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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Redaktion DER SONNTAG</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<item>
		<title>Bischöfe und ihre Autos</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/10/26/bischofe-und-ihre-autos/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 12:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Buß]]></category>
		<category><![CDATA[Bischöfe]]></category>
		<category><![CDATA[Brigitte Böhme]]></category>
		<category><![CDATA[CO2-Ausstoß]]></category>
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		<category><![CDATA[Umweltbilanz]]></category>

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		<description><![CDATA[#xA0;
Deutsche Umwelthilfe kritisiert Kirchenleiter mit zu viel »Benzin im Blut«
&#xA0;
Erstmals hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in diesem Jahr den CO2-Ausstoß bischöflicher Dienstfahrzeuge systematisch untersucht. »Das Ergebnis ist enttäuschend: Viele Bischöfe predigen ihren Kirchengemeinden richtigerweise die Notwendigkeit des Klimaschutzes, haben aber selbst Benzin im Blut«, so der DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. 
Nur vier leitende Kirchenvertreter, nämlich die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4699" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/10/bischof_580.jpg" rel="shadowbox[post-4697];player=img;"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/10/bischof_580.jpg" alt="Nicht nur heiße Luft: Auch die Dienstwagen deutscher Kirchenleiter stoßen Schadstoffe aus. Und das teilweise mehr als nötig, meint jedenfalls die Deutsche Umwelthilfe. " title="Umweltbilanz Bischoefe" width="580" height="357" class="size-full wp-image-4699" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht nur heiße Luft: Auch die Dienstwagen deutscher Kirchenleiter stoßen Schadstoffe aus. Und das teilweise mehr als nötig, meint jedenfalls die Deutsche Umwelthilfe. </p></div>&#xA0;</p>
<h5>Deutsche Umwelthilfe kritisiert Kirchenleiter mit zu viel »Benzin im Blut«</h5>
<p>&#xA0;<br />
Erstmals hat die <a href="http://www.duh.de/">Deutsche Umwelthilfe (DUH)</a> in diesem Jahr den CO2-Ausstoß bischöflicher Dienstfahrzeuge systematisch untersucht. »Das Ergebnis ist enttäuschend: Viele Bischöfe predigen ihren Kirchengemeinden richtigerweise die Notwendigkeit des Klimaschutzes, haben aber selbst Benzin im Blut«, so der DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. </p>
<p>Nur vier leitende Kirchenvertreter, nämlich die bremische Präsidentin Brigitte Böhme, der westfälische Präses Alfred Buß, der schaumburg-lippische Bischof Karl-Hinrich Manzke und der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber erhielten die »grüne Karte«, weil ihr Dienstwagen unter dem von der EU vorgegebenen CO2-Zielwert für 2008, nämlich 140&#xA0;Gramm pro Kilometer, lag. Besonders vorbildlich: Als einzige Kirchenvertreterin benutzt Brigitte Böhme ein Erdgasauto, das lediglich 128&#xA0;Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.</p>
<p><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/01/07/klimaschutz-geht-alle-an/" target="_blank">»Klimawandel – Lebenswandel«</a> hieß das Themenjahr der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, das kürzlich zu Ende ging. Doch das Verhalten von Landesbischöfin Ilse Junkermann sei in diesem Zusammenhang »zweifelhaft« gewesen, kritisiert die DUH.</p>
<p> »Nach dem Auslaufen ihres Leasingvertrags stieg die Bischöfin auf eine 245&#xA0;PS starke BMW-Limousine um, die das Klima mit ­einem CO2-Ausstoß von insgesamt 180&#xA0;Gramm pro Kilometer stärker ­belastet als ihr vorheriges Fahrzeug«, sagte die DUH-Mitarbeiterin Amrei Münster am Dienstag vor Journalisten in Berlin.</p>
<p>Dem widersprach die Bischöfin allerdings in einer Stellungnahme. Der neue 730er BMW habe die gleiche ­Maschine wie das Vorgängermodell, ein 530er BMW. Und der Umstieg sei nicht aus Fahrlust, sondern auf ärztlichen Rat erfolgt: Wegen eines drohenden Bandscheibenvorfalls und der durchschnittlich 4000 bis 5000 monatlich zurückzulegenden Fahrkilometer habe sie ein Auto mit verstellbarem Rücksitz gesucht. Darüber hinaus habe sie ihren Fahrer schon seit Langem angewiesen, aus Umweltgründen mit dem Dienstwagen die Richtgeschwindigkeit von 130&#xA0;km/h einzuhalten.</p>
<p>Während die Umwelthilfe Ilse Junkermann die »Rote Karte für Übermotorisierung und zu hohe CO2-Emissionen« erteilte, schnitten Sachsens Landesbischof Jochen Bohl und Anhalts Kirchenpräsident Joachim Liebig besser ab. Bohls BMW 530d und Liebigs BMW 535d erhielten mit 160 beziehungsweise 162 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer die »Gelbe Karte« für positive Ansätze bei der Schadstoffreduktion. </p>
<p>Größter Umweltsünder ist im Übrigen der hannoversche Landesbischof Ralf Meister, dessen VW Phaeton 228&#xA0;Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstößt. Bis auf einen Skoda Superb des Oldenburger Bischofs Jan Janssen fahren alle Kirchenleiter deutsche Fabrikate und fast alle obere Mittelklasse. </p>
<p>Den kleinsten, einen Golf plus, fährt der mecklenburgische Bischof Andreas von Maltzahn.</p>
<p><em>Benjamin Lassiwe/GKZ</em></p>
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		<title>Meißen trauert um Bruder Siegbert</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/09/06/meisen-trauert-um-bruder-siegbert/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 15:31:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Chri­stusträgerbruderschaft  Meißen]]></category>
		<category><![CDATA[Siegbert Stocker]]></category>

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		<description><![CDATA[Gebete nach Meldungen über den Tod des Christusträger-Bruders in&#xA0;Afghanistan.
&#x202F; 
Am Abend des vergangenen Montags als die ersten Nachrichten über den Tod der beiden in Afghanistan verschollenen Deutschen durch die Nachrichten gehen, brennen Kerzen in der Meißner Sankt-Afra-Kirche und Menschen suchen Trost. Unter den alten Gewölben hat Bruder Siegbert acht Jahre mit den anderen Mitgliedern der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Gebete nach Meldungen über den Tod des Christusträger-Bruders in&#xA0;Afghanistan.<br />
<strong>&#x202F; </strong></h5>
<p>Am Abend des vergangenen Montags als die ersten Nachrichten über den Tod der beiden in Afghanistan verschollenen Deutschen durch die Nachrichten gehen, brennen Kerzen in der Meißner Sankt-Afra-Kirche und Menschen suchen Trost. Unter den alten Gewölben hat Bruder Siegbert acht Jahre mit den anderen Mitgliedern der Meißner Chri­stusträgerbruderschaft jeden Abend gebetet&#x202F;– jetzt soll er tot sein. </p>
<p>Menschen stellen Lichter auf, junge Pfadfinder wollen die Kirche vor Trauer nicht mehr verlassen, der Meißner Superintendent Andreas Stempel liest die Auferstehungsbotschaft der Bibel. »Sie war ihm sehr wichtig«, sagt Stempel.<br />
<div id="attachment_4385" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/09/imm006.jpg" alt="Bruder Siegbert war bekannt in Meißen – und geschätzt. Er arbeitete als Seelsorger im Krankenhaus, begleitete Sterbende und Menschen in Not. Nun soll er in Afghanistan getötet worden sein. (Foto: Archiv)" title="imm006" width="160" height="160" class="size-full wp-image-4385" /><p class="wp-caption-text">Bruder Siegbert war bekannt in Meißen – und geschätzt. Er arbeitete als Seelsorger im Krankenhaus, begleitete Sterbende und Menschen in Not. Nun soll er in Afghanistan getötet worden sein. (Foto: Archiv)</p></div><br />
Seit vor zwei Wochen bekannt wurde, dass der in Kabul arbeitende Siegbert Stocker&#x202F;(69) einer der beiden im afghanischen Gebirge vermissten Deutschen ist, nahmen spontan viele Meißner das von den Christusträgern in der Afra-Kirche begründete tägliche Abendgebet wieder auf. </p>
<p>Oft kamen gut 45 Menschen&#x202F;– darunter viele junge. »Ich war von der Meldung über seinen Tod sehr betroffen«, sagt Superintendent Andreas Stempel. »Ich kenne Bruder Siegbert gut und schätze ihn sehr: Seine tiefe Frömmigkeit, die sehr frei, offen und gar nicht aufgesetzt war. Es schmerzt sehr, dass wir ihn nicht wiedersehen können – und das geht vielen in Meißen so, weil er so viel hier gewirkt hat in seiner uneigennützigen Art.« </p>
<p>Nachdem er 2001 die Meißner Kommunität der evangelischen Bruderschaft mitgegründet hatte, arbeitete Bruder Siegbert als Seelsorger im dortigen Krankenhaus, begleitete Sterbende, half Menschen in sozialer Not, arbeitete mit Kindern und Jugendlichen von der Straße, gründete das Meißner Männer-Forum. Und er rief die christlichen Pfadfinder in der Domstadt ins Leben.</p>
<p>Seit zwei Jahren arbeitete der gelernte Werkzeugmacher in Kabul und baute dort eine Lehrwerkstatt für Afghanen auf. Bei seinem Abschied in Meißen sagte er: »Das, was ich in Gang gebracht habe, wird ohne mich weiterwachsen.« </p>
<p>Nun wollen sich die Meißner, die sich ihm verbunden fühlen, wie einst Bruder Siegbert jeden Tag um 19 Uhr in der Afra-Kirche zum Abendgebet treffen.         </p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<item>
		<title>Arme Kinder unerwünscht?</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/08/23/arme-kinder-unerwunscht/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 12:42:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[ALG 2]]></category>
		<category><![CDATA[Elterngeld]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz 4]]></category>
		<category><![CDATA[Landeserziehungsgeld]]></category>
		<category><![CDATA[Mütter ohne Erwerbseinkommen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Elterngeld sollte der große Wurf für Familien sein. Doch von ihm profitieren besser Verdienende am stärksten&#xA0;– die Verlierer sind ärmere Kinder und ihre&#xA0;Eltern.
Ihr Sohn ist noch keine anderthalb Jahre alt, doch er kennt schon das Amt, in dem seine Mutter Hartz&#xA0;IV beantragen muss. Denn Yvonne Reichel (Namen aller Mütter geändert) bekommt zwei Jahre lang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/08/so34.jpg" alt="so34" title="so34" width="590" height="363" class="alignnone size-full wp-image-4309" /><em><strong>Das Elterngeld sollte der große Wurf für Familien sein. Doch von ihm profitieren besser Verdienende am stärksten&#xA0;– die Verlierer sind ärmere Kinder und ihre&#xA0;Eltern.</strong></em></p>
<p>Ihr Sohn ist noch keine anderthalb Jahre alt, doch er kennt schon das Amt, in dem seine Mutter Hartz&#xA0;IV beantragen muss. Denn Yvonne Reichel (Namen aller Mütter geändert) bekommt zwei Jahre lang jeden Monat nur 258&#xA0;Euro Elterngeld&#xA0;– und das reicht nicht zum Leben. </p>
<p>Dabei hat die Frau aus einem Dorf bei Annaberg-Buchholz bis zur Geburt ihres Sohnes hart gearbeitet: Drei Schichten zum mageren Netto­lohn von 700&#xA0;Euro. </p>
<p>Keine Seltenheit im Erzgebirge.</p>
<p>»Dass ich jetzt mit dem Kind für Hartz&#xA0;IV auf die Ämter gehen muss, ist schlimm für mich«, sagt Yvonne Reichel. Das bis 2006 gezahlte Erziehungsgeld hätte sie stärker unterstützt: Mütter, die wie sie zwei Jahre für ihr Kind zu Hause blieben, bekamen monatlich 300&#xA0;Euro. Wer nur ein Jahr in Anspruch nahm erhielt gar 450&#xA0;Euro.</p>
<p>Doch die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wollte mit dem 2007 eingeführten Elterngeld den ganz großen Wurf: Mehr Kinder&#xA0;– vor allem mehr Kinder von berufstätigen, besser verdienenden Familien. </p>
<p>Um ihnen die Angst vor einem finanziellen Einbruch zu nehmen, koppelte die Politikerin das neue Elterngeld an den Verdienst der Mütter und Väter. Rund 67&#xA0;Prozent des letzten Netto-Gehalts soll das Elterngeld betragen. Und die Unterstützung von minde­stens 300&#xA0;Euro wird nur noch ein Jahr lang gezahlt.</p>
<p>Wer zwei Jahre zu Hause bleiben will, erhält monatlich bloß die halbe Summe. Wer wenig verdient, bekommt etwas mehr&#xA0;– wer gut verdient, bekommt maximal 1800&#xA0;Euro.</p>
<p>Von solchen Summen wagt Carolin Michel kaum zu träumen. Die gelernte Restaurantfachfrau war arbeitslos, als vor vier Jahren ihr großer Sohn zur Welt kam. Ihr Kleiner ist ein Jahr alt. 270 Euro Elterngeld erhielt sie bis Ende letzten Jahres.</p>
<p> »Viele Sachen für unsere Söhne bekommen wir aus der Familie. Aber schon allein die Windeln und das Essen kosten viel«, sagt die 33-Jährige, die im Familienzentrum Annaberg Hilfe und Beratung findet. »Ich spare an mir selbst. Neue Kleidung kaufen, einmal wegfahren&#xA0;– das geht nicht mehr.« </p>
<p>Seit Anfang 2010 hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Situation für junge Eltern ohne Arbeit noch einmal verschärft. Bezieher von Arbeitslosengeld&#xA0;II müssen seitdem ihr Elterngeld anrechnen lassen&#xA0;– auf Deutsch: Es wird ihnen wieder abgezogen. »Gerecht finde ich das nicht«, sagt Carolin Michel. »Die, die viel Geld verdienen, werden belohnt&#xA0;– und die wenig Geld haben, bleiben draußen.«</p>
<p>Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Der Anteil junger Mütter ohne Erwerbseinkommen sinkt stetig. Waren in Sachsen vor vier Jahren lediglich 58,6&#xA0;Prozent der weiblichen Elterngeldempfänger bis zur Geburt ihres Kindes berufsstätig, sind es Anfang 2011 schon 66,6&#xA0;Prozent. </p>
<p>Das kann an der allgemein geringeren Arbeitslosigkeit liegen. Es kann aber auch daran liegen, dass Frauen ohne Arbeitsstelle oder in Ausbildung angesichts gesunkener staatlicher Unterstützung vor einem Kind zurückschrecken.</p>
<p>Bestürzt, verzweifelt und gekränkt würden Betroffene auf diese Politik reagieren, berichten Schwangerschaftsberaterinnen der Diakonie Sachsen. Denn rund die Hälfte aller Frauen, die einen Abbruch ihrer Schwangerschaft erwägen und deshalb in die Beratungsstellen kommen, hat keine Arbeit. </p>
<p>Nachdem die sächsische Staatsregierung in diesem Jahr auch das Landeserziehungsgeld für ärmere Familien stark reduziert hat, protestierte die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen. Sie fordert höhere Unterstützungsleistungen, eine längere Laufzeit und einen Ausgleich für die Kürzungen beim Elterngeld.</p>
<p>Yvonne Reichel schaut liebevoll auf ihren Sohn. »Noch ein zweites Kind? Unter diesen Bedingungen nicht«, sagt die junge Mutter. »Das finde ich unglaublich traurig.«</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Zweifacher Seitenwechsel</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/08/11/zweifacher-seitenwechsel/</link>
		<comments>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/08/11/zweifacher-seitenwechsel/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 06:27:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Bulisch]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Bohl]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Schubert]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Zimmermann]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Schurig]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Baudisch]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Waltsgott]]></category>

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		<description><![CDATA[Konvertiert: Wenn evangelische Pfarrer katholische Priester werden&#xA0;wollen.

Zwei sächsische Pfarrer sind zur katholischen Kirche konvertiert&#xA0;– und hinterlassen Lücken und Bestürzung in ihren Gemeinden.
Fassungslosigkeit herrscht zwischen Bautzen und Zwickau: Zwei Pfarrer sind zur katholischen Kirche übergetreten (DER&#xA0;SONNTAG berichtete). Zumindest einer von ihnen spricht über seine Beweggründe: »Das ist ein langer Prozess, das fällt einem nicht plötzlich am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Konvertiert: </strong><em>Wenn evangelische Pfarrer katholische Priester werden&#xA0;wollen.</em></h5>
<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/08/konvertiert1.jpg" alt="konvertiert" title="konvertiert" width="580" height="363" class="aligncenter size-full wp-image-4228" /><br />
<strong><em>Zwei sächsische Pfarrer sind zur katholischen Kirche konvertiert&#xA0;– und hinterlassen Lücken und Bestürzung in ihren Gemeinden.</em></strong></p>
<p>Fassungslosigkeit herrscht zwischen Bautzen und Zwickau: Zwei Pfarrer sind zur katholischen Kirche übergetreten (DER&#xA0;SONNTAG berichtete). Zumindest einer von ihnen spricht über seine Beweggründe: »Das ist ein langer Prozess, das fällt einem nicht plötzlich am Sonntag früh ein«, sagt Pfarrer Jens Bulisch.</p>
<p>Dieser Prozess endete für den promovierten evangelischen Theologen mit der Konvertierung zur katholischen Kirche am 25.&#xA0;Juli. Statt im Pfarrhaus von Schmölln bei Bischofswerda lebt er mit seiner Frau und den zwei Kindern nun im Pfarrhof der sorbischen katholischen Gemeinde im etwa 20&#xA0;Kilometer entfernten Crostwitz.</p>
<p>Es habe keinen bestimmten Grund dafür gegeben, sein evangelisch-lutherisches Pfarramt aufzugeben, sagt er. »Es ist ein ganzes Bündel von Erfahrungen«, sagt der 39-Jährige. Theologische Erwägungen wie das geistliche Amtsverständnis gehörten ebenso dazu wie persönliche Erfahrungen als evangelischer Pfarrer und Erfahrungen mit der katholischen Kirche. </p>
<p>»Das ist über Jahre gewachsen, bis die Entscheidung gereift ist«, so Bulisch.</p>
<p>Die drei Kirchgemeinden Schmölln, Putzkau und Demitz-Thumitz und ihre knapp 1400&#xA0;Gemeindeglieder haben von diesem Prozess offenbar nichts mitbekommen. Und auch den Superintendenten des <a href="http://www.kirche-bautzen-kamenz.de/">Kirchenbezirks Bautzen-Kamenz</a>, Werner Waltsgott, hat der Weggang überrascht.</p>
<p>»Es gab im Vorfeld keine Gespräche mit ihm«, so Waltsgott. »Wir müssen es einfach akzeptieren.« Doch für die Gemeinden sei es schwer zu verstehen, dass ihr Pfarrer sie verlassen hat, sagt der Superintendent. </p>
<p>Jens Bulisch war seit 2002 Pfarrer in der Region. Er hat sorbische Wurzeln und hat beim Studium in Leipzig auch Sorbisch gelernt. Sein Wunsch, in einer sorbischen evangelischen Gemeinde Dienst zu tun, hatte sich nach dem Studium nicht erfüllt. Auf seine jetzige Entscheidung habe das keinen Einfluss gehabt, sagte er dem&#xA0;SONNTAG. </p>
<p>Mit seinem Weggang ist nun eine Pfarrstelle im Kirchenbezirk wieder vakant. Denn andere bisher freie Pfarrstellen werden in den nächsten Wochen neu besetzt: in Wehrsdorf, Wallroda, Neukirch und Kamenz sind ab 1.&#xA0;August beziehungsweise 1.&#xA0;September neue Pfarrer und Pfarrerinnen im Amt. </p>
<p>»Aber das ist für uns auch kein Trost in dieser Situation«, sagt Superintendent Waltsgott.</p>
<p>Auch im <a href="http://www.kirche-zwickau.de/">Kirchenbezirk Zwickau</a> herrschte große Überraschung, als um den 20. Juli herum ein Brief von Pfarrer Jochen Schubert&#xA0;(48) aus Seelingstädt einging mit der Mitteilung, dass er seinen Dienst beende.</p>
<p>»Wir versuchen jetzt, vor Ort Schadensbegrenzung zu leisten und den Gemeinden das Gefühl zu geben, dass sie nicht allein sind«, sagt Pfarrer Jochen Zimmermann. Er vertritt Superintendent Eberhard Dittrich, der zu dieser Zeit im Urlaub ist. </p>
<p>Manchen in Schuberts Gemeinde wundert der Übertritt des Pfarrers nicht. »Es ging schon immer sehr katholisch zu in seinen Gottesdiensten«, heißt es da. Er habe nicht nur einen weißen Talar getragen, sondern auch immer gern Ministranten beim Gottesdienst dabei gehabt, Jungen wie Mädchen. </p>
<p>Für Pfarrer Zimmermann ist außerdem das unkollegiale Vorgehen des Kollegen aus der Region Werdau enttäuschend. »Er hatte im Juli Urlaub und Kollegen haben ihn vertreten«, so der Stellvertreter des Superintendenten. Im August stand Schubert seinerseits im Vertretungsplan des Kirchenbezirks, um anderen Pfarrern den Urlaub zu ermöglichen. Dafür fällt er nun aus. »Das müssen wir jetzt alles versuchen zu regeln.« </p>
<p>Enttäuschend sei es außerdem gewesen, dass es keinen Kontakt mehr zu Jochen Schubert gebe. »Wir haben uns um ein Gespräch bemüht, hätten uns gewünscht, dass es einen Abschied gibt.« Doch die Pfarrersfamilie sei am 26.&#xA0;Juli aus dem Pfarrhaus ausgezogen ohne Angabe, wohin sie zieht. </p>
<p>Auch für den Sonntag war er nicht erreichbar. Dass Pfarrer Jochen Schubert jetzt in der katholischen Pfarrei Dresden-Neustadt sei, weiß das <a href="http://www.bistum-dresden-meissen.de">Bistum Dresden-Meißen</a>. Von dort ist auch zu erfahren, dass es am 25. Juli einen Gottesdienst in der Kapelle des Dresdner Krankenhauses St. Josephstift gab, bei dem die beiden Pfarrer konvertiert sind. Sie hätten dabei mit der Gemeinde das Nicäische Glaubensbekenntnis gesprochen und an der Eucharistiefeier teilgenommen. </p>
<p>»Damit sind sie in die katholische Kirche aufgenommen«, sagt der Pressesprecher des Bistums, Michael Baudisch. Im Vorfeld habe es unabhängig voneinander mit beiden Gespräche gegeben. Dann sei von der Leitung des Bischöflichen Ordinariats der gemeinsame Gottesdienst vereinbart worden. </p>
<p>Beide hätten den Wunsch geäußert, Priester zu werden. »Das ist ein Weg, der drei bis fünf Jahre dauert«, so Baudisch. Am Ende könne die Priesterweihe stehen. Dass beide vom Zölibat befreit werden, könne nur der Papst verfügen. Eine Gemeinde jedoch würden verheiratete Priester nicht bekommen. Ihnen stünden andere Seelsorgedien­ste offen.</p>
<p>Jens Bulisch ist in Crostwitz nun »pastoraler Mitarbeiter«. Welche Aufgaben ihm übertragen werden, weiß er noch nicht. Es könnte Ministrantendienst, Seniorenarbeit, Jugendarbeit oder die Leitung von Familienkreisen sein, sagt Pressesprecher Baudisch.</p>
<p>Jens Bulisch selbst sieht sich als Theologe zwar gut ausgebildet. Trotzdem werde er an der Universität Erfurt in katholischer Theologie »nachgerüstet«: in Kirchenrecht, katholischer Ethik und anderem.</p>
<p>Dass Pfarrer so sang- und klanglos ihren Dienst quittieren können, mag für andere Berufstätige unverständlich erscheinen. Doch die Frage nach einer Kündigungsfrist stelle sich nicht, sagt Oberlandeskirchenrat Klaus Schurig. </p>
<p>Durch einen solchen Schritt verliere ein verbeamteter Pfarrer Kraft des Gesetzes sein Amt, so der Kirchenjurist im <a href="http://www.evlks.de/landeskirche/landeskirchenamt/index.html">Landeskirchenamt in Dresden</a>. Denn die Mitgliedschaft in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche sei Voraussetzung dafür. »Das Landeskirchenamt stellt im Nachhinein nur den Austritt&#xA0;fest.«</p>
<p><em>Christine Reuther</em><br />
<strong>&#xA0;<br />
</strong><em>&#xA0;</em></p>
<h3>Sachsens Landesbischof Bohl:</h3>
<p><div id="attachment_4235" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/08/bohl.jpg" alt="Jochen Bohl" title="bohl" width="200" height="287" class="size-full wp-image-4235" /><p class="wp-caption-text">Jochen Bohl</p></div><em> </p>
<h4>»Selbstprüfung ist angezeigt«</em></h4>
<p><strong><br />
Herr Landesbischof Bohl, was empfinden Sie angesichts der Übertritte von zwei Pfarrern zur katholischen Kirche?</strong><br />
<em>Bohl: </em>Ich habe die Nachrichten nach meinem Urlaub vorgefunden, und so überraschend sie kamen, ist für mich doch offenkundig, dass in beiden Fällen ein längerer Prozess zu seinem Abschluss gekommen ist. Ihre theologische Entwicklung hat die beiden Pfarrer, wohl insbesondere was das Kirchen- und Amtsverständnis angeht, über Jahre hin näher an die römisch-katholische Kirche herangeführt. Das kann ich weder nachvollziehen noch gutheißen.</p>
<p><strong>Was bedeutet das für die Landeskirche, wenn zwei Pfarrer sich zwar vertrauensvoll an die katholische Kirche wenden, mit ihrem eigenen Bischof oder Superintendenten aber nicht über ihre Probleme sprechen?</strong><br />
<em>Bohl: </em>Befremdlich ist, dass weder die Kirchgemeinden noch kirchenleitende Personen zuvor informiert wurden, ganz zu schweigen von der Verweigerung des Gesprächs über die beabsichtigten Schritte. Aber generell gilt, dass eine solche Sprachlosigkeit das Scheitern der Kommunikation und den Verlust des Vertrauens anzeigt, und daran sind immer mehrere beteiligt. Insofern ist eine Selbstprüfung angezeigt. </p>
<p><strong>Berührt es das Miteinander in der Ökumene zwischen evangelischer und katholischer Kirche in Sachsen? </strong><br />
<em>Bohl: </em>Darüber wird mit dem Bistum zu reden sein. Im übrigen gehe ich davon aus, dass die beiden Pfarrer bis auf weiteres nicht in ihrem bisherigen Wirkungsbereich pastoral eingesetzt werden, wie es zwischen beiden Kirchen schon vor längerer Zeit für solche Fälle vereinbart worden ist.</p>
<p><em>Die Fragen stellte Christine Reuther.<br />
&#xA0;<br />
</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Angst des Attentäters</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/07/26/die-angst-des-attentaters/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 14:27:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlinterpretation von Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Norwegen-Attentat]]></category>

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		<description><![CDATA[n den ersten Stunden nach den Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya am vorigen Freitag waren die Rollen noch klar verteilt: Islamisten mussten die Täter gewesen sein, verkündeten selbsternannte Experten&#xA0;– und viele glaubten es gern. Um so irritierender dann die Nachricht: Der Mörder von 76&#xA0;Menschen bezeichnet sich selbst als »konservativ«, ja sogar »christlich«. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4154" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/07/Anders_Behring_Breivik.jpg" alt="Der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik" title="Anders_Behring_Breivik" width="300" height="300" class="size-full wp-image-4154" /><p class="wp-caption-text">Der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik</p></div>In den ersten Stunden nach den Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya am vorigen Freitag waren die Rollen noch klar verteilt: Islamisten mussten die Täter gewesen sein, verkündeten selbsternannte Experten&#xA0;– und viele glaubten es gern. Um so irritierender dann die Nachricht: Der Mörder von 76&#xA0;Menschen bezeichnet sich selbst als »konservativ«, ja sogar »christlich«. </p>
<p>Eine christliche Tat? </p>
<p>Nichts weniger als das&#xA0;– sie ist es genauso wenig, wie die Untaten von al-Qaida muslimisch sind. Doch die qualvollen Bilder aus Norwegen zeigen auch die Möglichkeit einer brutalen Fehlinterpretation von Religion&#xA0;– so wie der 11.&#xA0;September&#xA0;2001. </p>
<p>Der Attentäter von Oslo und Utøya meint ganz so wie die Islamisten, die eigene Welt vor der Moderne und dem Fremden beschützen zu müssen. Beide greifen dafür zu apokalyptischen Motiven und Taten. </p>
<p>Dies nur als Wahn abzutun, hieße unbequeme Fragen an uns selbst zu unterdrücken. Denn auch hierzulande gibt es die Angst vor einer immer unübersichtlicher werdenden Welt, in der sich die Kulturen mischen. </p>
<p>Das christliche Abendland werde von Muslimen, Einwanderern und Kommunisten bedroht&#xA0;– solche Meinungen sind weit verbreitet in manchen Milieus, auch in christlichen. Es ist eine Angst, die den Keim der Gewalt in sich tragen kann.</p>
<p>Der Täter von Oslo hat diese Furcht mit Kälte und Irrsinn zu einem monströsen Massenmord zugespitzt.</p>
<p>»In der Welt habt ihr Angst«, sagte Jesus, »aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!« Christen und ihre Kirche sollten die Überwindung der Angst predigen&#xA0;– und zu leben versuchen. </p>
<p>Hunderttausende Norweger haben das in bewundernswerter Weise begriffen.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Schutzhütte Gottes</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 11:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Westsachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschneudorf]]></category>
		<category><![CDATA[Erzgebirge]]></category>
		<category><![CDATA[Gerd Kaden]]></category>
		<category><![CDATA[Jana Pauke]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderkapelle]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Braun]]></category>

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		<description><![CDATA[In Sachsens erster Wanderkapelle in Deutschneudorf treffen Menschen den guten Hirten
Das Altarbild vor Wolfgang Brauns Augen lebt. Das Kreuz hinter dem kleinen Altar ist ein Fensterkreuz,  dann geht der Blick ins Freie: Tief grün schwingt sich jenseits des Grenzbaches der böhmische Erzgebirgswald hinauf zum Kamm. Wolken ziehen übers sommerliche Land. Gottes Schöpfung drängt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4121" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/07/kapelle.jpg" alt="Oft sucht Wolfgang Braun die Stille der Kapelle oberhalb des Schweinitztales – er hat sie selbst mit gebaut. Hinter dem kleinen Altar geht der Blick hinaus auf den tschechischen Erzgebirgskamm. Foto: Steffen Giersch" title="Kapelle Erzgebirge" width="580" height="420" class="size-full wp-image-4121" /><p class="wp-caption-text">Oft sucht Wolfgang Braun die Stille der Kapelle oberhalb des Schweinitztales – er hat sie selbst mit gebaut. Hinter dem kleinen Altar geht der Blick hinaus auf den tschechischen Erzgebirgskamm. Foto: Steffen Giersch</p></div><br />
<strong>In Sachsens erster Wanderkapelle in Deutschneudorf treffen Menschen den guten Hirten</strong></p>
<p>Das Altarbild vor Wolfgang Brauns Augen lebt. Das Kreuz hinter dem kleinen Altar ist ein Fensterkreuz,  dann geht der Blick ins Freie: Tief grün schwingt sich jenseits des Grenzbaches der böhmische Erzgebirgswald hinauf zum Kamm. Wolken ziehen übers sommerliche Land. Gottes Schöpfung drängt in die kleine hölzerne Kapelle herein wie in kaum ein anderes Gotteshaus. </p>
<p>Wolfgang Braun (50) sitzt vor diesem Altarbild und faltet still die Hände. Fast jeden Tag steigt er den gewundenen Weg von seiner Werkstatt im Deutschneudorfer Ortsteil Oberlochmühle hinauf auf die 620 Meter hoch gelegene Anhöhe, wo sich sieben Wanderwege kreuzen. Er kehrt den hölzernen Fußboden der Kapelle, stellt neue Blumen in die Vase. Er sitzt hier, wenn der Sturm die kleine Kapelle umheult – und spürt, was es heißt, behaust zu sein.<br />
»Das hat etwas Befreiendes«, sagt der Holzkunsthandwerker. »Wenn ich hier oben bin in Zeiten, in denen es geschäftlich nicht gut geht, tut es mir gerade gut.« Druck, Ungewissheit und niedrige Löhne kennen die Schnitzer und Dreher der Gegend nur zu genau. Dann atmet Braun den Geruch des Holzes und liest die Worte des Psalms 23, die in sechs Ahorntafeln an den Wänden der Kapelle eingefräst sind: »Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.« Für ihn, sagt er, sei das wie ein Zwiegespräch mit Gott. </p>
<p>Drüben im böhmischen Erzgebirge gibt es viele Kapellen an Wanderwegen. Im evangelischen Sachsen ist Wolfgang Braun keine einzige bekannt. So kam er vor über einem Jahr auf die Idee, selbst eine zu bauen. Aus Liebe zum Glauben, zum Wandern und zum erzgebirgischen Grenzland, in dem sich viele abgehängt und vergessen fühlen. »Ich wollte einen Impuls geben, dass wir nicht aufgeben dürfen.« </p>
<p>Braun, in dessen Werkstatt hölzerne Engel und Räuchermänner aufgereiht stehen, packte an. Er gewann den Schneeberger Holzkunst-Professor Gerd Kaden und dessen damalige Absolventin Jana Pauke, die den Entwurf für die Kapelle aufs Papier brachte. Braun selbst, seine drei Söhne, ein Neffe und Männer aus der Jungen Gemeinde zimmerten die Balken zu einem Fachwerk zusammen. Mit vielen Unterstützern wuchs so im vergangenen Jahr auf der Bergwiese über dem Schweinitztal die kleine Kapelle in typisch erzgebirgischem Stil: Geduckt unter einem Walmdach, mit Schieferschindeln gedeckt, mit rauem Lärchenholz verkleidet und bekrönt von einem kleinen Turm mit Kreuz. </p>
<p>Gekostet hat alles 16 000 Euro. Die Hälfte davon gab der Landkreis an Fördermitteln, die andere Hälfte gaben Kommune und Spender – auch kirchenferne. So wurde der Ort Deutschneudorf Besitzer einer Kapelle.<br />
Eigentlich müsste ja seine Kirche für deren Erhalt sorgen, meint der evangelische Christ Wolfgang Braun. Doch die Verwaltung der Landeskirche schrecke vor der finanziellen Verantwortung zurück.</p>
<p>Dabei ist die »Kapelle am Weg« seit ihrer Eröffnung am 6. November für Wanderer zu einer Schutzhütte im doppelten Sinne geworden – ganz so, wie es sich Wolfgang Braun gewünscht hatte. »Ein Schutz vor Wetter und eine Hütte Gottes bei den Menschen.« </p>
<p>Braun kann viel erzählen: Von einer Frau, die vor einer schweren Operation in der Kapelle die Stille suchte. Von einem Familienvater, der hier seine Sorgen herausschrie. Vom Heiligen Abend im Schneesturm in der Kapelle als Brauns Familie sang »Stille Nacht«. Im Gästebuch finden sich japanische Sätze und finnische. Im Juni schrieb ein Besucher: »Ja, der Herr ist mein Hirte, das wird einem ganz bewusst an diesem herrlichen Flecken. Wir gehen hier wieder gestärkt in unseren Alltag und nehmen neuen Mut und neue Hoffnung mit.«</p>
<p>Es summt und zirpt in der blühenden Bergwiese rings um die Kapelle. Ein Rotschwänzchen hat unter ihrem Dach ein Nest gebaut. An der kleinen Holztür steht: »Offen« – auf Deutsch, Englisch und Tschechisch. Eine Einladung. Selbst sein Nachbar, sagt Wolfgang Braun, passe mittlerweile auf die kleine Hütte Gottes auf und kehre sie mitunter. Dabei ist er gar kein Christ. </p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Einander ertragen – ein Grundgesetz des Himmelreichs</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 11:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Galater 6.2]]></category>
		<category><![CDATA[Timotheus Arndt]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Galater 6, Vers 2  
Wir haben unsere Taschen gut gepackt und auf den Schultern verteilt, warum sollen wir dann tauschen? Aber bei Reisetaschen ist es schon vorgekommen, dass das gemeinsame Tragen an je einem Henkel verhindert, dass die Dinger so unangenehm um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.<br />
<em>Galater 6, Vers 2  </em></strong></p></blockquote>
<p>Wir haben unsere Taschen gut gepackt und auf den Schultern verteilt, warum sollen wir dann tauschen? Aber bei Reisetaschen ist es schon vorgekommen, dass das gemeinsame Tragen an je einem Henkel verhindert, dass die Dinger so unangenehm um die Beine baumeln. Es könnte aber hier auch gar nicht um unsere jeweiligen Taschen gehen, sondern um den oder die Andere selbst: Tragt je den Anderen als Last. So verfallen wir auch nicht der Illusion, wir könnten so leben, dass wir niemandem zur Last fallen. Vielmehr sollten wir unser Wissen um unsere eigenen und anderer Stärken und Schwächen so nutzen, dass wir wissen, wo wir und andere belastbar sind, wo wir die Schwächen auszugleichen haben.</p>
<p><div id="attachment_4109" class="wp-caption alignleft" style="width: 278px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/07/WzW_Arndt.jpg" alt="Timotheus Arndt ist Mitarbeiter der Forschungsstelle Judentum an der Universität Leipzig.  Foto: Uwe Winkler" title="WzW_Arndt" width="268" height="400" class="size-full wp-image-4109" /><p class="wp-caption-text">Timotheus Arndt ist Mitarbeiter der Forschungsstelle Judentum an der Universität Leipzig.  Foto: Uwe Winkler</p></div>Auf die Frage, warum die jüdische Gemeinde am Versöhnungstag ihre Schuld mit den Worten bekennt »Wir haben gesündigt«, antwortet ein Lehrer: »Niemand von uns hat allein all die Sünden begangen, die wir da aufzählen. Aber gemeinsam haben wir sie alle begangen.« </p>
<p>Die für das Himmelreich zu sammelnde Gesellschaft besteht nicht aus vollkommenen Gerechten. Das sind lauter Menschen, die wir ertragen müssen. Das Fremdwort dafür heißt Toleranz, oft missverstanden, als sollte uns fremdes Verhalten egal sein. Aber das Wort spricht vom Ertragen, also keineswegs von dem, was leicht fällt. Wir haben Mühe miteinander, sogar wenn wir uns mögen und den Menschen nicht missen möchten, der uns Mühe macht. Wenn wir also einmal jemanden auf den Mond wünschen, dann drücken wir mit diesem Wunsch ehrlich aus, dass uns Toleranz nicht leicht fällt; aber wir sollten uns auch daran erinnern, dass in dem Reich, dessen Gesetzen wir folgen, von uns erwartet wird, dass wir einander ertragen. Das ist sogar ein Grundgesetz des Himmelreichs.<br />
<em><br />
 Timotheus Arndt</em></p>
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		<title>Entscheidungen des Lebens</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jul 2011 11:22:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Eizellen]]></category>
		<category><![CDATA[Erbkrankheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wunder des Lebens in der Petri-Schale: Der Gedanke allein ist schon gewöhnungsbedürftig. Möglich war das schon vorher. Doch nun ist es auch erlaubt. Außerhalb des Mutterleibs befruchtete Eizellen dürfen begutachtet und aussortiert werden – Gentests an Embryonen sozusagen. Dieser Gedanke ist noch viel mehr gewöhnungsbedürftig.
Vorige Woche haben die Bundestagsabgeordneten ihn heftig diskutiert. Schließlich hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/07/dna.jpg" alt="dna" title="dna" width="580" height="435" class="alignnone size-full wp-image-4118" />Das Wunder des Lebens in der Petri-Schale: Der Gedanke allein ist schon gewöhnungsbedürftig. Möglich war das schon vorher. Doch nun ist es auch erlaubt. Außerhalb des Mutterleibs befruchtete Eizellen dürfen begutachtet und aussortiert werden – Gentests an Embryonen sozusagen. Dieser Gedanke ist noch viel mehr gewöhnungsbedürftig.</p>
<p>Vorige Woche haben die Bundestagsabgeordneten ihn heftig diskutiert. Schließlich hat die große Mehrheit dafür gestimmt, es zu erlauben. Nun soll es beim Risiko schwerer Erbkrankheiten oder einer hohen Wahrscheinlichkeit von Fehl- oder Totgeburten möglich sein, vor der Einpflanzung in den Mutterleib die befruchteten Eizellen zu untersuchen. Es ist keine Blanko-Vollmacht, sondern eine eng umrissene Möglichkeit der Zulassung.</p>
<p>Gegner der nun eröffneten Möglichkeiten verweisen zu Recht auf die damit vorgenommene Unterteilung in lebenswertes und lebensunwertes Leben. Die Befürworter haben die Not der Eltern im Blick, die sich bisher vergeblich ein Kind gewünscht haben und den Schritt der künstlichen Befruchtung beschreiten. Von 200 bis 300 Fällen im Jahr ist da die Rede. Und sie weisen auf den Widerspruch hin, dass Embryonen in der Petri-Schale bisher nicht untersucht werden durften – im Mutterleib aber schon. Bis hin zur Spätabtreibung. </p>
<p>Ärzte und Eltern stehen nun möglicherweise vor einer großen Herausforderung, wenn sie zu entscheiden haben, welches der noch ungeborenen Kinder ausgetragen werden soll. Eltern können damit auch überfordert sein.<br />
Immerhin ist vor jedem solchen Eingriff eine Beratung vorgeschrieben. Zumindest aus dem Raum der Kirchen könnte da Orientierung gegeben werden.<br />
<em><br />
Von Christine Reuther</em></p>
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		<title>Langer Weg zum eigenen Geld</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/07/15/langer-weg-zum-eigenen-geld/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 11:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Diakonie Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[persönliches Budget]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Seit 2008 haben Behinderte in Sachsen das Recht auf ein »Persönliches Budget«. Aber zu wenige machen Gebrauch davon. 
Der junge Mann, nennen wir ihn Ralf, ist frustriert. Er wollte, was er an Hilfe braucht, selbst organisieren. Nun aber zieht es sich hin. Nach einem schweren Unfall ist der 24-Jährige querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-4103" title="titel_so29" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/07/titel_so29.jpg" alt="titel_so29" width="580" height="356" /><br />
<strong>Seit 2008 haben Behinderte in Sachsen das Recht auf ein »Persönliches Budget«. Aber zu wenige machen Gebrauch davon. </strong></p>
<p>Der junge Mann, nennen wir ihn Ralf, ist frustriert. Er wollte, was er an Hilfe braucht, selbst organisieren. Nun aber zieht es sich hin. Nach einem schweren Unfall ist der 24-Jährige querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Unterstützung braucht er im Haushalt, Assistenz während der Arbeit und in der Freizeit. 16 Stunden täglich. Finanzieren wollte er das über ein Persönliches Budget. Seit 2008 haben Behinderte ein Recht darauf, auch in Sachsen.</p>
<p>Ralf hat einen Antrag geschrieben, vor mehr als einem Jahr. Hat vor den Zuständigen seine Lage geschildert, den Antrag noch einmal geändert. Das Geld indes bekommt er nicht. Behinderten dieses »persönliche Geld« in die Hand zu geben und sie ihre benötigten Assistenzen selber einkaufen zu lassen – dieses Prinzip finden in Sachsen alle Beteiligten grundsätzlich gut. Allein: Es bewegt sich kaum etwas.</p>
<p>»In den letzten mehr als zweieinhalb Jahren haben wir rund 400 Menschen beraten«, sagt Christian Schönfeld, Direktor der Diakonie Sachsen. 190 von ihnen hätten das Persönliche Budget beantragt, fast hundert es bekommen. »Das sind mehr als vor einem Jahr. Aber immer noch zu wenige.« Hauptursache für ihn: »Die Kostenträger bremsen.« Die Verwaltung entpuppe sich bei den Verfahren als »lange Bank«.</p>
<p>Freilich erfordere dieses Budget auch von den Behinderten einen ausgeprägten Willen, verlange ihnen mehr Arbeit ab, meint Ivonne Fichte-Schnabel, Koordinatorin des Projekts Persönliches Budget bei der sächsischen Diakonie. Auf jeden Fall müssten sie mehr über Anträge und Verfahren wissen.</p>
<p>Stephan Pöhler, Behindertenbeauftragter der sächsischen Regierung, fordert: »Die Behinderteneinrichtungen müssen neue Angebote machen. Das geschieht noch zu zögerlich.« Die Behinderten wiederum ermuntert er zu mehr Mut.</p>
<p>Deren Interesse am Persönlichen Budget zumindest sei groß, sagt Sören Haak. »Zu mir kommen immer mehr Menschen mit Anfragen«, konstatiert der Berater im Ambulanten Behindertenzentrum der Dresdner Stadtmission, der selbst Rollstuhlfahrer ist. »Aber bei den Ämtern dauern die Genehmigungsverfahren dafür lange.« Gleichwohl rät er den Behinderten, diesen Schritt zu wagen. »Die Entscheidungsträger müssen merken, dass der Bedarf wirklich da ist.« Und auch bei den Betreuern müsse ein Umdenken angestoßen werden. »Gerade aus christlichen Motiven heraus in bester Absicht Helfende laufen Gefahr, Behinderten nichts zuzutrauen«, sagt er. So verfestigten sie bei ihnen die Ansicht: Ich kann das ja gar nicht. »Gerade bei Behinderten, die viele Jahre in einem Heim gelebt haben, müssen wir diese alten Muster aufbrechen. Wir brauchen nicht Helfer, die immer gleich wissen, was für einen Behinderten gut ist. Vielmehr müssen die Helfer fragen: Was brauchst du, was willst du?«</p>
<p>Die Kostenträger wiederum sehen auch eine Mitschuld der behinderten Antragsteller. Rolf Ernst vom Kommunalen Sozialverband erlebt immer wieder, dass die Anträge zu ungenau formuliert werden: »Es ist besser, wenn die Behinderten gleich am Anfang ihre Situation und ihren Hilfebedarf lieber etwas ausführlicher schildern.«<br />
Anita Richter, Beraterin bei der Behindertenbeauftragten der Stadt Dresden und selbst körperbehindert, hat die Erfahrung gemacht: »Bei den internen Verwaltungsabläufen hakt es sehr. Die Ämter sind an festgelegte Prozesse gebunden. Die Sachbearbeiter haben ihre Vorschriften. Unter denen gibt es viele Unsicherheiten.«</p>
<p>Einig sind sich alle Beteiligten nur in einem: Dass es noch längere Zeit braucht, bis sich das Persönliche Budget durchsetzt. Ralf, den Rollstuhlfahrer, dürfte das kaum trösten. Er hätte das Geld, mit dem er Helfer für seinen Alltag bezahlen könnte, lieber heute als morgen.<br />
<em><br />
Tomas Gärtner</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mehr geben als nehmen – mehr Uploads als Downloads</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Mar 2011 19:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Geben und Nehmen im Zeitalter des Internets]]></category>

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		<description><![CDATA[
Seht wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.	 
Lukas 18, Vers 31
 Upload steht für das Hochladen von Texten, Bildern oder Melodien ins Internet. 
Download steht für das »Absaugen« von Daten, Dissertationen oder Dienstleistungen. 
Geben und Nehmen im Zeitalter des Internets.
Von einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/03/1290864_14143273.jpg" alt="1290864_14143273" title="1290864_14143273" width="590" height="261" class="alignnone size-full wp-image-3452" /></p>
<blockquote><p><strong>Seht wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.	 </strong><br />
<em>Lukas 18, Vers 31</em></p></blockquote>
<div id="attachment_3451" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/03/ASG_7797.jpg" alt="Dr. Thomas Knittel ist Professor für Neues Testament und Systematische Theologie an der Evangelischen Hochschule Moritzburg. (Foto: Steffen Giersch)" title="ASG_7797" width="150" height="239" class="size-full wp-image-3451" /><p class="wp-caption-text">Dr. Thomas Knittel ist Professor für Neues Testament und Systematische Theologie an der Evangelischen Hochschule Moritzburg. (Foto: Steffen Giersch)</p></div>
<p> Upload steht für das Hochladen von Texten, Bildern oder Melodien ins Internet. </p>
<p>Download steht für das »Absaugen« von Daten, Dissertationen oder Dienstleistungen. </p>
<p>Geben und Nehmen im Zeitalter des Internets.</p>
<p>Von einem Upload der besonderen Art spricht Jesus zu seinen Jüngern: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem. Hier macht sich einer angreifbar. Er rechnet mit dem Schlimmsten, doch er steht zu seinem Auftrag. Seine Mission heißt Hingabe. Sein Ziel ist es, bei den Verlassenen zu sein. Auch wenn er dafür selbst zu einem Verlassenen werden muss, er geht den Weg, der ihn zunehmend einsam macht. Auf ihn wartet das Kreuz, Zeichen tiefster Ohnmacht und höchster Ehrlosigkeit.</p>
<p>Deutlich attraktiver erscheint uns heute das andere Prinzip: Ob jenseits oder diesseits der Legalität, es wird heruntergeladen, was irgend geht. Hier ein Song, da ein Zitat. Nur: Wo das Fremde so leicht zum Eigenen wird, da kommt es nicht mehr auf Verantwortung an. Am Ende waren’s alle oder keiner, nur nicht ich. </p>
<p>In dieser Woche beginnt die traditionelle Fastenzeit. Der Leidensweg Jesu will zum Spiegel unserer Lebensgewohnheiten werden. Mein Vorschlag für die nächsten sieben Wochen: Für jeden Gratis-Download ist ein Upload als Gegenleistung zu erbringen. Ein handgeschriebener Brief für einen Wikipedia-Artikel, ein fröhlicher Gruß in der Straßenbahn für eine kostenlose Fahrplanauskunft, eine herzliche Fürbitte für unsere Kirche beim Herunterladen des Amtsblatts unter evlks.de. </p>
<p>Und sollte jemand fragen, sagen Sie einfach: »Ich war’s«.                                              </p>
<p><em>Thomas Knittel</em></p>
<blockquote><p>
Kennen Sie unseren Audio-Podast? Besuchen Sie doch bitte <a href="http://www.wort-zur-woche.de">www.wort-zur-woche.de</a>!</p></blockquote>
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		</item>
	</channel>
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