Christen sollen nicht beliebt sein, sondern tatkräftig
5. März 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche

Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
Lukas 9, Vers 62
So etwas ist auch heute nicht beliebt. Sich erst freiwillig melden und dann, wenn es ernst wird, einen Rückzieher machen. »Ich müsste erst noch …So radikal hatte ich es mir dann doch nicht vorgestellt.« Was lässt sich mit solch einer halbherzigen Haltung anfangen? Nichts! Nichts Neues lässt sich aufbauen, kein Aufbruch wagen.
Es sind drei, die vorhaben, Jesus zu folgen. Aber keiner der drei ist frei von dem, was bisher das Leben bestimmte. Keiner will wirklich loslassen. Jesus erleben sie in dieser Situation nicht als Seelsorger, sondern als einen Wegbegleiter, der harte Anforderungen stellt. Wer mit ihm gehen will, darf sich nicht durch zögerliche Rück-Sicht aufhalten lassen.
Aufbruch ist angesagt. Es soll losgehen. Und es soll aufgehen. Der harte steinige Boden gehört aufgebrochen. Das geschieht nicht bei einem Sonntagsspaziergang. Das ist eine Lebensaufgabe. Weil es der Weg in ein neues, in ein ganz anderes Lebens ist. Bei diesem Lebens-Weg steht das Reich Gottes vor Augen. Es ist aber nicht das Werk meiner Hände, sondern es wird auf dem Boden wachsen, den ich bereite, wenn ich mich an Jesus orientiere. Das ist kein leichter Weg. Aber es ist ein Lebensweg, der nach vorn weist. Es ist der Lebensweg, der Zukunft hat.
Fühlen wir uns geschickt für das Reich Gottes? Dann legen wir unsere Hand an den Pflug! Zum Beispiel an den Pflug, der heute aus den Schwertern der Gewalt und der leidvollen Vergangenheit geschmiedet ist. Schauen wir nach vorn! Wir sind berufen den Aufbruch anzugehen. So etwas ist vielleicht heute auch wieder nicht beliebt. Muss es auch nicht sein. Christen sollen nicht beliebt, sondern geschickt sein. Und sich so verhalten.
Sebastian Feydt
Der Autor ist Pfarrer an der Frauenkirche Dresden.
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Auch Gescheiterte können neu anfangen
26. Februar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Römer 5, Vers 8
Sünder? Müssen wir immer auf die Defizite starren? Sicher nicht, aber die Defizite starren uns an. Grell, verstörend, unerträglich. Vor kurzem auf Haiti: Zwischen Trümmern, Toten und Verletzten verzweifelte Menschen, Plünderungen, schwer bewaffnete Soldaten vor den Lagern der Hilfsorganisationen, Kämpfe um jedes Stück Nahrung. Zyniker fragen, ob Humanität den Satten mit Eigenheim und Zweitwagen und dem nötigen Freiraum für die Kultivierung der Sitten vorbehalten sei.

Foto: Joakim Buchwald (sxc.hu)
Solche menschlichen Katastrophen entmutigen. Individuelles Versagen und ungerechte, aus Hartherzigkeit und Blindheit entstandene Strukturen lassen Menschen innerlich und äußerlich verelenden. Dass die Bibel diese Selbstsabotage der Menschen ernst nimmt, ist vor allem realistisch.
Paulus verbindet nun aber seine nüchterne Sicht auf die Menschen mit einer beeindruckenden Zuversicht im Blick auf Gott. Gott lässt sich von unserem Versagen nicht abschrecken. Er setzt sich in Christus selbst aufs Spiel, um das Projekt Mensch zu retten. Er wartet nicht den Erfolg ab, nicht einmal eine kleine Besserung. Er ermöglicht den Gescheiterten, immer wieder von vorn anzufangen.
Der Weg zur Menschlichkeit beginnt nicht mit Appellen und Aktionen. Er beginnt, wenn wir uns Gott, dem Vater Jesu Christi, ganz anvertrauen. Das verändert uns. Wir lernen loszulassen und zu teilen – Leben, Nahrung, Freude, Wissen, Raum und Zeit.
Es ist ein langer Weg mit vielen Rückschlägen. Immer wieder scheinen wir ganz am Anfang zu stehen. Immer wieder brauchen wir Christus, um nicht mutlos zu werden.
Almut Klabunde, die Autorin ist Oberlandeskirchenrätin der sächsischen Landeskirche.
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Eine Frage der Autorität
18. Februar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche

Foto: Miguel Saavedra, sxc.hu
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Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
Johannes 3, Vers 8b
Wenn sie den Klassenraum betrat, wurde es heller. Laute, unruhige Kinder begannen sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren, ohne dass sie viel sagen musste. Ihre ganze Erscheinung strahlte Aufmerksamkeit, Offenheit und Klarheit aus. Immer, wenn ich sie in der Schule erlebte, staunte ich über ihre ungewöhnliche und dabei so freundliche Autorität. Habitavit secum, sagte der große Papst Gregor, als er nach dem Geheimnis der Autorität des Heiligen Benedikt gefragt wurde. Er war bei sich selbst zu Hause. Er war mit sich selbst einig.
Wenn ein Mensch die unruhigen Kräfte seiner Person ordnen kann und ungeteilt, aufmerksam und gelassen bei dem ist, was er tut, ohne Nebenabsichten, ohne Schielen auf Beifall und Erfolg, entsteht Autorität. Dahin kommt niemand ohne schmerzhafte Erfahrungen mit sich selbst.
Um Autorität geht es auch im Wochenspruch. Der Sohn Gottes zerstört die Werke des Teufels – Unruhe, Argwohn, Gier, Zerrissenheit. Alles, was uns daran hindert, wirklich bei uns selbst zu Hause zu sein. Der Sohn Gottes aber ist ganz mit sich einig. Wo er in einem Leben Raum erhält, beginnt seine heilsame Autorität zu wirken. Wo er erscheint, weichen Chaos und Verwirrung. Auch diese Autorität wurde mit Schmerzen erworben.
Am Kreuz legte sich Christus aus Liebe über den tief aufgerissenen Abgrund unseres menschlichen Daseins. Er ließ sich zerreißen, damit wir einig werden können – mit uns selbst, mit anderen, mit Gott. Habitavit secum – das ist nicht allein den großen Heiligen vorbehalten. Zu dieser Lebensaufgabe ermutigt und befreit Christus uns alle.
Almut Klabunde, die Autorin ist Oberlandeskirchenrätin der sächsischen Landeskirche.
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Manche Entscheidungen sind unwiderruflich
11. Februar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche

Foto: Patricio Mas, sxc.hu
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Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Lukas 18,31
Am Anfang der Lebensreise ist noch so viel offen. Erst mit der Zeit fällt mir auf, dass es nach jeder Weggabelung etwas enger wird. Die Zahl der Chancen nimmt langsam ab. Ich muss aufpassen, wie ich die verbleibenden nutze. Manchmal stehe ich vor Entscheidungen, von denen ich ahne, dass sie unwiderruflich sein können.
Eine solche Wahl trifft Jesus. Er weiß: In Jerusalem wird es ganz eng werden. Wenn ich dort hin gehe, muss ich mit einem gewaltsamen Ende rechnen. Jesus entscheidet mit klarem Bewusstsein.
Jerusalem ist die Stadt Gottes. Hier sitzen seine selbsternannten Sachwalter. Sie bestimmen, wie die heiligen Schriften ausgelegt werden. Mit einem Stahlnetz aus Geboten und Vorschriften halten sie die Menschen klein und unmündig. Ihre selbstgerechten Sichtweisen verdunkeln den Blick auf Gott und verbreiten Angst.
Jesus, der sich selbst »Menschensohn« nennt, hat Gott anders kennen gelernt. Gott, den er »Väterchen« nennt, begegnet ihm als Leben schaffende Barmherzigkeit. Jesus ist erfüllt von der Gewissheit, dass wir alle Söhne und Töchter Gottes sind.
Erstarrung und Misstrauen müssen uns nicht länger lähmen. Wir können uns mit dem Ursprung allen Lebens verbinden und Freude und Mitgefühl entdecken. Jesus entscheidet sich für Jerusalem, damit Menschen aufatmen können. Er bleibt dem Leben schaffenden Gott und damit sich selber treu.
An jeder Weggabelung meines Lebens fragt die Vernunft: Wie sind die Chancen, wenn ich so oder so entscheide? Und mein Herz sagt: Das Leben ist mehr als alle Chancen.
Almut Klabunde, die Autorin ist Oberlandeskirchenrätin in Dresden.
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Oft fließt zu viel Energie in die Sorge um morgen
4. Februar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche

Foto: Martin Boulanger, sxc.hu
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Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.
Hebräer 3, Vers 15
Manchmal geht das am Morgen los. Noch nicht ganz aufgestanden, bin ich schon fertig mit dem Tag. Befürchtungen lasten auf mir. Den Tag kann ich bestenfalls überstehen. Das Leben kommt später – vielleicht am Wochenende. Ich höre die Vögel vor dem Fenster und das Schlagen meines Herzens nicht.
Gottes Stimme bleibt ungehört. Sie hat es schwer gegen das Dröhnen der Vergangenheit und das Schrillen der Zukunft. Wie Zement vermauern Befürchtungen Herz und Ohren – Verstockungszement. Ich muss mir ansehen, was mich verschließt, ihm einen Namen geben, es ansprechen, damit es weicht. Und ich muss meine Aufmerksamkeit neu ausrichten.
Ich sitze in kirchlichen Gremien, gebeugt über Finanzprognosen: Sollten wir heute schon Stellen streichen, die wir morgen vielleicht nicht mehr finanzieren können? Im Sandkasten der Kirche von morgen werden Projekte hin und her geschoben. Von dem, was heute an Phantasie, Engagement und Freude lebt, bleibt so viel außer acht. Ungehört bleibt der leise Laut, mit dem sich heute die Blüte öffnet, die morgen Frucht bringen könnte.
Nein, ich bin nicht dagegen, prognostisch zu arbeiten. Wenn wir unserem Auftrag als Kirche nachkommen wollen, müssen wir auch sorgfältig planen und wirtschaften. Aber alles zu seiner Zeit. Ich denke, oft fließt zu viel Energie in die Sorge um morgen und zu wenig in das Horchen auf die Stimme des Lebens heute, die Stimme Gottes. Wenn wir auf die Lebenszeichen Gottes heute achten, manchmal verborgen in den Ritzen und Falten des Alltags, weitet sich unser Horizont. Unsere Entscheidungen verändern sich. Sie sind nicht mehr von Angst bestimmt. Sie rechnen mit dem, der das Leben ist – heute.
Almut Klabunde, die Autorin ist Oberlandeskirchenrätin im Landeskirchenamt.
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Eine Garantie für prompte Erhörung gibt es nicht
28. Januar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche

Foto: Gamal Abdalla, sxc.hu
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Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Daniel 9, Vers 18
Seitdem in den Kirchen festgestellt wurde, dass Gott nicht nur Latein versteht, muss sich der Allmächtige einiges anhören. Statt gebetsmühlenartig anonyme Formeln herzubeten, hat man sich besonnen, Persönliches ins Gebet zu nehmen. Damit finden sich Betende in guten biblischen Traditionen wieder. Denn wie vom Propheten Daniel überliefert, haben sich Gläubige stets mit allem an Gott gewandt im festen Vertrauen, dass er hört, hilft und heilt. Besonders die Psalmen zeigen sich uns als eine beständige Schatzkammer persönlich formulierter Gebete voll Dank und Angst, Zweifel und Hoffnung.
Für Christen hat das Gebet auch heute einen großen Stellenwert. So beeindruckt es mich, mit welcher Leidenschaft sich Jugendliche unserer Kirche an Gebetskreisen beteiligen und wie sie mit tiefer innerer Beteiligung Anbetungs- und Lobpreiszeiten gestalten. Solches gilt es zu pflegen. Gleichzeitig ist aber der Gefahr zu wehren, sich einem selbstbezogenen Wellnessglauben hinzugeben und dabei den Nächsten oder die Übernächste zu vergessen. Denn die stets gefaltete Hand reicht sich schlecht und die ewig nach oben gestreckte kann kaum etwas geben.
Am Ende aber ist nicht allein unser bemühtes Gerechtigkeitsverständnis entscheidend, sondern Seine große Gnade. Eine Garantie für die prompte und präzise Erhörung unserer Gebete gibt es freilich nicht. Vielmehr fordert uns der Wochenspruch zum Vertrauen darauf auf, dass Gott weiß, was wir bedürfen. So dürfen wir gern vor ihm und ihm in den Ohren liegen – im besten Wissen, dass er uns nicht links liegen lässt.
Tobias Petzoldt, der Autor ist Bildungsreferent der Evangelischen Jugend in Sachsen.
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Das Leben beim Licht eines neuen Morgens betrachten
23. Januar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
Über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Jesaja 60, Vers 2
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Der Herr geht auf, so steht’s geschrieben. Wenn die Rede von einem aufgehenden Herrn ist, denken wir eigentlich eher an Bratwurst, Bier und Bauchumfang.
Hier aber ist das Aufgehen mit dem einer Sonne gleichzusetzen, wie sie, zaghaft zunächst, hinter den Bergen hervor oder über das Meer einen ersten Anschein der Dämmerung schickt, wie es dann am Horizont hell und heller wird und schließlich ein roter Ball am Himmel aufsteigt, der das erwachende Leben in neues Tageslicht setzt und die finstere Nacht vertreibt.
Dieser Spruch, ursprünglich für das Not leidende Jerusalem geschrieben, ist ein An-Spruch der Hoffnung. Herrlich, nach alttestamentlichem Verständnis als strahlender Lichtglanz, steht Gott über allen und vor allem über uns. Das macht Mut und lädt dazu ein, das Leben bei Lichte zu betrachten. Ist da nicht so viel Grund zur Dankbarkeit – für Essen, Trinken, Wärme, Kleidung, Frieden und Leben, in uns und um uns herum?
Oft aber ist unsere Sicht zum Himmel getrübt. Wir sehen dunkle Wolken oder haben weder Zeit noch Muse, aufzuschauen, ganz real zum Himmel oder im übertragenen Sinn zum Herrn. Die Frage nach Gott stellt sich dann allein als klagender Vorwurf bei Alltagsproblemen oder zwanzig Uhr zu des Tages Schau auf Kriege, Krisen, Katastrophen.
Darum ist’s gut, sich gelegentlich den Anblick eines Sonnenaufgangs zu gönnen. Ein Bild der Hoffnung, wenn ein neuer Morgen Licht in unseren Tag bringt. Frisch, wach, mit unbetretenen Wegen. So wie die Sonne über uns aufgeht, so bringt der lebendige Gott Licht ins Dunkel unseres Lebens. Wie weit weg er auch scheinen mag, scheint sein Licht hell, heil, einfach herrlich.
Tobias Petzoldt (Jugendbildungsreferent der Evangelischen Jugend in Sachsen)
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Das Geländer im Lebenslauf
16. Januar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
Johannes 1, Vers 17
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Es ist ein alter Streit unter Gläubigen um die rechte Balance zwischen Gesetz und Gnade. Zu viel Gesetzlichkeit kann das Herz verhärten und lässt den Glauben für Außenstehende wenig attraktiv erscheinen. Beim einseitigen Betonen der Gnade wiederum besteht die Gefahr, den lieben Gott einen frommen Mann sein zu lassen und das Leben in spiritueller Beliebigkeit zu verbringen.

© Gabriel Doyle (SXC)
Schon Jesus, um der Wahrheit die Ehre zu geben, hatte seine liebe Not mit denen, die es gar zu streng meinten mit der Auslegung der Schrift.
Damals waren manche Gesetzeslehrer pharisäischer als pharisäisch, heute ist mancher Christ päpstlicher als der Papst. Und dennoch macht Jesus, im Johannesevangelium als Gottes fleischgewordenes Wort beschrieben, immer wieder die Notwendigkeit von Gottes guten Grundsätzen für ein gelingendes Leben deutlich.
Gerade in Glaubensgesprächen mit jungen Menschen müssen Regeln zur Sprache kommen. Ziel ist es dabei, zu einer verbindlichen Gottesbeziehung zu verhelfen, die als Fundament das Leben begründet und seinem Lauf ein Geländer gibt. Dieser Glaube darf sich jedoch nicht aus Angst nähren oder zu buchhalterischer Enge führen. Vielmehr legt das positive Bild eines gnädigen Gottes eine feste, Glaubensgrundlage für ein Lebenshaus, das auch Krisen standhalten kann.
Am Anfang der Geschichte Gottes mit den Menschen wurde klar festgelegt, wie es zuzugehen hat. Daran gilt es, sich zu orientieren und bei falscher Lebensrichtung umzukehren. Gottes Gnade lässt uns in allem Scheitern neu hoffen. Denn inwieweit zu guter Letzt Gnade vor Recht ergeht, entscheiden nicht wir, sondern ein anderer.
Tobias Petzoldt
Tobias Petzoldt ist Landesjugendbildungsreferent der Evangelischen Jugend in Sachsen.
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Kind sein und sich begeistern lassen
7. Januar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche

Foto: Bianca de Blok, sxc.hu
Welche der Geist Gottes treibt,die sind Gottes Kinder.
Römer 8, Vers 14
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Und? Wessen Geistes Kind bist du? Hast du deinen Geist längst aufgegeben? Lebst du geistreich oder treibst du geistlos durchs neue Jahr?
Mag sein, dass es uns auf den Geist geht darüber nachzusinnen, was uns umtreibt. Doch die Ansage aus dem Römerbrief ist eindeutig. Wer sich von Gott selbst inspirieren und treiben lässt, gehört als sein Kind zu ihm. Und damit folgt möglicherweise ein zweiter Widerstand. Denn wer will schon gern wieder ein Kind sein?
Wie stolz sind Kinder, wenn sie nicht mehr die Kleinsten sind. Jeder hat einmal die Erfahrung gemacht: Man will nicht länger bevormundet werden, will endlich eigene Entscheidungen treffen.
Gegen dieses Bedürfnis, als eigene Persönlichkeit wahrgenommen zu werden, spricht der Wochenspruch nicht. Vielmehr verbirgt sich in ihm ein Appell zu tiefem Urvertrauen und neugieriger Begeisterung für das, was Gott vorhat. Kind zu sein heißt dabei vor allem, in einer persönlichen Beziehung zum Vater zu leben und sich leiten zu lassen.
Nun können Erwachsene nicht so sorg- und arglos durchs Leben treiben, wie wir es uns im Ideal einer glücklichen Kindheit vorstellen. Zuviel muss man bedenken und billigen, kalkulieren und kategorisieren.
Doch will uns Gott gerade in allen Abhärtungen, Abgeklärtheiten und Abgründen begegnen, uns mit allen guten Geistern erfrischen und verändern.
Gottes heiliger Geist ist dabei erhaben über jeden Zeitgeist, stärker als tagesaktuelle Trends und beweglicher als tiefverwurzelte Traditionen. Verlässlich weht er durch die Zeit und nimmt Besitz von allen, die sich seinem Antrieb öffnen. Lassen wir uns als seine Kinder stetig neu von ihm begeistern.
Tobias Petzoldt
Tobias Petzoldt ist Landesjugendbildungsreferent der Evangelischen Jugend in Sachsen.
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Licht der Gnade erhellt den Weg ins neue Jahr
3. Januar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des
eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Johannes 1, Vers 14 b

Tobias Petzoldt ist Referent für Bildungsarbeit im Landesjugendpfarramt.
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Ein neues Jahr beginnt. Wir haben uns dafür in aller Regel einiges vorgenommen, manches vorgestellt und anderes vorgedacht. Was wird 2010 bringen? Welche Hoffnungen erfüllen sich? Welche Enttäuschungen stehen bevor?
Manche Menschen erwarten grundsätzlich nichts Gutes von Kommendem und sind im besten Fall froh, wenn alles bleibt wie es ist. Denn auch wenn man in Werbung und Politikerreden das Gegenteil erfährt, verkündet der Volksmund gern und oft, dass alles immer schlimmer werde. Mit Markt, Moral und Menschlichkeit, mit der Jugend sowieso – überall gehe es bergab. Doch sei die Frage gestattet: Als früher heute war, war da auch schon »früher alles besser«? Und als die Zeit jünger war, blickte man da auch zurück auf »die gute, alte Zeit«?
Wir sind noch mitten drin in der Weihnachtszeit. In dieser Zeit, in der es draußen am finstersten ist, machen wir uns jährlich neu die Gegenwart Gottes auf Erden bewusst. Der Retter kommt in Herrlichkeit. Doch dieses freudige Ereignis zeigt sich in anderen Umständen, als wir uns das vorstellen würden: Die Mutter zu jung, der Mann nicht der Vater, das Kind nicht geplant, die Reise nicht gebucht, kein Geld, kein Bett, kein Tisch. Was für Verhältnisse! Doch Jesus verkehrt die Verhältnisse. Auch unsere.
Aus dem Stall von Bethlehem erscheint eine neue, gute Hoffnung in ein scheinbar hoffnungsloses Umfeld. Nicht zufällig wird darum beim Krippenspiel das Kind in der Krippe durch eine Kerze symbolisiert. In tiefer Nacht lässt Gott seine Herrlichkeit leuchten und die Dinge in einem anderen Licht erstrahlen.
Gottes Licht voll Gnade und Wahrheit erhellt unseren Weg.
Auf diesem Weg will Gott selbst mit uns durch das neue Jahr gehen. Über hohe Berge, durch tiefe Täler, der Sonne entgegen und dem Sturm. Gott selbst streckt uns seine Hand entgegen und wir sind eingeladen und gut beraten, seine Hand nicht auszuschlagen und uns von ihm leiten und begleiten zu lassen.
Wir haben seine Herrlichkeit gesehen. Wovor sollten wir uns fürchten?
Tobias Petzoldt
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