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	<title>DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Sachsen</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>Die Einzelkämpfer</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 09:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Kantoren]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Gehrt]]></category>
		<category><![CDATA[Teilzeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie haben Teilzeitstellen und arbeiten oft mehr als sie müssten. Darüber wollen Sachsens Kantoren auf dem Kirchenmusikertag miteinander reden.
»Ich gehöre zu den ersten Kantoren in Sachsen, die in mehreren Gemeinden angestellt sind«, sagt Stefan Gehrt. Zwischen drei Kirchen ist er unterwegs, mit einer 70-Prozent-Stelle. Das bedeutet 28 Arbeitsstunden pro Woche. »Aber nur auf dem Papier. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2332" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/NIK_4265.jpg" alt="Der Dresdner Kantor Stefan Gehrt spielt nicht nur viele Musikinstrumente, sondern ist auch für mehrere Gemeinden zuständig – mit einer 70-Prozent-Stelle. Vielen seiner Kollegen geht es ebenso. Foto: Steffen Giersch" title="Stefan Gehrt" width="560" height="372" class="size-full wp-image-2332" /><p class="wp-caption-text">Der Dresdner Kantor Stefan Gehrt spielt nicht nur viele Musikinstrumente, sondern ist auch für mehrere Gemeinden zuständig – mit einer 70-Prozent-Stelle. Vielen seiner Kollegen geht es ebenso. Foto: Steffen Giersch</p></div><br />
<strong>Sie haben Teilzeitstellen und arbeiten oft mehr als sie müssten. Darüber wollen Sachsens Kantoren auf dem Kirchenmusikertag miteinander reden.</strong></p>
<p>»Ich gehöre zu den ersten Kantoren in Sachsen, die in mehreren Gemeinden angestellt sind«, sagt Stefan Gehrt. Zwischen drei Kirchen ist er unterwegs, mit einer 70-Prozent-Stelle. Das bedeutet 28 Arbeitsstunden pro Woche. »Aber nur auf dem Papier. In Wirklichkeit komme ich auf 50 Wochenstunden«, erzählt er.</p>
<p>Mehr Zeit als früher braucht er, um seine musikalische Arbeit zu organisieren. »Früher konnte mir das Gemeindebüro vieles abnehmen.« Doch hier ist der Verwaltungsangestellte bereits für Pfarramt und Friedhof zuständig. »Der macht schon reichlich Überstunden.« Also muss Stefan Gehrt für musikalische Gottesdienste und Konzerte Programme und Ankündigungen selber schreiben, Plakate und Flyer gestalten und drucken lassen, die Finanzen für die Kirchenmusik verwalten. </p>
<p>Damit sich Termine in der einen nicht mit denen in der anderen Gemeinde überschneiden, sind zusätzliche Ausschuss-Sitzungen und Besprechungen nötig. Da bleibt für die Hauptsache – den musikalischen Alltag – nicht mehr viel Zeit. »Ich kann fast nur noch bei Höhepunkten wie Konfirmation oder Festgottesdiensten dabei sein.« </p>
<p>Gemeindezusammenschlüsse, größere Gebiete, weniger Personal – Stefan Gehrt weiß, dass die meisten Kantoren in der sächsischen Landeskirche mit den Folgen davon zu kämpfen haben. Doch jeder stehe wie ein Einzelkämpfer auf seinem Posten. Nun aber wollen sie erstmals gemeinsam nach Lösungen suchen. Gelegenheit dafür sehen er und seine Mitstreiter zum Sächsischen Kirchenmusikertag am 18. September. »Dort kommt es darauf an, dass sich viele ehren-, neben- und hauptamtlich arbeitende Kirchenmusiker zusammenfinden, sich austauschen und deutlich vernehmbar artikulieren«, sagt er. </p>
<p>Ende 2009 hat er gemeinsam mit anderen Kantoren das <a href="http://www.netzwerk-kirchenmusik.de">»Netzwerk Kirchenmusik in Sachsen«</a> initiiert. Drei Hauptprobleme gilt es für sie zu lösen: Erstens müssten alle Verbände, Vereine, Werke, Einrichtungen der Kirchenmusik mit Vertretern der unterschiedlich angestellten Kantoren zusammenkommen. Nach dem Vorbild der Jugendkammer schlagen sie eine »Kammer für Kirchenmusik« vor.<br />
Zweitens wollen sie die bisherige Arbeitszeitkalkulation – 40 Prozent für »öffentlich sichtbare Dienste«, 60 Prozent für alle anderen Arbeiten – zur Diskussion stellen. </p>
<p>Stefan Gehrt schätzt: »Etwa zwei Drittel kommen damit nicht zurecht. Je geringer ihr Anstellungsumfang, desto schlechter funktioniert es.«<br />
Drittens sollen die Kantoren mehr Klarheit über Rechte und Pflichten bekommen. Das mehrbändige Regelwerk dazu sei kaum zu überschauen. »Wir wollen eine Art Kompendium mit dem Wichtigsten daraus zusammenstellen.«</p>
<p>Alte Versorgungsprinzipien für die Kantoren und für die neuen Gemeindestrukturen seien durch Flickschusterei nicht zusammenzukitten, meint Stefan Gehrt. Die Kirchenmusiker brauchten neue Arbeitsbedingungen. »Sonst droht ihnen reihenweise Burnout.« </p>
<p>Sachsens Landeskirchenmusikdirektor (LKMD) Markus Leidenberger stimmt ihm im Grundsätzlichen zu. Heute gebe es vielerorts größere Gebilde, etliche Kantoren arbeiteten mit mehreren Kirchenvorständen zusammen. Die Ordnungen indes stammten aus einer Zeit, da jede Gemeinde ihren Kantor hatte. Änderungsbedarf sieht deshalb auch er. Mahnt allerdings, nicht übers Ziel hinauszuschießen: »Wir müssen das Gegebene behutsam an die neuen Bedingungen anpassen, dabei die Folgen jeder Änderung abschätzen. Eine Veränderung in einer Ordnung zieht Veränderungen in anderen Ordnungen nach sich. Das ist ein kompliziertes Geflecht.« Als LKMD müsse er das Ganze im Blick behalten.</p>
<p>Annehmbare Bedingungen hält auch er für nötig. Schon wegen der enormen Bedeutung der Kirchenmusik. »Chöre und Posaunenchöre sorgen für soziale Kontakte. Sie sind die stabilsten Netzwerke in den Gemeinden.« Inzwischen hätten etliche Chöre auch Sänger, die keine Kirchenmitglieder sind. Durch Musik öffne sich die Kirche nach außen. »Bei Konzerten ist die Schwelle für Nichtchristen viel niedriger.«</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
<p><a href="http://www.netzwerk-kirchenmusik.de">www.netzwerk-kirchenmusik.de</a></p>
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		<title>»Du frierst, zitterst, schwitzt«</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 10:46:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Westsachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Alkoholsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Auerbacher Diakonie]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Schulz]]></category>

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		<description><![CDATA[Mike Schulz will weg vom Alkohol und findet Hilfe bei der Auerbacher Diakonie
Es ist ein stiller Kampf vor dem kleinen Kiosk auf dem Auerbacher Neumarkt. Er beginnt für Mike Schulz, wenn seine Kumpels ihr Sternburg-Bier an die Lippen setzen. »Du musst einen eisernen Willen haben. Ich bin ein trockener Alkoholiker – die Krankheit ist nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2314" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/ASG_6083.jpg" alt="Der Weg fort vom Alkohol ist lang und schwer. Seit drei Monaten ist Mike Schulz nun schon trocken. Er hat den Willen, das durchzustehen – so wie bei den Touren mit seinem alten Rennrad. Foto: Steffen Giersch" title="ASG_6083" width="560" height="366" class="size-full wp-image-2314" /><p class="wp-caption-text">Der Weg fort vom Alkohol ist lang und schwer. Seit drei Monaten ist Mike Schulz nun schon trocken. Er hat den Willen, das durchzustehen – so wie bei den Touren mit seinem alten Rennrad. Foto: Steffen Giersch</p></div><br />
<strong>Mike Schulz will weg vom Alkohol und findet Hilfe bei der Auerbacher Diakonie</strong></p>
<p>Es ist ein stiller Kampf vor dem kleinen Kiosk auf dem Auerbacher Neumarkt. Er beginnt für Mike Schulz, wenn seine Kumpels ihr Sternburg-Bier an die Lippen setzen. »Du musst einen eisernen Willen haben. Ich bin ein trockener Alkoholiker – die Krankheit ist nicht heilbar«, sagt Schulz (44), und fährt sich mit der Hand leicht zitternd durchs lange Haar. Er sieht in die kleinen Männerrunde im Schatten der Bäume, er sieht die braunen Flaschen. »Ich bleibe so lange, wie es geht. Und wenn ich merke, es geht nicht mehr, hau ich ab.«</p>
<p>Schulz weiß wohin es führt, wenn er diesen Abgang verpasst. Es war zwei Tage vor Silvester im letzten Jahr, er hatte gerade acht Wochen Krankenhaus hinter sich: Entgiftung, Langzeittherapie, harte Arbeit für ihn und seine Therapeuten. Da machte seine Freundin mit ihm Schluss, die Sinnlosigkeit tat sich vor ihm auf – und die ihm so vertraute Lösung: Drei Flaschen Schnaps und sechs Flaschen Bier trank er im Schnitt. Täglich. »Irgendwann hätte ich mich tot gesoffen«, sagt Schulz. </p>
<p>Sein Gesicht erzählt davon. Doch seine Augen hat der Alkohol nicht stumpf gekriegt, im Gegenteil: ganz unverstellt, manchmal ein wenig melancholisch und nicht selten mit Lachfalten blicken sie auf das sommerliche Treiben auf der Geschäftsstraße. Was hätte werden können, wenn sein Vater nicht selbst getrunken und ihn geschlagen hätte, wenn er nicht ins Kinderheim gekommen wäre, nicht in einen der berüchtigten DDR-Jugendwerkhöfe? »Das war die Vorstufe zum Knast«, sagt Schulz. </p>
<p>Die Tätowierungen auf seinem Arm sind die Erinnerung an etliche Jahre hinter Gittern. Auch dort blieb der Alkohol sein Begleiter, selbst hergestellt aus gegorenem Brot. Vier Mal versuchte Maik Schulz in den elf Jahren nach seiner Haftentlassung, sich von seiner Sucht zu befreien. »Du frierst, schwitzt, zitterst, isst nichts mehr, liegst da – da willst du nicht mehr leben.« An Gott glauben, sagt Schulz, kann er nicht. Sein Himmel bleibt leer.</p>
<p>Es war nicht nur seine Freundin, die ihm im vergangenen Frühjahr eine neue Chance gab und zu einer Entgiftung im Krankenhaus motivierte, sondern auch die Suchtberatung der <a href="http://www.diakonie-auerbach.de">Auerbacher Diakonie</a>. Zu ihr kommt Schulz seit dem Frühjahr immer wieder und besucht oft deren Teestube. Hier können suchtkranke Menschen kostenlos frühstücken, Alkoholfreies trinken, für kleines Geld zu Mittag essen und die Einsamkeit bekämpfen. </p>
<p>»Ich habe aus Frust gesoffen, wenn es nicht so hingehauen hat wie ich wollte«, das hat Schulz bei den Gesprächen mit den Beratern der Diakonie gelernt. »Jetzt suche ich mir einen Ansprechpartner, wenn es Probleme gibt. Das Leben ist kein Wunschkonzert.« </p>
<p>Iris, die Wirtin von »Shelly’s Bi­stro« in der Auerbacher Fußgängerzone, klopft Schulz auf die Schulter: »Du kannst stolz auf dich sein«, sagt sie. Sie hat einen Bier- und Schnapskunden verloren – aber Mike Schulz hat eine Zukunft gewonnen.                       </p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Gegen Klimasünden</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 19:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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Die sächsische Landeskirche will etwas gegen den Klimawandel tun. Doch es geht nur langsam voran – und die Zeit drängt.
Der Kirchenvorstand war verblüfft. Als eine Energieberaterin im vergangenen September die Bautzener St. Michaels-Kirche, das Pfarrhaus und den Saal der Gemeinde unter die Lupe nahm, präsentierte sie überraschende Ergebnisse: Die Heizung der Kirche verbraucht allein in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/Fotolia_7853817_XL.jpg" alt="Klima" title="Klima" width="560" height="373" class="alignnone size-full wp-image-2280" /><br />
<strong>Die sächsische Landeskirche will etwas gegen den Klimawandel tun. Doch es geht nur langsam voran – und die Zeit drängt.</strong></p>
<p>Der Kirchenvorstand war verblüfft. Als eine Energieberaterin im vergangenen September die Bautzener St. Michaels-Kirche, das Pfarrhaus und den Saal der Gemeinde unter die Lupe nahm, präsentierte sie überraschende Ergebnisse: Die Heizung der Kirche verbraucht allein in den Winter-Gottesdiensten so viel Energie wie fünf Haushalte im ganzen Jahr. Der Heizkessel im Pfarrhaus ist doppelt so groß wie nötig und der Ofen im Gemeinderaum uneffektiv. »Das Ausmaß der Energievernichtung hat uns beeindruckt«, sagt Kirchvorsteher Siegfried Kühn. Er diskutiert  in seinem Kirchenvorstand nun Konsequenzen aus der Energieberatung. Das Ziel: »Wir wollen 30 Prozent weniger Energie verbrauchen.«</p>
<p>Im Juni trat die Landeskirche einem <a href="http://evangelisch-sachsen.org/aktuelles/nachrichten/14149.html">Klimaschutz-Bündnis aus 23 Kirchen und Entwicklungsdiensten</a> bei. Die EKD-Synode hatte im Herbst 2008 beschlossen: Die <a href="http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2008_11_05_3_kundgebung_klimaschutz.html">Landeskirchen sollten ihre CO2-Emissionen bis 2015 um ein Viertel senken</a>. Doch wie will man das berechnen? Niemand in der sächsischen Landeskirche weiß genau, wie hoch der Kohlendioxid-Ausstoß eigentlich ist. Die Ziele für eine Reduzierung sind dementsprechend schwammig und unkontrollierbar. </p>
<p>Immerhin: Seit dem letzten Jahr bietet die <a href="http://www.saena.de">Sächsische Energieagentur SAENA</a> für die Landeskirche mit staatlicher Förderung <a href="http://www.saena.de/Saena/Kirchgemeinden.html">Energieberatungen</a> an – doch nur 20 von insgesamt 780 Kirchgemeinden hatten wie St. Michael in Bautzen bisher Interesse daran. Der erste kirchliche Praxistag zum Energiesparen im vergangenen Jahr hatte 30 Teilnehmer. Sechs sächsische Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen arbeiten zudem an der Einführung eines Umweltmanagements nach EU-Regeln, das die Evangelische Akademie Wittenberg unter dem <a href="http://www.gruenerhahn.de">Markennamen »Grüner Hahn«</a> begleitet. </p>
<p>»Diese Angebote sprechen sich nur langsam herum, obwohl wir alle Kirchgemeinden in Sachsen mehrfach angeschrieben haben«, sagt Joachim Krause, der scheidende <a href="http://www.krause-schoenberg.de">Umweltbeauftragte der sächsischen Landeskirche</a>. Wegen knapper Kassen scheuten Kirchgemeinden oft vor Investitionen etwa in neue Heiztechnik zurück, so Krause: »Dass sich manche Maßnahme über eingesparte Energie in überschaubarer Zeit wieder refinanziert, ist nicht leicht zu vermitteln«. Hinzu kommt, dass das Engagement für die Bewahrung der Schöpfung vielerorts nicht als kirchliche Kernaufgabe gesehen wird. </p>
<p>»Es hängt immer am Engagement von wenigen, meist ehrenamtlichen Mitarbeitern«, hat Antje Fritzsche von der SAENA bei der Beratung von Kirchgemeinden erfahren. Um mehr Christen in Sachsen zu motivieren, lädt die SAENA gemeinsam mit der Landeskirche am 25. September zum zweiten Umwelt-Praxistag nach Dresden ein.</p>
<p>Das Dresdner Landeskirchenamt will mit gutem Beispiel vorangehen: Dort lässt man jetzt Energiefresser wie Spülmaschinen am Abend laufen, um den Energieverbrauch besser zu verteilen und einzudämmen. Außerdem bezieht die Behörde seit Jahresbeginn ebenso wie etliche Kirchgemeinden nur noch Öko-Strom und will damit den CO2-Ausstoß um 124 Tonnen verringern. Das Chemnitzer Regionalkirchenamt wird im nächsten Jahr nachziehen. </p>
<p>Auch einige Einrichtungen der Diakonie Sachsen setzen auf Energie aus Sonne, Erde und Holz. Am Radebeuler Stammsitz wurde im März eine Energieoptimierungsanlage in Betrieb genommen, die jährlich 12,5 Tonnen CO2 sparen soll. Doch unter zunehmendem Kostendruck gerät bei diakonischen Einrichtungen der Klimaschutz mitunter ins Hintertreffen.</p>
<p>Die Landessynode hatte das Landeskirchenamt bereits im April 2007 um die <a href="http://www.sachsen-landeskirche.com/landeskirche/landessynode/7323.html">Berücksichtigung des Klimaschutzes bei Bauvorhaben</a> gebeten. Doch in der landeskirchlichen Bauordnung spielt dieses Anliegen bis heute keine Rolle. »Der Klimawandel betrifft uns alle«, hatte die sächsische Kirchenleitung<a href="http://www.evlks.de/aktuelles/nachrichten/12680.html"> im Vorfeld der Weltklimakonferenz 2009 gemahnt</a>: »Die Zeit der Beschwichtigung ist vorbei.« Das gilt auch für die Kirche selbst.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
<p>Internetseite der Sächsischen Energieagentur SAENA mit Beratungsangeboten für Kirchgemeinden: <a href="http://www.saena.de">www.saena.de</a></p>
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		</item>
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		<title>»Es wird hart«</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 07:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Freier Evangelischer Schulverein Chemnitz]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Zuschüsse]]></category>

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		<description><![CDATA[Die sächsische Regierung erschwert die Gründung evangelischer Schulen und kürzt die Zuschüsse – besonders stark für Schüler aus armen Familien.
Eigentlich wollte das Evangelische Schulzentrum Chemnitz in einem Jahr ein Gymnasium eröffnen. Eigentlich. Denn zusammen mit den Kürzungsplänen der sächsischen Staatsregierung gab Kultusminister Roland Wöller (CDU) einen Kurswechsel für freie Schulen bekannt: Ab nächstem Jahr müssen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2265" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/Neu_jul-10-Schule-4.jpg" alt="Auf dem Hof des Evangelischen Schulzentrums in Chemnitz: Die Schülerinnen Virginia, Emma, Senta und Jessica (v. l.) wissen nichts von den Sorgen des Schul-Geschäftsführers Stefan Meyer (hinten). Foto: Andreas Seidel " title="Schule" width="560" height="382" class="size-full wp-image-2265" /><p class="wp-caption-text">Auf dem Hof des Evangelischen Schulzentrums in Chemnitz: Die Schülerinnen Virginia, Emma, Senta und Jessica (v. l.) wissen nichts von den Sorgen des Schul-Geschäftsführers Stefan Meyer (hinten). Foto: Andreas Seidel </p></div><br />
<strong>Die sächsische Regierung erschwert die Gründung evangelischer Schulen und kürzt die Zuschüsse – besonders stark für Schüler aus armen Familien.</strong></p>
<p>Eigentlich wollte das <a href="http://www.eszc.de/">Evangelische Schulzentrum Chemnitz</a> in einem Jahr ein Gymnasium eröffnen. Eigentlich. Denn zusammen mit den Kürzungsplänen der sächsischen Staatsregierung gab Kultusminister Roland Wöller (CDU) einen Kurswechsel für freie Schulen bekannt: Ab nächstem Jahr müssen neugegründete Gymnasien von Anfang an mit drei Klassen und Mittelschulen mit zwei Klassen pro Jahrgang an den Start gehen – und sie müssen vier Jahre lang ohne staatliche Zuschüsse überleben. Bisher konnten Schulvereine mit einer Klasse beginnen und es genügten drei Jahre bis zur Anerkennung. </p>
<p>»Eine Neugründung zu finanzieren ist nun fast unmöglich«, sagt Stefan Meyer, Geschäftsführer des Freien Evangelischen Schulvereins Chemnitz. Der Träger muss nun neu entscheiden, ob er die Gründung eines Gymnasiums beim Freistaat anmelden wird. Dass hinter der Wende in der sächsischen Schulpolitik etwas anderes steht als der zunächst vorgegebene Spar­zwang offenbarte Kultusminister Wöller selbst. In einer Zeitung sprach er von einer <a href="http://www.presseportal.de/meldung/1638988/">»Kannibalisierung« zwischen staatlichen Schulen und freien Schulträgern</a>: Allein in 19 Fällen seien in den letzten zehn Jahren freie Schulen gegründet worden, weil die staatliche Schule in einem Ort mangels Kinder schließen musste. Dieser Konkurrenzkampf um Schüler habe das staatliche Schulnetz in einigen Regionen in Gefahr gebracht, so der Minister. </p>
<p>In der Tat gibt es bis heute Neugründungen evangelischer Schulen in Sachsen, die eine geschlossene staatliche Einrichtung ersetzen. Auf der anderen Seite stehen Träger wie das Evangelische Schulzentrum Chemnitz, die in einer Stadt eher eine Alternative in der Bildungslandschaft darstellen und kaum eine Bedrohung sind. </p>
<p>Den 148 freien Schulen in Sachsen – davon 41 evangelische – stehen 1169 staatliche Einrichtungen gegenüber. Die finanziellen Zuschüsse pro Schüler und damit die Haupteinnahmequelle der freien Schulvereine will der Freistaat in den nächsten zwei Jahren um 11,1 Prozent senken. »Doch Einsparungen im Schulbetrieb sind kaum noch möglich, und bei den Gehältern der Lehrer stehen wir im Wettbewerb mit staatlichen Schulen um gutes Personal«, sagt Martin Herold von der <a href="http://www.schulstiftung-evlks.de">Schulstiftung der sächsischen Landeskirche</a>. »Es wird hart werden.« </p>
<p>Deshalb wollen sich die Landeskirche und das katholische Bistum Dresden-Meißen in den nächsten Wochen bei der Landesregierung für die freien Schulen einsetzen. »Die Landeskirche kann die Kürzungen nicht hinnehmen. Sie bedrohen die Arbeit der evangelischen Schulen existentiell«, sagt Oberlandeskirchenrätin Almut Klabunde, Bildungsdezernentin der sächsischen Landeskirche. </p>
<p>Die geplanten Kürzungen werden auch die ärmsten Familien treffen: Ihnen konnten die freien Schulträger bisher das Schulgeld mit Hilfe von staatlichen Zuschüssen erlassen. Dieses Geld aber will das Kultusministerium in diesem Jahr streichen. »Wir hoffen, dass deshalb Kinder unsere Schule nicht verlassen müssen – und wollen alles dafür tun«, sagt Sieglinde Eichert, die Leiterin der <a href="http://www.christen-machen-schule.de">Evangelischen Schule Wilkau-Haßlau</a>. »Die freie Schulwahl, die das Grundgesetz fordert, wird wohl künftig durch den Geldbeutel entschieden. Und konfessionelle Schulen werden nur noch für Reiche da sein – das ist das, was wir nicht wollen.«</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Macht ist nichts Böses</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 17:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Geisler]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialminister]]></category>

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		<description><![CDATA[In der letzten DDR-Regierung saßen vor 20 Jahren auch friedliche Revolutionäre. Hans Geisler war einer von ihnen.
Es ist ein Spaziergang durchs Grüne mitten in Berlin, bei dem Hans Geisler Regierungsmitglied wird. Ein stiller bescheidener Chemiker aus Dresden soll parlamentarischer Staatssekretär werden – und weiß im April 1990 gar nicht so genau, was das ist.
Wenige Monate zuvor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2229" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/NIK_9792.jpg" alt="Ein Politiker aus der Kirche: Hans Geisler, der langjährige Sozialminister Sachsens, arbeitete zu Zeiten der DDR in der Synode der sächsischen Landeskirche und beim Kirchentag mit – und lernte dort Demokratie. Foto: Steffen Giersch" title="Hans Geisler" width="560" height="372" class="size-full wp-image-2229" /><p class="wp-caption-text">Ein Politiker aus der Kirche: Hans Geisler, der langjährige Sozialminister Sachsens, arbeitete zu Zeiten der DDR in der Synode der sächsischen Landeskirche und beim Kirchentag mit – und lernte dort Demokratie. Foto: Steffen Giersch</p></div><br />
<strong>In der letzten DDR-Regierung saßen vor 20 Jahren auch friedliche Revolutionäre. Hans Geisler war einer von ihnen.</strong></p>
<p>Es ist ein Spaziergang durchs Grüne mitten in Berlin, bei dem Hans Geisler Regierungsmitglied wird. Ein stiller bescheidener Chemiker aus Dresden soll parlamentarischer Staatssekretär werden – und weiß im April 1990 gar nicht so genau, was das ist.</p>
<p>Wenige Monate zuvor noch hatte er in Kirchen für den Frieden gebetet, hatte im Herbst 1989 für die Revolution demonstriert, hatte für die neu gegründete Partei »Demokratischer Aufbruch« am Runden Tisch des Bezirks Dresden gesessen – und schließlich bei den ersten freien Volkskammer-Wahlen der DDR am 18. März die Enttäuschung der Bürgerrechtler geteilt: nur 0,9 Prozent der Stimmen erhielt Geislers kleine Partei.</p>
<p>»Macht ist eher etwas Böses, sie wird eigentlich immer missbraucht«, so hatte Hans Geisler Anfang der 1980er Jahre auf einer Synode der sächsischen Landeskirche gesprochen. Daran erinnert er sich gut. Noch besser erinnert er sich an die Erwiderung des Landesbischofs Johannes Hempel: »Macht fällt einem zu und muss verantwortet werden.« Im Frühling 1990 fällt sie Hans Geisler zu, mit 50 Jahren. Christa Schmidt, die Familienministerin der Regierung von Lothar de Maizière, trägt dem gerade in die Volkskammer gewählten Abgeordneten auf einem Spaziergang die Aufgabe an.</p>
<p>Doch den evangelischen Christ treiben Gewissensfragen um: Wie soll er es mit dem freizügigen DDR-Recht auf Abtreibung halten? »Für mich persönlich ist jeder Schwangerschaftsabbruch ein Mord«, so sagt es der neue Staatssekretär später vor der Volkskammer. »Aber ich habe Verantwortung auch für 80 Prozent der DDR-Bürger, die meine Haltung nicht teilen.« Gut möglich, dass dies die Geburtsstunde des Politikers Hans Geisler ist. Er nimmt die Verantwortung an und gestaltet sie.</p>
<p>Rasend dreht sich das politische Räderwerk in der ersten frei gewählten Volkskammer und DDR-Regierung. »Was damals vom Parlament in einer Woche beschlossen wurde, braucht heute einen Monat oder länger«, erinnert sich Geisler. Der Chemiker, der bisher das Labor des Dresdner Diakonissen-Krankenhauses geleitet hatte, gräbt sich durch Akten mit ost- und westdeutschen Gesetzen. Neuland. Bis August 1990 muss der Vertrag für die deutsche Wiedervereinigung stehen.</p>
<p>Hans Geisler verhandelt mit westdeutschen Ministerien über die Höhe einer menschenwürdigen Mindestrente und Sozialhilfe. Kaum einer ahnt, wie wichtig diese Zahlen bald für das entstehende Heer der Arbeitslosen werden sollen. Als die Verhandlungen an das Thema Abtreibungen gelangen, bleibt Geisler hart: Er fordert für Ost und West mehr Beratung und Bedenkzeit für schwangere Frauen. Der BRD-Verhandlungsführer Wolfgang Schäuble verlässt den Raum. Nach zehn Minuten kehrt er zurück – und akzeptiert.</p>
<p>Am 3. Oktober 1990 kommt die DDR an ihr Ende. Hans Geisler wird sächsischer Sozialminister, zwölf Jahre lang. Ob einer wie er heute noch Politiker werden könnte, wo in Parteien oft Seilschaften und Ellenbogen zählen? »Schwer«, sagt Hans Geisler, »sehr schwer.« Eine, die er im Sommer 1990 öfters in den Fluren der DDR-Regierung traf und seitdem duzt, hat es geschafft. Sie war damals stellvertretende Regierungssprecherin. Sie heißt Angela Merkel.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Ein Mann des Ausgleichs</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 17:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[80. Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Magirius]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 26. Juni feiert der frühere Leipziger Superintendent Friedrich Magirius 80. Geburtstag
Der Garten ums Haus zeigt sich im Juni von seiner schönsten Seite. Ehe es um die ernsten Dinge seines 80-jährigen Lebens geht, führt Friedrich Magirius durch die von seiner Frau Christel angelegten Blumenbeete. Diese leuchten in prächtigen Farben, passend zum 80. Geburtstag des früheren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2212" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/8_DSC7251.jpg" alt="Friedrich Magirius in seinem Garten in Leipzig-Wahren. Als Superintendent und Stadtpräsident hat er das kirchliche und politische Leben in der Messestadt vor und nach 1989 wesentlich mit geprägt. Foto: Armin Kühne" title="Friedrich Magirius" width="560" height="375" class="size-full wp-image-2212" /><p class="wp-caption-text">Friedrich Magirius in seinem Garten in Leipzig-Wahren. Als Superintendent und Stadtpräsident hat er das kirchliche und politische Leben in der Messestadt vor und nach 1989 wesentlich mit geprägt. Foto: Armin Kühne</p></div><br />
<strong>Am 26. Juni feiert der frühere Leipziger Superintendent Friedrich Magirius 80. Geburtstag</strong></p>
<p>Der Garten ums Haus zeigt sich im Juni von seiner schönsten Seite. Ehe es um die ernsten Dinge seines 80-jährigen Lebens geht, führt Friedrich Magirius durch die von seiner Frau Christel angelegten Blumenbeete. Diese leuchten in prächtigen Farben, passend zum 80. Geburtstag des früheren Leipziger Superintendenten, den er am 26. Juni feiert.</p>
<p>Als er dann auf seine Erinnerungen zu sprechen kommt, hat er für sich einen roten Faden ausgemacht: »Ich bin kein Einzeltyp. Gott hat mir immer eine Gruppe geschenkt, gerade auch für Leitungsaufgaben«, sagt er. Das war so in seiner ersten Gemeinde in Einsiedel bei Chemnitz, wo er einen engen Kontakt mit dem Kirchenvorstand gepflegt hat, das war auch so während seiner Arbeit als Leiter der Aktion Sühnezeichen in der DDR von 1974 bis 1982, das prägte seine Arbeit als Superintendent und nach 1989 als Stadtpräsident von Leipzig. </p>
<p>Gerade in den letzten Jahren der DDR war ihm das wichtig. »Es war mein Anliegen, dass es eine Gruppe gibt, die die Friedensgebete verantwortet«, sagt er rückblickend. Deshalb habe er 1985 vorgeschlagen, dass die Kirchenbezirkssynode einen Ausschuss »Frieden und Gerechtigkeit« wählt mit Mitgliedern der Synode und der Friedensgruppen.</p>
<p>Als »Mann des verantwortlichen Ausgleichs« würdigt Johannes Hempel, damals Landesbischof, den Jubilar. »Er hat sich als Pfarrer und Superintendent von Anfang an der Vermittlung zwischen getrennten Kirchen, Völkern, christlichen Gruppen gewidmet«, so Hempel. Mit der »Aktion Sühnezeichen« habe er Brücken zu Polen gebaut. »Im Jahre 1989 mühte er sich um die Vermittlung zwischen Gruppen der friedlichen Revolution und der Kirchenleitung«, so Hempel.</p>
<p>Friedrich Magirius selbst sieht diese Zeit mit gemischten Gefühlen. 1988 habe der Synodalausschuss vor einem doppelte Problem gestanden: Einerseit seien immer mehr Antragsteller auf Ausreise zu den Friedensgebeten gekommen, um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen. Andererseits hätten immer mehr Gruppen gefordert, dringend in der Gesellschaft hier etwas zu verändern. »Ich konnte sie nicht zusammenhalten«, sagt er. Und immer habe er in dem Spannungsfeld zwischen Aufbegehrenden und Staatsmacht gestanden. Dabei war sein Credo: »Kirche muss Kirche bleiben, offen für die Probleme der Gruppen, aber immer auch für die Botschaft der Bibel«, sagt er. </p>
<p>Als dann in Ostdeutschland demokratische Verhältnisse Einzug hielten, ging es Friedrich Magirius wieder darum, »in der Stadt die Partner zu finden, mit denen man etwas bewegen kann«. Er ging ehrenamtlich und ohne Parteibuch in den Stadtrat und wurde dort zum Stadtpräsidenten gewählt – ein Amt, das es neben dem Oberbürgermeister nur vier Jahre lang gab. Noch heute engagiert er sich für die Belange der Stadt. »Ich gehe in Jugendzentren, um zu hören, was es dort für Probleme gibt«, sagt er. »Ich kann dadurch helfen, dass ich die kenne, die helfen können.« Und er übernimmt noch gern Gottesdienstvertretungen. </p>
<p>Für Christoph Münchow ist Magirius »auch im Ruhestand seinen Grundanliegen mit beherztem Engagement treu gebleiben«, so der heutige Oberlandeskirchenrat und einstige Lehrvikar des Jubilars aus Chemnitzer Zeiten. »Es geht ihm um das Gespräch zwischen den Generationen, zwischen jüdischen und polnischen Zeitzeugen mit der heranwachsenden Generation«, so Münchow. Er betont: »Friedrich Magirius hält klar im Blick, wo Widerstehen und wo Versöhnen nötig sind.«</p>
<p>Sich einbringen, Verzicht üben, das sieht Magirius unter heutigen Verhältnisse geboten. Zu seinem 80. Geburtstag wünscht er sich keine Reden, »aber ich freue mich, dass Gott mir das Alter geschenkt hat und ich noch mitwirken kann«.                       </p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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		<title>Wie in einer Familie</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 15:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ostsachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Christliche Sozialstation Meißen]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>

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		<description><![CDATA[strong>Die Christliche Sozialstation Meißen bietet Demenzkranken eine Wohngemeinschaft an
Es ist eines der schwierigsten Probleme in der Altenpflege: die Pflege alter Menschen, die an Demenz erkrankt sind, menschenwürdig zu gestalten. Ein diakonischer Verein in Meißen versucht jetzt eine ganz neue Lösung. Statt der üblichen zwei Möglichkeiten – ambulante Betreuung zu Hause oder Heim – geht die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2198" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/NIK_5228.jpg" alt="Christa Funke, Johanna Thieme und Christa Bense (v. l.) gehören zu der neuen Wohngemeinschaft, hier werden sie von einer jungen Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr beim Rundgang durch den Garten begleitet. Foto: Steffen Giersch" title="Demenz" width="560" height="418" class="size-full wp-image-2198" /><p class="wp-caption-text">Christa Funke, Johanna Thieme und Christa Bense (v. l.) gehören zu der neuen Wohngemeinschaft, hier werden sie von einer jungen Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr beim Rundgang durch den Garten begleitet. Foto: Steffen Giersch</p></div><strong>Die Christliche Sozialstation Meißen bietet Demenzkranken eine Wohngemeinschaft an</strong></p>
<p>Es ist eines der schwierigsten Probleme in der Altenpflege: die Pflege alter Menschen, die an Demenz erkrankt sind, menschenwürdig zu gestalten. Ein diakonischer Verein in Meißen versucht jetzt eine ganz neue Lösung. Statt der üblichen zwei Möglichkeiten – ambulante Betreuung zu Hause oder Heim – geht die Christliche Sozialstation Meißen, 1990 als Verein von den evangelischen und der katholischen Gemeinde in der Domstadt gegründet, eine Art dritten Weg: die Wohngemeinschaft. </p>
<p>Hinter ihrem Gebäude, dem »Hirschberghaus«, in dem der Verein seit zehn Jahren eine Tagespflege anbietet, wurde für rund eine Million Euro ein Neubau errichtet und funktional genau abgestimmt auf die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen: nur Erdgeschoss, keine Treppen, keine Stufen, breite Gänge und Türen. In dem U-förmigen Komplex befinden sich zwölf Einraumwohnungen, zwischen 21 und 29 Quadratmeter groß, mit integriertem Bad. Darin wohnen die alten Menschen als Mieter, sieben derzeit. </p>
<p>»Dies ist ihr privater Rückzugsraum«, erläutert Mechthild Weber, Geschäftsführerin der Sozialstation. »Wir als Pflegepersonal sind bei ihnen zu Gast.« So müssen die Betreuer beispielsweise an der Wohnungstür klingeln. </p>
<p>Mittelpunkt ist ein Gemeinschaftsraum, etwa hundert Quadratmeter groß, mit Tischen, Stühlen, Sitzgruppe und Küche. »Das Herzstück«, sagt Mechthild Weber. Hier verbringen die Bewohner ihren Tag gemeinsam. »Wie in einer großen Familie können sie hier zusammen leben«, sagt Jürgen Günther, evangelischer Pfarrer im Ruhestand und Vereinsvorsitzender. Das bewahre sie vor Vereinsamung. </p>
<p>Der Kontakt zu den Angehörigen bleibt intensiv. »Meine Kinder kommen fast jeden Tag, machen zum Beispiel sauber«, berichtet die 87-jährige Johanna Thieme. Angehörige könnten hier mit essen, auch übernachten, sagt Mechthild Weber. Deshalb sollen die Partner oder Kinder der Bewohner möglichst in der näheren Umgebung leben. </p>
<p>Betreut würden die alten Menschen rund um die Uhr, sagt Mechthild Weber. Von Hilfspflegekräften, Praktikanten, Ehrenamtlichen und einer Fachpflegekraft. »Wir wollen ihnen aber nicht alles abnehmen. Was sie noch können, sollen sie selber tun.« Je nach ihren Möglichkeiten gehen die Bewohner mit einkaufen, kochen, waschen und legen ihre Wäsche selber. »Wir setzen bei den Fähigkeiten an, die noch vorhanden sind und versuchen die zu aktivieren. Keine Überversorgung also.«</p>
<p>Der Gebäudekomplex umschließt einen Garten mit gepflasterten Wegen zwischen Kräuterbeeten und einer Sitzecke mit Bänken. »Lässt es das Wetter zu, können sich unsere Bewohner hier unter freiem Himmel bewegen«, sagt Mechthild Weber.</p>
<p>»Wir betreten mit dieser Wohngemeinschaft Neuland bei der Betreuung von Menschen mit Demenz«, sagt Pfarrer Günther. Bis zur Eröffnung im April seien sieben Jahre mit harten Kämpfen vergangen. Die Pflegekasse, aber auch die Diakonie hätten diesen Sonderweg nicht akzeptieren wollen und eine klare Entscheidung zwischen den üblichen Formen gefordert: ambulant oder stationär. </p>
<p>Dass es ein Wagnis ist, dessen seien sie sich bewusst, so Günther. »Aber die Angehörigen haben uns immer wieder gesagt: Wir brauchen es genau so.« Noch gebe es in Sachsen keine Lobby für diese Art Wohngemeinschaft, sagt Pfarrer Günther. »Das kommt aber.«</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
<p>Christliche Sozialstation Meißen, Hirschbergstraße 2, 01662 Meißen; Telefon (0 35 21) 45 25 89.<br />
<a href="http://www.sozialstation-meissen.de">www.sozialstation-meissen.de</a></p>
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		<title>Fettbemmen und Alphörner</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 19:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchentag]]></category>
		<category><![CDATA[Nacht der Kirchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur »Nacht der Kirchen« in Dresden luden 63 Gemeinden mit originellen Ideen ein
Kurz nach 18 Uhr. Aus dem modernen, hellgrauen Eckhaus im Dresdner Stadtteil Löbtau tönt Kindergesang. Davor steht ein Aufsteller mit einem Plakat: »Nacht der Kirchen«. Drinnen sitzen sieben Mädchen und ein kleiner Junge auf Stühlen. Unter ihnen ist Dorothea. Sie ist zum ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2161" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/NIK_6952.jpg" alt="Vor der Martin-Luther-Kirche informieren Mitarbeiter des Kirchentags über das 2011 kommende Ereignis, dessen Vorbereitungsphase mit einem Gottesdienst in der Kirche eingeläutet wurde." title="Kirchtagsvorbereitung" width="560" height="372" class="size-full wp-image-2161" /><p class="wp-caption-text">Vor der Martin-Luther-Kirche informieren Mitarbeiter des Kirchentags über das 2011 kommende Ereignis, dessen Vorbereitungsphase mit einem Gottesdienst in der Kirche eingeläutet wurde.</p></div><br />
<strong>Zur »Nacht der Kirchen« in Dresden luden 63 Gemeinden mit originellen Ideen ein</strong></p>
<p>Kurz nach 18 Uhr. Aus dem modernen, hellgrauen Eckhaus im Dresdner Stadtteil Löbtau tönt Kindergesang. Davor steht ein Aufsteller mit einem Plakat: »Nacht der Kirchen«. Drinnen sitzen sieben Mädchen und ein kleiner Junge auf Stühlen. Unter ihnen ist Dorothea. Sie ist zum ersten Mal hier und wird extra begrüßt. »Was tun wir denn so gerne hier im Kreis?«, singen die Kinder. »Tanzen, tanzen«, und sie drehen sich um die eigene Achse. Ihre Eltern beteiligen sich an dem Bewegungsspiel. Die freikirchliche Adventgemeinde hat zum Kinderprogramm eingeladen. So wie viele der 63 Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen beginnt sie damit ihr Programm zur »Nacht der Kirchen«. </p>
<p>Mit dem Singspiel »Die drei Mutmacher« lädt die Kurrende der evangelischen Kirche im Stadtteil Weißer Hirsch Kinder und Eltern ein. Andreas Beuchel, jetzt Rundfunkbeauftragter, gehört zu dem Initiativkreis, der die »Nacht der Kirchen« vorbereitet. Vier Jahre war er hier Gemeindepfarrer. An diesen Abenden habe er immer wieder Menschen getroffen, die er sonst nur auf der Straße, nie aber in der Kirche sehe, erzählt er. Die Aktion biete Gelegenheit, mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen. »Wir gehen nach draußen und nehmen den Menschen ihre Angst, die Kirchenschwelle zu überschreiten.« Ein Imbiss mit »Fettbemmen«, Mineralwasser und Apfelsaft komme gut an. Häufig ergäben sich dabei Gespräche. »Wir haben es mit der Nacht der Kirchen geschafft, dass die Dresdner ihre Kirchen nicht nur als Baudenkmäler, sondern auch als Orte der Begegnung wahrnehmen«, sagt Beuchel. </p>
<p>Manche wiederum trauten sich herein, weil sie gerade nicht angesprochen würden, sagt Klemens Ullmann, Pfarrer an der katholischen Hofkirche. »Sie schätzen diese Freiheit, hereinkommen zu können, ohne vereinnahmt zu werden.« Um die viertausend sind es in der Kathedrale diesmal, die diesen Abend dazu benutzen. </p>
<p>Gerade die kleineren Kirchen in den Stadtteilen sorgen mit ungewöhnlichen Angeboten für Vielfalt. In der evangelischen Philippuskirche im Plattenbaugebiet Gorbitz demonstriert Kantor Gerhard Ullmann 14 staunenden Zuhörern, wie er mit Hilfe moderner Aufnahmetechnik allein ein Trio für Klavier, Akkordeon und Geige spielen kann. Musik prägt auch diesmal die Programme. Oft sind es die Orgeln. Kantor Christian Thiele hat einen ganzen »Orgelspaziergang« zu Instrumenten in vier Kirchen organisiert. Die Markuskirche überrascht mit jazzigen Improvisationen über Lieder aus dem Gesangbuch, die Friedenskirche mit vier selbst gebauten Alphörnern, gespielt von Mitgliedern des Posaunenchors. </p>
<p>In der Martin-Luther-Kirche steht der Kirchentag 2011 im Mittelpunkt. Hier ist Reinhard Höppner zu Gast. Der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt gehört zum Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags und will mit seiner Kirchentagsbegeisterung die Zuhörer anstecken, »weil es ein ziemlich einmaliges Ereignis sein wird«. Der Kirchentag sei eine große Bewegung, die nicht kleinzukriegen ist. Viele Teilnehmer des Ökumenischen Kirchentags in München hätten ihm erzählt, dass sie sich auf Dresden freuen. »Und es ist ja eine schöne Stadt«, so Höppner.</p>
<p><em>Tomas Gärtner/Christine Reuther</em></p>
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		<title>Verkündigung hinter Gittern</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 18:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Westsachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehgottesdienst]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Bautzen]]></category>

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		<description><![CDATA[ZDF-Gottesdienst am 13. Juni aus der Anstaltskirche der JVA Bautzen
Ronny M. sitzt seit zwei Jahren im Gefängnis. Ein räuberischer Überfall in Bayern hat dem 23-jährigen Görlitzer die Strafe eingebracht. »Aber ich hoffe, dass ich nächstes Jahr rauskomme«, sagt der junge Mann. Er hofft auf eine Therapie gegen seine Alkoholabhängigkeit. Und auf die Chance zum Neuanfang.
Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ZDF-Gottesdienst am 13. Juni aus der Anstaltskirche der JVA Bautzen</strong><br />
<div id="attachment_2134" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/JVA_Gd12.jpg" alt="Ronny M. hat mit Pfarrerin Angela-Beate Petzold den Gottesdienst aus dem Gefängnis vorbereitet. Foto: Irmela Hennig" title="Ronny M. hat mit Pfarrerin Angela-Beate Petzold den Gottesdienst aus dem Gefängnis vorbereitet. Foto: Irmela Hennig" width="560" height="373" class="size-full wp-image-2134" /><p class="wp-caption-text">Ronny M. hat mit Pfarrerin Angela-Beate Petzold den Gottesdienst aus dem Gefängnis vorbereitet. Foto: Irmela Hennig</p></div><br />
Ronny M. sitzt seit zwei Jahren im Gefängnis. Ein räuberischer Überfall in Bayern hat dem 23-jährigen Görlitzer die Strafe eingebracht. »Aber ich hoffe, dass ich nächstes Jahr rauskomme«, sagt der junge Mann. Er hofft auf eine Therapie gegen seine Alkoholabhängigkeit. Und auf die Chance zum Neuanfang.</p>
<p>Und vielleicht ist der ZDF-Fernsehgottesdienst, der am 13. Juni aus der Vollzugsanstalt übertragen wird, ein Wegstück hin zum Neustart. Denn Ronny M. wird ihn mitgestalten. Überzeugter Christ ist er nach eigenen Worten nicht. Doch er besucht immer wieder die Gottesdienste in der Gefängniskirche. Und will am Sonntag in einer Woche aus seinem Leben erzählen.</p>
<p>Burghart Jäckel, Leiter der Justizvollzugsanstalt, hatte sich den ungewöhnlichen Gottesdienst zum Abschied gewünscht. Er geht dieses Jahr in den Ruhestand. Die evangelische Seelsorgerin Angela-Beate Petzold hatte zunächst nicht damit gerechnet, dass es klappen könnte. Doch das ZDF sagte ziemlich rasch zu. »Der Ort passt wunderbar in unser Jahresthema«, sagt Stephan Fritz, der evangelische Senderbeauftragter für ZDF-Gottesdienste. »Typisch Mensch« lautet es und typisch menschlich sei es, auch schwere Fehler zu machen. Mit einem normalen Fernsehgottesdienst sei die geplante JVA-Aktion nicht zu vergleichen und nur möglich, »durch den großartigen Einsatz und das Entgegenkommen der Bediensteten und der Anstaltsleitung«, lobt Fritz. So müssen 25 ZDF-Mitarbeiter ständig rein und raus – eigentlich unvorstellbar für ein Gefängnis.</p>
<p>Der Gottesdienst hat prominente Unterstützer. Allen voran Bautzens Oberbürgermeister Christian Schramm. Der frühere Diakon wird mit seiner ökumenischen Band im Gottesdienst musizieren. Mehrere Gefangene wirken im Gottesdienst mit, ein kenianischer Insasse lässt sich sogar taufen. Es werden Spenden gesammelt für die Reparatur des Kirchenklaviers. Ein Chor singt. Und Besucher dürfen in die JVA-Kirche kommen – auf 250 Gäste hofft Pfarrerin Angela-Beate Petzold. </p>
<p><em>Irmela Hennig</em></p>
<p><strong>ZDF-Gottesdienst aus der JVA Bautzen am 13. Juni 9.30 Uhr. Besucher müssen zwischen 8.15 und 8.40 Uhr zum Tor der JVA, Breitscheidstraße 4, kommen und einen gültigen Personalausweise mitbringen. </strong></p>
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		<title>Viel Geduld nötig</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/05/27/viel-geduld-notig/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 19:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Rumänien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Jahren helfen sächsische Christen in Rumänien. Wirtschaftskrise und fehlendes Sozialsystem machen das auch in Zukunft nötig. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit Jahren helfen sächsische Christen in Rumänien. Wirtschaftskrise und fehlendes Sozialsystem machen das auch in Zukunft nötig. </strong><div id="attachment_2092" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/05/s5_oben.jpg" alt="Westen trifft Osten, EU trifft Armut – in Rumänien ist das Alltag. Die Wirtschaftskrise trifft die Rumänen viel härter als die Deutschen – deshalb ist Hilfe weiter nötig. Foto: Steffen Giersch" title="Rumaenien" width="560" height="372" class="size-full wp-image-2092" /><p class="wp-caption-text">Westen trifft Osten, EU trifft Armut – in Rumänien ist das Alltag. Die Wirtschaftskrise trifft die Rumänen viel härter als die Deutschen – deshalb ist Hilfe weiter nötig. Foto: Steffen Giersch</p></div><br />
Wer die Sozialarbeit in Rumänien unterstützen will, muss einen langen Atem haben – auch finanziell. »Derzeit ist nicht abzusehen, dass sich der rumänische Staat für soziale Projekte einsetzt«, sagt der Dresdner Sozialpädagoge Frank Roth. Er ist bei der <a href="http://ww.diakonie-dresden.de/arbeitsbereiche/missionarische-arbeit/rumaenienhilfe.html">Diakonie – Stadtmission Dresden </a>angestellt  und koordiniert gemeinsam mit rumänischen Partnern über den Verein Copiii Europei (Kinder Europas) im siebenbürgischen Brasov (Kronstadt) soziale Projekte. </p>
<p>Sie helfen Behinderten in rumänischen Dörfern und haben das ehemalige Pfarrhaus in dem 600 Einwohner-Ort Dacia (Stein) zu einem Bildungs- und Begegnungszentrum für Christen aus Ost und West ausgebaut. »Anfangs wollten wir die Arbeit nur von außen anschieben, die Rumänen sollten sie selbst weiterführen«, erzählt Frank Roth. »Von dieser Vision mussten wir uns aber verabschieden.« </p>
<p>Zudem sorge die rumänische Regierung mit unsozialen Entscheidungen dafür, dass noch mehr Hilfe gebraucht werde. Ab September zum Beispiel sollen alle Schulen mit weniger als zweihundert und alle Kindergärten mit weniger als hundert Kindern geschlossen werden. »Die armen Familien in Dacia, vor allem die Roma, können sich nicht leisten, ihre Kinder in die nächste Kleinstadt zu schicken«, sagt Roth. Deshalb soll jetzt im Dorf eine kleine Notschule aufgebaut werden. Der Verein braucht nach eigenen Angaben heute für seine Arbeit etwa viermal so viel Geld wie vor drei Jahren.</p>
<p>14 sächsische Kirchgemeinden mit Kontakten nach Rumänien sind offiziell bekannt, meist kleine Initiativen. Hinzu kommen selbständige Vereine. Am wirksamsten könne man helfen, wenn man Initiativen vor Ort mit Spendengeldern unterstütze, meint Dorothea Böhme aus der Kirchgemeinde Lichtenstein. Noch in den 1990er Jahren hatte ihre kleine Gruppe mit einer mobilen Zahnarzt-Einheit Waisenkinder in einem siebenbürgischen Dorf behandelt. Die wollten sie Fachleuten vor Ort überlassen. Doch diesen Plan mussten sie aufgeben.</p>
<p>»Wer die Menschen dort motivieren will, braucht Geduld«, meint Renate Greuner von der I<a href="http://www.muenster.org/romania/">nitiative Rumänien in Dresden</a>. Die Rumänieninitiativgruppe Bautzen, hervorgegangen aus der Jugendarbeit der St.-Petri-Kirchgemeinde, unterstützt seit Jahren mit Freiwilligen und Spenden einen Verein im siebenbürgischen Cristuru-Secuiesc. Der betreut in Wohngruppen Kinder und Jugendliche, die zuvor in einem Kinderheim lebten. Im Oktober des vergangenen Jahres konnten sie dort ein Jugendbildungszentrum eröffnen.</p>
<p>Eine Organisation vor Ort unterstützt auch die Rumänieninitiative Lauterbach bei Dresden: die Roma-Kirche (lesen Sie dazu den Info-Kasten). Mit Spenden ermöglichen die Sachsen es Roma-Jugendlichen, das Lyzeum zu besuchen oder die Universität. »Bildung ist entscheidend für die Integration in die Gesellschaft«, sagt Matthias Netwall. »Und wer studiert, hat Aussicht auf eine gut bezahlte Arbeit. Das kommt später auch ihrer Gemeinschaft zugute.«</p>
<p>Reichtum und Einkaufszentren nach westlichem Standard könne man in Rumänien sehen, sagt Netwall. Aber daneben extreme Armut. »Die Wirtschaftskrise hat dort viel härter zugeschlagen als in Deutschland.« Mieten, Kosten für Wasser, Strom, Gas und Heizung seien enorm gestiegen. Er hat von Rentnern gehört, die Kredite aufnehmen, um im Winter die Heizung bezahlen zu können.</p>
<p>Auch die geistliche Unterstützung dürfe nicht unterschätzt werden, meint Margarethe Engling aus der <a href="http://www.st-trinitatis.de">Trinitatis-Gemeinde in Hohenstein-Ernstthal.</a> Sie besucht mit einer Gruppe regelmäßig zwei Suchtkliniken des Blauen Kreuzes in Siebenbürgen. »Wir geben Zeugnis von eigenen Erfahrungen, machen Mut, mit Hilfe des Glaubens vom Alkohol wegzukommen.«</p>
<p>Trotz aller Schwierigkeiten haben Frank Roth und seine Mitstreiter einiges erreicht: Arme Familien mit Behinderten aus dem Dorf verdienen mit selbst produzierten Gegenständen und Dienstleistungen etwas Geld dazu. Die Leute zeigten mehr Achtsamkeit untereinander. Hoffnung mache ihm  noch etwas anderes: Auch in der rumänisch-orthodoxen Kirche gebe es mittlerweile erste Ansätze für eine Sozialarbeit.</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
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