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	<title>DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Kommentar</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>Muttis Arbeit</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 17:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter-Kind-Kur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich Zuhaus. Ich binde meine Schürze um und kehr die Stube aus …«, hieß es in einem Kinderlied aus DDR-Zeiten. Es besang die Emanzipation der Frau – und des Kindes: Während Mutti den Beruf ausübt, macht das Kind die Hausarbeit. Heute macht Mutti das alles allein. Zumindest, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich Zuhaus. Ich binde meine Schürze um und kehr die Stube aus …«, hieß es in einem Kinderlied aus DDR-Zeiten. Es besang die Emanzipation der Frau – und des Kindes: Während Mutti den Beruf ausübt, macht das Kind die Hausarbeit. Heute macht Mutti das alles allein. Zumindest, wenn man einer <a href="http://www.morgenpost.de/printarchiv/familie/article1351159/Beruf-und-Familie-bleiben-fuer-Frauen-schwer-vereinbar.html">Studie glaubt, die Gewerkschaft und Familienministerium zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie</a> in Auftrag gegeben hatten, und die vorige Woche in Leipzig vorgestellt wurde.</p>
<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/1282781_72634331.jpg" alt="1282781_72634331" title="1282781_72634331" width="300" height="616" class="alignleft size-full wp-image-2309" />Während immer mehr Frauen die Hauptverdiener ihrer Familie sind – 21 Prozent sind es gegenüber 15 Prozent 1991 – bleibe die Rollenverteilung im Haushalt die gleiche wie immer, heißt es da. Mutti putzt und kocht und kümmert sich um die Kinder – neben dem Beruf. Und oft sei sie noch Druck vonseiten ihres Arbeitgebers ausgesetzt, wenn sich Arbeitszeit und Öffnungszeit des Kindergartens nicht vereinbaren lassen, sagt die Studie. </p>
<p>»Wenn ich gewusst hätte, wie schwer das alles ist, hätte ich mich nicht für ein Kind entschieden«, sagt eine junge Frau in einer Radioreportage, als es um einen Betreuungsplatz geht, den sie für ihr Kind nur schwer und für viel Geld ergatterte. Dazu passt eine Meldung des Müttergenesungswerks. Das hat die Ablehnungspraxis der Krankenkassen für Mutter-Kind-Kuren kritisiert. Es sei unverständlich, warum kranke und belastete Mütter viele Hürden überwinden müssten, wenn sie einen Kurantrag einreichten, hieß es.</p>
<p>So richtig wundern kann man sich deshalb nicht, wenn Deutschland immer älter wird und immer weniger Kinder geboren werden. Umso mehr freut man sich über jede Kinderwagen schiebende Familie und jeden Vater, der sich Elternzeit nimmt. Dabei müsste das alles doch selbstverständlich sein.</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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		<title>Zeugung statt Erzeugung</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/07/16/zeugung-statt-erzeugung/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Erbkrankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gendefekt]]></category>
		<category><![CDATA[Voruntersuchung]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Entscheidung des Bundesgerichtshofes, die Untersuchung von Embryos auf Gendefekte und Erbkrankheiten vor dem Einpflanzen in die Gebärmutter zuzulassen, hat ein grundsätzliches Dilemma offenbart: Eine Gesetzgebung, die erst abwägen möchte, was ethisch zulässig ist, um dies dann in Paragrafen zu formulieren, hinkt den rasanten Fortschritten der Gentechnik meilenweit hinterher. 
Verständlich: Ethische Debatten brauchen Zeit, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/1258732_43229381.jpg" alt="Pipette" title="Pipette" width="560" height="389" class="alignnone size-full wp-image-2284" /><br />
Die <a href="http://www.epd.de/ost/ost_index_77229.html">Entscheidung des Bundesgerichtshofes, die Untersuchung von Embryos auf Gendefekte und Erbkrankheiten vor dem Einpflanzen in die Gebärmutter zuzulassen</a>, hat ein grundsätzliches Dilemma offenbart: Eine Gesetzgebung, die erst abwägen möchte, was ethisch zulässig ist, um dies dann in Paragrafen zu formulieren, hinkt den rasanten Fortschritten der Gentechnik meilenweit hinterher. </p>
<p>Verständlich: Ethische Debatten brauchen Zeit, weil jene, die sie führen, in größeren Zusammenhängen denken müssen, denen der Gesellschaft und des Menschen. Weil sie erwägen müssen.</p>
<p>Da ist die Medizin schneller, schon weil sie es sein muss: Nur wer im Wettlauf der Erkenntnisse die Nase vorn hat, hat Aussicht, die teure Forschung auch künftig finanziert zu bekommen. Diese Dynamik hat einen stärker und stärker werdenden Verbündeten: Es ist die Auffassung, dem Einzelnen seien dank der modernen Medizin in der Verwirklichung seiner Lebensvorstellungen keine Grenzen mehr gesetzt. Kein Schicksal mehr, nur noch Möglichkeiten, die man wie ein Designer selbst gestaltet. </p>
<p>Ging es in dem vorliegenden Fall um die Bekämpfung gefährlicher Krankheiten? Es ging um den Kinderwunsch von Paaren und um deren nachvollziehbaren Anspruch, ein gesundes Kind zu bekommen. Wäre auch ein Paar denkbar, das nur jene Therapien auf sich nimmt, die seine natürlichen Fähigkeiten stimulieren, Kinder zu bekommen? Und das schließlich sagt: Schluss, vielleicht liegt ein tieferer Sinn darin, dass es bei uns nicht sein soll. </p>
<p>Es gibt andere Wege als so weit gehende Eingriffe, die die Zeugung zur Erzeugung machen. Eine Adoption zum Beispiel. Wir sollten uns die Frage stellen: Ist zur Erfüllung des Kinderwunsches alles zulässig?</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
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		<title>Afrika im Herzen behalten</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/07/08/afrika-im-herzen-behalten/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 15:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball WM]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag, wenn das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft abgepfiffen wird, ist das Fieber der vergangenen Wochen wieder vorbei. Es waren besondere Wochen, in denen die Fußballfans in Fernsehsendungen und auch in großen Aufmachern von Zeitungen auf die Situation im WM-Land Südafrika und im ganzen Kontinent aufmerksam gemacht wurden. 
Nach den olympischen Spielen 2008 in Peking ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2258" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/1278035_53287308.jpg" alt="Kapstadt, Foto: Gareth Weeks, sxc.hu" title="Kapstadt" width="560" height="342" class="size-full wp-image-2258" /><p class="wp-caption-text">Kapstadt, Foto: Gareth Weeks, sxc.hu</p></div><br />
Am Sonntag, wenn das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft abgepfiffen wird, ist das Fieber der vergangenen Wochen wieder vorbei. Es waren besondere Wochen, in denen die Fußballfans in Fernsehsendungen und auch in großen Aufmachern von Zeitungen auf die Situation im WM-Land Südafrika und im ganzen Kontinent aufmerksam gemacht wurden. </p>
<p>Nach den olympischen Spielen 2008 in Peking ist es das zweite Mal, dass die Nöte der Menschen im jeweiligen Land in den Focus der Medien geraten. Was wichtig und begrüßenswert erscheint, ist nur leider nicht von großer Nachhaltigkeit geprägt. Wenn ab Montag Sportler, Funktionäre, auch Politiker und die zahlreichen Medienvertreter Südafrika verlassen, droht das Land wieder aus dem Blick westlicher Realitäten zu geraten – zumal wohl auch in Deutschland noch hitzige Debatten über die Zukunft der Sozialpolitik anstehen.</p>
<p>Aktiven in der Entwicklungshilfe und den Nichtregierungsorganisationen wird es wieder schwerfallen, die Menschen im Wohlfahrtsland Deutschland für Aids, Armut, Korruption und Verletzung von Menschenrechte zu sensibilisieren. Für Christen gilt das nicht. Ihr Anspruch auf gelebte Nächstenliebe und ihr Streben nach Gerechtigkeit hebt die Ärmsten der Welt zum Glück immer wieder auf Gesprächs- und Handlungsagenda. </p>
<p>Die lutherischen Christen der Welt jedenfalls haben sich das für ihre <a href="http://www.elk-wue.de/aktuell/veranstaltungen/vollversammlung-lwb/">Vollversammlung in Stuttgart vom 20. bis 27. Juli</a> auf die Tagesordnung geschrieben. Dort soll es um die Themen Aids, Hunger, Klimagerechtigkeit gehen. Kurz nach der WM-Euphorie hat der Lutherische Weltbund gute Chancen, damit auch andere Menschen für das Thema zu gewinnen. Wenn das gelingt, wäre das wirklich ein WM-Erfolg.  </p>
<p><em>Corinna Buschow</em></p>
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		<title>Sprachlos am Lebensende</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/07/02/sprachlos-am-lebensende/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 09:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsbeschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Sterbehilfe]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bundesgerichtshof hat entschieden – und zugleich die Grenzen richterlicher Sprüche aufgezeigt: Bei unheilbar Kranken, die nicht mehr selbst entscheiden können, darf die medizinische Lebensverlängerung abgebrochen werden – wenn sie es vordem so gewünscht haben. Doch das Dilemma und der Schmerz der Menschen, die darüber entscheiden müssen, werden ungelöst bleiben.
An der Grenze des Lebens kommen auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2239" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/803695_34537223.jpg" alt="Foto: Benjamin Earwicker, sxc.hu" title="Foto: Benjamin Earwicker, sxc.hu" width="560" height="372" class="size-full wp-image-2239" /><p class="wp-caption-text">Foto: Benjamin Earwicker, sxc.hu</p></div><br />
Der Bundesgerichtshof hat entschieden – und zugleich die Grenzen richterlicher Sprüche aufgezeigt: <a href="http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/sterbehilfe-bundesgerichtshof-stärkt-recht-von-patienten19732">Bei unheilbar Kranken, die nicht mehr selbst entscheiden können, darf die medizinische Lebensverlängerung abgebrochen werden – wenn sie es vordem so gewünscht haben</a>. Doch das Dilemma und der Schmerz der Menschen, die darüber entscheiden müssen, werden ungelöst bleiben.</p>
<p>An der Grenze des Lebens kommen auch unsere Aussagen über die Zukunft an ihre Grenzen. Wer will voraussagen, wie man selbst etwa einen Zustand im Wachkoma erleben würde? Es gibt weit weniger dramatische Zustände im Leben, in die man um keinen Preis geraten möchte – und die dann ganz unverhofft auch lebenswerte Seiten haben oder doch zumindest zum Überleben taugen. Oft sind es beim Anblick eines schwer kranken Menschen die Angehörigen und Freunde, die dieses Leiden nicht mehr aushalten. Die Gefahr ist groß, dass sie in be­ster Absicht ihren Willen für den des Patienten halten.</p>
<p>Das Dilemma bleibt und auch der Schmerz. Mildern lässt er sich nicht durch einsame Entscheidungen. Im Gegenteil: Angehörige, Freunde, Pfleger, Ärzte und Seelsorger müssen sich gemeinsam auf die Suche nach dem Willen des Patienten machen. Es kann eine Patientenverfügung sein oder ein frühers Gespräch, die dabei helfen. Es kann auch ein leichter Händedruck des Kranken oder ein Augenaufschlag sein. Es ist ein schwieriger Weg, der im Patientenverfügungs-Gesetz besser festgeschrieben werden muss. Nur wenn sich an seinem Ende ein einheitliches Bild vom Willen des Patienten ergibt, wird man ihn ruhigen Gewissens sterben lassen können. In der Hoffnung, dass er bei Gott geborgen ist – so wie auch die Entscheidung seiner Angehörigen. </p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Das Meer stirbt im Öl</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/06/25/das-meer-stirbt-im-ol/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 09:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Während in Südafrika der Fußball rollt, stirbt in Mittelamerika das Meer. Die größte Umweltkatastrophe der jüngsten Geschichte gerät in diesen Tagen immer wieder aus dem Blick, weil die Siege, Hoffnungen und Niederlagen hochbezahlter Fußballgrößen die Titelseiten füllen. Währenddessen verseucht im Golf von Mexiko eine Ölpest unvorstellbaren Ausmaßes nicht nur das Wasser, sondern gefährdet das Leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während in Südafrika der Fußball rollt, stirbt in Mittelamerika das Meer. <a href="http://www.redaktion.evangelisch.de/themen/umwelt/sieben-wochen-ölpest-sieben-drängende-fragen19059">Die größte Umweltkatastrophe der jüngsten Geschichte</a> gerät in diesen Tagen immer wieder aus dem Blick, weil die Siege, Hoffnungen und Niederlagen hochbezahlter Fußballgrößen die Titelseiten füllen. Währenddessen verseucht im Golf von Mexiko eine Ölpest unvorstellbaren Ausmaßes nicht nur das Wasser, sondern gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. </p>
<div id="attachment_2215" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/1285814_25928129.jpg" alt="Fotos: Stephen Eastop, sxc.hu" title="Das Meer stirbt im Öl" width="560" height="375" class="size-full wp-image-2215" /><p class="wp-caption-text">Fotos: Stephen Eastop, sxc.hu</p></div>
<p>Das soll kein Vorwurf an die Fußballbegeisterten sein. Doch ebenso wie das Fußballfieber in diesen Tagen weltweit grassiert, sollte das seit Monaten vom Meeresgrund aufsteigende Öl weltweit Aufmerksamkeit erregen – und Sorge. Denn es ist kein Tanker mit endlichem Fassungsvermögen, der – so schlimm das auch  immer ist – leck wurde. Es ist ein unterirdisches Ölfeld in über tausend Metern Meerestiefe, das leer läuft, weil die Betreiber der Ölplattform an Geld und Material sparen wollten, um aus dem weltweiten Hunger nach Energie, nach Treib- und Kunststoffen möglichst viel Gewinn zu schlagen. </p>
<p>Und während das artenreiche Leben im Meer erlischt, Tiere ölverschmiert verenden, Menschen unter den versprühten Chemikalien und unter den wirtschaftlichen Schädigungen leiden, drängt sich ein Gedanke in den Vordergrund: Diese Katastrophe könnte das Ende des Ölzeitalters endgültig einleiten. Was wir bei jeder Tankfüllung in die ferne Zukunft verschieben, könnte schneller kommen als gedacht. </p>
<p>Und das wiederum muss keine Katastrophe sein. Während es jetzt geboten ist, alle verfügbare Technologie zur Behebung des Schadens einzusetzen, sollten weltweit alle Anstrengungen darauf gerichtet sein, neue Energieformen voranzubringen, weg vom Öl.</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Splitterbomben fürs Soziale</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/06/17/splitterbomben-furs-soziale/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 15:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Linksextreme]]></category>
		<category><![CDATA[politische Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Engagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Konstellation verstört: Am vergangenen Sonntag demonstrierten 20 000 Menschen in Berlin gegen den Abbau von sozialen Leistungen des Staates. Das klingt sympathisch. Und notwendig. Doch dann fliegen Flaschen, Böller und selbstgebastelte Splitterbomben. Zwei Polizisten werden schwer verletzt. Das klingt nicht mehr sympathisch – das erfüllt die Definition von Terrorismus.
Das Verstörende daran ist, wie dünn die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Konstellation verstört: Am vergangenen Sonntag demonstrierten 20 000 Menschen in Berlin gegen den Abbau von sozialen Leistungen des Staates. Das klingt sympathisch. Und notwendig. <a href="http://www.evangelisch.de/themen/politik/entsetzen-nach-sprengsatz-attacke-auf-polizisten19207">Doch dann fliegen Flaschen, Böller und selbstgebastelte Splitterbomben.</a> Zwei Polizisten werden schwer verletzt. Das klingt nicht mehr sympathisch – das erfüllt die Definition von Terrorismus.<br />
<div id="attachment_2187" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/1151227_45242413.jpg" alt="Foto: Daniel Battiston, sxc.hu" title="Foto: Daniel Battiston, sxc.hu" width="560" height="420" class="size-full wp-image-2187" /><p class="wp-caption-text">Foto: Daniel Battiston, sxc.hu</p></div><br />
Das Verstörende daran ist, wie dünn die Grenze sein kann zwischen politischem Engagement und politischer Gewalt. Man will für die Opfer sein – und bringt selbst welche hervor. Man will das Gute – und tut das Böse. Die Ideologie des 20. Jahrhunderts wie auch die Kirchengeschichte können viel darüber erzählen. Verstörend ist auch die Nähe der Gedanken von Linksextremen, Demokraten – und Chri­sten: Ein menschenwürdiges Leben für alle, einen humanen Umgang mit Flüchtlingen, ein Wirtschaftssystem ohne Profit-Diktat, weltweite Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung – das wollen sie alle.</p>
<p>Muss man diese Ziele, weil sie von einer kleinen aber wachsenden Minderheit mit Gewalt verfolgt werden, deshalb verteufeln? Nein, sie bleiben richtig. Aber auch die Kirche muss klar sagen, wo die Grenze liegt: Nie kann ein gutes Ziel mit schlechten Mitteln verfolgt werden – es verdirbt dann selbst. </p>
<p>Doch zugleich zeigen die Demonstrationen, dass ein Unbehagen über die wachsende soziale Ungerechtigkeit in unserem Land heranwächst. Und dass immer mehr Menschen bei den Parteien und Kirchen ein entschiedenes Engagement gegen all die großen und kleinen Ungerechtigkeiten in unserer Welt vermissen. Wenn das Feuer der Leidenschaft dafür nicht mehr brennt – dann brennt es vielleicht demnächst öfter auf unseren Straßen.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		</item>
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		<title>Kindersorgen</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/06/11/kindersorgen/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 07:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderarmut]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsangst]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Kinder in Deutschland, die sehen für sich keine Zukunft. Das jedenfalls sagen 20 Prozent der befragten Sechs- bis Elfjährigen zur zweiten World-Vision-Kinderstudie, die vorige Woche in Berlin vorgestellt wurde. Gegenüber dem Großteil ihrer Altersgenossen trauen sie sich keine erfolgreiche Schullaufbahn mehr zu. Sie beklagen vor allem fehlende Zuwendung der Eltern und zu wenig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2175" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/183857_8287.jpg" alt="Foto: Benjamin Saravia, sxc.hu" title="Foto: Benjamin Saravia, sxc.hu" width="560" height="420" class="size-full wp-image-2175" /><p class="wp-caption-text">Foto: Benjamin Saravia, sxc.hu</p></div>
<p>Es gibt Kinder in Deutschland, die sehen für sich keine Zukunft. Das jedenfalls sagen 20 Prozent der befragten Sechs- bis Elfjährigen zur zweiten World-Vision-Kinderstudie, die vorige Woche in Berlin vorgestellt wurde. Gegenüber dem Großteil ihrer Altersgenossen trauen sie sich keine erfolgreiche Schullaufbahn mehr zu. Sie beklagen vor allem fehlende Zuwendung der Eltern und zu wenig Anregungen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Manche Eltern seien damit einfach überfordert, stellt die Studie fest. Gerade Kinder mit arbeitslosen Eltern hätten dies beklagt. </p>
<p>Es gibt das Wort von den »bildungsfernen« Schichten. Damit sind oft Familien gemeint, die von Hartz IV leben, denen die Voraussetzungen fehlen, ihren Kindern aus eigener Kraft das zu bieten, was sie zu ihrer Entwicklung brauchen.<br />
Es sei dahingestellt, ob die 20 Prozent der Kinder aus solchen Familien kommen. Doch Sportverein und Musikschule kosten Geld. Deshalb muss es öffentliche Angebote geben, in denen Kinder Anregungen bekommen und gefördert werden – und wo ihre Anwesenheit nichts kostet. </p>
<p>Da ist es geradezu ein fatales Signal, wenn in den öffentlichen Haushalten der Sozialsektor den Kürzungen anheim fällt. Sparpaket nennt sich das 80-Milliarden-Projekt, das die Bundesregierung in den vergangenen Tagen beschlossen hat – obwohl sparen ja eigentlich bedeuten würde, etwas beiseite zu legen für schlechte Zeiten. Fast alle Kommentatoren sind sich einig: Die geplanten Kürzungen treffen die Armen des Landes. Und die Familien. </p>
<p>Auch wenn im Bildungsbereich ausdrücklich keine Kürzungen geplant sind: Für die 20 Prozent der Kinder, die für sich keine Chance auf eine Zukunft sehen, ist das nicht gerade ein ermutigendes Signal, dass sie zur Klientel der wieder einmal Betroffenen gehören.</p>
<p><em>Von Christine Reuther</em></p>
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		<title>Perverser Spaß</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 17:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Austellung]]></category>
		<category><![CDATA[Körperwelten]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt ist die »Körperwelten«-Schau des Leichenpräparators Gunther von Hagens auch in Sachsen zu sehen – in Leipzig. Wie schon andernorts kommt auch diese Ausstellung mit dem vordergründig erklärten Anspruch daher, gesundheitliche Aufklärung zu leisten. 
Das Herz soll diesmal im Mittelpunkt stehen. Da wird uns zum Beispiel erklärt, dass es der unentwegte »Motor des Lebens« sei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2125" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/503999_96672034.jpg" alt="Foto: Melodi T., sxc.hu" title="Foto: Melodi T., sxc.hu" width="560" height="420" class="size-full wp-image-2125" /><p class="wp-caption-text">Foto: Melodi T., sxc.hu</p></div><br />
Jetzt ist die »Körperwelten«-Schau des Leichenpräparators Gunther von Hagens auch in Sachsen zu sehen – in Leipzig. Wie schon andernorts kommt auch diese Ausstellung mit dem vordergründig erklärten Anspruch daher, gesundheitliche Aufklärung zu leisten. </p>
<p>Das Herz soll diesmal im Mittelpunkt stehen. Da wird uns zum Beispiel erklärt, dass es der unentwegte »Motor des Lebens« sei und Herzkrankheiten die häufigste Todesursache darstellten. Oder dass wir bei Angst und Kummer Herzschmerzen, bei Leidenschaft jedoch Herzklopfen bekämen. All dies aber weiß heute jeder durchschnittlich gebildete Mensch. Warum, so fragt man sich, muss man dafür haltbar gemachte Leichen posieren lassen? </p>
<p>Weil in dieser Ausstellung nicht die Information über den Körperbau, sondern der Nervenkitzel, die skandalträchtige Inszenierung im Vordergrund steht. Seriöse Anatomie-Ärzte, beispielsweise von der Anatomischen Gesellschaft oder der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, haben das schon vor Jahren als »sensationsheischende Erlebnis­anatomie« abgelehnt. </p>
<p>Menschen den Bau von Muskeln und Organen zu erklären, ist ein anerkennenswertes Anliegen, das Einrichtungen wie das Hygiene-Museum in Dresden zum Beispiel seit Jahren praktizieren. Man muss dazu nicht Poker spielende Leichen mit offener Bauchdecke zeigen. In der Ausstellung in Augsburg verhinderte nur ein Gerichtsurteil, dass die Leichen beim Geschlechtsakt gezeigt wurden. Solch perverser Spaß verletzt die Menschenwürde. </p>
<p>Allerdings deutet der große Zulauf, den die Ausstellungen bisher verzeichneten, auf ein enormes Interesse an Anatomie hin. Bei ihren »Tagen der offenen Tür« zeigt beispielsweise die Anatomie der Leipziger Uniklinik, wie man das auch auf angemessene und würdige Weise befriedigen kann. </p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
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		<title>Du sollst Dir kein BILDnis machen</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 15:34:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Hentschel]]></category>
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		<category><![CDATA[Jemen]]></category>
		<category><![CDATA[Lydia Hentschel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Freude über die Heimkehr der im Jemen entführten Schwestern Lydia und Anna Hentschel teilte sich wohl jedem mit, der von ihr hörte – und auch das Ausmaß der Tragik. »Die beiden Töchter nach elf Monaten befreit, das Baby ist tot, von den Eltern fehlt jede Spur« titelte »Bild«. Die größte Zeitung Deutschlands vermeldete den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-2110" title="Andreas Roth" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/05/roth.jpg" alt="Andreas Roth" width="560" height="375" />Die Freude über die Heimkehr der im Jemen entführten Schwestern Lydia und Anna Hentschel teilte sich wohl jedem mit, der von ihr hörte – und auch das Ausmaß der Tragik. <a href="http://www.bild.de/BILD/news/2010/05/19/deutsche-jemen-geiseln/toechter-nach-elf-monaten-befreit.html">»Die beiden Töchter nach elf Monaten befreit, das Baby ist tot, von den Eltern fehlt jede Spur« titelte »Bild«</a>. Die größte Zeitung Deutschlands vermeldete den Tod eines zweijährigen Jungen, ohne jeden Beweis dafür zu erwähnen. Kein Leichenfund, kein DNA-Abgleich. Nur das Entsetzen bei Angehörigen und Freunden der Vermissten – das scheint sicher.</p>
<p>Ja, wir Journalisten müssen bisweilen mit Vermutungen und Hypothesen arbeiten. Das kann sogar unsere Pflicht sein, wenn wir die Öffentlichkeit nicht anders über wichtige politische oder gesellschaftliche Entwicklungen informieren können. Und: Ja, wir Journalisten müssen oft verworrene Prozesse vereinfachen, damit sie von einer breiten Öffentlichkeit verstanden werden – für Fachleute ist das bedauerlich, für die Demokratie aber unerlässlich. Doch im Falle des zweijährigen Simon Hentschel geht es nicht um die Demokratie. Es geht um einen Menschen.</p>
<p>»Du sollst Dir kein Bildnis machen«, so lautet das zweite Gebot. Gemeint ist nicht nur Gott, sondern auch seine Schöpfung. Für Medienleute heißt das: Wenn es um Menschen und ihr Leben geht, ist hohe Vorsicht geboten – und kein Raum für fahrlässige Spekulationen.</p>
<p>Journalisten sind von Berufs wegen Skeptiker. Doch sie sollten auch das Prinzip Hoffnung nicht verkümmern lassen – dieses Urprinzip Gottes im Umgang mit seinen oft genug zweifelhaften Geschöpfen: Im Zweifel für den Angeklagten, im Zweifel für die Hoffnung. Zu wünschen ist diese Hoffnung den Angehörigen der entführten Familie und allen, die mit ihnen sind.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Die CDU muss sich entscheiden</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 11:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist bitter. Tief stürzte die CDU bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen in der Wählergunst. Nun fragt sie sich: Wie konnte es so weit kommen? Schon haben führende Landespolitiker der Union –  unter ihnen der Chef ihrer sächsischen Landtagsfraktion Steffen Flath – eine Debatte angestoßen. Ihrer Meinung nach fehlt der Merkel-CDU ein klares christlich-konservatives Profil. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/05/Unbenannt-1.jpg" alt="CDU" title="CDU" width="300" height="194" class="alignright size-full wp-image-2003" />Das ist bitter. Tief stürzte die CDU bei der <a href="http://www.evangelisch.de/themen/politik/nrw-wahl-schwierige-koalitionsbildung-nach-patt17279">Wahl in Nordrhein-Westfalen</a> in der Wählergunst. Nun fragt sie sich: Wie konnte es so weit kommen? <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EDB90D96539644FC88A28D5035D165EF7~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Schon haben führende Landespolitiker der Union –  unter ihnen der Chef ihrer sächsischen Landtagsfraktion Steffen Flath – eine Debatte angestoßen</a>. Ihrer Meinung nach fehlt der Merkel-CDU ein klares christlich-konservatives Profil. Doch solcherlei Überlegungen verfehlen den Kern des Problems. Nicht nur aus politischen Gründen, sondern vor allem aus theologischen.</p>
<p>Wer sich an der liberalen Gesellschaftspolitik der Regierung Merkel stößt, wer den Wandel traditioneller Familienbilder beklagt oder mehr Patriotismus fordert – der sollte wissen: In der Bibel wird weder ein Hohelied des Trauscheins noch ein Lob der Nation gesungen. Schaut man wirklich einmal in die Heilige Schrift, liest man dort ganz anderes. Flüchtlinge und Verfolgte sollen gastfreundlich aufgenommen werden, fordern beispielsweise die Propheten – deutsche Innen­minister lassen Asylbewerber oft genug draußen vor der europäischen Tür liegen, oder schieben sie ab. </p>
<p>Ein aktuelles Beispiel: Der Bundesregierung liegt seit Januar eine Liste von 80 iranischen Oppositionellen vor, die nach Haft und Folter um Aufnahme in Deutschland bitten. <a href="http://www.proasyl.de/de/news/detail-zurueck-zu-home/news/keine_hilfe_fuer_irans_opposition/back/714/">Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation »Pro Asyl« aber werden sie vom CDU-geführten Bundesinnenministerium bislang hingehalten.</a> Der Prophet Jeremia sprach zum König von Juda: <a href="http://www.die-bibel.de/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/lesen-im-bibeltext/quelle/bibel/bibelstelle/jer%2022/cache/f0b7b107013b902314cd904db7000b1d/">»So spricht der Herr: Sorgt für Gerechtigkeit und befreit die Beraubten aus der Hand ihrer Unterdrücker!«</a> Das ist eine klare Ansage auch für die Wirtschafts- und Sozialpolitik. Eine Programmdebatte der CDU sollte sich darum kümmern – oder sie trägt ihren Namen zu unrecht.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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