit dem keiner konfrontiert werden kann, der damals noch nicht gelebt hat. Und auch nicht, um ein- oder zweimal im Jahr Betroffenheit zu bekunden. Wir sollten uns erinnern, um uns immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, wo es endet, wenn die Menschenwürde mit Füßen getreten wird.«

Untermalt wurden die Worte Vogels vom Dröhnen eines Polizeihubschraubers, der eine Demonstration von 1000 Rechtsex­tremen überwachte. Es war die Vorhut der 6000 Neonazis aus ganz Europa, die am nächsten Tag durch die Stadt marschierten. Und mit dem Verweis auf die Bombardierung Dresdens den Holocaust verharmlosten.

Protestdemonstration »Geh Denken« in Dresden

Protestdemonstration »Geh Denken« in Dresden

Doch auch die Demokraten Dresdens gingen am 14. Februar auf die Straße. Der Tag begann für viele von ihnen mit Andachten in mehreren Innenstadtkirchen. An einem Schabbat-Gottesdienst in der Synagoge nahmen rund 500 Gäste teil.

Zu der anschließenden Protestdemonstration »Geh Denken« gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten versammelten sich mehrere tausend Menschen aus ganz Deutschland, darunter auch viele Christen.

Pfarrer Karl-Heinz Maischner, Leiter der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen, betonte vor den Demonstrationsteilnehmern: »Für Christen ist die menschenfeindliche Ideologie der Nazis unvereinbar mit ihrem Glauben.« Er wünsche sich ein deutliches Signal an die Kirchgemeinden. Denn gerade die Kirche mit ihrer Nächstenliebe als Grundlage habe als eine der größten Organisationen in der Gesellschaft eine große Verantwortung. Der Superintendent von Dresden Mitte Peter Meis betonte: »Eine streitbare Demokratie muss vernehmbar sein. Das Stillsein ist keine Alternative.«

Der Sonnabend war zugleich der Tag der Extremisten von rechts und links. Mit vielen Verletzten, Zerstörungen, Festnahmen. Das lässt befürchten, dass sich im nächsten Jahr die Spirale der verbalen und tätlichen Gewalt noch weiter drehen wird.

Doch als sich am Abend des 13. Februars in der Dresdner Kathedrale die Honoratioren aus Kirche und Staat – unter ihnen Mini­sterpräsident Tillich und Innenmini­ster Buttolo – zum Gedenkgottesdienst einfanden, konnte man den Eindruck gewinnen, die Versöhnungsbotschaft dieses Tages sei eine abgeschlossene Erfolgsgeschichte.

Der Prediger des Abends, Paul Oestreicher, aber diagnostizierte das Gegenteil: Die Überwindung von Gewalt ist eine bleibende Aufgabe. Er verwies auf die Rechtsextremisten. »Wie können wir ihren Irrsinn mit Liebe besiegen? Das ist die Aufgabe, die uns Jesus gibt«, sagte der anglikanische Pfarrer. Der aus einer jüdischen Familie stammende langjährige Leiter des Versöhnungszentrums in Coventry hält die Gegendemonstration durchaus für wichtig. »Aber damit ist das Böse noch lange nicht mit Gutem besiegt. Wir werden erst beginnen, diese Aufgabe zu erfüllen, wenn wir verstanden haben, warum diese Menschen so sind, wie sie sind.«

Tomas Gärtner / Andreas Roth

Familiendrama

2. März 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Foto: Jazza (sxc.hu)

Foto: Jazza (sxc.hu)

Schon wieder die Meldung: »Vater löscht seine Familie aus.« Ein Mann aus Schleswig-Holstein erstach Anfang vergangener Woche seine Frau und die siebenjährige Tochter. Danach versuchte er, sich selbst zu töten. In einer Abschieds-E-Mail nannte er Erpressung und Drohung durch Geschäftspartner als Motiv. Nur drei Tage später brachte ein Mann in Bad Bramstedt seine Frau, die zwei Kinder und sich selbst um.

In den vergangenen vier Wochen ereigneten sich sechs Familiendramen. Im Saarland spaltet ein Mann den Schädel seiner Frau mit einer Axt und tötet die beiden Kinder. In Sachsen-Anhalt wird eine hochschwangere Frau erstochen. In Bayern tötet ein 60-Jähriger seine Frau. In Nordrhein-Westfalen findet ein 15-jähriges Mädchen die Leichen der Mutter, des Stiefvaters und der Stiefschwester. Gründe für diese Tragödien sind meist Trennung oder finanzielle Nöte. Sechs Familien wurden ausgelöscht und keiner will etwas bemerkt haben.

Derartige Meldungen füllen nur noch die Randspalten der Zeitungen. Die Deutschen sind fast schon ein wenig abgebrüht. Die Brutalität der Täter und Ausweglosigkeit der Familien überraschen nicht mehr.

Vergessen werden oft die Opfer, die überlebt haben. Die 15-Jährige, die plötzlich ganz alleine ist, wird vielleicht nie wieder Fuß fassen im Leben. Der Dreijährige, der nach dem Familiendrama schlafend im Kinderzimmer entdeckt wurde, wird erst Jahre später realisieren, welches Unglück ihm zugestoßen ist.

Warum haben wir nicht bemerkt, welche Sorgen die Familie plagten? Wieso konnten wir die Tat nicht vorhersehen und verhindern? Mit diesen Fragen kämpfen Familienangehörige, Nachbarn und Lehrer. Wir alle müssen uns fragen, ob sich Familien in unserer Gesellschaft so wenig aufgehoben fühlen, dass diese Verzweiflung und Existenzangst überhaupt entstehen können.

Annika Falk

Asche aufs Haupt

2. März 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Der Aschermittwoch ist in der sächsischen Landeskirche zugleich der Frühjahrsbußtag. Dann beginnt für viele Christen die Zeit des Fastens vor Ostern. Darüber sprach Andreas Roth mit dem Annaberger Superintendenten Klaus Michael Führer.

Ist am Aschermittwoch aller Spaß vorbei?
Führer:
Mit Aschermittwoch geschieht jedenfalls ein Einschnitt: Für die Fans von Fasching ist tatsächlich erst einmal der Spaß vorbei. Wer Aschermittwoch vom Kirchenjahr her beurteilt, sieht an diesem Tag, dass nun nach Advent, Weihnachten und Epiphanias der innere Weg auf Ostern zugeht. Und der hat wenig mit dem zu tun, was wir »Spaß« nennen.

Viele Menschen fasten in dieser Zeit. Für Jesus selbst war das Fasten nicht besonders wichtig. Warum sollten wir es heute tun?
Führer:
Jesus hat das Fasten nie grundsätzlich kritisiert und fastete wie seine Umwelt auch. Aber anderes war ihm offensichtlich wichtiger. Deshalb braucht keiner ein schlechtes Gewissen zu haben, der nicht fastet. Trotzdem ist das Fasten eine von der Bibel her erlaubte geistliche Übung. Und wer sich – ich sag’s einmal drastisch – abgefüllt, vollgestopft oder zugefressen fühlt, sollte mit Fastenzeiten etwas dagegen tun. Es wirkt auch gegen geistlich Ungesundes oder krank Machendes.

Fasten Sie selbst?
Führer:
Ja, Rotwein. Durch diesen harmlosen Verzicht wird die Vorfreude auf die Osterzeit etwas angestachelt. Und in der Fastenzeit prüfe ich noch stärker meine Predigten und Äußerungen. Ich frage mich: Was dient wirklich dem Anliegen? Alle anderen Sätze versuche ich zu streichen.

Sie haben den Aschermittwoch vor Jahren einmal in einer katholischen Kirche in Jerusalem gefeiert und danach das Aschekreuz getragen. Wie haben Sie das empfunden?
Führer: Durch das Aschekreuz auf der Stirn habe ich den ganzen Tag die Botschaft des Aschermittwoch mit mir getragen. Ich habe darüber nachgedacht, in welchen Situationen ich mir Asche aufs Haupt streuen muss, weil ich etwas vermasselt habe und es nicht mehr reparieren kann. Das Aschekreuz auf der Stirn war das äußere Zeichen dafür.

Fehlen den oft so nüchternen und rationalen Protestanten solche Riten?
Führer:
Wir sollten wieder offensiver mit der Tatsache umgehen, dass lutherische Christen und Katholiken vor allem viel voneinander lernen können – ja sogar müssen. Manches Ritual hilft auch Menschen aus der protestantischen Tradition, die biblische Botschaft mehr zu verinnerlichen.

Auf dem Weg zum Berg mit dem Kreuz

2. März 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Christus spricht zu den Jüngern (um 1010, Meister der Reichenauer Schule)

Christus spricht zu den Jüngern (um 1010, Meister der Reichenauer Schule)

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Lukas 18, Vers 31

Mich interessieren Prognosen. Mich interessieren Pläne. Mich interessiert die Zukunft. Aber ich wünsche mir positive Prognosen und gute Pläne. Weil sie mich beflügeln, dem Leben Schwung und Energie geben. Negative Prognosen höre ich weniger gern. Denn zu oft bremsen, ja lähmen sie mich.

Natürlich interessierte auch die Jünger, wie es weitergeht mit ihnen und mit dem, dem sie nachfolgten. Jesus ließ seine Jünger nie im Unklaren darüber, wohin die Reise geht. Nach Jerusalem, zur Vollendung, zum Schicksal des Menschensohnes. In den Tod. Es ist den Jüngern wohl sehr schwer gefallen, sich diesen Weg auszumalen. Sie hörten Jesus lieber von »Vollendung« reden, als von seinem Tod. Und doch gehört beides zusammen.

Am Beginn dieser Passionszeit spüre ich, wie ich einmal mehr ganz unwillkürlich mit den Jüngern hoffe: Dass der Kelch an Jesus wenigstens diesmal vorübergeht. Dass Jesus nicht für mich und andere sterben muss. Dass Gott eingreift und denen ein Ende setzt, die dunkle und todbringende Pläne mit dem Leben, mit unserer Gesellschaft haben.

Der Tod lässt sich nicht wegplanen oder schönreden. Er gehört zum Leben dazu. Der Tod hinterlässt Spuren in unserer Welt. Das weiß Jesus genau.

Aber er ahnt, er glaubt, er sieht es vor sich, dass da noch mehr ist. Wir gehen auf den Karfreitag zu, über sieben Wochen hinweg. Aber wir bleiben dort nicht stehen.

Wir sind mit Gott auf dem Weg, die Todesverfallenheit des Lebens zu überwinden. Denn auch das gehört zum Weg nach Jerusalem: Er endet nicht auf dem Berg am Kreuz. Gott wird der Übermacht der Todespläne das Leben entgegensetzen.

Georg Zimmermann, Stadtjugendpfarrer in Dresden

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