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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Ostsachsen</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>Passt das zusammen?</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 13:45:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Kirchenbezirke Meißen und Großenhain gehen zusammen&#xA0;– trotz Unterschieden
Unterschiedliche Traditionen, andere Strukturen, verschiedene Ziele: größer kann die Kluft zwischen zwei Kirchenbezirken kaum sein. Und doch müssen sich Meißen und Großen­hain zusammenschließen. 
»Das wird eine Ehe zwischen sehr unterschiedlichen Partnern«, mutmaßt Gerlinde Franke, Vorsitzende der Großenhainer Kirchenbezirkssynode. Eine Arbeitsgruppe beider Kirchenbezirke hatte bis Sommer 2011 analysiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Kirchenbezirke Meißen und Großenhain gehen zusammen&#xA0;– trotz Unterschieden</strong><br />
<div id="attachment_5272" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/s03-7.jpg" alt="In Meißen die Frauenkirche (l.), in Großenhain die Marienkirche (r.): Trotz der gleichen Namenspatronin der Kirchen gibt es zwischen den beiden Kirchenbezirken erhebliche Unterschiede. Fotos: Steffen Giersch " title="s03-7" width="580" height="414" class="size-full wp-image-5272" /><p class="wp-caption-text">In Meißen die Frauenkirche (l.), in Großenhain die Marienkirche (r.): Trotz der gleichen Namenspatronin der Kirchen gibt es zwischen den beiden Kirchenbezirken erhebliche Unterschiede. Fotos: Steffen Giersch </p></div><br />
Unterschiedliche Traditionen, andere Strukturen, verschiedene Ziele: größer kann die Kluft zwischen zwei Kirchenbezirken kaum sein. Und doch müssen sich Meißen und Großen­hain zusammenschließen. </p>
<p>»Das wird eine Ehe zwischen sehr unterschiedlichen Partnern«, mutmaßt Gerlinde Franke, Vorsitzende der Großenhainer Kirchenbezirkssynode. Eine Arbeitsgruppe beider Kirchenbezirke hatte bis Sommer 2011 analysiert und verglichen. Aus Meißen hieß es dann: »Die Kirchenbezirkssynode spricht sich gegen eine Fusion aus.« Und aus Großenhain: »Der Kirchenbezirksvorstand sah daraufhin keine Grundlage für die Vereinigung der Kirchenbezirke zum gegebenen Zeitpunkt.« </p>
<p>Die Unterschiede betreffen Grundsätzliches. Zum Beispiel die Anstellung der Gemeindepädagogen: im Meißener Kirchenbezirk liegt die bei den Gemeinden, in Großenhain beim Kirchenbezirk. »Die Betroffenen erleben das als überwiegend positiv«, sagt Gerlinde Franke. Sie sieht es als Fortschritt. Anders organisiert ist auch die Diakonie, wie Michael Gilbert sagt, Vorsitzender der Meißener Kirchenbezirkssynode: In Meißen als Verein, in Großenhain als gemeinnützige GmbH. </p>
<p>Weiterer Gegensatz: »Wir haben die Ortsgemeinden gestärkt«, sagt der Meißener Superintendent Andreas Stempel. »Wir hingegen denken in Regionen«, erläutert Pfarrer Harald Pepel, stellvertretender Superintendent in Großenhain. Dazu gehöre auch eine zentrale Arbeitsstelle »Kinder-Jugend-Bildung«. »Diese Struktur tut uns gut«, betont Pepel. Eine Verbesserung, hinter die Großenhain nicht wieder zurück will. »Nun müssen wir sehen, ob wir uns für das eine oder das andere Modell entscheiden oder etwas völlig Neues aus beiden machen«, sagt er. Meißens Superintendent Stempel meint: »Bei einer Vereinigung müssen beide Seiten nachgeben.«</p>
<p>Immerhin hat die Landessynode beim Fusionsbeschluss im November 2011 ein Jahr Übergangsphase gewährt – bis Jahresbeginn 2013. Die Neuordnung von Verwaltung und Leitung lasse sich bis dahin bewältigen, sagt Michael Gilbert aus Meißen. »Um aber die Unterschiede zu beseitigen, reicht ein Jahr nicht.«</p>
<p>Eines der Hauptprobleme ist die Größe des neuen Kirchenbezirks: von der brandenburgischen Grenze bis kurz vor Freiberg. »Das bedeutet viel längere Wege«, sagt Andreas Stempel, der den neuen Kirchenbezirk leiten wird. »Unser Kirchenmusikdirektor zum Beispiel hat statt 56 dann 120 Orgeln. Da wird er nicht mehr überall hinkommen.« Andreas Stempel selbst hat dann statt 22 Pfarrern etwa 50 Mitarbeiter. Wie er da Leitung und Führung bewältigen soll, weiß er noch nicht. Verdoppeln jedenfalls lasse sich die Arbeit nicht. »Also muss ich meinen Tätigkeitsbereich neu ordnen, vieles weglassen und mich auf Kernbereiche konzentrieren.«</p>
<p>Fusion unmöglich&#xA0;– diese Position ist für die Verantwortlichen jedoch Vergangenheit. »Jetzt schauen wir nach vorn«, sagt Gerlinde Franke. Die Arbeitsgruppe hat schon wieder beraten. »Rezepte gibt es nicht«, meint Michael Gilbert. »Neue Ideen müssen her.«                               </p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
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		<title>Vorleben statt predigen</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/09/22/vorleben-statt-predigen_christustraeger-bruderschaft/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 05:25:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ostsachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Christusträger Bruderschaft Wilsdruff]]></category>
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		<description><![CDATA[Überschattet von Trauer begehen die Christusträger in Wilsdruff ihr&#160;Jubiläum
ie zuvor hat sich den Christusträgern die Begrenztheit des menschlichen Lebens so aufgedrängt. Ihr Bruder Siegbert ist in Afghanistan eines gewaltsamen Todes gestorben. 
Trotzdem wirkt Bruder Martin, mit bürgerlichem Namen Werner Reinhuber, zurückhaltend und gefasst. Nein, sagt er, Verzweiflung empfinde er nicht. »Tiefe Traurigkeit, das ja. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Überschattet von Trauer begehen die Christusträger in Wilsdruff ihr&#160;Jubiläum</h5>
<p><div id="attachment_4505" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/09/ASG_6344.jpg" alt="Die Brüder Felix, Martin und Jörg vor der Wilsdruffer Jakobikirche (v. l.): Seit zehn Jahren arbeiten die Christusträger in Sachsen&#160;– erst in Meißen und seit einigen Jahren in&#160;Wilsdruff. (Foto:&#160;Steffen&#160;Giersch)" title="ASG_6344" width="300" height="242" class="size-full wp-image-4505" /><p class="wp-caption-text">Die Brüder Felix, Martin und Jörg vor der Wilsdruffer Jakobikirche (v. l.): Seit zehn Jahren arbeiten die Christusträger in Sachsen&#160;– erst in Meißen und seit einigen Jahren in&#160;Wilsdruff. (Foto:&#160;Steffen&#160;Giersch)</p></div>Nie zuvor hat sich den Christusträgern die Begrenztheit des menschlichen Lebens so aufgedrängt. Ihr <a href="http://www.sonntag-sachsen.de/2011/09/06/meisen-trauert-um-bruder-siegbert/">Bruder Siegbert ist in Afghanistan eines gewaltsamen Todes gestorben</a>. </p>
<p>Trotzdem wirkt Bruder Martin, mit bürgerlichem Namen Werner Reinhuber, zurückhaltend und gefasst. Nein, sagt er, Verzweiflung empfinde er nicht. »Tiefe Traurigkeit, das ja. Es ist hart für mich. Aber Bruder Siegbert hat ein reiches, erfülltes Leben gehabt. Ich glaube, Gott ist im Gelingen dabei wie auch im Scheitern und Sterben.« </p>
<p>Vor reichlich zehn Jahren sind vier Brüder der <a href="http://www.christustraeger-bruderschaft.org/">evangelischen Christusträger-Bruderschaft</a> Triefenstein nach Sachsen gekommen. Sie haben einiges bewegt in Meißen und Wilsdruff. »Bewegen konnten wir das nur mit anderen offenen Menschen, die wir hier gefunden haben«, sagt Werner Reinhuber. Sie leben wie Mönche&#160;– ehelos, besitzlos und im Gehorsam gegenüber der Gemeinschaft&#160;–, doch nicht zurückgezogen hinter Klostermauern. </p>
<p>»Bei Besuchen in Jugendclubs sind mir Arbeitslosigkeit und Resignation begegnet wie ich sie nie vorher kannte«, erzählt er. So entstand aus seiner Initiative und dem Zusammenschluss von Kirchgemeinde, Kommune und Unternehmen 2002 die <a href="http://www.leben-und-arbeit.net/">Stiftung »Leben und Arbeit«</a>. Sozial schwierige Jugendliche werden mit ihrer Hilfe in Arbeitsprojekten begleitet. Beispielsweise auf dem rund 500&#160;Jahre alten Rittergut Limbach unweit von Wilsdruff. </p>
<p>Dort in der Schlosserei arbeitet auch Bruder Jörg, 63&#160;Jahre alt. »Inzwischen haben wir ein Netzwerk von Firmen, in denen sie Praktika absolvieren«, sagt Reinhuber. Einer der Betreuten hat dadurch einen unbefri­steten Arbeitsvertrag bei einer Furnier-Firma in Kesselsdorf bekommen. Drei andere sind von einer Computerfirma als Lehrlinge übernommen worden. »Es gibt natürlich auch Abbrüche«, sagt Reinhuber. »Es hat keinen Sinn, wenn einer von Alkohol oder Drogen nicht loskommt. Da müssen wir ihn unfertig weiterschicken.«</p>
<p>Neuestes Mitglied ist Bruder Felix (58), gelernter Gärtner aus Zürich. Seit Anfang des Jahres lebt er mit in der Gemeinschaftswohnung im katholischen Pfarrhaus in Wilsdruff. Tätig ist er im Schülertreff. Der ist wochentags von 11 bis 16&#160;Uhr geöffnet für Jungen und Mädchen, die nach der Schule auf den Bus warten müssen. Zwischen 20 und 40&#160;Kinder finden dort eine sinnvolle Beschäftigung. </p>
<p>Ihr geistliches Leben verstehen die Christusträger als Einladung. Etwa ihre festen Gebetszeiten wochentags 6 und 18 Uhr, sonnabends 8 und 18&#160;Uhr. Morgens sitzen jetzt in der 860&#160;Jahre alten romanischen Jacobikirche in Wilsdruff, die zugleich Autobahnkirche ist, gelegentlich zwei Handwerker neben den Brüdern. </p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
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		<title>»Weit voneinander entfernt«</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 16:37:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Evangelische Hochschulen Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Hildegard Wickel]]></category>
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		<description><![CDATA[Nebeneinander statt Miteinander: Die Evangelischen Hochschulen in Dresden und Moritzburg gehen getrennte Wege. Die Landeskirche hätte es gern anders.
ine Art feierliche Prozession durch die Stadt soll es werden: Am 19.&#xA0;September wollen Studenten und Dozenten der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Dresden&#xA0;(EHS) aus ihren zwei alten Gebäuden in der Südvorstadt umziehen in ihr neues Domizil in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Nebeneinander statt Miteinander: </em>Die Evangelischen Hochschulen in Dresden und Moritzburg gehen getrennte Wege. Die Landeskirche hätte es gern anders.</strong></p>
<p><div id="attachment_4456" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/09/evers.jpg" alt="Professor Ralf Evers leitet die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit&#xA0;Dresden. (Foto:&#xA0;Steffen&#xA0;Giersch)" title="evers" width="200" height="276" class="size-full wp-image-4456" /><p class="wp-caption-text">Professor Ralf Evers leitet die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit&#xA0;Dresden. (Foto:&#xA0;Steffen&#xA0;Giersch)</p></div>Eine Art feierliche Prozession durch die Stadt soll es werden: Am 19.&#xA0;September wollen Studenten und Dozenten der <a href="http://www.ehs-dresden.de">Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Dresden&#xA0;(EHS</a>) aus ihren zwei alten Gebäuden in der Südvorstadt umziehen in ihr neues Domizil in Johannstadt. Dieses ist eine Kombination aus modernisiertem Altbau und einem neuen Anbau. Rund 32 Millionen Euro hat der Freistaat dafür investiert. Die EHS wird sich das Gebäude mit der Staatlichen Studienakademie teilen. </p>
<p>Reichen werde der Platz für die dann fast 700&#xA0;Studenten der EHS jedoch nicht, sagt Professor Ralf Evers, der Rektor. Für das in die Stiftung der EHS integrierte Forschungszentrum müssten zusätzlich Räume im Nachbargebäude angemietet werden. »In allen Studiengängen verzeichnen wir steigende Bewerberzahlen«, sagt Evers. Zehn Anwärter kommen im Schnitt auf einen Studienplatz. »Und alle Absolventen werden in Arbeit vermittelt.« Inzwischen klopfen die Sozialverbände und Einrichtungen, die Arbeitskräfte suchen, bei der EHS an.</p>
<p>Umfragen und <a href="http://www.che.de/cms/?getObject=2&amp;getNewsID=1271&amp;getCB=2&amp;getLang=de">Rankings bescheinigen der EHS Bestnoten bei Studiensituation, Studierbarkeit, Praxisbezug und Forschungsgeldern</a>. »Für uns ein Riesenkompliment«, sagt Evers. </p>
<p>Die Umfragen honorierten auch, dass die Fachhochschule, die von einer Stiftung getragen und zu 85&#xA0;Prozent vom Freistaat sowie 15&#xA0;Prozent von der Landeskirche finanziert wird, mit Forschung, Weiterbildung und Beratung mehr und mehr eigene Mittel erwirtschaftet. »Hier haben wir den Umsatz fast verdoppelt«, sagt Evers. </p>
<p>Die Finanzierung durch den Freistaat allerdings bereitet ihm Sorgen. »Wir haben Mittel nur bis Ende 2012 zugesichert bekommen. Die jetzigen Studierenden sind aber bis 2014 bei uns.« Offenbar warte Sachsen die eigene Hochschulplanung ab.</p>
<p>Die Landeskirche hingegen wünscht sich eine engere Zusammenarbeit der EHS mit der <a href="http://www.fhs-moritzburg.de/">Moritzburger Evangelischen Hochschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie</a>. Wie es im letzten Bericht der Kirchenleitung hieß, betrachtet sie ein Zusammengehen als »wesentlichen Zukunftsfaktor für die evangelische Hochschulausbildung in Sachsen«.</p>
<p>Noch vor sechs Jahren sei der Wille dazu auch groß gewesen, sagt Evers. Das Bibliothekssystem wurde angeglichen, Lehrkräfte wurden ausgetauscht. Inzwischen jedoch empfindet der Rektor der EHS die Bemühungen um Zusammenarbeit als »frustrierenden Prozess«. Absolventen aus Moritzburg können inzwischen an der EHS ihren Master machen. Umgekehrt sei der Übergang nicht möglich. Zu sehr unterscheiden sich die Studiengänge formal und inhaltlich. »Wir sind so weit entfernt voneinander wie nie zuvor«, resümiert Evers.</p>
<p><div id="attachment_4458" class="wp-caption alignleft" style="width: 360px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/09/wickel.jpg" alt="Rektorin Hildegard Wickel unterrichtet an der Evangelischen Hochschule in Moritzburg, in der vor allem Gemeindepädagogen ausgebildet. (Foto:&#xA0;Steffen&#xA0;Giersch)" title="wickel" width="350" height="205" class="size-full wp-image-4458" /><p class="wp-caption-text">Rektorin Hildegard Wickel unterrichtet an der Evangelischen Hochschule in Moritzburg, in der vor allem Gemeindepädagogen ausgebildet. (Foto:&#xA0;Steffen&#xA0;Giersch)</p></div>Das sieht Professorin Hildegard Wickel, Rektorin in Moritzburg, ebenso. Ein Grund dafür liegt für sie in den unterschiedlichen Rechtsformen. </p>
<p>Ihr Träger, das Moritzburger Diakonenhaus, wird von der Landeskirche finanziert&#xA0; die EHS zum größten Teil aus staatlichen Mitteln. Hinzu komme der Unterschied der Profile: »Wir bilden für die Gemeinden aus. Die EHS für die soziale Arbeit innerhalb, aber auch außerhalb der Kirchgemeinden.« </p>
<p>Ihr Alternativvorschlag klingt kühn angesichts der Kassenlage der Landeskirche, Hildegard Wickel stellt ihn dennoch zur Diskussion: »Warum nicht EHS, Moritzburg und die Hochschule für Kirchenmusik zu einer evangelischen Gesamthochschule mit drei verschiedenen Bereichen zusammenschließen?« Vorerst hält sie jedoch statt des Miteinanders nur ein »gutes Nebeneinander« für realistisch.</p>
<p>Entscheidende Veränderungen gibt es mit Beginn des Wintersemesters Anfang Oktober auch in Moritzburg. </p>
<p>Das Zeitalter des Bachelor-Studiums beginnt. In zwei neuen Studiengängen: Der eine – in Kooperation mit der Hochschule für Kirchenmusik – kombiniert Evangelische Religionspädagogik mit musikalischem Profil. »Eine zusätzliche Qualifikation für Kirchenmusiker im Nebenamt«, erläutert Hildegard Wickel. Der andere verknüpft die Religionspädagogik mit Sozialer Arbeit. Eine Neuerung übrigens, die in der EHS für »atmosphärischen Unmut« sorgt, wie Ralf Evers bemerkt.</p>
<p>»Das religionspädagogische Profil bleibt aber das, was uns auszeichnet«, betont Hildegard Wickel. 28&#xA0;neue Studenten erwartet Moritzburg, acht mehr als sonst im Schnitt. </p>
<p>2015 soll ein Master­studiengang starten. In dem können sich Absolventen für die mittlere Ebene der kirchlichen Pädagogik qualifizieren, etwa Bezirkskatechet, Jugendwart oder Bildungsreferent. Zugleich als Religionslehrer bis zur 10.&#xA0;Klasse. Auf eine Zukunft mit möglichen neuen Studiengängen stellt sich Moritzburg auch mit dem Namen ein. </p>
<p>Hieß sie bisher Fachhochschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie, so firmiert sie nun als Evangelische Hochschule Moritzburg&#xA0;(EHM).</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
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		<title>Die Jakobsmuschel im Wald</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 12:32:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
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Im Tharandter Wald wurde jetzt ein Teilstück der Frankenstraße als Pilgerweg markiert 
Viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch nach Santiago de Compostela – dem anderen großen Pilgerziel in Europa. Wer sich den Weg nicht mit den Händlern und Pilgern auf der Via Regia teilen wollte, der bog vom Osten kommend in Königsbrück [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4179" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/07/fre_tec_2011_07_IX1M6265.jpg" alt="Renate Rettig in ihrer Pilgertracht an einem der neu mit der Jakobsmuschel gekennzeichneten Schilder des wieder ins Leben gerufenen Pilgerwegs durch den Tharandter&#xA0;Wald. (Foto:&#xA0;Thorsten&#xA0;Eckert)" title="fre_tec_2011_07_IX1M6265" width="580" height="354" class="size-full wp-image-4179" /><p class="wp-caption-text">Renate Rettig in ihrer Pilgertracht an einem der neu mit der Jakobsmuschel gekennzeichneten Schilder des wieder ins Leben gerufenen Pilgerwegs durch den Tharandter&#xA0;Wald. (Foto:&#xA0;Thorsten&#xA0;Eckert)</p></div><br />
<em><strong><br />
Im Tharandter Wald wurde jetzt ein Teilstück der Frankenstraße als Pilgerweg markiert </strong></em></p>
<p>Viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch nach Santiago de Compostela – dem anderen großen Pilgerziel in Europa. Wer sich den Weg nicht mit den Händlern und Pilgern auf der Via Regia teilen wollte, der bog vom Osten kommend in Königsbrück nach Süden ab auf die seit dem 12.&#xA0;Jahrhundert bestehende Frankenstraße. </p>
<p>Die Via Regia wurde 2003 als <a href="http://www.oekumenischer-pilgerweg.de/index.php">Ökumenischer Pilgerweg durch Sachsen</a> wiederbelebt. Um die Frankenstraße bemüht sich nun der Verein <a href="http://www.saechsischer-jakobsweg.de/">»Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße«</a>. Doch um das Teilstück, das durch den Tharandter Wald führt, kümmert sich schon seit Jahr und Tag der ortsansässige Förderverein »Gästeführer Tharandter Wald/Osterzgebirge«. </p>
<p>»Mit dem Ökumenischen Pilgerweg wurde 2003 auch dieses Teilstück von Grumbach über Fördergersdorf durch den Tharandter Wald bis Grillenburg und weiter in westliche Richtung bis Naundorf in Erinnerung gebracht«, erzählt Renate Rettig. </p>
<p>Die Harthaerin freut sich, dass es nun auch offizieller Teil des Sächsischen Pilgerwegs auf der Frankenstraße ist. Gelbe Muscheln auf blauem Grund zeigen den Verlauf durch den Tharandter Wald an. </p>
<p>Wer den Weg nicht findet, kann sich auch einer geführten Wanderung von Renate Rettig anschließen. Um den Jakobstag, den 25.&#xA0;Juli, herum, bietet die ausgebildete Wanderführerin jeweils eine Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg durch den Tharandter Wald an. Dann legt sie sich ihr rotbraunes Pilgercape um, setzt den Hut mit der Muschel auf, hängt sich eine große Jakobsmuschel um den Hals und nimmt ihren Wanderstab aus Weidenholz in die Hand. </p>
<p>Etwa vier Stunden dauert die Wanderung mit ihr. Dann erfährt man, dass dieser Weg früher auch Heiliger Weg genannt wurde. Er war dem Meißener Bischof Benno geweiht und führte von Böhmen nach Meißen. Es war aber auch der Weg, auf dem die Wettiner bei Begräbnissen nach Freiberg zogen. Deshalb wurde er auch Fürstenweg oder Leichenweg genannt. </p>
<p>Alte Wegzeichen künden davon&#xA0;– einst in Bäume, im 18.&#xA0;Jahrhundert in Steinsäulen geritzt. In Wilsdruff lag die romanische St.&#xA0;Jakobikirche ebenso am Weg wie die Kirche von Fördergersdorf. </p>
<p>Das Pfarrhaus Fördergersdorf wird nun zur Pilgerherberge, auch das Haus der Stille in Grumbach nimmt Pilger auf. Die ersten haben sich schon angemeldet. Und auch Renate Rettig kann nicht über mangelnde Nachfrage klagen. </p>
<p>»Es ist nicht bei jeder Wanderung so, aber wenn ich den Jakobsweg anbiete, habe ich immer Gäste«, sagt sie. Mal seien es Kirchgemeinden, mal Wanderer, die später einmal den Jakobsweg bis Spanien gehen wollten. </p>
<p>Am 31. Juli ist wieder so eine Gelegenheit. Treffpunkt ist 9.30&#xA0;Uhr am Kurplatz im Kurort Hartha. Die Teilnahme kostet 3&#xA0;Euro pro Erwachsener.</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
<blockquote><p>Renate Rettig, Telefon (01 77) 2 20 23 34, E-Mail <a href="mailto:renate-rettig@gmx.de">renate-rettig@gmx.de</a>.</p></blockquote>
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		<title>Eine Stadt im Widerstand</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/02/24/eine-stadt-im-widerstand/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 11:11:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dresden - 19. Februar 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Katrin Göring-Eckardt]]></category>
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		<category><![CDATA[Ute Haselbach]]></category>

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		<description><![CDATA[br>


Blockaden und Mahnwachen haben Nazidemonstrationen in Dresden verhindert.


Schneeflocken krümeln aus grau verhangenem Himmel. Es herrscht leichter Frost. Krähen fliegen kreischend durch die Luft. Ansonsten ist es still an der Heilandskirche Dresden-Cotta. Hierher verirrt sich so gut wie niemand an diesem Sonnabendvormittag. Zehn Frauen und Männer wärmen sich die Hände an einem Korb mit brennenden Holzscheiten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3413" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/02/GE_Dresden_gegen_Neonazis_4523-a.jpg" alt="Sitzblockade an der Reichenbachstraße südlich des Hauptbahnhofs. »Keine Gewalt«, das war Anliegen der meisten Gegendemonstranten, auch wenn es an anderer Stelle zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. (Foto: Rainer Oettel)" title="GE_Dresden_gegen_Neonazis_4523-a" width="580" height="387" class="size-full wp-image-3413" /><p class="wp-caption-text">Sitzblockade an der Reichenbachstraße südlich des Hauptbahnhofs. »Keine Gewalt«, das war Anliegen der meisten Gegendemonstranten, auch wenn es an anderer Stelle zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. (Foto: Rainer Oettel)</p></div>
<div id="attachment_3414" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/02/DSC_7910.jpg" alt="Mahnwachen vor den Kirchen mit Unterschriftenlisten und Kerzen in Papiertüten wie hier vor der Hoffnungskirche Löbtau. (Foto: Steffen Giersch)" title="DSC_7910" width="580" height="384" class="size-full wp-image-3414" /><p class="wp-caption-text">Mahnwachen vor den Kirchen mit Unterschriftenlisten und Kerzen in Papiertüten wie hier vor der Hoffnungskirche Löbtau. (Foto: Steffen Giersch)</p></div>
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<br />
Blockaden und Mahnwachen haben Nazidemonstrationen in Dresden verhindert.<br />
</p>
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<p>Schneeflocken krümeln aus grau verhangenem Himmel. Es herrscht leichter Frost. Krähen fliegen kreischend durch die Luft. Ansonsten ist es still an der Heilandskirche Dresden-Cotta. Hierher verirrt sich so gut wie niemand an diesem Sonnabendvormittag. Zehn Frauen und Männer wärmen sich die Hände an einem Korb mit brennenden Holzscheiten. Auch wenn das einzige Ereignis hier der kurze Auftritt des Posaunenchors bleiben wird. »Selbst wenn wir nicht an der Marschroute stehen, wir zeigen, dass es uns nicht egal ist und setzen damit ein Zeichen«, sagt Rosemarie Krellner. </p>
<p>Ein Zeichen setzen&#xA0;– dies bekommt man auf die Frage nach den Motiven immer wieder an diesem Tag zu hören bei den Mahnwachen vor 54&#xA0;Kirchen und Gemeindehäusern gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten. Auch Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt sagt vor der Geschäftsstelle des Kirchentages: »Wir wollen ein Zeichen der Gewaltlosigkeit und Klarheit setzen, dass diese Stadt nicht den Neonazis gehört, sondern den Friedliebenden und Demokraten.«</p>
<p>Vor der Philippuskirche im Neubaugebiet Dresden-Gorbitz hat Pfarrer Thomas Böttrich die weiße Fahne mit dem violetten Kreuz aufgezogen. »Wir mögen mit Mahnwachen wenig ausrichten, aber das Wenige ist viel«, sagt er bei der Andacht mit 18&#xA0;Teilnehmern.  Auch in der Nazarethkirche Dresden-Seidnitz versammeln sich einige wenige zum Gebet. Dabei bekommen sie Besuch&#xA0;– von zwei Polizisten. Sie hätten den Auftrag, Kontakt zu den Kirchgemeinden zu halten, sagt einer von ihnen. Schließlich seien die Mahnwachen angemeldete Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Doch in Seidnitz ist es ruhig.</p>
<p>An der Auferstehungskirche in Dresden-Plauen hatten sie gedacht, irgendwo weitab zu stehen. Deswegen habe es lange Diskussionen gegeben, ob sie überhaupt eine Mahnwache organisieren, erzählt Ute Haselbach. Doch auf einmal sind sie da: Mehrere hundert Neonazis stürmen vom S-Bahnhof am Friedhof vorbei hoch zum Gymnasium. Wenig später führt ihr finsterer Zug, von Polizei eskortiert, unweit der Mahnwache vorbei. </p>
<p>Die Mahnwache an der Friedenskirche in Dresden-Löbtau kommt am frühen Nachmittag in eine bedrohliche Situation. Etwa 150&#xA0;Neonazis ziehen vorbei. Wenig später stürmen sie den linksalternativen Treff »Praxis« und rufen »Wir kriegen euch alle!« Anwohner müssen fassungslos zusehen, wie die Täter ungehindert agieren können. Denn die Polizei schreitet nicht ein.</p>
<p>In der Südvorstadt, unweit der Lukaskirche, geht es heiß her: Steine werfende Chaoten, brennende Müllcontainer, Polizei, Wasserwerfer. »Uns wurde schon ein wenig mulmig«, berichten später Teilnehmer der Blockade. Vor allem ältere Leute hätten versucht, deeskalierend einzugreifen. »Eine Frau nahm einem der Burschen einfach den Holzknüppel aus der Hand«, erinnert sich ein Augenzeuge. »Zum Glück wurde dann bekanntgegeben, dass die Rechten keine Chance zum Laufen haben, weil eben überall Leute standen oder saßen«, sagt er.</p>
<p>An anderer Stelle bleibt die Blockade friedlich. Von da kommen immer wieder junge Leute, wärmen sich am Feuer der Mahnwache vor der Lukaskirche, führen mit den Teilnehmern Gespräche. Einmal können sich&#xA0;30&#xA0;von ihnen in der Kirche vor der Polizei verstecken. </p>
<p>Peter Meis, Superintendent von Dresden Mitte, hat am Montag allen Teilnehmenden an den Mahnwachen gedankt »für ihre engagierte Treue an so vielen Orten, die weniger im Zentrum des Interesses standen«. </p>
<p>Er schätzt, dass es weit über tausend Menschen waren, »die wie ein unsichtbares Band durch die Friedensgebete verbunden waren«. Und er fügt hinzu: »Dass auch dadurch die Aufmärsche Rechtsextremer in unserer Stadt an Terrain verloren haben, ist zweifellos dieser Form des Widerstandes zu danken.«           </p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
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		<title>Ins Zentrum gerückt</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jan 2011 09:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bischofskanzlei]]></category>
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		<description><![CDATA[h5>Bischofskanzlei: Gespräch mit Landesbischof Jochen Bohl zum Umzug in neue Räume im Dresdner Stadtzentrum.
Der Landesbischof hat neue Diensträume – und ist mit diesem Umzug in die Kritik geraten, auch bei den Lesern des Sonntags. Wir haben Landesbischof Jochen Bohl abschließend zu dieser Diskussion die dabei aufgetretenen Fragen gestellt.
Herr Landesbischof, Ihre Kanzlei ist umgezogen ins Zentrum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3283" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/01/DSC_9638.jpg" alt="Arbeitsatmosphäre im Dienstzimmer des Bischofs: Landesbischof Jochen Bohl (M.) mit seinen beiden Mitarbeitern, dem Persönlichen Referenten Pfarrer Urs Ebenauer (l.) und der Leiterin der Bischofskanzlei Cornelia Müller (r.). Fotos: Steffen Giersch" title="Bischof Bohl" width="580" height="398" class="size-full wp-image-3283" /><p class="wp-caption-text">Arbeitsatmosphäre im Dienstzimmer des Bischofs: Landesbischof Jochen Bohl (M.) mit seinen beiden Mitarbeitern, dem Persönlichen Referenten Pfarrer Urs Ebenauer (l.) und der Leiterin der Bischofskanzlei Cornelia Müller (r.). Fotos: Steffen Giersch</p></div><br />
<h5><strong>Bischofskanzlei:</strong> Gespräch mit Landesbischof Jochen Bohl zum Umzug in neue Räume im Dresdner Stadtzentrum.</h5>
<p>Der Landesbischof hat neue Diensträume – und ist mit diesem Umzug in die Kritik geraten, auch bei den Lesern des Sonntags. Wir haben Landesbischof Jochen Bohl abschließend zu dieser Diskussion die dabei aufgetretenen Fragen gestellt.</p>
<p><strong>Herr Landesbischof, Ihre Kanzlei ist umgezogen ins Zentrum der Landeshauptstadt. Verstehen Sie, dass nach dem Bekanntwerden im November Ihr Umzug Kritik ausgelöst hat – auch bei unseren Lesern?<br />
Bohl:</strong> Natürlich verstehe ich das. Dass es Kritik geben würde, war mir im Vorfeld klar.<br />
<strong><br />
Warum war der Umzug nötig und warum jetzt?<br />
Bohl:</strong> Der wesentliche Grund ist, dass eine Einrichtung wie die Bischofskanzlei nach meiner Überzeugung nicht an den Stadtrand, sondern in die Stadtmitte gehört. Dabei steht mir auch vor Augen, dass die römisch-katholische Kirche das Problem schon Anfang der 90er Jahre durch das Kanzleihaus gelöst hat.</p>
<p><strong>Wie kam es überhaupt zu dem bisherigen Bischofssitz am Rande der Stadt in Dresden Blasewitz?<br />
Bohl: </strong>Das war der Tatsache geschuldet, dass die Dresdner Innenstadt zerstört war. Die Landeskirche hat das Haus auf der Tauscherstraße 1952 gekauft. Jetzt erleben wir nach dem Aufbau der Frauenkirche, dass Dresden sein Zentrum zurück bekommt. Da ist es naheliegend, dass die Bischofskanzlei wieder in die Stadt verlegt wird. Im Übrigen haben seit mehr als 20 Jahren die Bischöfe nicht mehr in der Tauscherstraße gewohnt. Dort war die Wohnung des jeweiligen Bischofsreferenten, um ständig einen Ansprechpartner im Gebäude zu haben. Das ist in Zeiten von Anrufumleitung, E-Mail und Mobiltelefon keine Notwendigkeit mehr. Auch das war ein Grund, der für den Umzug gesprochen hat.</p>
<p><div id="attachment_3284" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/01/ASG_1437.jpg" alt=" Das Haus Rampische Straße 29  ist ein von der Gesellschaft Historischer Neumarkt originalgetreu wieder aufgebautes Bürgerhaus vom Anfang des 18. Jahrhunderts." title="Bischofskanzlei Dresden" width="300" height="451" class="size-full wp-image-3284" /><p class="wp-caption-text"> Das Haus Rampische Straße 29  ist ein von der Gesellschaft Historischer Neumarkt originalgetreu wieder aufgebautes Bürgerhaus vom Anfang des 18. Jahrhunderts.</p></div><strong>Was können Sie Kritikern entgegnen, die die um das vierfache gestiegene Miete anprangern?<br />
Bohl:</strong> So ist es nicht. Das Landeskirchenamt hat im Vorfeld der Entscheidung eine Vollkostenrechnung gemacht und festgestellt, dass die Mietlösung in der Rampischen Straße nicht teurer ist als der Unterhalt der Villa in der Tauscherstraße. Denn dafür fallen ja auch Kosten an: Reparaturen, Unterhaltskosten, Grundsteuer und anderes. Diese Kosten werden gesondert in einem Grundstückshaushalt dargestellt. Ausschlaggebend war also, übrigens auch für die Kirchenleitung, die frühzeitig einbezogen war, diese umfassende Berechnung. Es ist ja selbstverständlich, dass man die Kosten im Griff behält.</p>
<p>Im Übrigen kommt es auf Grund des Zuschnitts der Grundstücke und der Preise in der Innenstadt nicht in Frage, hier selbst zu bauen. Schwierig war allerdings, dass es in der Innenstadtlage kaum ein Gebäude gibt ohne gewerbliche Nutzung. Es kann aber nicht sein, dass unten Geschäfte sind oder eine Gaststätte, an denen man vorbei muss, um zum Bischof zu kommen.</p>
<p>Insofern ist die Zusammenarbeit mit unserem Vermieter ein glücklicher Umstand. Das ist die »Kulturstiftung Historisches Bürgerhaus«, deren Stiftungszweck es ist, Wohnungen für Studierende der Musikhochschule anzubieten. Es gibt hier im Haus zehn kleine Wohnungen für Studenten und im Keller einen Probenraum. Für beide Seiten ist die Zusammenarbeit sinnvoll, auch die Stiftung freut sich über einen Mieter, der wie wir langfristig und zuverlässig Miete zahlt. Man könnte also zugespitzt sagen: Die Bischofskanzlei ist zur Miete in ein Studentenwohnheim gezogen.</p>
<p><strong>Der Mietvertrag im neuen Haus ist befristet auf sechs Jahre. Wird der Bischofssitz ein wanderndes Büro?<br />
Bohl:</strong> Die Befristung ist Vorsicht auch von unserer Seite. Wir wollen sehen, wie es sich bewährt.</p>
<p><strong>Wäre es nicht günstiger gewesen, im kircheneigenen Haus zu bleiben, als von marktüblichen Mieten abhängig zu sein?<br />
Bohl:</strong> Die Mieten steigen, wenn die Gebäudekosten steigen. Eine solche Entwicklung beträfe Eigentum wie Mieträume gleichermaßen. Unser Vermieter verfolgt keine gewerblichen Interessen.</p>
<p><strong>Hätten sich in Zentrumsnähe nicht andere, kircheneigene Räume gefunden, etwa bei der Kreuzkirche?<br />
Bohl:</strong> Vor der Entscheidung für diesen Standort wurde ein Konzept entwickelt, mit der Bischofskanzlei in das Haus an der Kreuzkirche zu gehen und dieses zu einem kirchlichen Zentrum innerhalb der Stadt zu machen. Dafür wurde leider kein Übereinkommen mit dem Kirchenvorstand gefunden.</p>
<p><strong>Die Nähe der neuen Räume zur Frauenkirche lässt den Gedanken an Exklusivität aufkommen. Wie passen für Sie Repräsentation und der Auftrag der Kirche, an der Seite der Benachteiligten zu sein, zusammen?<br />
Bohl:</strong> Wer das Haus sieht und betritt, wird nicht den Eindruck von Exklusivität haben. Es ist ein sehr schmales Gebäude. Unsere Kanzleiräume sind etwas kleiner als in der Tauscherstraße. Für mich steht die Frauenkirche nicht für Exklusivität, sondern für die Verkündigung des Evangeliums. Es ist einer der bedeutendsten Kirchenbauten in Deutschland und ich bin sehr dankbar, dass ich da gelegentlich predigen darf.</p>
<p><strong>Wie fühlen Sie sich in ihrer neuen Kanzlei?<br />
Bohl:</strong> Ich fühle mich wohl hier. Es ist zweckmäßig und es gibt auch für die Besucher nicht mehr so weite Wege. Manchmal vermisse ich die Mittagsspaziergänge an der Elbe.</p>
<p><em>Das Gespräch führte Christine Reuther.</em></p>
<p>Die Bischofskanzlei befindet sich jetzt auf der Rampischen Straße 29 in 01067 Dresden,<br />
<strong>Telefon </strong>(03 51) 3 10 57 24,<strong> Fax</strong> (03 51) 3 40 02 81, <strong>E-Mail </strong>bischof@evlks.de</p>
<p><a href="http://www.evlks.de/landeskirche/landesbischof/index.html">www.evlks.de/landeskirche/landesbischof/index.html</a></p>
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		<title>»Die mit Tränen säen«</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 21:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anderthalb Jahre nach seiner Entführung im Jemen fehlt von dem Oberlausitzer Ehepaar Hentschel und ihrem kleinen Sohn Simon jede Spur. In der Leipziger Nikolaikirche beteten Christen für ihre Freilassung.
Es war ein Jahrtausende alter Psalm, den Pfarrer Christian Führer beim Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche vorlas – und klang, als wäre er genau für diesen Tag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3250" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/01/ehepaar-hentschel-uwe-winkler.jpg" rel="shadowbox[post-3229];player=img;"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/01/ehepaar-hentschel-uwe-winkler.jpg" alt="Beim Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche lesen Ruth und Gottfried Hentschel die Bittgebete für ihre im Jemen vermissten Familienangehörigen vor. (Foto: Uwe Winkler)" title="ehepaar-hentschel---uwe-winkler" width="580" height="367" class="size-full wp-image-3250" /></a><p class="wp-caption-text">Beim Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche lesen Ruth und Gottfried Hentschel die Bittgebete für ihre im Jemen vermissten Familienangehörigen vor. (Foto: Uwe Winkler)</p></div>
<h5>Anderthalb Jahre nach seiner Entführung im Jemen fehlt von dem Oberlausitzer Ehepaar Hentschel und ihrem kleinen Sohn Simon jede Spur. In der Leipziger Nikolaikirche beteten Christen für ihre Freilassung.</h5>
<p>Es war ein Jahrtausende alter Psalm, den Pfarrer Christian Führer beim Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche vorlas – und klang, als wäre er genau für diesen Tag geschrieben: »Herr, bringe zurück unsere Gefangenen«, zitierte Führer Psalm&#xA0;126: »Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.« Unter den Bögen der Nikolaikirche saßen an diesem 17.&#xA0;Januar viele, die diese traurige Saat kennen, seit im Juni&#xA0;2009 die fünfköpfige Familie Hentschel aus der Oberlausitz im Jemen entführt wurde. Ihre Großeltern Ruth und Gottfried Hentschel waren eigens zu dem Friedensgebet nach Leipzig gekommen. Mehr als 100 Christen beteten mit ihnen um die Freilassung der Familie.</p>
<p>Die <a href="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2010/01/07/zwischen-hoffen-und-bangen/">seit anderthalb Jahren währende Anteilnahme ist es, die den Angehörigen des noch immer verschwundenen Paares Johannes und Sabine Hentschel sowie ihres kleinen Sohnes Simon</a> Kraft gibt. Ihre beiden Töchter Anna und Lydia sind mittlerweile wieder zu Hause. Seit dem Sommer 2009, seit bekannt wurde, dass die in der jemenitischen Provinz Sanaa entführten Deutschen aus der Oberlausitz stammen, reißt der Zuspruch nicht ab. In umliegenden Kirchgemeinden, in Öster­reich, Hartenstein in Westsachsen, Pulsnitz bei Dresden, Süddeutschland, ja sogar in Afrika beten Menschen für die Vermissten und ihre Angehörigen, sagt Reinhard Pötschke, der mit Johannes Hentschels Schwester verheiratet ist. Außerdem kommen immer wieder Briefe.</p>
<p>»Es ist ganz deutlich, dass wir nicht vergessen werden«, sagt Reinhard Pötschke, der als Pfarrer in einer Freikirche arbeitet. Die Hentschels und ihre Angehörigen sind eine gläubige Familie, gehören Kirchgemeinden oder freien Gemeinden an. Doch die Frage nach dem Warum ihres Leidens drängt sich auch den Christen auf. »Nicht so sehr, warum es unsere Familie getroffen hat. Sondern warum es so lange keine Antwort gibt auf all die Gebete«, erzählt Pötschke.</p>
<p>Warum gibt es noch immer keine Spur von Johannes und Sabine, die etwa sechs Jahre lang für die christliche Hilfsorganisation »World wide services« gearbeitet hatten, ehe sie am 12.&#xA0;Juni&#xA0;2009 zusammen mit ihren Töchtern Lydia und Anna sowie dem kleinen Sohn Simon und vier weiteren Personen verschwanden? Zwei deutsche Bibelschülerinnen und eine Koreanerin wurden später ermordet aufgefunden.</p>
<p>Ein Trost ist es auch für die Großeltern Gottfried und Ruth Hentschel in Lauske bei Bautzen, dass Anna und Lydia im vergangenen Mai plötzlich gefunden wurden. Sie leben nun bei Verwandten. Von ihnen weiß die Familie inzwischen auch ansatzweise, dass der kleine Simon vermutlich nicht mehr am Leben ist.</p>
<p>Um Klarheit zu bekommen, um die schlimme Ungewissheit zu beenden, versucht die Familie Licht ins Dunkel zu bringen. Eigentlich wollte Reinhard Pötschke zusammen mit einem Verwandten und einem Freund der Familie im Januar in den Jemen reisen. Man wollte Postkarten mit Fotos von den Vermissten verteilen. Eine Fernsehaufzeichnung beim arabischen Sender Al Dschasira war geplant. Doch die Reise ist erst einmal abgesagt, aus Sicherheitsgründen. Dennoch will die Familie über das Fernsehen in der arabischen Welt um Hilfe bitten und das Schicksal der Vermissten klären.</p>
<p>Die Leipziger Nikolai-Kirchgemeinde wollte mit dem Friedensgebet und der anschließenden Mahnwache den Appell der Angehörigen an deutsche und jemenitische Behörden für eine erneute Suche unterstützen. Das deutsche Auswärtige Amt hat keine neuen Informationen für sie und macht ihnen nur wenig Hoffnungen. Die 79-jährige Großmutter Ruth Hentschel sagte in ihrem Fürbittgebet: »Schmerz und Ungewissheit lasten schwer auf unseren Seelen.«</p>
<p><em>Irmela Hennig</em></p>
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		<title>Partei ergreifen</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 13:26:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Heiner Sandig]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Heiner Sandig will am Sonntag über die Verantwortung als Christ in der Politik predigen
Er ist noch heute Pfarrer mit Leib und Seele. Dass er es geworden ist, hat mit Politik zu tun. Immer wieder hat sie in sein Leben eingegriffen: Heiner Sandig (65) wurde als Jugendlicher von der Erweiterten Oberschule verwiesen. Das Abitur machte er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2632" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/09/HeinerSandig.jpg" rel="shadowbox[post-2625];player=img;"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/09/HeinerSandig.jpg" alt="Heiner Sandig in seinem Garten in Wülknitz: Als Politiker ist er nun im Ruhestand, aber als Pfarrer noch immer aktiv – allerdings im Ehrenamt. Foto: Alexander Schröter" title="HeinerSandig" width="580" height="387" class="size-full wp-image-2632" /></a><p class="wp-caption-text">Heiner Sandig in seinem Garten in Wülknitz: Als Politiker ist er nun im Ruhestand, aber als Pfarrer noch immer aktiv – allerdings im Ehrenamt. Foto: Alexander Schröter</p></div><br />
<strong>Heiner Sandig will am Sonntag über die Verantwortung als Christ in der Politik predigen</strong></p>
<p>Er ist noch heute Pfarrer mit Leib und Seele. Dass er es geworden ist, hat mit Politik zu tun. Immer wieder hat sie in sein Leben eingegriffen: Heiner Sandig (65) wurde als Jugendlicher von der Erweiterten Oberschule verwiesen. Das Abitur machte er am Kirchlichen Proseminar in Moritzburg, um danach Theologie in Leipzig zu studieren. »In der DDR-Zeit hat sich auch nichts anderes angeboten«, sagt er. Er stand kurz vor dem Examen, da wurde die Leipziger Universitätskirche gesprengt und auch er bekam als Gegner des Frevels Ärger mit den SED-Gewaltigen. </p>
<p>Und als sich im Herbst 1989 Oppo­sition in der DDR spürbar regte, hat auch Heiner Sandig Position bezogen. »Wir haben die Papiere des Neuen Forums in der Gemeinde diskutiert«, erinnert er sich. Schließlich trat er im Dezember 1989 in die CDU ein. »Menschliche Nähe« zu den Protagonisten hätte den Ausschlag für diesen Schritt gegeben. Vier Wochen später war er Kreisvorsitzender der Riesaer CDU und nach der Landtagswahl nicht nur Mitglied des ersten freigewählten sächsischen Parlaments, sondern auch dessen Vizepräsident: »Es gab ja kaum unbelastete Leute.«</p>
<p>Pfarrer wollte er trotz allem bleiben – was schwer zu vermitteln war. Kirche habe überparteilich zu sein, hieß es. »Das ist bis heute ein schwieriges Thema«, so Sandig. Er konnte schießlich Pfarrer bleiben. Die sächsische Synode verabschiedete 1992 ein Kirchengesetz, das besagt: Pfarrer werden zur Wahrnehmung eines politischen Mandats beurlaubt.</p>
<p>Die Synode, deren Mitglied Sandig zu dieser Zeit war, hatte noch auf andere Weise Einfluss auf seine politische Arbeit. Mitte September 1991 waren in Hoyerswerda Steine und Brandsätze gegen Afrikaner und Viet­namesen geflogen. Deshalb bat die Synode den Freistaat, einen Ausländerbeauftragten einzusetzen. Heiner Sandig sollte das Anliegen übermitteln. »Dann mach’ Du es«, sagten seine CDU-Kollegen. 1992 wurde Heiner Sandig zum sächsischen Ausländerbeauftragten gewählt. </p>
<p>Über 15 Jahre, mit einer Unterbrechung zwischen 2004 und 2008, war Heiner Sandig Politiker. Für ihn eine glückliche Zeit, »vor allem am Anfang«, als das neue Leben nach dem Ende der Diktatur gestaltet werden konnte. Und auch hier schätzte er die menschliche Nähe über Partei­grenzen hinweg. Doch eine Trennung zwischen dem Pfarrer und dem Politiker gab es nie. »Versöhnung und Vergebung sind auch politische Kategorien«, sagt er. Oft habe er im Landtag aus der Bibel zitiert.</p>
<p>Heute, 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, ist es ihm erneut Anliegen, Politik und Kirche zusammenzubringen. Heiner Sandig wird mit einer Studentin am Sonntag eine Dialogpredigt in der Kirche von Streumen halten. Hier, im Kirchenbezirk Großenhain, ist er als Ruheständler wieder Pfarrer geworden – ehrenamtlich. Sechs Kirchen gehören zum Gemeindegebiet. »Ich baue Kirchen um, taufe, traue und beerdige – alles, was man heute als Pfarrer so macht.« </p>
<p>Und jeden Sonntag predigt er. An diesem Sonntag wird es wohl um Dankbarkeit gehen. »Wir haben großes Glück gehabt, einen Neuanfang gestalten zu können. Deshalb sind wir auch verantwortlich dafür, dass die Gegenwart sich verbessert«, so Sandig. Der Einsatz für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sei auch heute noch wichtig.</p>
<p>Doch darüber soll seine Mit-Predigerin berichten. Lisa Schneider (21) war gerade ein Jahr unter Sinti und Roma in Tschechien. »Die Strukturen der DDR müssen von ihr nicht mehr kaputt gemacht werden, aber sie wird sagen, wo ihr soziales Engagement liegt, was für ihr Leben in Europa wichtig ist«, so Sandig.      </p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
<p>Dialogpredigt: Sonntag, 3. Oktober, 15 Uhr, Dorfkirche Streumen bei Riesa.</p>
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		<title>Schätze sammeln</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/08/20/schatze-sammeln/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 12:01:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kirchentag 2011]]></category>
		<category><![CDATA[»Die andere Schatzkammer«]]></category>

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		<description><![CDATA[Die sächsischen Kirchgemeinden sollen Schatzkisten füllen und sich damit beim Kirchentag 2011 vorstellen.
b jetzt ist Phantasie gefragt: Wie lassen sich Schätze darstellen, die einem am Herzen liegen? Die sächsischen Kirchgemeinden werden in diesen Tagen dazu aufgefordert, Schatzkisten zu packen. Mit deren Inhalt stellen sich die Gemeinden beim Kirchentag 2011 in Dresden den Besuchern vor. So [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die sächsischen Kirchgemeinden sollen Schatzkisten füllen und sich damit beim Kirchentag 2011 vorstellen.</strong></p>
<p><div id="attachment_2402" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/08/NIK_6277.jpg" rel="shadowbox[post-2394];player=img;"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/08/NIK_6277.jpg" alt="Tabea Köbsch zwischen Stapeln von ungefalteten Pappkartons in der Geschäftsstelle des Kirchentags in Dresden.  In diesen Tagen werden die künftigen »Schatzkisten« an die Gemeinden verteilt. (Foto: Steffen Giersch)" title="NIK_6277" width="300" height="323" class="size-full wp-image-2402" /></a><p class="wp-caption-text">Tabea Köbsch zwischen Stapeln von ungefalteten Pappkartons in der Geschäftsstelle des Kirchentags in Dresden.  In diesen Tagen werden die künftigen »Schatzkisten« an die Gemeinden verteilt. (Foto: Steffen Giersch)</p></div>Ab jetzt ist Phantasie gefragt: Wie lassen sich Schätze darstellen, die einem am Herzen liegen? Die sächsischen Kirchgemeinden werden in diesen Tagen dazu aufgefordert, Schatzkisten zu packen. Mit deren Inhalt stellen sich die Gemeinden beim<a href="http://www.kirchentag.de/dresden.html"> Kirchentag 2011</a> in Dresden den Besuchern vor. So haben es sich die Organisatoren ausgedacht.</p>
<p>»Es ist Tradition bei Kirchentagen, dass die gastgebenden Gemeinden etwas zusammentragen«, sagt Tabea Köbsch von der Geschäftsstelle des Kirchentags in Dresden. »In Köln waren es Fässer, die jede Gemeinde mit heimatlichem Wasser gefüllt hat, in Bremen waren es Schiffe, die als Symbole dienten.«</p>
<p>Was aber könnte für Dresden, für Sachsen als Symbol stehen? »Dresden ist die Stadt der Schatzkammern, im Erzgebirge wurden die Schätze gefördert«, sagt Tabea Köbsch. Deshalb sollen es Schatzkisten sein. Doch sie sollen nicht mit Schätzen solcherart gefüllt werden. Hintergrund ist die Kirchentagslosung aus der Bergpredigt: »… da soll auch dein Herz sein.« Dieser Vers bezieht sich auf die himmlischen Schätze. Und deshalb heißt die Aktion auch »Die andere Schatzkammer«. Die Kirchgemeinden sollen sammeln, was ihnen am Herzen liegt. </p>
<p>Sie selbst würde in ihrer Gemeinde Dresden-Laubegast etwas hineintun, das für die Gemeinschaft steht, sagt Tabea Köbsch. Oder für die Arbeit mit Kindern: »Denn die sind unser Reichtum.« Wie die Schatzkiste gefüllt wird, ist jeder Gemeinde selbst überlassen: Fotos, etwas Gebasteltes, schriftliche Wünsche oder gar Handwerkskunst aus dem Erzgebirge. Bis Ende März ist Zeit dafür. Die leeren Kartons werden in den nächsten Tagen an die Gemeinden geschickt. Ein frankierter Paketaufkleber für die Rücksendung liegt bei.</p>
<p>Inzwischen überlegen sich Architekturstudenten der TU Dresden, wie die vielen Schatzkisten auf dem Kirchentag präsentiert werden könnten. Candy Lenk bereitet dafür ein Seminar vor. Für den TU-Mitarbeiter ist das Thema »Schätzsammeln« spannend. »Einerseits liegen Schätze im Verborgenen und sicher verwahrt in Tresoren, andererseits heißt Ausstellen, das Publikum teilhaben lassen«, beschreibt er den Spannungsbogen, den er mit den Studenten durchdenken will. </p>
<p>Zugleich sollen Möglichkeiten der Präsentation in unterschiedlichen Materialien untersucht werden. »Es ist noch völlig offen, wie und wo die Präsentation stattfindet«, so Lenk. Es könnte auf einer großen Landkarte sein oder in Verbindung mit einer Internetaktion. »Es macht Lust, darüber nachzudenken«, so der Architekt.</p>
<p>Lust an der Mitwirkung will auch Tabea Köbsch wecken. Sie will die Aktion als einen Impuls sehen, als Kirchgemeinde nicht unter sich zu bleiben, sondern mit der Schatzsuche aus der Kirche hinauszugehen: Das Befüllen zu einer gemeinsamen Aktion mit Kommune oder örtlichen Vereinen zu gestalten, kirchliche Feste wie Erntedank oder den Kirchentagssonntag am 6. Februar zum Anlass zu nehmen. </p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
<p><strong>Die Aktion endet am 30. März 2011. Die Schatzkisten werden beim Kirchentag 2011 in Dresden präsentiert. DER SONNTAG berichtet, wenn Sie uns ein Foto von den Schätzen oder vom Einpacken der Schatzkiste schicken: <a href="mailto:redaktion@sonntag-sachsen.de">E-Mail: redaktion@sonntag-sachsen.de </a> </strong></p>
<p>Der Kirchentag in Dresden im Internet: <a href="http://www.kirchentag.de/dresden.html">www.kirchentag.de</a></p>
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		<title>Wie in einer Familie</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 15:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Christliche Sozialstation Meißen]]></category>
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		<description><![CDATA[strong>Die Christliche Sozialstation Meißen bietet Demenzkranken eine Wohngemeinschaft an
Es ist eines der schwierigsten Probleme in der Altenpflege: die Pflege alter Menschen, die an Demenz erkrankt sind, menschenwürdig zu gestalten. Ein diakonischer Verein in Meißen versucht jetzt eine ganz neue Lösung. Statt der üblichen zwei Möglichkeiten – ambulante Betreuung zu Hause oder Heim – geht die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2198" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/NIK_5228.jpg" alt="Christa Funke, Johanna Thieme und Christa Bense (v. l.) gehören zu der neuen Wohngemeinschaft, hier werden sie von einer jungen Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr beim Rundgang durch den Garten begleitet. Foto: Steffen Giersch" title="Demenz" width="560" height="418" class="size-full wp-image-2198" /><p class="wp-caption-text">Christa Funke, Johanna Thieme und Christa Bense (v. l.) gehören zu der neuen Wohngemeinschaft, hier werden sie von einer jungen Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr beim Rundgang durch den Garten begleitet. Foto: Steffen Giersch</p></div><strong>Die Christliche Sozialstation Meißen bietet Demenzkranken eine Wohngemeinschaft an</strong></p>
<p>Es ist eines der schwierigsten Probleme in der Altenpflege: die Pflege alter Menschen, die an Demenz erkrankt sind, menschenwürdig zu gestalten. Ein diakonischer Verein in Meißen versucht jetzt eine ganz neue Lösung. Statt der üblichen zwei Möglichkeiten – ambulante Betreuung zu Hause oder Heim – geht die Christliche Sozialstation Meißen, 1990 als Verein von den evangelischen und der katholischen Gemeinde in der Domstadt gegründet, eine Art dritten Weg: die Wohngemeinschaft. </p>
<p>Hinter ihrem Gebäude, dem »Hirschberghaus«, in dem der Verein seit zehn Jahren eine Tagespflege anbietet, wurde für rund eine Million Euro ein Neubau errichtet und funktional genau abgestimmt auf die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen: nur Erdgeschoss, keine Treppen, keine Stufen, breite Gänge und Türen. In dem U-förmigen Komplex befinden sich zwölf Einraumwohnungen, zwischen 21 und 29 Quadratmeter groß, mit integriertem Bad. Darin wohnen die alten Menschen als Mieter, sieben derzeit. </p>
<p>»Dies ist ihr privater Rückzugsraum«, erläutert Mechthild Weber, Geschäftsführerin der Sozialstation. »Wir als Pflegepersonal sind bei ihnen zu Gast.« So müssen die Betreuer beispielsweise an der Wohnungstür klingeln. </p>
<p>Mittelpunkt ist ein Gemeinschaftsraum, etwa hundert Quadratmeter groß, mit Tischen, Stühlen, Sitzgruppe und Küche. »Das Herzstück«, sagt Mechthild Weber. Hier verbringen die Bewohner ihren Tag gemeinsam. »Wie in einer großen Familie können sie hier zusammen leben«, sagt Jürgen Günther, evangelischer Pfarrer im Ruhestand und Vereinsvorsitzender. Das bewahre sie vor Vereinsamung. </p>
<p>Der Kontakt zu den Angehörigen bleibt intensiv. »Meine Kinder kommen fast jeden Tag, machen zum Beispiel sauber«, berichtet die 87-jährige Johanna Thieme. Angehörige könnten hier mit essen, auch übernachten, sagt Mechthild Weber. Deshalb sollen die Partner oder Kinder der Bewohner möglichst in der näheren Umgebung leben. </p>
<p>Betreut würden die alten Menschen rund um die Uhr, sagt Mechthild Weber. Von Hilfspflegekräften, Praktikanten, Ehrenamtlichen und einer Fachpflegekraft. »Wir wollen ihnen aber nicht alles abnehmen. Was sie noch können, sollen sie selber tun.« Je nach ihren Möglichkeiten gehen die Bewohner mit einkaufen, kochen, waschen und legen ihre Wäsche selber. »Wir setzen bei den Fähigkeiten an, die noch vorhanden sind und versuchen die zu aktivieren. Keine Überversorgung also.«</p>
<p>Der Gebäudekomplex umschließt einen Garten mit gepflasterten Wegen zwischen Kräuterbeeten und einer Sitzecke mit Bänken. »Lässt es das Wetter zu, können sich unsere Bewohner hier unter freiem Himmel bewegen«, sagt Mechthild Weber.</p>
<p>»Wir betreten mit dieser Wohngemeinschaft Neuland bei der Betreuung von Menschen mit Demenz«, sagt Pfarrer Günther. Bis zur Eröffnung im April seien sieben Jahre mit harten Kämpfen vergangen. Die Pflegekasse, aber auch die Diakonie hätten diesen Sonderweg nicht akzeptieren wollen und eine klare Entscheidung zwischen den üblichen Formen gefordert: ambulant oder stationär. </p>
<p>Dass es ein Wagnis ist, dessen seien sie sich bewusst, so Günther. »Aber die Angehörigen haben uns immer wieder gesagt: Wir brauchen es genau so.« Noch gebe es in Sachsen keine Lobby für diese Art Wohngemeinschaft, sagt Pfarrer Günther. »Das kommt aber.«</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
<p>Christliche Sozialstation Meißen, Hirschbergstraße 2, 01662 Meißen; Telefon (0 35 21) 45 25 89.<br />
<a href="http://www.sozialstation-meissen.de">www.sozialstation-meissen.de</a></p>
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