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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Zwischen Leipzig und Leisnig</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>»Glücklich ist da niemand«</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 07:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität Leipzig]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt sie tatsächlich, die Baufortschritte an der Leipziger Paulinerkirche. Im August vergangenen Jahres fielen die äußeren Baugerüste, die Hülle des Aula- und Kirchengebäudes erstrahlt also in ihrem fertigen Zustand. Am 2.&#xA0;Dezember durfte für einen Tag auch schon das Neue Augusteum, das künftige Hauptgebäude der Universität, welches die Universitätskirche umschließt, in Augenschein genommen werden. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5432" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/02/pauliner.jpg" alt="In der Universitätskirche, hier der Innenraum im Februar 2011, werden nur Versorgungsleitungen verlegt – sonst tut sich nichts. Fotos: Armin Kühne und Uwe Winkler" title="pauliner" width="300" height="348" class="size-full wp-image-5432" /><p class="wp-caption-text">In der Universitätskirche, hier der Innenraum im Februar 2011, werden nur Versorgungsleitungen verlegt – sonst tut sich nichts. Fotos: Armin Kühne und Uwe Winkler</p></div>
<p>Es gibt sie tatsächlich, die Baufortschritte an der Leipziger Paulinerkirche. Im August vergangenen Jahres fielen die äußeren Baugerüste, die Hülle des Aula- und Kirchengebäudes erstrahlt also in ihrem fertigen Zustand. Am 2.&#xA0;Dezember durfte für einen Tag auch schon das Neue Augusteum, das künftige Hauptgebäude der Universität, welches die Universitätskirche umschließt, in Augenschein genommen werden. Und Mitte Dezember erfolgte die technische Überprüfung der Universitätsglocke im Dachreiter. </p>
<p>»Sie ist betriebsfähig, aber noch nicht klangfertig«, sagt der Glockenbeauftragte Roy Kreß. Dafür fehle über der 250&#xA0;Kilogramm schweren Bronzeglocke aus dem Jahr 1659 noch ein Resonanzboden, so der kirchliche Baupfleger aus Leipzig. Dann könnte sie die Universitätsgottesdienste einläuten.</p>
<p>Wann sie dies allerdings das erste Mal nach der Sprengung der Kirche 1968 wieder tun wird, das traut sich derzeit niemand zu sagen. »Im Innenraum der Paulinerkirche hat sich gegenüber 2010 nichts wesentlich verändert«, sagen alle am Baugeschehen Beteiligten. »Das ist der absolute Rohbau.«</p>
<p>Mit dieser Begründung verweigert das Sächsische Finanzministerium als Bauherr derzeit alle Fotoaufnahmen und teilt mit, es gäbe intensive Gespräche mit dem Architekten Erick van Egeraat zum Innenausbau. »Wir müssen sehen, wie seine Entwürfe umgesetzt werden können und wir dabei den Kostenrahmen einhalten«, sagt Ministeriumssprecher Stephan Gößl und ergänzt: »Der gesamte Uni-Neubau hat bereits jetzt über 200 Millionen Euro gekostet.«</p>
<div id="attachment_5434" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/02/pauliner_modell.jpg" alt="Im Modell wird sichtbar, wie der Chorraum aussehen soll: Zentral steht der Paulineraltar, zwischen den Säulen hängen die Epitaphe. Foto: Kustodie" title="pauliner_modell" width="300" height="217" class="size-full wp-image-5434" /><p class="wp-caption-text">Im Modell wird sichtbar, wie der Chorraum aussehen soll: Zentral steht der Paulineraltar, zwischen den Säulen hängen die Epitaphe. Foto: Kustodie</p></div>
<p>Der Vorsitzende des Paulinervereins benennt die konkreten Konflikte mit dem Architekten: »Die Lichtsäulen und die Deckengestaltung sind umstritten«, sagt Ulrich Stötzner. »Dazu sind auch schon Versuche im Innenraum gemacht worden.« Und dabei blieb es. Der Bauverzug ist mittlerweile erheblich. 2009 sollte ursprünglich alles fertig sein, später 2011. »Glücklich ist da niemand«, sagt Stephan Gößl zum langen Stillstand. Er betont aber, dass zumindest das angrenzende Augusteum und das Dachgeschoss der Paulinerkirche »zum Sommersemester« von der Universität übernommen werden könnten. Und der Ministeriumssprecher macht Hoffnung, dass danach der Aula- und Kirchenraum im Mittelpunkt steht.</p>
<p>Das tut er ausnahmsweise auch schon an diesem Wochenende durch ein Benefizkonzert unter Schirmherrschaft von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Dabei sammelt die Stiftung »Universitätskirche St.&#xA0;Pauli zu Leipzig« Geld für eine sogenannte Schwalbennestorgel. Dieses Instrument im Renaissance- oder Frühbarockstil soll hoch oben an der Wand im Chorraum, also dem zukünftigen Kirchenraum, entstehen, berichtet der Stiftungsvorsitzende Martin Oldiges. </p>
<p>Bis zu 350 000 Euro seien für die traditionsreiche Orgel veranschlagt, die im weiten Umkreis ihresgleichen suche. Die Ausschreibung dafür ist schon erfolgt, so Oldiges. Die andere Orgel in dem Gebäude wird die Jehmlich-Orgel auf der Westempore und damit im Aula-Bereich sein. »Die Orgel liegt schon beim Orgelbauer auf Lager«, sagt Universitätsprediger Rüdiger Lux. »Da fallen schon Kosten an«, macht der Theologieprofessor auf die Folgen des Bauverzugs aufmerksam. </p>
<p>Lux denkt auch an seine Universitätsgemeinde: »Wir sind weiterhin zur Miete in der Nikolaikirche und warten auf die Fertigstellung der Universitätskirche für unsere Gottesdienste im eigenen Haus.« Für ihn persönlich kommt noch hinzu, dass er im Sommer mit 65 Jahren emeritiert wird. »Ich hätte den Bau gerne mit eingeweiht.« </p>
<p>Den Raum so bald wie möglich nutzen, das möchte auch der Kustos der Universität. »Ich würde gern in einem Jahr loslegen«, hofft Rudolf Hiller von Gaertringen, um dann 21 große Grabplatten im Chorraum aufhängen zu können. »Die Epitaphien sind größtenteils restauriert«, so der Kustos. Jetzt fehlen ihm noch die Stahlgerüste für die Aufhängung der Kunstwerke in drei Metern Höhe. </p>
<p>Außerdem brauche der 17 Meter hohe Chorraum eine Klimatisierung und ein Befeuchtungssystem, um die Epitaphien und den Paulineraltar aus der Thomaskirche fachgerecht konservieren zu können. Das funktioniere nach Meinung des Kustos nur, wenn der Chorraum vom Mittelschiff, der Aula, durch eine Glaswand abgetrennt ist. »Ohne Glaswand geht es nicht«, sagt Rudolf Hiller. Der Paulinerverein und die Kirchenvertreter dagegen lehnen die Glaswand ab. Sonst hätte auch die aus der alten Paulinerkirche gerettete Kanzel nach ihrer Restaurierung keinen Platz mehr.      </p>
<p><em>Uwe Naumann</em></p>
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		<title>Abschied nach 474 Jahren</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 14:17:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Ephorie Glauchau-Rochlitz]]></category>
		<category><![CDATA[Glauchau]]></category>
		<category><![CDATA[Holger Bartsch]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Jenichen]]></category>
		<category><![CDATA[Rochlitz]]></category>

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		<description><![CDATA[&#xA0;
Die Kirchenbezirke Glauchau und Rochlitz müssen zusammengehen&#xA0;– das bringt weite Wege und manche Chancen
Leicht fällt es ihm nicht. Doch Johannes Jenichen muss es tun. Kurz vor Weihnachten greift er zum Werkzeug, geht vor das Rochlitzer Pfarrhaus. Ohne großes Aufsehen schraubt er das Schild der Superintendentur Rochlitz ab. Danach klopft er von der Außenmauer des Grundstücks [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_5217" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/karte.jpg" alt="Mit der Fusion der Kirchenbezirke Glauchau und Rochlitz zum Jahreswechsel zählt die Sächsische Landeskirche noch 19 Kirchenbezirke. Karte: DER SONNTAG " title="karte" width="580" height="391" class="size-full wp-image-5217" /><p class="wp-caption-text">Mit der Fusion der Kirchenbezirke Glauchau und Rochlitz zum Jahreswechsel zählt die Sächsische Landeskirche noch 19 Kirchenbezirke. Karte: DER SONNTAG </p></div><br />
&#xA0;<br />
<strong>Die Kirchenbezirke Glauchau und Rochlitz müssen zusammengehen&#xA0;– das bringt weite Wege und manche Chancen</strong></p>
<p>Leicht fällt es ihm nicht. Doch Johannes Jenichen muss es tun. Kurz vor Weihnachten greift er zum Werkzeug, geht vor das Rochlitzer Pfarrhaus. Ohne großes Aufsehen schraubt er das Schild der Superintendentur Rochlitz ab. Danach klopft er von der Außenmauer des Grundstücks die Buchstaben herunter, die auf den Sitz des Kirchenbezirks hinweisen.</p>
<p>Eine fast 475-jährige Tradition wird zerschlagen, zurück bleiben ihre Schatten an der Wand. »Das ist schon besonders historisch«, sagt der Mann, der seit 1996 diesem Kirchenbezirk vorsteht. »Wir dachten, das wäre ewig.«</p>
<p>Rochlitz ist eine von vielen Ephorien der Sächsischen Landeskirche, die in den letzten Jahren mit anderen fusionieren. Von ehemals 25 Kirchenbezirken sind noch 19 übrig, wobei die nächste Fusion von Meißen und Großenhain schon beschlossen ist.</p>
<p>Doch kein Kirchenbezirk weist eine solche geografische Besonderheit auf wie die neue Ephorie Glauchau-Rochlitz. Denn nur wenige Kilo­meter gemeinsame Grenze trennten bisher&#xA0;– und müssen nun das neue Gebilde verbinden. »Ich werde versuchen, alles zusammenzuhalten«, sagt Jenichen über seine 56 Kirchgemeinden mit knapp 50 000 Gemeindegliedern.</p>
<p>Neben dem Zusammenhalten gehe es bei der Fusion um das Zusammenführen, weiß Holger Bartsch. »Wir können Konzeptionelles einbringen wie die Gemeinde-Uni und einen Referenten für Gemeindeaufbau«, stellt der stellvertretende Superintendent von Glauchau die Gaben seiner Ephorie vor. Rochlitz leiste eine gute Arbeit mit Kindern und bringe den Superintendenten mit.<br />
<div id="attachment_5218" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/IMG_2389.jpg" alt="Eigenhändig entfernt Johannes Jenichen zum Jahresende die Hinweise auf seine Rochlitzer Superintendentur. Er arbeitet künftig in Glauchau. Foto: M. Kober " title="IMG_2389" width="300" height="466" class="size-full wp-image-5218" /><p class="wp-caption-text">Eigenhändig entfernt Johannes Jenichen zum Jahresende die Hinweise auf seine Rochlitzer Superintendentur. Er arbeitet künftig in Glauchau. Foto: M. Kober </p></div><br />
»Das wird eine schöne Vielfalt«, meint Bartsch. Johannes Jenichen ergänzt: »Die Ephorie Rochlitz bringt die Erfahrung mit drei Kirchspielen ein.« Diese Strukturen gebe es in Glauchau nicht. Sie könnten aber zukünftig wichtiger werden, schätzt Jenichen.</p>
<p>Die Fusion hat auch ihren Preis, denn die Wege im Kirchenbezirk werden länger&#xA0;– mit dem Wechsel der Superintendentur von Rochlitz nach Glauchau besonders für die Rochlitzer Region. »Sie müssen aber nicht zu uns kommen, sondern wir kommen zu ihnen«, sagt Johannes Jenichen über die ephoralen Mitarbeiter.</p>
<p>Ein neuer Bus der Jugendarbeit fahre schon durch das Land. »Wir sind die Reiseapostel«, so Jenichen. Das kennt Monika Hähnel, die seit 1986 Rochlitzer Bezirkskatechetin ist. Vertretungsweise hatte sie schon für ein Jahr die Glauchauer Ephorie mit betreut – ohne Auto. Für die Fusion sollte die 56-Jährige einen Führerschein machen und fast nur noch hospitieren. »Das möchte ich nicht«, sagt sie und entschied sich für eine Arbeit als Gemeindepädagogin. </p>
<p>Doch nicht immer führen die Wege bis Glauchau: Große Veranstaltungen des Kirchenbezirks werden in Burgstädt stattfinden, die Gemeindepädagogen treffen sich in Waldenburg. »Wir müssen auch nicht alles ganz groß organisieren«, meint Johannes Jenichen. »Wir müssen in Regionen denken.«    	       </p>
<p><em>Uwe Naumann</em></p>
<p>Vereinigungsgottesdienst am 6.&#xA0;Januar, 18 Uhr in der Georgenkirche Glauchau. Dann startet auch die neue Homepage des Kirchenbezirks:  <a href="http://www.kirchenbezirk-glauchau-rochlitz.de">www.kirchenbezirk-glauchau-rochlitz.de</a></p>
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		<title>»Die Kirche muss Menschen bewegen«</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2011/12/22/%c2%bbdie-kirche-muss-menschen-bewegen%c2%ab/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 11:05:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[MDR Jump]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Manitz]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum die Kirche ins Radio kommt – und warum nicht. Fragen an den Chef von MDR Jump, Ulrich Manitz.
&#xA0;
Herr Manitz, heute früh konnte ich in Ihrem Programm einen singenden Wichtel hören – aber kaum Politik und schon gar nicht Kirche. Sind die Kirche und ihre Botschaft so uninteressant für MDR-Jump-Hörer?
Manitz: Sie hören uns nicht genau. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Warum die Kirche ins Radio kommt – und warum nicht. Fragen an den Chef von MDR Jump, Ulrich Manitz.</strong></h5>
<p>&#xA0;<br />
<div id="attachment_5145" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-5145 " title="Ulrich-Manitz" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/12/Ulrich-Manitz.jpg" alt="Der gebürtige Dresdner Ulrich Manitz ist seit September Chef der Pop-Welle MDR Jump. Foto: MDR." width="200" height="350" /><p class="wp-caption-text">Der gebürtige Dresdner Ulrich Manitz ist seit September Chef der Pop-Welle MDR Jump. Foto: MDR.</p></div></p>
<p><strong>Herr Manitz, heute früh konnte ich in Ihrem Programm einen singenden Wichtel hören – aber kaum Politik und schon gar nicht Kirche. Sind die Kirche und ihre Botschaft so uninteressant für MDR-Jump-Hörer?<br />
Manitz:</strong> Sie hören uns nicht genau. Seit Ende August haben wir deutlich mehr Informationen im Programm. Und Kirche findet bei MDR Jump auch statt: Im Advent haben wir die Serie <a href="http://www.jumpradio.de/web/information/inhalt/glocken.shtml">»Glocken Mitteldeutschlands«</a> im Programm, in der wir besondere Gotteshäuser und ihre Gemeinden vorstellen. Das sind sehr aufwändige Beiträge, die wir zusammen mit den Senderbeauftragten der Kirchen und mit eigenen Redakteuren produzieren.<br />
&#xA0;<br />
<strong>Liegt es auch an der Kirche selbst, wenn sie nicht so häufig in den Medien vorkommt?<br />
Manitz:</strong> Wir müssen uns nichts vormachen: Wir leben in einem Land, in dem viele Menschen mit Kirche nichts im Sinn haben. Wenn die Kirche mehr in Medien stattfinden will, muss sie auch Themen setzen, die Menschen bewegen. Wir als Sender entscheiden ganz demokratisch, was unsere Hörer interessieren könnte. In unserer Community-Show am Donnerstagabend ist Kirche immer wieder ein Thema, wenn wir mit Hörern über Lebensfragen reden wie kürzlich am Welt-Aids-Tag und demnächst sicher auch in der ARD-Themenwoche »Leben mit dem Tod«. Auch die Hintergründe christlicher Feiertage erklären wir unseren Hörern – das interessiert die Leute draußen.<br />
&#xA0;<br />
<strong>Wie bringt man einer mehrheitlich religiös unmusikalischen Hörerschaft christliche Themen nahe?<br />
Manitz:</strong> Man erreicht Menschen über Themen, die sie berühren. Die Kirche tut ja beispielsweise viel im sozialen Bereich, aber sie hat auch eine theologische Botschaft. Wir müssen allerdings sehr genau darauf achten, ob und wie so etwas in das Programm einer Popwelle passt und suchen da selbst nach einem Weg.<br />
&#xA0;<br />
<strong>Ist es für diese Menschen wichtig, dass keine abschließenden Wahrheiten verkündet werden?<br />
Manitz:</strong> Ich glaube, dass gerade junge Menschen nicht gerne mit vorgefertigten Meinungen konfrontiert werden wollen. Sie wollen kritisch nachfragen. Wir wollen niemanden zu etwas überreden – wir regen zum Weiterdenken an. Wir wollen über Kirche informieren und nicht missionieren.<br />
&#xA0;<br />
<em>Die Fragen stellte Andreas Roth</em></p>
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		<title>»Wir nehmen die Not Homosexueller wahr«</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 10:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität und Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche im Leipziger Land]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Henker]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Weismann]]></category>

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		<description><![CDATA[Pfarrer der Kirchenbezirke Leipzig und Leipziger Land sind für Segnung und Anerkennung homosexueller Paare
In der Diskussion um die Gleichstellung homosexueller Pfarrer gehen nun auch die Anhänger einer Öffnung der Landeskirche in die Offensive. In einer öffentlichen Erklärung haben 53 Pfarrer aus ganz Sachsen sowie weitere kirchliche Mitarbeiter und Gemeindeglieder die bisherige Praxis der Landeskirche heftig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pfarrer der Kirchenbezirke Leipzig und Leipziger Land sind für Segnung und Anerkennung homosexueller Paare</strong><br />
<div id="attachment_5120" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/12/superintendenten.jpg" alt="Die Superintendenten Martin Henker (l.) und Matthias Weismann (r.). " title="superintendenten" width="200" height="158" class="size-full wp-image-5120" /><p class="wp-caption-text">Die Superintendenten Martin Henker (l.) und Matthias Weismann (r.). </p></div><br />
In der Diskussion um die Gleichstellung homosexueller Pfarrer gehen nun auch die Anhänger einer Öffnung der Landeskirche in die Offensive. In einer <a href="http://www.kirche-im-leipziger-land.de/kirchenbezirk/downloads/Materialbörse-and-Downloads/öffentliche-Materialien/Offener-Brief-Pfarrerinnen-und-Pfarrer-im-Leipziger-Land/">öffentlichen Erklärung</a> haben 53 Pfarrer aus ganz Sachsen sowie weitere kirchliche Mitarbeiter und Gemeindeglieder die bisherige Praxis der Landeskirche heftig kritisiert. »Wir nehmen eine offenkundige Not homosexueller Männer und Frauen wahr, denen als Christen vorgeworfen wird,  Gottes Wahrheit vorsätzlich zu ignorieren«, heißt es in der Erklärung. </p>
<p>Die Diskriminierung Homosexueller wird darin auch als Schuld der Kirche angesehen. »Homosexuelle Menschen haben ihre Orientierung nicht selbst gewählt, sondern sind von Gott als schwul oder lesbisch geschaffen worden.« Deshalb plädieren die Unterzeichner – unter ihnen der Bornaer Superintendent Matthias Weismann und sein Leipziger Amtsbruder Martin Henker – für eine Zulassung homosexueller Partnerschaften in Pfarrhäusern. Auch die Segnung homosexueller Paare soll erlaubt werden.</p>
<p>Das Schreiben wurde auf einem Studientag der Pfarrer des Kirchenbezirks Leipziger Land verfasst. Auf dessen Internetseite wird dazu eingeladen, sich  anzuschließen oder seine Meinung zu äußern. </p>
<p>Die Ephoralkonferenz des Kirchenbezirks Leipzig diskutierte am 7. Dezember ebenfalls über die Segnung homosexueller Partnerschaften. Eine Arbeitsgruppe Leipziger Theologen stellte dabei einen Vorschlag zu Richtlinien für einen Gottesdienst zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare vor. </p>
<p>»Ob dem Begehren nach einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare entsprochen werden kann, obliegt dem Gewissen und der seelsorgerlichen Verantwortung der Pfarrerinnen und Pfarrer, die darum gebeten werden«, heißt es in dem Entwurf. »Jede und jeder ist in dieser Entscheidung frei.« </p>
<p>Voraussetzung für eine Segnung soll eine standesamtlich eingetragene Lebenspartnerschaft sein. Bisher soll es nach einem Beschluss der sächsischen Kirchenleitung keine Gottesdienste zur Segnung homosexueller Partnerschaften in der Landeskirche geben.</p>
<p>Der Entwurf aus dem Kirchenbezirk Leipzig sieht dagegen ausdrücklich eine öffentliche und »gemeindebezogene« Segnung im Rahmen eines Gottesdienstes vor. »Der jeweilige Kirchenvorstand muss sein grundsätzliches Einverständnis mit der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare erklärt haben«, heißt es in dem Papier. »Kann und will ein Pfarrer aus theologischen, aus Gewissensgründen oder wegen der Ablehnung durch den Kirchenvorstand die begehrte Segenshandlung nicht vollziehen, kann der Superintendent das Paar an einen Pfarrer oder eine Pfarrerin vermitteln, von denen er weiß, dass es in deren Gemeinde möglich ist.«</p>
<p>Der Leipziger Superintendent Martin Henker blickt nun voraus auf die Sitzung der Kirchenleitung am 20. Januar, die dann den Umgang mit homosexuellen Partnerschaften in der Landeskirche neu diskutiert. »Das Papier wurde der Kirchenleitung weitergegeben, um in die anstehenden Beratungen einbezogen zu werden«, so Henker.     <em>(so)</em></p>
<p>Der offene Brief der Pfarrer im Internet <a href="http://www.kirche-im-leipziger-land.de/kirchenbezirk/downloads/Materialbörse-and-Downloads/öffentliche-Materialien/Offener-Brief-Pfarrerinnen-und-Pfarrer-im-Leipziger-Land/">hier</a></p>
<p><a href="http://www.kirche-im-leipziger-land.de">www.kirche-im-leipziger-land.de</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>»Mehr Werbung geht nicht«</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 15:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Schelmat von Kirchbach]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Behr]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubenskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchgemeinde Grimma]]></category>

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		<description><![CDATA[Grimmaer Kirchgemeinde wirbt für Glaubenskurs&#xA0;– doch Nicht-Christen lässt das kalt
Die Türen der Rathaus-Galerie sind weit geöffnet. Klaviermusik dringt aus dem kleinen Gebäude, sie soll Spaziergänger auf dem Grimmaer Marktplatz anlocken. Sie soll ansprechen und einladen&#xA0;– genau wie der Aufsteller am Eingang, wie so viele Plakate in Grimmaer Schaufenstern, Geschäften, Schaukästen, wie die großen Transparente an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Grimmaer Kirchgemeinde wirbt für Glaubenskurs&#xA0;– doch Nicht-Christen lässt das kalt</h5>
<p><div id="attachment_4554" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/09/DSC_2417.jpg" alt="Pfarrerin Beate Schelmat-von Kirchbach und der Grimmaer Pfarrer Christian Behr haben mit viel Werbung zum Glaubenskurs in die Rathaus-Galerie eingeladen - aber Nichtchristen fühlten sich nicht angesprochen.<br />
(Foto: Uwe Winkler)" title="DSC_2417" width="580" height="489" class="size-full wp-image-4554" /><p class="wp-caption-text">Pfarrerin Beate Schelmat-von Kirchbach und der Grimmaer Pfarrer Christian Behr haben mit viel Werbung zum Glaubenskurs in die Rathaus-Galerie eingeladen - aber Nichtchristen fühlten sich nicht angesprochen.<br />
(Foto: Uwe Winkler)</p></div><br />
Die Türen der Rathaus-Galerie sind weit geöffnet. Klaviermusik dringt aus dem kleinen Gebäude, sie soll Spaziergänger auf dem Grimmaer Marktplatz anlocken. Sie soll ansprechen und einladen&#xA0;– genau wie der Aufsteller am Eingang, wie so viele Plakate in Grimmaer Schaufenstern, Geschäften, Schaukästen, wie die großen Transparente an Kirchtürmen oder dem Fußballstadion, wie die an Mitarbeiter der Diakonie verschickten Postkarten oder wie der Werbespot im Regionalfernsehen.</p>
<p>Mit verschiedensten Mitteln hat Beate Schelmat-von Kirchbach zusammen mit der <a href="http://www.frauenkirche-grimma.de/">Kirchgemeinde Grimma</a> versucht, auf die Initiative »Erwachsen glauben« der Evangelischen Kirchen in Deutschland aufmerksam zu machen und Nichtchristen zu einem Glaubenskurs einzuladen. Vergeblich. </p>
<p>Zum Auftakt des Kurses »Spur8« blickt die Pfarrerin für missionarische Projekte im Kirchenbezirk Leipziger Land nur in etwa zehn vertraute Gesichter – die meisten davon haben bei der Vorbereitung des Kurses geholfen.</p>
<p>Auch bei der zweiten und dritten Veranstaltung bleibt das so, weshalb aus dem Glaubenskurs für Nichtchri­sten ein Gesprächsabend für Christen geworden ist. »Auch diese Gespräche über den Glauben sind wichtig«, ist Jens Ranft froh, dass die Treffen mangels Beteiligung nicht ganz ausfallen. Doch wie alle anderen Mitorganisatoren fragt sich auch der 28-jährige Kirchenvorstand, warum niemand sonst auf die massive Werbung reagiert hat.</p>
<p>»Wir haben wirklich alles gemacht«, sagt Pfarrerin Schelmat-von Kirchbach enttäuscht, »mehr geht einfach nicht«. Sie wisse jetzt, dass der Glaubenskurs nicht über diese Art der Werbung funktioniere. »So etwas entsteht über Beziehungen.« </p>
<p>Darin stimmt sie mit Christian Behr überein: »Glaube ist etwas Privates. Vielleicht bedarf es dafür keines öffentlichen Raumes, sondern eines geschützten, wie dem des Pfarrhauses«, überlegt der Grimmaer Stadtpfarrer. Trotzdem solle Kirche in der Öffentlichkeit stehen, verteidigt er die Werbung. </p>
<p>Für seine Frau Cornelia Behr ist die Werbeaktion keine vergebliche Mühe: »Man muss irgendwann mal etwas wagen. Vielleicht wurden die Aushänge trotzdem wahrgenommen.«</p>
<p>Torsten Reiprich hat sich die Mühe von großer Werbung nicht gemacht: »Ich glaube, es geht über das Persönliche«, erzählt der Pegauer Pfarrer zu seinem derzeitigen »selbstgestrickten Glaubenskurs«. </p>
<p>Über die Internetseite <a href="http://www.kurse-zum-glauben.de">kurse-zum-glauben.de</a> sei zumindest eine Anmeldung zum Kurs zustande gekommen, die anderen vier Erwachsenen hätten aus persönlichen Gesprächen heraus zum Glaubenskurs gefunden.  	        </p>
<p><em>Uwe Naumann</em></p>
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		<title>Zweifelhafte Verbote</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 15:52:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Langner-Stephan]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wolff]]></category>
		<category><![CDATA[Dorothea Arndt]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Fischer-Art]]></category>
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		<description><![CDATA[
Leipzig verbietet Nazi-Demonstration wie auch Mahnwachen&#xA0;– die&#xA0;Kirche&#xA0;protestiert
Wer sich am vergangenen Wochenende in Leipzig am friedlichen Protest gegen die angemeldete NPD-Kundgebung beteiligen wollte, der musste aktuell informiert und spontan sein. Mitunter hatten die Gerichte nur wenige Stunden vor den einzelnen Aktionen über deren Rechtmäßigkeit entschieden. 
Auch die Mahnwachen an 35&#xA0;Kirchen und Einrichtungen der Diakonie im gesamten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4327" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/08/DSC00806.jpg" alt="Am Vortag der geplanten NPD-Veranstaltung am Völkerschlachtdenkmal hatten Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel&#xA0;(2.&#xA0;v.&#xA0;r.) und der Maler Michael Fischer-Art&#xA0;(rechts) zu einer Kreide-Malaktion eingeladen. (Foto:&#xA0;Uwe&#xA0;Naumann)" title="DSC00806" width="580" height="425" class="size-full wp-image-4327" /><p class="wp-caption-text">Am Vortag der geplanten NPD-Veranstaltung am Völkerschlachtdenkmal hatten Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel&#xA0;(2.&#xA0;v.&#xA0;r.) und der Maler Michael Fischer-Art&#xA0;(rechts) zu einer Kreide-Malaktion eingeladen. (Foto:&#xA0;Uwe&#xA0;Naumann)</p></div>
<h5>
Leipzig verbietet Nazi-Demonstration wie auch Mahnwachen&#xA0;– die&#xA0;Kirche&#xA0;protestiert</h5>
<p>Wer sich am vergangenen Wochenende in Leipzig am friedlichen Protest gegen die angemeldete NPD-Kundgebung beteiligen wollte, der musste aktuell informiert und spontan sein. Mitunter hatten die Gerichte nur wenige Stunden vor den einzelnen Aktionen über deren Rechtmäßigkeit entschieden. </p>
<p>Auch die Mahnwachen an 35&#xA0;Kirchen und Einrichtungen der Diakonie im gesamten Stadtgebiet waren von rechtlichen Unsicherheiten und schließlich Verboten betroffen. </p>
<p>Die Ausnahmesituation gründete auf »polizeilichem Notstand«, der es nach Ansicht der Stadtverwaltung erlaube, mangels Einsatzkräften demokratische Grundrechte einzuschränken. So wollte die Stadt die Demonstration der Rechtsextremen verhindern und für Sicherheit in der Stadt sorgen.</p>
<p>Doch traf sie damit auch Demokraten. »Unsere Mahnwachen haben einen friedlichen Charakter, deshalb ist das Verbot nicht nachvollziehbar«, empörte sich Frank Schmidt, Referent des Leipziger Superintendenten, nachdem die Stadt Leipzig am 17.&#xA0;August alle Versammlungen für den 19. und 20.&#xA0;August untersagt hatte. Eine gerichtliche Wende kam am Nachmittag des 19.&#xA0;August&#xA0;– jedoch nicht für die Mahnwachen. So erlaubte das Leipziger Verwaltungsgericht den NPD-Anhängern eine Kundgebung am Hauptbahnhof und den Gegnern zwei Kundgebungen in »Rufnähe«.</p>
<p>Wenige Stunden nach diesem Gerichtsentscheid kamen am späten Freitagnachmittag mehrere Dutzend Menschen zur ebenfalls verbotenen Mal­aktion »Kreide gegen Rechts« vor das Völkerschlachtdenkmal. Von der Polizei geduldet, malten auch der Thomaspfarrer Christian Wolff, die stellvertretende Superintendentin Dorothea Arndt sowie Frank Schmidt aus der Superintendentur ihre Botschaft auf: Das Logo der Mahnwachen und den Schriftzug »Raum für Mitmenschlichkeit«. </p>
<p>Das Oberverwaltungsgericht in Bautzen hatte noch am Abend des 19.&#xA0;August alle Versammlungen für den nächsten Tag in Leipzig untersagt. »Aber wir können die Menschen zu Mahnwachen in die Kirchen einladen«, sagte Frank Schmidt.</p>
<p>So versammelten sich Christen in vielen Kirchen der Stadt: »Es ist wichtig zu zeigen, dass wir anderer Meinung sind«, sagte Pfarrerin Angela Langner-Stephan vor der Emmauskirche. </p>
<p>Thomaspfarrer vwar fassungslos über die »zweifelhaften Verbote«: »Das muss man politisch auswerten! Alle über einen Kamm zu scheren ist unmöglich.« </p>
<p>Frank Schmidt will das Vorgehen mit der Landeskirche abstimmen: »Das ist Neuland für uns. Wir halten uns aber Reaktionen beim Bundesverfassungsgericht offen.« </p>
<p><em>Uwe Naumann</em></p>
<p><a href="http://leipzig-nimmt-platz.de/">http://leipzig-nimmt-platz.de/</a></p>
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		<title>Café der kurzen Wege</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 22:10:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Bettina Klose]]></category>
		<category><![CDATA[Förderprogramm »Bürgerarbeit«]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchencafé Penig]]></category>

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		<description><![CDATA[strong>Im Peniger Kirchencafé »Mittendrin« finden Menschen Herzlichkeit und Hilfe.
Sie schaut gern mal auf einen Kaffee vorbei. »Egal wann ich komme, hier fühle ich mich geborgen«, sagt Johanna Mertz (Name geändert), die auf einem roten Sofa im Café »Mittendrin« in der Peniger Innenstadt sitzt. Demnächst wird die 49-Jährige allerdings nicht mehr so oft hier am Lutherplatz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4214" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/08/WIN_1134penig.jpg" alt="Pfarrerin Bettina Klose (r.) mit Leiterin Ingrid Weiß&#xA0;(3.v.r.) sowie den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Birgit Rose&#xA0;(2.v.r) und Susanne Harzendorf&#xA0;(2.v.l.) im&#xA0;»Café&#xA0;Mittendrin«. (Foto:&#xA0;Uwe&#xA0;Winkler)" title="WIN_1134penig" width="580" height="341" class="size-full wp-image-4214" /><p class="wp-caption-text">Pfarrerin Bettina Klose (r.) mit Leiterin Ingrid Weiß&#xA0;(3.v.r.) sowie den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Birgit Rose&#xA0;(2.v.r) und Susanne Harzendorf&#xA0;(2.v.l.) im&#xA0;»Café&#xA0;Mittendrin«. (Foto:&#xA0;Uwe&#xA0;Winkler)</p></div><strong>Im Peniger Kirchencafé »Mittendrin« finden Menschen Herzlichkeit und Hilfe.</strong></p>
<p>Sie schaut gern mal auf einen Kaffee vorbei. »Egal wann ich komme, hier fühle ich mich geborgen«, sagt Johanna Mertz (Name geändert), die auf einem roten Sofa im Café »Mittendrin« in der <a href="http://www.penig.de/default.asp?beitraege_id=601&amp;navi1=312">Peniger</a> Innenstadt sitzt. Demnächst wird die 49-Jährige allerdings nicht mehr so oft hier am Lutherplatz vorbeischauen können, denn Johanna Mertz hat einen Aushilfsjob als Verkäuferin gefunden. Sie strahlt. Es ist auch der Erfolg der vielen Helfer im Café, das Begegnungs- und Beratungsstätte zugleich sein will.</p>
<p>Die <a href="http://www.diakonie-rochlitz.de/">Diakonie Rochlitz</a> und der <a href="http://www.diakonie-geringswalde.com/">Diakonie-Sozialdienst Geringswalde</a>, der  <a href="http://www.netzwerk-mittweida.de/">Netzwerk e.V. Mittweida</a>, das <a href="http://www.blaueskreuzrochlitz.de/">Blaue Kreuz Mittweida</a> und die <a href="http://www.kirche-penig.de/">Kirchgemeinde Penig</a> – gemeinsam betreiben sie das Café »Mittendrin«. Schon lange hatte Pfarrerin Bettina Klose die Idee dafür mit sich herumgetragen. Entstanden ist daraus im Dezember 2009 ein geräumiger Saal mit offener Küche, Sofaecke und Sitzgruppen und einem kleinen Beratungszimmer. </p>
<p>Beide Räume waren für Johanna Mertz wichtig. Einerseits wurde sie im Café »herzlichst aufgenommen«, andererseits hat sie konkrete Hilfe bekommen. Denn sie war lange arbeitslos, hatte Suchtprobleme. Bei der Sucht- und Drogenberatung fand sie Ansprechpartner und andere Betroffene. In der Erwerbslosenberatung hat sie ihre erste Bewerbung seit langem geschrieben.</p>
<p>Geholfen hat ihr dabei Romy Richter vom Netzwerk e.V. aus Mittweida. Wie auch die anderen Träger bietet der Verein in Penig eine extra Beratung an. »Für Menschen ohne Arbeit sind die Wege auf dem Land mühsam und zusätzlich mit Kosten verbunden«, sagt die Sozialpädagogin. Die verschiedenen Vereine würden mit Fördermitteln das schaffen, was der Staat nicht mehr leisten könne. </p>
<p>Ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter aus der Kirchgemeinde würde es allerdings nicht funktionieren. Seit Anfang Mai ist Ingrid Weiß über das Förderprogramm »Bürgerarbeit« für drei Jahre bei der Gemeinde angestellt und kümmert sich als Leiterin vor allem um das Café. Dort gibt es wochentags von 10 bis 17 Uhr Kaffee und Kuchen und an manchen Tagen auch mal eine Lesung, einen Film oder einen Vortrag. </p>
<p>Im Dezember feiert das »Mittendrin« sein zweijähriges Bestehen. Die Zeit, die sich die Organisatoren anfangs für dieses Vorhaben gestellt haben, ist dann vorbei. </p>
<p>Auch wenn bei einem der Träger noch unsicher ist, ob er den Anteil seiner Miete weiterhin zahlen kann, sagt Bettina Klose schon jetzt: »Wir sind alle bestrebt, dass das Café bestehen bleibt«.                    </p>
<p><em>Maxie Thielemann</em></p>
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		<title>Nicht zurückschlagen!</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 19:25:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Atommüll-Transport]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Wutzler]]></category>
		<category><![CDATA[Protest Gorleben]]></category>
		<category><![CDATA[Ziviler Ungehorsam]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn der Atommüll-Transport nach Gorleben kommt, wird Markus Wutzler auf der Straße sitzen. Weil der Leipziger Christ ist, protestiert er friedlich – und entschieden.
 

Der Frieden wird dieser Tage für Markus Wutzler zum Ernstfall. Mitten auf einer Landstraße irgendwo vor Gorleben. »Frieden«, denkt Markus Wutzler (25). »Ein großes Wort. Er ist kein Endpunkt, sondern ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Wenn der Atommüll-Transport nach Gorleben kommt, wird Markus Wutzler auf der Straße sitzen. Weil der Leipziger Christ ist, protestiert er friedlich – und entschieden.<br />
<strong> </strong><br />
</h5>
<p><a title="http://www.flickr.com/photos/cephir/5107445583/" href="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/11/5107445583_67ef313eb4_b.jpg" rel="shadowbox[post-2851];player=img;" target="_blank"><img class="alignright size-full wp-image-2873" title="5107445583_67ef313eb4_b" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/11/5107445583_67ef313eb4_b.jpg" alt="5107445583_67ef313eb4_b" width="200" height="466" /></a>Der Frieden wird dieser Tage für Markus Wutzler zum Ernstfall. Mitten auf einer Landstraße irgendwo vor Gorleben. »Frieden«, denkt Markus Wutzler (25). »Ein großes Wort. Er ist kein Endpunkt, sondern ein ständiges Bemühen.« Nach Frieden wird es nicht aussehen an diesem ersten Novemberwochenende, an dem der Castor unterwegs ist.</p>
<p>Wutzler – Zopf, schwarze Hornbrille, mal nachdenklicher, mal entschiedener Blick – wird auf der Straße sitzen, zusammen mit anderen Demonstranten. Die Polizei wird versuchen, die Straße zu räumen. Sie frei zu machen für den strahlenden Abfall der Atomindustrie. Markus Wutzler wird sitzen bleiben. »Frieden ist nicht Harmonie, für die man sich leicht aus der Verantwortung stehlen kann«, sagt der Leipziger Psychologiestudent. Wenn er die Straße freigeben soll, müssen ihn die Polizisten schon wegtragen.</p>
<p>»Ziviler Ungehorsam ist für mich eine Gewissensentscheidung«, sagt der aus dem westsächsischen Ruppertsgrün stammende Christ. Dass an der Verlängerung der AKW-Laufzeiten vier Konzerne Milliarden verdienen, dafür Millionen Menschen und unzählige Generationen mit dem strahlendem Risiko leben müssen – das hat sein Gewissen alarmiert. Geweckt wurde es durch den Irak-Krieg. Geschärft wurde es im <a href="http://www.friedensseminar.de/">Christlichen Friedensseminar Königswalde</a>, eine der Brutstätten der Proteste gegen den DDR-Uranabbau und der Friedlichen Revolution von 1989, und im <a href="http://www.martin-luther-king-zentrum.de/zentrum/index.php">Werdauer Martin-Luther-King-Zentrum</a>.</p>
<p>»Mir wurde dort klar, dass der christliche Glaube eine politische Dimension hat«, erinnert sich Wutzler. »Christen sollen das Salz in der Suppe der Gesellschaft sein.«</p>
<p>Auf der Landstraße vor Gorleben will Markus Wutzler dieses Salz reichlich verstreuen: Wenn er sich dem Ca­stor-Transport in den Weg stellt. Und wenn er alles dafür tun will, dass der Protest friedlich bleibt. Am Wegtragen von Schottersteinen auf der Castor-Eisenbahnstrecke, zu dem verschiedene Initiativen aufrufen, will er sich deshalb nicht beteiligen. Das Risiko einer Eskalation sei zu hoch.</p>
<p>»Die Polizei ist nicht unser Gegner, wir müssen Gewaltfreiheit einüben«, das betont Wutzler immer wieder bei den Trainingsveranstaltungen des Anti-<a href="http://www.x-tausendmalquer.de/">Atomkraft-Netzwerkes »X-tausendmal quer«</a>, bei denen er in ganz Deutschland Demonstranten auf die Sitzblockaden vorbereitet. »Wenn man von der Polizei hart angefasst wird, muss man die Gewaltspirale durchbrechen. Man sollte nicht zurückschlagen oder die Polizisten beschimpfen.«</p>
<p>Beides sei für ihn eine Sache seines Glaubens: Die Nächstenliebe, die auch dem Uniformierten gelte. Und der Mut zum Widerstand, der die Angst vor der Polizeikette überwindet.</p>
<p>Die könne man schließlich durchfließen, lehrt Markus Wutzler die Demonstranten. Wie das Wasser die Steine. Ruhig und offen sollen sie auf die Beamten zugehen, mit ihnen sprechen – und dann durch die Lücken treten. Die Polizei wird Einzelne festnehmen, andere Demonstranten werden nachdrängen. </p>
<p>Irgendwann, hofft Wutzler, wird die Polizei zurückweichen. So wie sich auch die Politik zurückziehen werde von der Atomkraft. Irgendwann, das hofft er. Es ist eine ganz unwahrscheinliche Hoffnung. Es ist die Hoffnung der Gewaltlosen.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Jeden Tag eine gute Tat</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 15:24:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[365gutetaten.de]]></category>
		<category><![CDATA[Theresa Voigt]]></category>

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		<description><![CDATA[Theresa Voigt aus Mittweida will ihre Mitwelt erfreuen&#xA0;– und berichtet davon im Internet
&#xA0;
Fünf Kilo abnehmen, mit dem Rauchen aufhören oder endlich weniger arbeiten. Das sind so die typischen Vorsätze, die den Jahresanfang prägen. Die meisten dieser Vorhaben zielen darauf ab, die eigene Lebensqualität zu steigern. Immer nur das eigene Ego im Blick haben&#xA0;– das kann’s [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Theresa Voigt aus Mittweida will ihre Mitwelt erfreuen&#xA0;– und berichtet davon im Internet<br />
&#xA0;</h5>
<div id="attachment_2764" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-2764 " title="10100101" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/10/10100101.jpg" alt="Nicht für sich, sondern für andere hat sich Theresa Voigt am Jahresanfang Vorhaben, die Freude machen, ausgedacht. (Foto:&#xA0;Wiegand&#xA0;Sturm)" width="300" height="381" /><p class="wp-caption-text">Nicht für sich, sondern für andere hat sich Theresa Voigt am Jahresanfang Vorhaben, die Freude machen, ausgedacht. (Foto: Wiegand Sturm)</p></div>
<p>Fünf Kilo abnehmen, mit dem Rauchen aufhören oder endlich weniger arbeiten. Das sind so die typischen Vorsätze, die den Jahresanfang prägen. Die meisten dieser Vorhaben zielen darauf ab, die eigene Lebensqualität zu steigern. Immer nur das eigene Ego im Blick haben&#xA0;– das kann’s nicht sein, hatte sich Theresa Voigt aus Mittweida gedacht und sich deshalb für 2010 vorgenommen, jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen.</p>
<p>»Ich will dabei einfach Dinge tun, von denen in erster Linie andere profitieren und nicht ich selbst«, beschreibt die 24-jährige Christin ihr Anliegen. Und so hat sie sich in den vergangenen Monaten jeden Tag etwas Neues einfallen lassen, um ihre Mitmenschen zu überraschen: indem sie spontan jemanden einlädt, sich freiwillig für eine ungeliebte Aufgabe meldet oder großzügig ist, auch wenn es ihr schwer fällt.</p>
<p>Manche dieser guten Taten kommen ganz kurzfristig zustande: Beispielsweise hat Theresa spontan Eis gekauft und an die neuen Nachbarn verschenkt, als die bei hochsommerlichen Temperaturen einzogen. Manche der guten Taten sind ein Leichtes&#xA0;– zum Beispiel hat Theresa in eine Umkleidekabine einen Klebezettel mit der Nachricht »Du bist schön« geklebt&#xA0;– einfach nur, um einen Menschen zum Lächeln zu bringen.</p>
<p>Viele der guten Taten machen sie selber froh. Deshalb ist es ihr wichtig, auch immer wieder Ideen umzusetzen, bei denen sie über ihren eigenen Schatten springen muss: »Einmal habe ich nach einer Auseinandersetzung beschlossen, mich bei einer Freundin zu entschuldigen&#xA0;– obwohl ich das Gefühl hatte, dass sie den größeren Fehler gemacht hat.«</p>
<p>Um andere zu ermutigen, ebenso den Nächsten in den Blick zu nehmen, <a href="https://twitter.com/365gutetaten">berichtet Theresa im Internet </a>auf unterhaltsame Weise von ihren täglichen Erlebnissen. Auch die negativen Erfahrungen spart sie dabei nicht aus: So hat sie einmal als Dank für freundliche Beratung spontan eine Bodylotion geschenkt&#xA0;– die Beschenkte war so irritiert, dass Theresa mit einem komischen Gefühl zurückblieb.</p>
<p>Doch die guten Erfahrungen überwiegen. Trotzdem wird Theresa erleichtert sein, wenn der 31.&#xA0;Dezember das Jahr beschließt. »Jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, ist ganz schön anstrengend«, gesteht die gelernte Logopädin. Und sie schätzt die Erfahrungen, die sie mit ihrem Jahresprojekt gemacht hat: »Ich glaube, ich bin dadurch etwas großzügiger und offener geworden, und vor allem hat sich mein Blickwinkel geweitet&#xA0;– das möchte ich gerne beibehalten.«</p>
<p><em>Esther Dutschke </em></p>
<p><a href="http://www.365gutetaten.de"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/10/365gutetaten.jpg" alt="Link zu www.365gutetaten.de " title="Link zu www.365gutetaten.de" width="590" height="458" class="alignnone size-full wp-image-2768" /></a></p>
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		<title>Mit Besen und Plakaten</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 10:02:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis »Leipzig nimmt Platz«]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazi-Aufmarsch Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Pater Bernhard Venzke]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Leipziger Christen halten Mahnwachen gegen Neonazi-Demonstrationen.
&#160;
Ausgerechnet auf dem Aurelius-Arkenau-Platz in Leipzig-Wahren soll einer von vier Demonstrationszügen beginnen, die von Neonazis am 16. Oktober in Leipzig angemeldet wurden. Deshalb will Pater Bernhard Venzke vom Wahrener Dominikanerkloster St.&#160;Albert Flagge zeigen an dem Tag&#160;– oder besser: Besen.
Aurelius Arkenau (1900–1991) war einst Pater des Leipziger Klosters und hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Die Leipziger Christen halten Mahnwachen gegen Neonazi-Demonstrationen.<br />
<strong>&nbsp;</strong></h5>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2692" title="antinazi" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/10/antinazi.jpg" alt="antinazi" width="225" height="225" />Ausgerechnet auf dem Aurelius-Arkenau-Platz in Leipzig-Wahren soll einer von vier <a href="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=110626124889285066813.00048fb0d9fad8836fe13&amp;source=embed&amp;ll=51.347126,12.372665&amp;spn=0.10722,0.202217&amp;z=12">Demonstrationszügen</a> beginnen, die von <a href="http://de.indymedia.org/2010/09/290710.shtml">Neonazis am 16. Oktober in Leipzig</a> angemeldet wurden. Deshalb will Pater Bernhard Venzke vom Wahrener Dominikanerkloster St.&nbsp;Albert Flagge zeigen an dem Tag&nbsp;– oder besser: Besen.</p>
<p><a href="http://www.dominikaner.de/geschichte/ns/arkenau.htm">Aurelius Arkenau</a> (1900–1991) war einst Pater des Leipziger Klosters und hat dort während der Zeit des Nationalsozialismus mehr als 100&nbsp;Menschen, vor allem Juden, versteckt. Nach ihm ist neben dem Platz vor dem Wahrener Rathaus auch das Gästehaus des unweit gelegenen Klosters benannt.</p>
<p>Pater Bernhard lädt deshalb am Sonnabend, 16.&nbsp;Oktober, um 13.30&nbsp;Uhr zu einem Friedensgottesdienst ein und bittet darum, Müllsack und Besen mitzubringen. Denn wenn der Demonstrationszug weg ist, soll demonstrativ der Platz gefegt werden. »Weil Demonstrationen ja grundsätzlich Schmutz hinterlassen«, sagt Pater Bernhard nicht ganz unzweideutig. Allerdings macht er die Fegeaktion nach dem Gottesdienst davon abhängig, wie viele Menschen mit Besen an seine Kirche kommen. »Wenn es nur 20 sind, hat es keinen Sinn«, sagt er. Hundert Personen müssten es schon sein, so der Pater.</p>
<p>Für 16. Oktober haben NPD und Privatpersonen der sogenannten »Freien Kräfte« der rechtsextremen Szene vier Demonstrationen angemeldet, die an verschiedenen Stationen starten und sich am Abend am Hauptbahnhof vereinen sollen. Das Bündnis <a href="http://leipzignimmtplatz.blogsport.de/">»Leipzig nimmt Platz«</a> hat Gegendemonstrationen und »Aktionen zivilen Ungehorsams« angekündigt. Es wird nach eigenen Angaben von Politikern, Initiativen, Vereinen und Kirchenvertretern unterstützt. Auch der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung&nbsp;(SPD) und die demokratischen Parteien im Stadtrat gemeinsam zum Protest gegen die Neonazi-Aufmärsche aufgerufen. Die Leipziger sollen den Aufmärschen »besonnen und gewaltfrei« entgegentreten, hieß es.</p>
<p>Insgesamt <a href="http://www.kirche-leipzig.de/?ID=4882&amp;mehr=2653&amp;noffset=0&amp;style=1#2653">52 Leipziger Kirchgemeinden</a> beteiligen sich an Protestaktionen. Vor allem Mahnwachen vor den Kirchen sind geplant. Der evangelisch-lutherische Kirchenbezirk hatte nach Bekanntwerden der Nazi-Demonstrationen alle seine Gemeinden sowie den Stadtökumenekreis und die Evangelische Allianz angefragt. »Im Leipziger Stadtgebiet beteiligen sich alle Gemeinden«, bestätigt Frank Schmidt von der Superintendentur.</p>
<p>Mit dieser konfessionsübergreifenden Aktion solle ein sichtbares Zeichen gegen jegliche menschenverachtende Ideologie wie die der Neonazis gesetzt werden, teilte der Kirchenbezirk mit. Anliegen sei es, »für einen friedvollen Umgang der Menschen in unserer Stadt zu beten«. Landesbischof Jochen Bohl und der katholische Bischof Joachim Reinelt unterstützen die Aktion.</p>
<p>Es sind mal mehr, mal weniger Gemeindeglieder aus den einzelnen Gemeinden, die ihre Beteiligung zugesagt haben. Sie werden vor ihren Kirchen stehen, Präsenz zeigen und Plakate dabei haben mit dem Motto »Raum für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe&nbsp;– mahnen und beten für unsere Stadt«.</p>
<p>»Es ist bisher eine kleine Runde, die sich eingetragen hat in unsere Liste«, sagt Pfarrer Johannes Toaspern von der Petersgemeinde. Doch ihr Kommen angekündigt hätten ihm schon mehr Gemeindeglieder. Für ihn gibt es keinen Zweifel: »Wir sind da und stehen vor der Kirche.«</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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<h3>   +   +   +   a k t u e l l   +   +   +  </h3>
<p><strong>Stadtverwaltung Leipzig:<br />
</strong> <a href="http://www.leipzig.de/de/buerger/newsarchiv/2010/Informationen-zu-Demonstrationen-Aufzuegen-in-der-Stadt-Leipzig-16-Oktober-18199.shtml">Informationen zu Demonstrationen, Aufzügen und Aktionen in Leipzig am 16. Oktober 2010</a></p>
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