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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen]</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>»Glücklich ist da niemand«</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 07:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Paulinerkirche]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Universitätskirche]]></category>
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		<category><![CDATA[Stanislaw Tillich]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Leipzig]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt sie tatsächlich, die Baufortschritte an der Leipziger Paulinerkirche. Im August vergangenen Jahres fielen die äußeren Baugerüste, die Hülle des Aula- und Kirchengebäudes erstrahlt also in ihrem fertigen Zustand. Am 2.&#xA0;Dezember durfte für einen Tag auch schon das Neue Augusteum, das künftige Hauptgebäude der Universität, welches die Universitätskirche umschließt, in Augenschein genommen werden. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5432" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/02/pauliner.jpg" alt="In der Universitätskirche, hier der Innenraum im Februar 2011, werden nur Versorgungsleitungen verlegt – sonst tut sich nichts. Fotos: Armin Kühne und Uwe Winkler" title="pauliner" width="300" height="348" class="size-full wp-image-5432" /><p class="wp-caption-text">In der Universitätskirche, hier der Innenraum im Februar 2011, werden nur Versorgungsleitungen verlegt – sonst tut sich nichts. Fotos: Armin Kühne und Uwe Winkler</p></div>
<p>Es gibt sie tatsächlich, die Baufortschritte an der Leipziger Paulinerkirche. Im August vergangenen Jahres fielen die äußeren Baugerüste, die Hülle des Aula- und Kirchengebäudes erstrahlt also in ihrem fertigen Zustand. Am 2.&#xA0;Dezember durfte für einen Tag auch schon das Neue Augusteum, das künftige Hauptgebäude der Universität, welches die Universitätskirche umschließt, in Augenschein genommen werden. Und Mitte Dezember erfolgte die technische Überprüfung der Universitätsglocke im Dachreiter. </p>
<p>»Sie ist betriebsfähig, aber noch nicht klangfertig«, sagt der Glockenbeauftragte Roy Kreß. Dafür fehle über der 250&#xA0;Kilogramm schweren Bronzeglocke aus dem Jahr 1659 noch ein Resonanzboden, so der kirchliche Baupfleger aus Leipzig. Dann könnte sie die Universitätsgottesdienste einläuten.</p>
<p>Wann sie dies allerdings das erste Mal nach der Sprengung der Kirche 1968 wieder tun wird, das traut sich derzeit niemand zu sagen. »Im Innenraum der Paulinerkirche hat sich gegenüber 2010 nichts wesentlich verändert«, sagen alle am Baugeschehen Beteiligten. »Das ist der absolute Rohbau.«</p>
<p>Mit dieser Begründung verweigert das Sächsische Finanzministerium als Bauherr derzeit alle Fotoaufnahmen und teilt mit, es gäbe intensive Gespräche mit dem Architekten Erick van Egeraat zum Innenausbau. »Wir müssen sehen, wie seine Entwürfe umgesetzt werden können und wir dabei den Kostenrahmen einhalten«, sagt Ministeriumssprecher Stephan Gößl und ergänzt: »Der gesamte Uni-Neubau hat bereits jetzt über 200 Millionen Euro gekostet.«</p>
<div id="attachment_5434" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/02/pauliner_modell.jpg" alt="Im Modell wird sichtbar, wie der Chorraum aussehen soll: Zentral steht der Paulineraltar, zwischen den Säulen hängen die Epitaphe. Foto: Kustodie" title="pauliner_modell" width="300" height="217" class="size-full wp-image-5434" /><p class="wp-caption-text">Im Modell wird sichtbar, wie der Chorraum aussehen soll: Zentral steht der Paulineraltar, zwischen den Säulen hängen die Epitaphe. Foto: Kustodie</p></div>
<p>Der Vorsitzende des Paulinervereins benennt die konkreten Konflikte mit dem Architekten: »Die Lichtsäulen und die Deckengestaltung sind umstritten«, sagt Ulrich Stötzner. »Dazu sind auch schon Versuche im Innenraum gemacht worden.« Und dabei blieb es. Der Bauverzug ist mittlerweile erheblich. 2009 sollte ursprünglich alles fertig sein, später 2011. »Glücklich ist da niemand«, sagt Stephan Gößl zum langen Stillstand. Er betont aber, dass zumindest das angrenzende Augusteum und das Dachgeschoss der Paulinerkirche »zum Sommersemester« von der Universität übernommen werden könnten. Und der Ministeriumssprecher macht Hoffnung, dass danach der Aula- und Kirchenraum im Mittelpunkt steht.</p>
<p>Das tut er ausnahmsweise auch schon an diesem Wochenende durch ein Benefizkonzert unter Schirmherrschaft von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Dabei sammelt die Stiftung »Universitätskirche St.&#xA0;Pauli zu Leipzig« Geld für eine sogenannte Schwalbennestorgel. Dieses Instrument im Renaissance- oder Frühbarockstil soll hoch oben an der Wand im Chorraum, also dem zukünftigen Kirchenraum, entstehen, berichtet der Stiftungsvorsitzende Martin Oldiges. </p>
<p>Bis zu 350 000 Euro seien für die traditionsreiche Orgel veranschlagt, die im weiten Umkreis ihresgleichen suche. Die Ausschreibung dafür ist schon erfolgt, so Oldiges. Die andere Orgel in dem Gebäude wird die Jehmlich-Orgel auf der Westempore und damit im Aula-Bereich sein. »Die Orgel liegt schon beim Orgelbauer auf Lager«, sagt Universitätsprediger Rüdiger Lux. »Da fallen schon Kosten an«, macht der Theologieprofessor auf die Folgen des Bauverzugs aufmerksam. </p>
<p>Lux denkt auch an seine Universitätsgemeinde: »Wir sind weiterhin zur Miete in der Nikolaikirche und warten auf die Fertigstellung der Universitätskirche für unsere Gottesdienste im eigenen Haus.« Für ihn persönlich kommt noch hinzu, dass er im Sommer mit 65 Jahren emeritiert wird. »Ich hätte den Bau gerne mit eingeweiht.« </p>
<p>Den Raum so bald wie möglich nutzen, das möchte auch der Kustos der Universität. »Ich würde gern in einem Jahr loslegen«, hofft Rudolf Hiller von Gaertringen, um dann 21 große Grabplatten im Chorraum aufhängen zu können. »Die Epitaphien sind größtenteils restauriert«, so der Kustos. Jetzt fehlen ihm noch die Stahlgerüste für die Aufhängung der Kunstwerke in drei Metern Höhe. </p>
<p>Außerdem brauche der 17 Meter hohe Chorraum eine Klimatisierung und ein Befeuchtungssystem, um die Epitaphien und den Paulineraltar aus der Thomaskirche fachgerecht konservieren zu können. Das funktioniere nach Meinung des Kustos nur, wenn der Chorraum vom Mittelschiff, der Aula, durch eine Glaswand abgetrennt ist. »Ohne Glaswand geht es nicht«, sagt Rudolf Hiller. Der Paulinerverein und die Kirchenvertreter dagegen lehnen die Glaswand ab. Sonst hätte auch die aus der alten Paulinerkirche gerettete Kanzel nach ihrer Restaurierung keinen Platz mehr.      </p>
<p><em>Uwe Naumann</em></p>
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		<title>Gewissen oder Gewinn?</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 10:12:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Handelshochschule Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Suchanek]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der Einfluss der Wirtschaft wächst. Manager können viel Schaden anrichten&#xA0;– oder viel Gutes. In Leipzig lernen sie auch von der Bergpredigt.
Die Spannung, in der Dominik Kanbach und Stefanie Priemer stehen, liegt genau in der Entfernung zwischen Kaffeebecher und Tablet-Computer vor ihnen auf dem Mensatisch. Der Kaffee ist fair gehandelt, seine Produzenten haben einen ordentlichen Lohn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/02/so6-1_beitrag.jpg" alt="so6-1_beitrag" title="so6-1_beitrag" width="580" height="357" class="alignnone size-full wp-image-5428" /></p>
<p>Der Einfluss der Wirtschaft wächst. Manager können viel Schaden anrichten&#xA0;– oder viel Gutes. In Leipzig lernen sie auch von der Bergpredigt.</p>
<p>Die Spannung, in der Dominik Kanbach und Stefanie Priemer stehen, liegt genau in der Entfernung zwischen Kaffeebecher und Tablet-Computer vor ihnen auf dem Mensatisch. Der Kaffee ist fair gehandelt, seine Produzenten haben einen ordentlichen Lohn bekommen&#xA0;– der flache Apple-Rechner daneben ist schick, <a href="http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/miese-arbeitsbedingungen-die-schmutzige-seite-von-apples-erfolg_aid_706798.html">doch bei seinem Hersteller in China drohen Mitarbeiter damit, sich wegen gefährlicher Arbeitsbedingungen vom Fabrikdach zu stürzen</a>. </p>
<p>Dominik Kanbach (24) und Stefanie Priemer (25) sind Manager von morgen. Sie studieren an der privaten <a href="http://www.hhl.de/">Handelshochschule Leipzig</a>. Die Studenten hier sind fasziniert von Wirtschaft, einige auch vom Geld. Sie haben am Beginn ihres Studiums oft klare Vorstellungen über Marketing&#xA0;– nicht aber über das Verhältnis von Markt und Moral. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise. </p>
<p>»Man geht nicht in ein Wirtschaftsstudium und sagt: Jetzt handele ich mal unethisch«, erklärt Stefanie Priemer diesen blinden Fleck. »Doch ich will mich auch nicht nur vom Wirtschaftsdenken vereinnahmen lassen und den Blick für das Wesentliche verlieren.« </p>
<p>Was aber ist das Wesentliche? »Hinter jeder wirtschaftlichen Kennzahl stehen Menschen«, sagt Stefanie Priemer. »Das Wesentliche ist, ein ehrbarer Kaufmann und verantwortungsbewusst zu sein«, sagt Dominik Kanbach. </p>
<p>In ihrem Studium an der Handelshochschule diskutieren sie den Ernstfall: Was tun als Manager einer Schokoladenfabrik, für die sklavenähnlich gehaltene Kinder die Kakaobohnen pflücken? »Ich unterstütze definitiv, dass Kinderarbeit wegfällt«, überlegt Stefanie Priemer. »Doch es strikt abzulehnen, ist schwierig. Man müsste dann das Einkommen der Familien anders absichern.« Und da sind dann noch die Kunden, die meist keine höheren Preise zahlen möchten. Und die billigere Konkurrenz, die Arbeitsplätze, der Gewinn. So ist das meist&#xA0;– ob es nun um den Klimaschutz geht oder um Entlassungen. Der Druck ist hoch&#xA0;– und der Manager mittendrin.</p>
<p>Für diese Konflikte will Professor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Suchanek">Andreas Suchanek</a>, der an der Handelshochschule Ethik unterrichtet, den Studierenden den Sinn schärfen. »Ich will keine Rezepte und eindeutigen Haltungen vermitteln&#xA0;– das ist ihre eigene Freiheit und Verantwortung«, sagt Suchanek, der zu den führenden Wirtschaftsethikern Deutschlands zählt. »Doch zu einer guten Führungskraft gehört es, Entscheidungen auch in ethischer Dimension kompetent treffen zu können.« Hier sieht Suchanek noch viele Defizite unter den Bossen. </p>
<p>Einen Kern seiner Ethik hat der Wirtschaftsprofessor ausgerechnet bei den Religionen gefunden: in der »Goldenen Regel«. Jesus sagt in der Bergpredigt über den Willen Gottes: »Was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!« Suchanek hat das ökonomisch neu formuliert: »Investiere in die Bedingungen der gesellschaftlichen Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil.« Fairness und Nachhaltigkeit seien moralisch besser, ist er überzeugt&#xA0;– und auf Dauer auch besser fürs Geschäft. Doch er weiß auch: »Wir sind Sünder und werden damit leben müssen.« </p>
<p>Stefanie Priemer und Dominik Kanbach versuchen schon im Studium, diese Spannung zu lösen. In einer sozialen Initiative von Leipziger Management-Studenten berieten sie drei Einwanderinnen aus Zentralasien bei der Gründung einer eigenen Firma. Jetzt biegen beide in den Endspurt ihres zweijährigen Studiums ein. Im Sommer werden sie vielleicht schon als Unternehmensberater oder im Management einer großen Firma arbeiten. »Ich denke von keiner Branche: Da würde ich nicht ethisch handeln können«, sagt Dominik Kanbach. »Man kann in jeder Branche ethisch handeln.« </p>
<p>Sein Professor Andreas Suchanek dagegen hörte von einem Absolventen, der sich bei einer Investment-Bank bewarb. Seine gute Note in Ethik aber, die sei ihm zum Nachteil geworden.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Sprengstoff  für Gemeinden</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2012/01/26/sprengstoff-fur-gemeinden/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 04:56:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexuelle Pfarrer]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Naumann]]></category>

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		<description><![CDATA[Am letzten Wochenende hat die Leitung unserer Landeskirche eine neue Regelung gefunden, wie mit Homosexualität im Pfarrhaus umzugehen ist. Das ist Sprengstoff in den Augen vieler Christen, der die Kirche vor eine Zerreißprobe stellt und sie nach Meinung Einzelner sogar zu spalten droht. 
Die Kirchenleitung hat entschieden, dass andere entscheiden sollen. Und dürfen!
Eine weise Entscheidung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/1230251_12865339.jpg" alt="© ItsMe1985 - SXC.HU" title="© ItsMe1985 - SXC.HU" width="590" height="369" class="alignnone size-full wp-image-5381" />Am letzten Wochenende hat die Leitung unserer Landeskirche <a href="http://www.sonntag-sachsen.de/2012/01/25/landeskirche-lebt-weiter-mit-spannungen/">eine neue Regelung gefunden, wie mit Homosexualität im Pfarrhaus umzugehen ist</a>. Das ist Sprengstoff in den Augen vieler Christen, der die Kirche vor eine Zerreißprobe stellt und sie nach Meinung Einzelner sogar zu spalten droht. </p>
<p>Die Kirchenleitung hat entschieden, dass andere entscheiden sollen. Und dürfen!</p>
<p>Eine weise Entscheidung, denn die wahren Sprengstoffexperten sitzen doch in den Gemeinden. Die Kirchenvorstände wissen am be­sten, was in ihrer Gemeinde geht und was nicht. </p>
<p>In manchen Gemeinden wird aus dem scheinbar explosiven Gemisch eine harmlose Verbindung werden, die unaufgeregt zur Kenntnis genommen wird. In anderen wiederum wird der Kirchenvorstand »einmütig« ablehnen, dass ein homosexueller Pfarrer mit seinem Partner ins Pfarrhaus zieht. </p>
<p>Damit wäre auch dort der Sprengstoff vom Tisch. Die Betroffenen entscheiden vor Ort. Das macht ernst mit dem Priestertum aller Gläubigen. Es ist eine Stärkung der Gemeinden, zumindest wenn sie mit ihrer neuen Freiheit umgehen können.</p>
<p>Natürlich ist der Sprengstoff damit noch nicht gänzlich aus der Welt. Denn wer mit der neuen Entscheidung generell Probleme hat, wird sich nicht damit trösten wollen, dass in seiner Gemeinde so etwas vielleicht nicht möglich ist.</p>
<p>Deshalb ist der Appell des Landesbischofs, sich gegenseitig in den verschiedenen Auffassungen zu achten und zu respektieren, umso wichtiger. Es bleibt zweifellos die einzige Möglichkeit, mit dieser Entscheidung umzugehen. </p>
<p>Denn nicht die Homosexualität an sich ist Sprengstoff – sondern wie wir als Christen miteinander umgehen.</p>
<p><em>Uwe Naumann</em></p>
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		<title>Landeskirche lebt weiter mit Spannungen</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2012/01/25/landeskirche-lebt-weiter-mit-spannungen/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 13:43:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Rentzing]]></category>
		<category><![CDATA[homosexuelle Partnerschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Katrin Jell]]></category>
		<category><![CDATA[Markersbacher Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Henker]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Dreßler]]></category>

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		<description><![CDATA[
Kirchenleitung öffnet Pfarrhäuser in Einzelfällen für gleichgeschlechtliche&#xA0;Partner.
&#xA0;
Die sächsische Landeskirche kann künftig im Einzelfall eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Pfarrhaus gestatten. Voraussetzung dafür sei  die »einmütige Zustimmung« des jeweiligen Kirchenvorstands, so der am 21. Januar gefällte Beschluss der Kirchenleitung. Eine »starke Mehrheit« des Kirchenvorstands  müsse zustimmen und die Minderheit den Beschluss »mittragen« können, heißt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/492215_97045274.jpg" alt="492215_97045274" title="492215_97045274" width="590" height="293" class="alignnone size-full wp-image-5347" /><br />
<h5>Kirchenleitung öffnet Pfarrhäuser in Einzelfällen für gleichgeschlechtliche&#xA0;Partner.<br />
&#xA0;</h5>
<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/EVLKS_3C_RGB-300x300.jpg" alt="EVLKS" title="EVLKS" width="177" height="177" class="alignright size-medium wp-image-5378" />Die sächsische Landeskirche kann künftig im Einzelfall eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Pfarrhaus gestatten. Voraussetzung dafür sei  die »einmütige Zustimmung« des jeweiligen Kirchenvorstands, so der <a href="http://www.evlks.de/doc/Beschluss_KL_2012-01-21.pdf">am 21. Januar gefällte Beschluss der Kirchenleitung</a>. Eine »starke Mehrheit« des Kirchenvorstands  müsse zustimmen und die Minderheit den Beschluss »mittragen« können, heißt es in der Begründung. </p>
<p>Die Kirchenleitung weiß, dass die Meinungen zur Homosexualität in der Landeskirche weiter weit auseinanderliegen. Sie erkenne »in den verbleibenden unterschiedlichen Auffassungen in Bezug auf das Schriftverständnis und die theologische Bewertung der Homosexualität jeweils eine geistlich und theologisch angemessen begründete Position«, heißt es in dem Beschluss der Kirchenleitung. </p>
<p>Landesbischof Jochen Bohl schreibt <a href="http://www.evlks.de/doc/Erklaerung_des_Landesbischofs_zur_Klausurtagung_1-2012.pdf">in einer Erklärung</a> dazu, die Landeskirche müsse weiter mit »Spannungen leben«. »Das ist möglich, wenn auch die jeweils abweichende Auffassung als eine im Licht des Evangeliums mögliche Auslegung der Bibel akzeptiert wird«, so Bohl. </p>
<p>Der Landesbischof weiß um die Zerreißprobe, die das Thema für die Einheit der Landeskirche birgt. »Jeder Einzelne ringt mit einem an der Schrift geschärften Gewissen um das rechte Verständnis von Gottes Wort«, schreibt der Landesbischof. »Darum ist wechselseitiger Respekt geboten.« </p>
<p>Gegner und Befürworter gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Pfarrhäusern waren sich in der Kirchenleitung in mehreren Punkten jedoch auch einig: Ehe und Familien bleiben als »biblische Ordnung« das Leitbild. Und das Thema Homosexualität sei kein Bekenntnisfall. Der Beschluss der Kirchenleitung war durch eine zwölfköpfige Arbeitsgruppe vorbereitet worden, in der Juristen und Theologen verschiedener Frömmigkeitsrichtungen nach einer biblisch begründeten Haltung zur Homosexualität fragten. </p>
<p>In ihrem <a href="http://www.evlks.de/doc/Abschlussbericht_der_AG_Homosexualitaet_in_biblischem_Verstaendnis.pdf">Abschlussbericht</a> spricht sich der größere Teil der Arbeitsgruppe für eine Zulassung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Pfarrhäusern und für eine gottesdienstliche Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften aus. Die Frage nach Segnungsgottesdiensten auch für Homosexuelle steht weiter ungelöst auf der Aufgabenliste der Kirchenleitung.        </p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
<p>&#xA0;</p>
<blockquote><p><a href="http://www.evlks.de/doc/Beschluss_KL_2012-01-21.pdf" target="_blank">Der Beschluss der Kirchenleitung (PDF)</a></p>
<p><a href="http://www.evlks.de/doc/Erklaerung_des_Landesbischofs_zur_Klausurtagung_1-2012.pdf" target="_blank">Die Erklärung des Landesbischofs (PDF)</a></p>
<p><a href="http://www.evlks.de/doc/Abschlussbericht_der_AG_Homosexualitaet_in_biblischem_Verstaendnis.pdf" target="_blank">Abschlussbericht der Arbeitsgemeinschaft »Homosexualität in biblischer Perspektive« (PDF)</a></p>
<p><a href="http://www.kirche-markersbach.de/index_htm_files/ErklaerungKirchgemeinden.pdf" target="_blank">Markersbacher Erklärung (PDF)</a></p>
<p><a href="http://www.kirche-im-leipziger-land.de/kirchenbezirk/downloads/func-startdown/62/" target="_blank">Leipziger Erklärung für eine Öffnung von Pfarrhäusern für homosexuelle Paare (PDF)</a>
</p></blockquote>
<p>&#xA0;</p>
<p>&#xA0;</p>
<h3>Nach dem Beschluss: Pro und Contra</h3>
<p><em><br />
<h4> »Die Lage ist sehr, sehr heikel«</h4>
<p></em></p>
<p><em>Sachsens Pfarrhäuser sind zukünftig nicht mehr tabu für gleichgeschlechtliche Paare. Doch nach der Entscheidung der Kirchenleitung kommt die Diskussion nicht zur Ruhe.</em></p>
<blockquote>
<div id="attachment_5359" class="wp-caption alignright" style="width: 110px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/Jell-Katrin-Portrait-21.jpg" alt="Katrin Jell ist Pfarrerin in Hohnstein." title="Katrin Jell ist Pfarrerin in Hohnstein." width="100" height="100" class="size-full wp-image-5359" /><p class="wp-caption-text">Katrin Jell ist Pfarrerin in Hohnstein.</p></div>
<p>Für mich bedeutet der Beschluss der Kirchenleitung wie für alle homosexuellen Pfarrer und Pfarrerinnen einen Zugewinn an Lebensqualität.  Mit meiner Partnerin habe ich  zwangsläufig eine Fernbeziehung.  </p>
<p>Ich predige verbindliche Partnerschaften – aber durfte so nicht leben. </p>
<p>Für die Gemeinde war das schwer zu verstehen. Unsere Kirchenvorstände stehen hinter uns. </p>
<p><em>Katrin Jell</em>
</p></blockquote>
<blockquote>
<div id="attachment_5357" class="wp-caption alignright" style="width: 110px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/Bild_Rentzing.jpg" alt="Dr. Carsten Rentzing ist Pfarrer in Markneukirchen und EKD-Synodaler." title="Dr. Carsten Rentzing ist Pfarrer in Markneukirchen und EKD-Synodaler." width="100" height="100" class="size-full wp-image-5357" /><p class="wp-caption-text">Dr. Carsten Rentzing ist Pfarrer in Markneukirchen und EKD-Synodaler.</p></div>
<p>Aus meiner Region gibt es schon mündliche Kirchenaustritts-Erklärungen nach dem Beschluss. </p>
<p>Die Lage ist sehr, sehr heikel. </p>
<p>Ich wünsche mir eine Lösung, die möglichst viele mitnimmt. </p>
<p>Deshalb sehe ich die Notwendigkeit, dass die Landessynode zu dieser Frage dezidiert Stellung nimmt.</p>
<p><em>Carsten Rentzing</em>
</p></blockquote>
<blockquote>
<div id="attachment_5367" class="wp-caption alignright" style="width: 110px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/NIK_0293.jpg" alt="Martin Henker ist Leipziger Superintendent." title="Martin Henker ist Leipziger Superintendent." width="100" height="100" class="size-full wp-image-5367" /><p class="wp-caption-text">Martin Henker ist Leipziger Superintendent.</p></div>
<p>Ich bin froh und dankbar, dass ein Weg gefunden wurde, wie in sehr seltenen Fällen und wenigen Orten der Landeskirche eine angemessene Reaktion möglich ist. </p>
<p>Das ist ein Kompromiss und sollte auch ein solcher werden.</p>
<p>Ich hoffe, dass sich die Synode in diesem Fall nicht auf den Weg macht, Beschlüsse der Kirchenleitung ändern zu wollen.	</p>
<p><em>Martin Henker</em>
</p></blockquote>
<blockquote>
<div id="attachment_5369" class="wp-caption alignright" style="width: 110px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/Dressler-Matthias.jpg" alt=" Matthias Dreßler ist Landesinspektor der Landeskirchlichen Gemeinschaften in Sachsen" title=" Matthias Dreßler ist Landesinspektor der Landeskirchlichen Gemeinschaften in Sachsen" width="100" height="100" class="size-full wp-image-5369" /><p class="wp-caption-text"> Matthias Dreßler ist Landesinspektor der Landeskirchlichen Gemeinschaften in Sachsen</p></div>
<p>&#xA0;<br />
Die bedingte Freigabe für das Zusammenleben homo­sexueller Pfarrer und Pfarrerinnen im Pfarrhaus widerspricht der Schrifterkenntnis vieler Mitglieder und Besucher der Landeskirchlichen Gemeinschaften und wird von ihnen mehrheitlich als eine schmerzliche Liberalisierung empfunden, die sie nicht bejahen können. </p>
<p>Jetzt gilt es in der Gelassenheit des Glaubens abzuwarten, in welcher Weise sich die Landessynode im April positionieren wird.</p>
<p><em>Matthias Dreßler</em></p></blockquote>
<p>&#xA0;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Homosexuelle Partnerschaften in Pfarrhäusern im Einzelfall möglich</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2012/01/22/homosexuelle-partnerschaften-in-pfarrhausern-im-einzelfall-moglich/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 12:25:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
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		<category><![CDATA[homosexuelle Partnerschaften]]></category>
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		<description><![CDATA[Sächsische Kirchenleitung diskutiert intensiv ihre Haltung zu homosexuellen Partnerschaften und ändert ihre bisherige Position
In ihrer Klausurtagung am 20. und 21. Januar 2012 hat die Kirchenleitung der sächsischen Landeskirche die Pfarrhäuser in Einzelfällen für homosexuelle Partnerschaften geöffnet. Dem mit sehr großer Mehrheit entschiedenen Kurswechsel war eine intensive Debatte vorangegangen. 
Die Kirchenleitung bekräftigt die bleibende Bedeutung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Sächsische Kirchenleitung diskutiert intensiv ihre Haltung zu homosexuellen Partnerschaften und ändert ihre bisherige Position</em></p>
<p>In ihrer Klausurtagung am 20. und 21. Januar 2012 hat die Kirchenleitung der sächsischen Landeskirche die <a href="http://www.evlks.de/aktuelles/nachrichten/18227.html">Pfarrhäuser in Einzelfällen für homosexuelle Partnerschaften geöffnet</a>. Dem mit sehr großer Mehrheit entschiedenen Kurswechsel war eine intensive Debatte vorangegangen. </p>
<p>Die Kirchenleitung bekräftigt die bleibende Bedeutung der biblischen Ordnung von Ehe und Familie als Leitbild des Zusammenlebens von Frau und Mann, teilte das Landeskirchenamt mit. Um der Einheit der Landeskirche willen sollen die bisher geltenden Feststellungen der Kirchenleitung vom 29. August 2001 fortgeschrieben werden. </p>
<p>Mit dem <a href="http://www.evlks.de/doc/Beschluss_KL_21._Januar_2012.pdf">neuen Beschluss</a> jedoch behält sich die Landeskirche vor, in Einzelfällen gleichgeschlechtlichen Paaren das gemeinsame Leben im Pfarrhaus zu gestatten. Dies setzt die einmütige Zustimmung des zuständigen Kirchenvorstandes zwingend voraus und ist nur bei eingetragenen Lebenspartnerschaften möglich, so die Kirchenleitung.</p>
<p><a href="http://www.evlks.de/doc/Abschlussbericht_der_AG_Homosexualitaet_in_biblischem_Verstaendnis.pdf">Landesbischof Jochen Bohl wies in seiner Erklärung</a> auf die stark gegensätzlichen Auffassungen in der sächsischen Landeskirche hin, welche nur durch ein gegenseitiges Respektieren und Achten der jeweils anderen Auffassung überwunden werden können. »Ich hoffe, dass die Christinnen und Christen in den Kirchgemeinden unserer Landeskirche diese Entscheidung der Kirchenleitung mittragen werden. Ich bin sicher, dass homosexuell geprägte Menschen, mit denen wir in der Gemeinschaft der Kirche verbunden sind, als Schwestern und Brüder im Glauben akzeptiert werden«, so Bohl.</p>
<p>Eine wichtige Grundlage der Beratung bildete der<a href="http://www.evlks.de/doc/Abschlussbericht_der_AG_Homosexualitaet_in_biblischem_Verstaendnis.pdf"> Abschlussbericht der Arbeitsgruppe »Homosexualität in biblischem Verständnis«</a>. Die Kirchenleitung würdigt den gefundenen Konsens der AG in wichtigen Aspekten. So schließt sie sich ausdrücklich der Einsicht an, dass der status confessionis nicht gegeben ist.</p>
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		<title>Wer willkommen ist, entscheiden nicht wir</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 07:30:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas 13. Vers 29]]></category>

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Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. Lukas 13, Vers 29

Von ungewöhnlichen Gästelisten erzählt das Neue Testament immer wieder: von Einladungen, bei denen eitle Vordrängler zurückstecken müssen und Zurückhaltende vom Gastgeber auf die Ehrenplätze gebeten werden. Oder bei denen zum Festtermin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/wzw412.jpg" alt="wzw412" title="wzw412" width="580" height="318" class="alignnone size-full wp-image-5313" /></p>
<blockquote><p>Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. <strong>Lukas 13, Vers 29</strong>
</p></blockquote>
<p>Von ungewöhnlichen Gästelisten erzählt das Neue Testament immer wieder: von Einladungen, bei denen eitle Vordrängler zurückstecken müssen und Zurückhaltende vom Gastgeber auf die Ehrenplätze gebeten werden. Oder bei denen zum Festtermin alle geladenen Gäste etwas anderes zu tun haben, und an ihrer Stelle genießen Bettler und Ausgestoßene das vorbereitete Fest. Jesus selbst hat mit Menschen gegessen und gefeiert, die nach traditionellen Maßstäben das Allerletzte als Tischgemeinschaft waren&#xA0;– für Jesus waren sie erste Wahl.</p>
<p>Der Wochenspruch steht in einem ähnlichen Zusammenhang: Glaubt bloß nicht, ihr hättet euren Platz bei Gott im Himmel schon sicher, nur weil ihr mir hier und jetzt begegnet. Dabei sein beim himmlischen Festmahl werden Gäste aus allen Himmelsrichtungen, aus der ganzen Welt. </p>
<p>Das klingt nach ökumenischer Multikulti-Idylle. Auf jeden Fall macht es klar: Gott hat seine eigenen Maßstäbe dafür, wer ihm nahe steht. Das können auch die geographisch oder kulturell Fernen sein; niemand kann den Anspruch auf den Platz an Gottes Tisch für sich reservieren.<br />
<div id="attachment_5207" class="wp-caption alignright" style="width: 150px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/12/ursprung-friederike.jpg" alt=" Friederike Ursprung ist evangelische Kirchenredakteurin für Radio PSR und R.SA.	" title=" Friederike Ursprung ist evangelische Kirchenredakteurin für Radio PSR und R.SA.	" width="140" height="236" class="size-full wp-image-5207" /><p class="wp-caption-text"> Friederike Ursprung ist evangelische Kirchenredakteurin für Radio PSR und R.SA.	</p></div><br />
Das heißt aber auch: Es gibt keinen Grund, den eigenen Platz bei Gott für ein Exklusiv-Recht zu halten und eifersüchtig zu verteidigen. Die letzte Entscheidung, wer willkommen ist, liegt bei Gott. Und der ruft die Menschen auf, alle Welt einzuladen (Matthäus 28, Vers 19)&#xA0;– was Christen seit Paulus’ Zeiten tun. Und viele scheuen keine Mühe, um im entscheidenden Moment bereit zu sein für Gottes Fest.</p>
<p>Und wenn dann schon alles ausgebucht ist? Wie viele Plätze Gottes Tafel hat, darüber sagt die Bibel nichts. Aber ich glaube: Am Platz wird die Einladung bestimmt nicht scheitern.</p>
<p><em>Friederike Ursprung</em><br />
Friederike Ursprung ist evangelische Kirchen­redakteurin für Radio PSR und R.SA.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gewissen gegen Gewissen</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 11:27:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[homosexuelle Partnerschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Landeskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Markersbacher Erklärung]]></category>
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Dürfen sie oder dürfen sie nicht ins Pfarrhaus, der Pfarrer oder die Pfarrerin, die ihresgleichen lieben? Die Kirchenleitung hat am 21.&#xA0;Januar eine Entscheidung von einiger Tragweite zu fällen. 
Es geht um das neue Pfarrer­dienstgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dessen Paragraf 39. Wer den 2010 verabschiedeten Gesetzestext liest, wird zunächst nichts Spektakuläres entdecken. Um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/kommentar412.jpg" alt="kommentar412" title="kommentar412" width="580" height="435" class="alignnone size-full wp-image-5327" /></p>
<p><strong>Dürfen sie oder dürfen sie nicht ins Pfarrhaus, der Pfarrer oder die Pfarrerin, die ihresgleichen lieben? Die Kirchenleitung hat am 21.&#xA0;Januar eine Entscheidung von einiger Tragweite zu fällen. </strong></p>
<p>Es geht um das <a href="http://www.ekd.de/download/pfarrdienstgesetz.pdf">neue Pfarrer­dienstgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)</a> und dessen Paragraf 39. Wer den 2010 verabschiedeten Gesetzestext liest, wird zunächst nichts Spektakuläres entdecken. Um die Lebensführung der Pfarrerinnen und Pfarrer »im familiären Zusammenleben und in ihrer Ehe« geht es da. </p>
<p>Diese Erweiterung über die Ehe hinaus bezieht sich auf gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und ist der Anlass für Unterschriftensammlungen in Sachsen: dafür und dagegen. Warum die EKD diesen Passus ins Gesetz eingefügt hat, wird aus der Begründung deutlich: Er ermögliche es den Gliedkirchen, ihr eigenes Profil im Umgang mit unterschiedlichen Lebensgemeinschaften beizubehalten und weiter zu entwickeln.</p>
<p>Darüber will die Kirchenleitung beraten: <a href="http://www.sonntag-sachsen.de/2011/10/20/pfarrer_homosexualitat_kirche_bibel_liebe-oder-sunde/">Braucht die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens eine neue Regelung</a> oder will sie an der bisherigen festhalten, dass gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften im Pfarrhaus nicht erlaubt sind? Gegner einer Neuregelung sprechen von Kirchenspaltung. <a href="http://www.kirche-markersbach.de/index_htm_files/ErklaerungKirchgemeinden.pdf">Ernstzunehmende Christen sehen sich in Gewissensnöten</a>. <a href="http://www.sonntag-sachsen.de/2011/12/16/»wir-nehmen-die-not-homosexueller-wahr«/">Andere ernstzunehmende Christen wiederum sehen die Gewissensnöte betroffener Pfarrerinnen und Pfarrer</a>. </p>
<p>Doch warum soll es einer Gemeinde zugemutet werden, die es partout nicht will? Und warum einer Gemeinde verwehrt werden, wenn sie darin kein Problem sieht?<br />
Es wird keine leichte Entscheidung, die die Kirchenleitung zu treffen hat. Im Gebet können wir sie unterstützen, dass es eine weise Entscheidung wird.                 </p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Verschlossene Herzen</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 07:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Ehe]]></category>
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		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
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		<description><![CDATA[
Er wollte ein guter Ehemann sein und ein guter Christ. Er litt, weil sein Herz für Männer schlägt. Ein Leiden ist Homosexualität nicht&#xA0;– aber ihre Verdrängung ist es.
Er schenkte ihr immer weiße Rosen. Nie rote. »Weil Du so rein bist«, sagte er dann zu ihr. Nie sagte er: Ich liebe dich. Sie bat ihn: »Schauspielere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/so4beitrag.jpg" alt="so4beitrag" title="so4beitrag" width="580" height="357" class="alignnone size-full wp-image-5322" /></p>
<p>Er wollte ein guter Ehemann sein und ein guter Christ. Er litt, weil sein Herz für Männer schlägt. Ein Leiden ist Homosexualität nicht&#xA0;– aber ihre Verdrängung ist es.</p>
<p>Er schenkte ihr immer weiße Rosen. Nie rote. »Weil Du so rein bist«, sagte er dann zu ihr. Nie sagte er: Ich liebe dich. Sie bat ihn: »Schauspielere doch mal und sag es wenigstens ein einziges Mal.« Er konnte es nicht. Sie war seine Frau. </p>
<p>Sein Vater, Pfarrer auf dem sächsischen Land, hatte ihm beschieden: »Homo­sexualität kommt in Gottes Schöpfungsordnung nicht vor.« Martin Paul (alle Namen geändert) nahm es als Gesetz. Legte einen eisernen Ring um sein Herz. Es fühlte anders, als es durfte. Als es sollte. Schwul zu sein, das war für ihn schweinisch, das war gegen Gott. Als er 30 wurde, hatte er noch nie einen Menschen geküsst. Und dann kam sie. Sagte: »Martin, du bist schön.« </p>
<p>So etwas hatte er nie zuvor gehört. Martin und Katrin heirateten, bekamen drei Kinder. Eine christliche Ehe. 16 Jahre lang. </p>
<p>»Ich habe immer versucht, meiner Frau ein passender Ehemann zu sein, ich wollte sie auf Händen tragen und in den Himmel führen«, erinnert sich Martin Paul. Aber es wurde und wurde keine Liebe daraus. »Er hat es versucht«, sagt Katrin Paul. »Aber wir sind eigentlich mehr wie Geschwister.« </p>
<p>Doch es ging. Er sagte ihr: »Ich finde Männer so schön.« Sie antwortete: »Ich finde Männer auch so schön.« Vor allem aber waren sie einander treu, das trug. Der eiserne Ring jedoch zog sich immer fester um Martin Pauls Herz. </p>
<p>Sein Leben wurde zu einem Hindernislauf. So viele Ansprüche, denen er genügen musste. So viele Fallen, so viele Verstecke. Er entwickelte Pläne, an deren Ende eine Beerdigung gestanden hätte&#xA0;– wenigstens das sollte ehrenvoll sein. Paul stürzte sich in die Arbeit, um zu entkommen. Er verausgabte sich. Bis zum Zusammenbruch. </p>
<p>Thorsten Kohlmann ist ein Mann mit kräftigem Händedruck. Ein Handwerker mit Sinn fürs Praktische. Nie hätte er gedacht, dass es ihn trifft. Ihn, der behütet in einer evangelischen Handwerkerfamilie aufgewachsen war. Evangelischer Kindergarten, Junge Gemeinde, Kirchvorsteher. Von Schwulen hatte er in seiner Jugend gehört&#xA0;– um keinen Preis wollte er dazugehören. </p>
<p>Kohlmann fand eine Frau, eine sehr gute und liebe Frau, sagt er. Bekam eine Tochter mit ihr. »Es war keine schlechte Ehe«, sagt er. Die Anziehungskraft, die später zwischen ihnen fehlte, glichen sie aus mit Wanderungen, Gipfelbesteigungen, Opern- und Gottesdienstbesuchen. Doch da waren seine Gefühle für Männer, nicht für Frauen. Kohlmann fraß es in sich hinein. </p>
<p>Er betete oft. »Ich bin doch auch gottgewollt«, sagte er sich. »Es kann nicht gottgewollt sein, dass man sich ein Leben lang versteckt. Ich habe um einen Ausweg gebetet&#xA0;– und der kam eines Tages.« Ganz unerwartet. Kohlmanns Frau eröffnete ihm, dass da ein anderer Mann ist. Und Kohlmann? »Ich freue mich sehr für dich«, sagte er ihr. »Ich drücke dir die Daumen, dass du einen erwischst, der dich sehr liebt.« Noch immer kommen ihm die Tränen bei der Erinnerung an diesen Moment.</p>
<p>Thorsten Kohlmann und Martin Paul sind nun geschieden. Sie haben neue Partner&#xA0;– ihre Frauen auch. Alles Männer. Ihre Frauen sind ihre Freunde geblieben. In dem Café, in dem Martin Paul früher mit seiner Frau die Hochzeitstage feierte, sitzen sie sich gegenüber. In Würde haben sie sich getrennt, aber auch in Schmerzen. </p>
<p>»Dass ich dir das zufügen musste, hat mir sehr weh getan«, sagt Martin und sieht lange stumm seine frühere Frau an. »Du bist nicht mein Besitz«, erwidert sie. »Man kann den anderen nicht zwingen, anders zu sein, als er ist.« </p>
<p>Sie schüttelt den Kopf, als schüttele sie ihre Lebensträume ab. Sie denkt an ihre Kinder, ihre Verletzungen&#xA0;– aber auch daran, wie entspannt und glücklich ihr früherer Mann nun sein kann. »Ich mache Dir keinen Vorwurf«, antwortet sie ihm. »Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade.« </p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>In großer Gewissensnot</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 08:30:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Bohl]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexuelle]]></category>
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		<category><![CDATA[Landesbischof]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Markersbacher Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Pfarrhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Segnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Dürfen homosexuelle Paare gesegnet werden oder ins Pfarrhaus einziehen? Darüber wird die Kirchenleitung am Wochenende beraten. Gegner und Befürworter machen Druck.
Gegen eine Lockerung der Regelung zu homosexuellen Pfarrern und Pfarrerinnen in der sächsischen Landeskirche haben sich Kirchenvorstände von 121 Gemeinden ausgesprochen. Das entspricht einem reichlichen Sechstel der insgesamt 776 Gemeinden und Kirchspiele in der Landeskirche. Bekundet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5318" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/DSC_7040.jpg" alt="Der Markersbacher Pfarrer Gaston Nogrady (4. v. l.) übergibt mit acht weiteren Vertretern von Kirchgemeinden Landesbischof Jochen Bohl (3. v. r.)  im Landeskirchenamt die »Markersbacher Erklärung«. In ihr wenden sich Kirchgemeinden gegen homosexuelle Partnerschaften in Pfarrhäusern. Foto: Steffen Giersch" title="DSC_7040" width="580" height="369" class="size-full wp-image-5318" /><p class="wp-caption-text">Der Markersbacher Pfarrer Gaston Nogrady (4. v. l.) übergibt mit acht weiteren Vertretern von Kirchgemeinden Landesbischof Jochen Bohl (3. v. r.)  im Landeskirchenamt die »Markersbacher Erklärung«. In ihr wenden sich Kirchgemeinden gegen homosexuelle Partnerschaften in Pfarrhäusern. Foto: Steffen Giersch</p></div>
<p>Dürfen homosexuelle Paare gesegnet werden oder ins Pfarrhaus einziehen? Darüber wird die Kirchenleitung am Wochenende beraten. Gegner und Befürworter machen Druck.</p>
<p>Gegen eine Lockerung der Regelung zu homosexuellen Pfarrern und Pfarrerinnen in der sächsischen Landeskirche haben sich Kirchenvorstände von 121 Gemeinden ausgesprochen. Das entspricht einem reichlichen Sechstel der insgesamt 776 Gemeinden und Kirchspiele in der Landeskirche. Bekundet haben sie das mit ihrer Unterschrift unter die <a href="http://www.kirche-markersbach.de/index_htm_files/ErklaerungKirchgemeinden.pdf">»Markersbacher Erklärung«</a>. </p>
<p>Unterschrieben haben nach Angaben der Initiatoren außerdem Vertreter von 160 Gemeinschaften sowie mehr als 300 Einzelpersonen. Die Erklärung und Unterschriften hat der Initiativkreis Landesbischof Jochen Bohl am 10.&#xA0;Januar übergeben.</p>
<p>In ihrer Erklärung bitten die Unterzeichner die Kirchenleitung und Landessynode, an der bisherigen Regelung von 2001 festzuhalten. Sie besagt, dass »eine homosexuelle Beziehung nicht im Pfarrhaus gelebt und nicht zum Inhalt der Verkündigung gemacht wird«. Auf ihrer Frühjahrstagung im April muss die Landessynode darüber beschließen, ob das <a href="http://www.ekd.de/download/pfarrdienstgesetz.pdf">neue Pfarrdienstrecht der EKD</a> auch in der sächsischen Landeskirche gelten soll. </p>
<p>Dieses spricht im Paragraph 39 von Lebensführung der Pfarrer »im familiären Zusammenleben und in ihrer Ehe«. Dafür seien »Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung« maßgebend. Die »Begründung« zu diesem Passus jedoch lässt auch »gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften« von Pfarrern zu.</p>
<p>Mit ihrer Unterschrift unter die »Markersbacher Erklärung« hätten dies auch mehrere junge Leute und Theologiestudenten abgelehnt, erklärte der Markersbacher Pfarrer Gaston Nogrady im Namen des Initiativkreises. »Daraus wird deutlich, dass unser Anliegen generationenübergreifend vertreten wird und nicht nur die Sache von ein paar ›Alten‹ ist«, fügte er hinzu.</p>
<p>Nach einem halbstündigen vertraulichen Gespräch mit Landesbischof Bohl erklärte die neunköpfige Initiativgruppe in einem Papier, »dass zahlreiche Gemeindeglieder durch die geplante Öffnung in große Gewissensnot geraten und ihre geistliche Heimat in der sächsischen Landeskirche verlieren«. Mit dem Landesbischof seien sie sich einig gewesen, dass die Einheit der Landeskirche gewahrt bleiben möge. </p>
<p>Zugleich aber sei in dem Gespräch deutlich geworden, »dass eine Veränderung der bisherigen Rechtslage kirchenspaltendes Potential besitzt«. Die Initiative mahne die Landeskirche, bei den biblischen Grundlagen und Bekenntnissen zu bleiben. »Die Kirche muss ihrer gesellschaftlichen Orientierungsaufgabe nachkommen und darf sich nicht gesellschaftlichen Entwicklungen unterwerfen, die im Gegensatz zum Wort Gottes stehen.«</p>
<p>Landesbischof Jochen Bohl sagte nach dem Gespräch, er habe den Initiatoren für ihr Engagement gedankt. »Ich habe außerdem darauf hingewiesen, dass die Kirchenleitung diese Sorgen ernst nimmt und die Initiatoren in die Entscheidungsfindung einbezieht.«</p>
<p>Eine <a href="http://www.sonntag-sachsen.de/2011/12/16/»wir-nehmen-die-not-homosexueller-wahr«/">andere Erklärung mit dem Namen »Auch unter Christen&#xA0;– Liebe zum gleichen Geschlecht«,</a> die aus dem Kirchenbezirk Leipziger Land kommt und eine Zulassung homosexueller Partnerschaften in Pfarrhäusern und die Segnung homosexueller Paare fordert, haben inzwischen 214 Frauen und Männer unterschrieben&#xA0;– die meisten davon Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter.</p>
<p>Die Zahl eingetragener Partnerschaften von Gleichgeschlechtlichen soll in Sachsen bei etwa 940 liegen.</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kein bürokratisches Korsett, sondern ein Geschenk Gottes</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2012/01/15/kein-burokratisches-korsett-sondern-ein-geschenk-gottes/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 07:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes 1. Vers 17]]></category>

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		<description><![CDATA[
&#xA0;
Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist
durch Jesus Christus geworden.
Johannes 1, Vers 17
Eine rote Ampel ignorieren, wenn weit und breit die Straße frei ist, oder irgendwelche bürokratische Vorschriften übergehen: Irgend ein Gesetz hat wohl jeder schon mal übertreten. Umgekehrt kann es auch passieren, dass jemand zwar gegen kein Gesetz verstößt, deshalb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/01/law.jpg" alt="wzw312" title="wzw312" width="580" height="388" class="alignleft size-full wp-image-5287" /><br />
&#xA0;</p>
<blockquote><p>Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist<br />
durch Jesus Christus geworden.<br />
<strong>Johannes 1, Vers 17</strong></p></blockquote>
<p>Eine rote Ampel ignorieren, wenn weit und breit die Straße frei ist, oder irgendwelche bürokratische Vorschriften übergehen: Irgend ein Gesetz hat wohl jeder schon mal übertreten. Umgekehrt kann es auch passieren, dass jemand zwar gegen kein Gesetz verstößt, deshalb aber noch lange kein anständiger Mensch ist, der alles richtig macht.</p>
<p>Dennoch bestreitet niemand Sinn und Notwendigkeit von Gesetzen. Für den Evangelisten Johannes gehört das Gesetz, das das Volk Israel bis zu Mose zurückverfolgte, ganz an den Anfang seines Evangeliums: zur Programmerklärung vom Wort, das Fleisch wurde. Und diesem Gesetz stellt er die Gnade und Wahrheit Christi gegenüber.</p>
<p>Tatsächlich hat sich Jesus oft mit dem Gesetz des Mose auseinandergesetzt. Er hat es in der Bergpredigt unerhört neu ausgelegt, er hat sich mit Leuten abgegeben, die von Gesetzes wegen kein angemessener Umgang für fromme Juden waren; er hat immer wieder am Sabbat Dinge getan, die der gesetzlichen Feiertagsruhe widersprachen.<br />
<div id="attachment_5207" class="wp-caption alignright" style="width: 150px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/12/ursprung-friederike.jpg" alt=" Friederike Ursprung ist evangelische Kirchenredakteurin für Radio PSR und R.SA.	" title=" Friederike Ursprung ist evangelische Kirchenredakteurin für Radio PSR und R.SA.	" width="140" height="236" class="size-full wp-image-5207" /><p class="wp-caption-text"> Friederike Ursprung ist evangelische Kirchenredakteurin für Radio PSR und R.SA.	</p></div><br />
Seine Begründung: Der Sabbat sei schließlich für den Menschen da und nicht umgekehrt! Doch so ungewohnt er das Gesetz ausgelegt hat – außer Kraft setzen wollte er es nicht, im Gegenteil: Er wollte ihm zu neuem Leben verhelfen – damit das Gesetz kein starres, bürokratisches Regelkorsett ist, sondern ein Geschenk Gottes, das dem Leben dient. Gnade und Wahrheit sind die Zugaben, die diesen Unterschied ausmachen. So kann auch mal Gnade vor Recht gelten – nicht als gnädiges »Schwamm drüber«.</p>
<p>Tue ich, was Gott von mir will? Was habe ich womöglich falsch gemacht, wo bin ich auf Gnade angewiesen? Die Aussicht auf diese Gnade hilft, der Wahrheit ins Auge zu sehen.               </p>
<p><em>Friederike Ursprung</em></p>
]]></content:encoded>
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