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Die meisten Bundesländer erlauben Ladenöffnungen zu Heiligabend

Pro und Kontra
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© Katharina Wieland Müller/pixelio.de

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Dennoch dürfen in den meisten Bundesländern einige Geschäfte am 24. Dezember öffnen, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) bei den Landesregierungen ergab. In vielen Bundesländern gilt zu Heiligabend eine Sonderregelung für Blumenläden, Tannenbaum-Verkaufsstellen und Supermärkte. Da die Regelung der Ladenöffnungszeiten Ländersache ist, gibt es bundesweit unterschiedliche Regelungen.

In den meisten Ländern dürfen die Läden am 24. Dezember für drei Stunden öffnen. Aus Rücksicht auf die Gottesdienste müssen diese spätestens um 14 Uhr schließen. Dies gilt für Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Rheinland-Pfalz hat die Ladenöffnungszeit exakt auf 11 bis 14 Uhr festgelegt.

Längere Öffnungszeiten erlauben nur wenige Landesregierungen: Während Händler in Nordrhein-Westfalen von 10 bis 14 Uhr verkaufen dürfen, ist im Saarland die Öffnung von 9 bis 14 Uhr gestattet. In Berlin gelten die längsten Öffnungszeiten. Hier dürfen Supermärkte, Kioske, Bäckereien, Tannenbaum-Verkaufsstellen und Blumenläden von 7 bis 14 Uhr verkaufen, Kunst- und Gebrauchwarenmärkte sogar von 7 bis 18 Uhr. In Hessen bleiben am 24. Dezember die Supermärkte ganz geschlossen.

Nicht alle Supermärkte werden am 24. Dezember die Erlaubnis zur Ladenöffnung nutzen. Die Discounter Aldi Süd und Aldi Nord teilten bereits mit, Heiligabend nicht zu verkaufen. Penny wird nach eigenen Angaben die Filialen geschlossen lassen. Die selbstständigen Penny-Händler können über die Öffnungszeiten selbst entscheiden. Lidl hat bisher keine Angaben gemacht.

PRO:

Fällt der 24. Dezember auf einen Werktag, dürfen die Geschäfte öffnen. Um 14 Uhr müssen sie jedoch schließen – mit Rücksicht auf die Gottesdienste. Manchen rettet der Einkauf an Heiligabend das Weihnachtsfest: Sie kaufen die vergessene Zutat für das Festessen oder besorgen das letzte Geschenk. Sie profitieren davon, wenn ihr Bundesland die Ladenöffnung auch in diesem Jahr erlaubt, obwohl Heiligabend auf einen Sonntag fällt.

Der Handelsverband Deutschland, dem rund 400 000 selbstständige Unternehmen angehören, befürwortet eine Ladenöffnung auch am Sonntag-Heiligabend. Nils Busch-Petersen vom Handelsverband Berlin-Brandenburg sagt, andernfalls hätten die Supermärkte in diesem Jahr drei Tage in Folge geschlossen. Dann könnten Menschen, die gerne frische Lebensmittel verzehren, diese nicht noch vor den beiden Weihnachtsfeiertagen besorgen.

KONTRA:

Die katholische und die evangelische Kirche verstehen den Sonntag als einen »Ruhetag, als Schutz der Arbeitenden, als Symbol der Freiheit und als Tag des christlichen Gottesdienstes«. Im Grundgesetz heißt es, der Tag diene der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung. Arbeiten am Sonntag ist daher nur in Ausnahmefällen möglich. Nach diesem Verständnis ist der kommende 24. Dezember doppelt schützenswert: Er ist ein Sonntag, und er ist Heiligabend.

»Den Heiligabend in der Ruhe des Sonntags zu beginnen, wird für viele die positive Erfahrung von Entschleunigung vor einem solchen Feiertag mit sich bringen«, erklärt die katholische Deutsche Bischofskonferenz. Für Heike Krohn-Bräuer von der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bietet der diesjährige Heiligabend vielen Arbeitnehmern eine besondere Chance: Diejenigen, die sonst an dem Tag arbeiten müssten, könnten sich in diesem Jahr in Ruhe auf das Fest vorbereiten.

Auch der Gewerkschaft ver.di ist der Sonntagsschutz ein großes Anliegen. Die Menschen könnten an diesem Heiligabend gut auf einen Einkauf verzichten, sagt Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Denn auch die Beschäftigten im Einzelhandel bräuchten ein paar Stunden, um sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Nach Nutzenbergers Meinung reichen die Öffnungszeiten vor Heiligabend für die Bevölkerung aus, um ihre Bedürfnisse zu decken.

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4 Lesermeinungen zu Die meisten Bundesländer erlauben Ladenöffnungen zu Heiligabend
Britta schreibt:
09. November 2017, 8:31

Wo bleibt der christliche Aufschrei dazu? Sollte man nicht den Feiertag heiligen? Die Kirche positioniert sich doch sonst immer zu allem?!
So bleibt einem als Christ nur, Sontagsöffnungen von Supermärkten etc. zu boykottieren.

Johannes schreibt:
13. November 2017, 11:39

In Sachsen hat die CDU mit Herrn Tillich die Mehrheit. Wo bleibt der Aufschrei der CDU-Wähler?

Peter schreibt:
13. November 2017, 20:33

Wie weit weg sind wir von unserem Nächsten, mit denen wir leben, Dienstleister in Gastronomie, Verkäufer, Gesundheitswesen, Sicherheitsbehörden? Bin ich als Christ nicht mittendrin? Ich bin erschrocken , dass der Sonntag so einfach preisgegeben, dem Konsumdenken geopfert wird. Wer es bis dahin nicht geschafft hat die Feiertage zu gestalten, der ist wirklich arm dran, Adventszeit ist doch eine Vorbereitungszeit... Ich habe vor jedem Hochachtung, der Sonntags arbeiten muss in unserer Gesellschaft und wünsche jedem der den Sonntag frei hat diesen auch bekommt.
PS. wer schon mal 7 Tage durchziehen musste, weiß was was er getan hat... und du sollst den Feiertag heiligen... warum heißt es dann Heilig Abend?

Hans schreibt:
20. November 2017, 10:02

Wem interessierts...? Die letzte Landessynode geht von einen Mitgliederschwund in den nächsten Jahren von derzeit ca. 700.000 auf ca. 400.000 aus. das macht ca. 10 % der sächsischen Bevökerung aus ! Denke man kann dann getrost von einer Sekte sprechen und wir können froh sein, dass zu Heiligabend das "Stille Nacht Heilige Nacht" nicht vom Flaschengeklapper aus dem Supermarkt von nebenan übertönt werden! Kirchenbezirke werden Gesund geschrumpft, Pfarrstellen gestrichen. Wann wurde das letzte mal jemand in einem Gottesdienst spirituell abgeholt... Wann wacht unsere Kirche auf, dass zu ihrer gerade in den letzten 5 Jahren prosporierenden Hilfsindustrie auch ein missionarischer und spiritueller Auftrag gehört.
Allen eine gesegnete Woche!
Hans

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Der HERR wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich.

(Psalm 9,19)

Wir werden beim Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

(1.Thessalonicheralonicher 4,17-18)

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