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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen]</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>Wir Klimasünder</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 07:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Club of Rome]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Immerhin, im Auto-Kartenspiel ist der Klimaschutz schon angekommen. Neben Höchstgeschwindigkeit, Hubraum und PS stehen dort jetzt auch die CO2-Emissionen&#xA0;– wer am wenigsten hat, gewinnt. Die Kinder, die damit spielen, ahnen nicht, wie wichtig diese Ziffern für ihr Leben sein werden.
Die meisten Erwachsenen lassen ihr Verhalten nicht einmal durch solch alarmierende Berichte in Frage stellen, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/kommentar_2012.jpg" alt="kommentar_2012" title="kommentar_2012" width="580" height="396" class="alignnone size-full wp-image-6026" /></p>
<p>Immerhin, im Auto-Kartenspiel ist der Klimaschutz schon angekommen. Neben Höchstgeschwindigkeit, Hubraum und PS stehen dort jetzt auch die CO2-Emissionen&#xA0;– wer am wenigsten hat, gewinnt. Die Kinder, die damit spielen, ahnen nicht, wie wichtig diese Ziffern für ihr Leben sein werden.</p>
<p>Die meisten Erwachsenen lassen ihr Verhalten nicht einmal durch solch alarmierende Berichte in Frage stellen, wie <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/neuer-bericht-der-club-of-rome-prophezeit-ein-ende-des-bevoelkerungswachstums-11743543.html?selectedTab=comments">jüngst einen der Club of Rome vorlegte</a>. Die renommierten Wissenschaftler prophezeien bis zur Mitte des Jahrhunderts: Mehr Treibhausgase bringen mehr Hitzewellen, mehr Fluten, mehr Dürren, mehr Hunger. <a href="http://www.dein-landkreis.de/Artikel_4_0_lkid_11_artikel_7040.html">In einem Internetportal der sächsischen Regierung sind seit letzter Woche die voraussichtlichen Folgen des Klimawandels für unsere Heimat nachzulesen</a>: mehr Sonne, mehr Trockenheit. Immer mehr. </p>
<p>Schließlich wollen wir auch immer mehr. Noch immer. Mehr Urlaub, mehr Auto, mehr Technik, mehr Komfort. Das eine Mehr hängt mit dem anderen Mehr zusammen. Und noch mehr haben wir vor allem an einem: An guten Gründen dafür, unser Verhalten nicht zu ändern. Auch in der Kirche. </p>
<p>Das Interessante ist: Wer mit solchen Fakten kommt oder gar mit Appellen, erntet meist Augenrollen. Oder Schlimmeres. Eine <a href="http://www.ev-akademie-meissen.de/uploads/tx_mjseventpro/Programm_Klima_final_web.pdf?PHPSESSID=dbd68a4de430dcaeb194e74db5723050">Tagung der Evangelischen Akademie Meißen zum Klimaschutz</a> musste im Mai mangels Interessenten ausfallen, eine Eingabe zum Klimaschutz an die Synode blieb unbehandelt. Es scheint Drängenderes zu geben.</p>
<p>Die Kluft zwischen Erkenntnis und Handeln kennt auch die Bibel. Sie nennt sie Sünde. Davon zu reden, war noch nie modern. Schön ist es auch nicht. Aber notwendig. Sonst wird es heiß. Sehr heiß. Die Hungernden, Durstenden und Vertriebenen des Klimawandels in Afrika und Asien werden nicht viel theologische Auslegung brauchen, um zu verstehen, was die Hölle ist.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Im Wissen um die Treue Gottes zum jüdischen Volk</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 07:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.
Psalm 66, Vers 20
Bei diesen Worten habe ich meinen jüdischen Freund Jehojada vor Augen. Wenn er sich auf ein Gebet vorbereitet, legt er die Teffilin, die Gebetsriemen, an und den Tallit, den Gebetsmantel, um. Die Kippa sitzt schon auf dem Kopf. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/wzw.jpg" alt="wzw" title="wzw" width="580" height="370" class="alignnone size-full wp-image-5995" /></p>
<blockquote><p><strong>Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.</strong><br />
Psalm 66, Vers 20</p></blockquote>
<p>Bei diesen Worten habe ich meinen jüdischen Freund Jehojada vor Augen. Wenn er sich auf ein Gebet vorbereitet, legt er die Teffilin, die Gebetsriemen, an und den Tallit, den Gebetsmantel, um. Die Kippa sitzt schon auf dem Kopf. Und dann beginnt er:<br />
»Baruch adonaj&#xA0;– gelobt sei Gott.«</p>
<p>Im Judentum wird das Gebet als Dienst des Herzens bezeichnet. Die Worte der Beterin oder des Beters zu Gott sollen aus dem Innersten des Herzens kommen. Im Talmud heißt es dazu »Gott will das Herz«, weil nur hier wahre Liebe und Glaube möglich sind. Als Zeichen dessen wird einer der Gebetsriemen am linken Arm befestigt, also am Herzen.</p>
<p>Unsere christliche Gebetstradition hat ihre Wurzeln im Judentum. Beide Religionen beten zu dem einen Gott und doch gibt es Unterschiede.</p>
<p>In Israel habe ich auch viel für meine eigene Gebetspraxis gelernt. Die Vorbereitung ist mir wichtig geworden. Mein persönliches Gebet beginnt meist mit einem Lob Gottes, wie ich dies aus den Psalmen und anderen jüdischen Gebeten kenne. Daran schließe ich an, was mir persönlich auf dem Herzen liegt. Dabei fühle ich mich verbunden mit Christinnen und Christen über die Jahrhunderte hinweg. </p>
<p>Denn das Wissen um die Treue Gottes zum jüdischen Volk, schenkt auch mir Vertrauen und Hoffnung auf die Güte Gottes, gerade im Moment des Gebetes.</p>
<p>An meiner Tochter erlebe ich, wie wichtig für den Glauben das Gebet ist. Hier kann sie alles Gott gegenüber nennen und weiß sich gehalten. Daraus gewinnt sie Kraft und Selbstbewusstsein, ihren Glauben sichtbar zu leben. Das zeigt sich auch in einem Tischgebet im Restaurant. Und nicht zuletzt dazu lädt uns dieser Sonntag ein!</p>
<p><em>Angela Langner-Stephan</em><br />
Angela Langner-Stephan ist Pfarrerin im Kirchspiel Leipziger Osten.</p>
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		<title>Kleiner werden schmerzt</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 09:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Leipzig und Leisnig]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof]]></category>
		<category><![CDATA[Bohl. Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Borna]]></category>
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		<category><![CDATA[Land]]></category>
		<category><![CDATA[Superintendent]]></category>
		<category><![CDATA[Visitation]]></category>
		<category><![CDATA[Weismann]]></category>

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		<description><![CDATA[&#xA0;
Bischof Bohl erlebte bei der Visitation die Probleme der Dorfgemeinden im Leipziger Land
Die Kirche ist saniert, das elektrische Geläut geht erstmalig in Betrieb, die aus einer Fläche von rund 100 Quadratkilometern relativ zahlreich erschienene Gemeinde sitzt in freudiger Erwartung auf den Bischof in der Kirche: Äußerlich scheint vieles intakt zu sein in den Gemeinden des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_6002" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/sachsen_kleiner_werden.jpg" alt="Spatenstich für einen Anbau am Evangelischen Schulzentrum Muldental in Großbardau. Landesbischof Jochen Bohl (2. v. l.) zeigte sich bei seiner Visitation im Leipziger Land begeistert vom Schulkonzept. Foto: Uwe Winkler" title="sachsen_kleiner_werden" width="580" height="386" class="size-full wp-image-6002" /><p class="wp-caption-text">Spatenstich für einen Anbau am Evangelischen Schulzentrum Muldental in Großbardau. Landesbischof Jochen Bohl (2. v. l.) zeigte sich bei seiner Visitation im Leipziger Land begeistert vom Schulkonzept. Foto: Uwe Winkler</p></div><br />
&#xA0;<br />
<strong>Bischof Bohl erlebte bei der Visitation die Probleme der Dorfgemeinden im Leipziger Land</strong></p>
<p>Die Kirche ist saniert, das elektrische Geläut geht erstmalig in Betrieb, die aus einer Fläche von rund 100 Quadratkilometern relativ zahlreich erschienene Gemeinde sitzt in freudiger Erwartung auf den Bischof in der Kirche: Äußerlich scheint vieles intakt zu sein in den Gemeinden des Kirchenbezirks Leipziger Land. </p>
<p>Der Gemeindeabend in Börln bei Dahlen konfrontierte Landesbischof Jochen Bohl am ersten Tag seiner Visitation aber auch mit zahlreichen ländlichen Problemen, denen er die ganze Woche über immer wieder begegnete.</p>
<p>»Das größte Problem sind die Entfernungen«, sagt Angelika Dubiel aus dem Ort Kühnitzsch, einer der vier Schwesterkirchgemeinden mit insgesamt zehn Kirchen. Außerdem werde die Gemeinde immer älter, die Menschen auf dem Land immer weniger und die wenigen Ehrenamtlichen arbeiteten an ihren Grenzen, berichtet die Kirchvorsteherin. Die Zuhörer sind zudem über mögliche Stellenstreichungen im Kirchenbezirk besorgt, die auch das Schwesterkirchverhältnis mit ihren zwei Pfarrern für rund 1600 Gemeindeglieder treffen könne.</p>
<p>»Wir lassen die ländlichen Gemeinden nicht allein«, sagt der Landesbischof. »Den Schmerz des Kleinerwerdens kann ich Ihnen aber nicht nehmen.« Zugleich kündigt er an, künftig weniger Menschen zur Verkündigung auf das Land schicken zu können. Die Pfarrer müssten schauen, wo Glaube entsteht, und sich auf Verkündigung und Seelsorge konzentrieren.</p>
<p>Die Gemeinde solle überlegen, wie die Pfarrer von der Verwaltung entlastet werden könnten. Dafür gebe es gute Ansätze, zum Beispiel bei der Sanierung von Kirchen, berichtet Jochen Bohl aus der Gemeinde Mölbis. »Dort hat die Zukunft schon begonnen«, kommentiert Superintendent Matthias Weismann, dass sich besonders Nichtchristen in Fördervereinen für Kirchen engagieren.</p>
<p>Sie noch enger an die Kirche zu binden, sei eine wichtige Aufgabe. Dies könne auch über die Ausbildung zum Kirchenkurator geschehen, worin der Kirchenbezirk federführend sei, so Weismann. Auch die Zahl der Lektoren und Prädikanten sei sehr gut, lobt der Bischof.</p>
<p>Einer der letzten Termine bei der Visitation ist die Kirchenbezirkssynode am 4.&#xA0;Mai in Grimma, wo eine lebhafte Diskussion zur Stellenkürzung geführt wird. Mit knapper Mehrheit entschied die Synode, dass im Leipziger Land ab 2014 im Bereich der Kirchenmusik 0,95&#xA0;Vollzeitstellen und in der Gemeindepädagogik 1,12&#xA0;Vollzeitstellen gekürzt werden. »Ich finde diese Situation furchtbar«, sagt der Superintendent. »Aber ich bin froh, dass der Landesbischof diese Diskussion miterleben durfte.«	       </p>
<p><em>Uwe Naumann</em></p>
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		<title>Rechnen sich Kinder?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 11:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Betreuungsgeld]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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Im Streit um das Betreuungsgeld geht es um viel: Um Familienbilder, Milliarden und politische Taktik&#xA0;– doch nicht um jene Kinder, die Hilfe am nötigsten brauchen.
Es geht um Menschen wie Nadine Hässler-Kerner in der Debatte um das Betreuungsgeld. Die Auer­bacherin hat ihre beiden Kinder die ersten Jahre zu Hause erzogen. Das ist gut, sagen Politiker aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_6005" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/so_20_titel_artikel.jpg" alt="© lomography4 - Fotolia.com" title="so_20_titel_artikel" width="580" height="357" class="size-full wp-image-6005" /><p class="wp-caption-text">© lomography4 - Fotolia.com</p></div><br />
&#xA0;<br />
Im Streit um das Betreuungsgeld geht es um viel: Um Familienbilder, Milliarden und politische Taktik&#xA0;– doch nicht um jene Kinder, die Hilfe am nötigsten brauchen.</p>
<p>Es geht um Menschen wie Nadine Hässler-Kerner in der Debatte um das Betreuungsgeld. Die Auer­bacherin hat ihre beiden Kinder die ersten Jahre zu Hause erzogen. Das ist gut, sagen Politiker aus CDU und CSU: Solche Frauen sollen dafür ab nächstes Jahr 100 Euro Betreuungsgeld pro Kind bekommen. </p>
<p>Nadine Hässler-Kerner ist ohne Arbeit. Das ist schlecht, sagen Politiker der Union: Hartz-IV-Empfänger könnten das Betreuungsgeld ja für sich vergeuden, also soll es ihnen wieder abgezogen werden. Nadine Hässler-Kerner kennt solche diskriminierenden Vorurteile. Dabei weiß sie fast nur von arbeitslosen Müttern, die wie sie sagen: »Erst meine Kinder, dann ich.« </p>
<p>Die eigentliche Überraschung aber ist, dass Nadine Hässler-Kerner trotz ihres geringen Einkommens das Betreuungsgeld für keine gute Idee hält. »Gebrauchen könnten wir das Geld schon«, sagt sie. »Doch ich finde es besser, das Geld in Kindergärten und Krippen zu stecken. Dort lernen die Kinder ganz anders.« Und Nadine Hässler-Kerner kann Arbeit suchen.</p>
<p>Die für das Betreuungsgeld nötigen Milliarden sollten lieber in den Ausbau von Krippen und Kindergärten fließen, <a href="http://www.epd.de/landesdienst/landesdienst-west/schwerpunktartikel/präses-schneider-betreuungsgeld-kita-ausbau-stecke">meinen auch der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider und die Spitzen der Diakonie</a>, denn dort würde es benachteiligten Kindern am meisten helfen. </p>
<p>Stand die Kirche noch vor Jahrzehnten für ein traditionelles Familienbild, rücken ihre Repräsentanten nun andere Werte in den Mittelpunkt: Bildungsgerechtigkeit, Förderung benachteiligter Kinder, die Chancen junger Mütter auf Berufstätigkeit. Konservative Protestanten <a href="http://www.pro-medienmagazin.de/?id=gesellschaft&amp;news%5Baction%5D=detail&amp;news%5Bid%5D=5368">wie der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, dagegen unterstützen das Betreuungsgeld</a> – und halten 100 Euro für viel zu wenig. Steeb wehrt sich dagegen, dass Wirtschaft und Arbeitswelt zu stark in das Familienleben eingreifen.<br />
Die Verbände der Wirtschaft gehören nämlich auch zu den Kritikern des Betreuungsgeldes. Elternzeiten sind für Unternehmen brachliegendes Humankapital. </p>
<p>Dem Wunsch vieler Eltern nach besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf entsprachen zwei Maßnahmen der Politik: Der Ausbau von Kindergärten und&#xA0;-krippen und das 2007 eingeführte Elterngeld, das nur noch höchstens 14 Monate gezahlt wird. Es verändert die Kindheit vieler spürbar: Wurden 2006 in Sachsen 33,5&#xA0;Prozent der Unter-Drei-Jährigen in Kinderkrippen und von Tagesmüttern betreut, waren es 2011 bereits 44,1&#xA0;Prozent. </p>
<p>Doch angesichts der Armut vieler Kinder dürfen der Ausbau von Kinderbetreuung und eine stärkere finanzielle Unterstützung von Eltern nicht gegeneinander ausgespielt werden, sagt Ullrich Gintzel, Professor für Sozialarbeit an der Evangelischen Hochschule Dresden. Allein in Sachsen lebt fast jedes vierte Kind in Armut und von Hartz-IV. <a href="http://www.kinderarmut-hat-folgen.de/">Ein Bündnis aus acht Sozial­verbänden, dem auch der Dresdner Wissenschaftler Gintzel angehört, fordert deshalb eine Grundsicherung von 536 Euro monatlich pro Kind</a>. Auch der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider sowie SPD und Grüne in Sachsen plädieren für solch ein Modell. </p>
<p>»Im Moment haben wir ein System, das Familien mit geringen Einkommen diskriminiert«, sagt der Sozialwissenschaftler Gintzel. Denn vom Ehegatten-Splitting und dem Steuer-Freibetrag für Kinder profitieren am meisten Gut- und Spitzenverdiener. Gegen diese machtvollen Gruppen ist eine Reform schwer – doch ohne eine Umverteilung der Milliarden wird die Grundsicherung nicht zu finanzieren sein. </p>
<p>100 oder 150 Euro Betreuungsgeld wirken da wie eine Beruhigungspille für bürgerliche Hausfrauen. Die Ärm­sten bleiben ausgeschlossen.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Grasse Debatte</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 10:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[antisemitisch]]></category>
		<category><![CDATA[Grass]]></category>
		<category><![CDATA[Hochuth]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Streit]]></category>

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		<description><![CDATA[
&#xA0;
Der Pulverdampf der überhitzten Debatte um Günter Grass’ Auslassungen zu Israel hatte sich gerade verzogen, da setzte der Dramatiker Rolf Hochhuth in diesem unseligen Zank noch eins drauf. Türenschlagend verließ er die Akademie der Künste in Berlin, Grass als »Antisemiten« beschimpfend. Ein schlimmes Beispiel für Diskussionskultur. 
Grass hatte sich aus Sorge vor einem Militärschlag der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/kommentar.jpg" alt="kommentar" title="kommentar" width="580" height="387" class="alignnone size-full wp-image-5998" /><br />
&#xA0;<br />
Der Pulverdampf der überhitzten Debatte um <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-zum-konflikt-zwischen-israel-und-iran-was-gesagt-werden-muss-1.1325809">Günter Grass’ Auslassungen zu Israel</a> hatte sich gerade verzogen, da setzte der Dramatiker Rolf Hochhuth in diesem unseligen Zank noch eins drauf. <a href="http:///www.welt.de/kultur/article106265580/Rolf-Hochhuth-verlaesst-Akademie-der-Kuenste.html">Türenschlagend verließ er die Akademie der Künste in Berlin, Grass als »Antisemiten« beschimpfend</a>. Ein schlimmes Beispiel für Diskussionskultur. </p>
<p>Grass hatte sich aus Sorge vor einem Militärschlag der israelischen Regierung und einem Krieg in der Region geäußert. Dass er das besser in Erklärung oder Interview getan hätte, nicht aber in einem den Anschein eines Gedichts erweckenden Text, ist hinlänglich kritisiert worden. Kritik am Säbelgerassel einer Regierung aber wird nicht »antisemitisch«, sobald es sich um die israelische handelt. </p>
<p>Wie wäre es, wenn man sich die Antisemitismus-Vokabel für diejenigen aufhöbe, die tatsächlich dumme Verschwörungstheorien verbreiten, und sie nicht andauernd wie eine Keule auf die klügsten Köpfe schlüge? Wer sich kritisch äußert, sollte freilich, wie bei allen Ländern üblich, zwischen Volk oder Land Israel und dessen momentaner Regierung unterscheiden. Zudem nicht, wie Grass es tat, Ursache und Reaktion verwechseln und übertreiben.</p>
<p>Einer sachlichen Diskussion förderlich wäre es, endlich auf unselige Nazi-Vergleiche zu verzichten, wie sie auch Hochhuth als verbale Handgranate in den Raum schleuderte. Wundern muss man sich über sein Ansinnen, eine Diskussion über das Grass-Gedicht in der Akademie zu verhindern. Abermals zeigt sich, dass es oft in solchen Diskussionen nicht darum geht, Meinungen mit Argumenten zu widersprechen, sondern den Gegner mundtot zu schlagen. </p>
<p>Dabei könnte Streit über Ansichten helfen, in der Sache zu differenzieren. Gerade weil im Nahen Osten die Lage so hochkomplex, widersprüchlich und explosiv ist.</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der Trost, der in alten Liedern steckt</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2012/05/06/der-trost-der-in-alten-liedern-steckt/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 07:10:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Psalm 98, Vers 1
&#xA0;

&#xA0;
Da steht sie und singt mit uns: »Der Herr ist auferstanden.« Ihrem Gesang und ihrem Gitarrenspiel kann sich kein Kind und kein Erwachsener bei der Osterandacht entziehen. Sie singt von der Auferstehung und von Gottes Wundern und wir singen mit. Ihre Begeisterung strahlt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.</strong><br />
Psalm 98, Vers 1</p></blockquote>
<p>&#xA0;<br />
<img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/psalms1.jpg" alt="psalms" title="psalms" width="300" height="462" class="alignleft size-full wp-image-5951" /><br />
&#xA0;<br />
Da steht sie und singt mit uns: »Der Herr ist auferstanden.« Ihrem Gesang und ihrem Gitarrenspiel kann sich kein Kind und kein Erwachsener bei der Osterandacht entziehen. Sie singt von der Auferstehung und von Gottes Wundern und wir singen mit. Ihre Begeisterung strahlt aus. Sie singt aus tiefem Herzen: Ja, Gott hat dem Tod die Macht genommen. Wenige Tage später ist sie plötzlich tot. Kinder und Erwachsene sind verstummt. Alle sind erschrocken und niemand will singen.</p>
<p>In einem solchen Moment helfen mir alte Lieder. An diesen Worten kann ich mich festhalten, wenn alles Sprechen und Singen im Halse stecken bleibt. Meine Trauer, meine Freude, meine Klage und mein Lob verbinde ich mit den jahrtausende alten Versen. Hier kann ich wieder meine Stimme erheben und dann können aus alten Liedern neue werden, weil ich sie mit meinen Erfahrungen neu fülle. </p>
<p>So erlebe ich es besonders mit den Psalmen. Generationen von jüdischen und christlichen Menschen haben diese Worte aus der Bibel zitiert, gebetet und gesungen. Dies gilt auch für den Spruch für diese Woche. Der erste Vers des Psalms &#xA0; 98 fordert das Volk Israel auf und Israel besingt mit diesen Worten bis heute die wunderbaren Taten Gottes. Singen kann aber nicht befohlen werden, es muss aus dem Herzen kommen. Das gilt für das jüdische Volk und für uns Christinnen und Christen.</p>
<p>Sie brauchte zu Ostern und auch sonst keinen Befehl zum Singen. Das gesungene Evangelium war für ihren Glauben eine Kraftquelle. Davon zeugte ihre Lust, mit den Kindern zu singen und sie an den Glauben heranzuführen. In der Trauerandacht des Kindergartens mussten wir singen &#xA0;– ohne sie &#xA0;– aber mit ihrer Begeisterung für die Musik, denn Gott loben bringt Trost und Freude. Davon kann auch das jüdische Volk aus seiner langen Geschichte erzählen. Wir auch! 	               </p>
<p><em>Angela Langner-Stephan</em><br />
Angela Langner-Stephan ist Pfarrerin im Kirchspiel Leipziger Osten.   </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Todesmarsch durch die Seele</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2012/05/04/todesmarsch-durch-die-seele/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 04:31:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Duppau]]></category>
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		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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		<category><![CDATA[Vertriebene]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch 67 Jahre nach Kriegsende quält eine alte Frau die Erinnerung an einen Marsch von KZ-Häftlingen. Als Kind hat sie ihn beobachtet &#xA0;– sie kann diese Last nicht loswerden.
&#xA0;

Die Uhren ticken in ihrem Zimmer. Die Zeit aber will nicht vergehen. Die Vergangenheit ist nicht vergangen für Elisabeth Reuner. In schlafloser Nacht hat sie von ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5959" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/druppau-580.jpg" alt="Im Frühjahr 1945 wurden Jüdinnen über den Marktplatz des nordböhmischen Duppau getrieben. Heute ist hier ein von Pflanzen überwucherter Schießplatz. (Fotos: Archiv Annemarie Legler/Hunor Kristo-Fotolia)" title="Im Frühjahr 1945 wurden Jüdinnen über den Marktplatz des nordböhmischen Duppau getrieben. Heute ist hier ein von Pflanzen überwucherter Schießplatz. (Fotos: Archiv Annemarie Legler/Hunor Kristo-Fotolia)" width="580" height="357" class="size-full wp-image-5959" /><p class="wp-caption-text">Im Frühjahr 1945 wurden Jüdinnen über den Marktplatz des nordböhmischen Duppau getrieben. Heute ist hier ein von Pflanzen überwucherter Schießplatz. (Fotos: Archiv Annemarie Legler/Hunor Kristo-Fotolia)</p></div>
<h5>Noch 67 Jahre nach Kriegsende quält eine alte Frau die Erinnerung an einen Marsch von KZ-Häftlingen. Als Kind hat sie ihn beobachtet &#xA0;– sie kann diese Last nicht loswerden.<br />
&#xA0;<br />
</h5>
<p>Die Uhren ticken in ihrem Zimmer. Die Zeit aber will nicht vergehen. Die Vergangenheit ist nicht vergangen für Elisabeth Reuner. In schlafloser Nacht hat sie von ihr eine Lageskizze gemalt: Eine Kirche, ein Marktplatz. </p>
<p>»Dort, von rechts aus der Seitenstraße kamen sie«, sagt die alte Frau. »Nehmen Sie diese Last mit, Sie müssen sie unbedingt mitnehmen! Ich nehme das sonst mit ins Grab.«</p>
<p>Es war ein kühler Tag im Frühling 1945. Und Elisabeth Reuner, die ihren wahren Namen nicht der Öffentlichkeit preisgeben will, weil es auch ohnedies schwer ist, zu erzählen &#xA0;– Elisabeth Reuner war ein Mädchen von acht Jahren, das spielte auf dem Markt des <a href="http://www.kaaden-duppau.de/Duppau03.htm">nordböhmischen Städtchens Duppau</a>. </p>
<p>Um die Ecke beim Bäcker waren sie gebogen, wie aus dem finsteren Nichts: Ein langer Zug von Frauen, elend, mit hängenden Schultern, hungrig und durstig, frierend, in der Kälte bekleidet nur mit Schürzen. Elisabeth sah ein halbnacktes Kind in dem Zug, das tat ihr leid, sie wollte zu ihm. »Komm weg!«, rief ihre Mutter gellend und zeigte auf die SS-Wärterin, die den Marsch vorantrieb. »Die Peitsche!« </p>
<p>Es mussten Juden gewesen sein, das war selbst dem Mädchen Elisabeth klar. Auch andere Duppauer können sich noch heute an diesen Zug erinnern. Wie ein Spuk, sagen sie. Gut möglich, dass es sich um einen der Todesmärsche hunderter jüdischer Frauen handelt, die vor den heranrückenden Amerikanern aus dem 40&#xA0;Kilometer von Duppau entfernten Lager Zwodau getrieben wurden. 129&#xA0;von ihnen starben an der eisigen Kälte und dem Hunger, 49&#xA0;wurden durch Aufseher getötet.  </p>
<p>Oder waren es jene Häftlinge des KZ Buchenwald, die vom benachbarten Kaaden aus zu Fuß nach Süden mussten?</p>
<p>Elisabeth Reuner, das Mädchen auf dem Marktplatz, war im April&#xA0;45 auf der Flucht. In der Nacht wenige Wochen zuvor, als sie mit ihren Eltern ihre schlesische Heimat in einem Viehwaggon verlassen hatte, sah sie bereits die Leuchtkugeln und hörte die Schüsse der nahenden Front. </p>
<p>Die Juden von Duppau hatte ihre Seele Jahrzehnte lang eingeschlossen. Scheinbar vergessen. Im vergangenen November, als sie in ihrer Wohnung in einem sächsischen Dorf einen Film über den Krieg sah, stand es unversehens vor ihr. Eine Vollmondnacht, sagt Elisabeth Reuner, eine Vollmondnacht voller Schreie. Die Schreie seien von dem Feld hinter Duppaus rokoko-prächtiger Pfarrkirche  gekommen, von den Feldern, in deren Richtung die Häftlinge am Tag gezogen sind. Da waren Schüsse, sagt sie. Sie hält sich die Ohren zu. Noch immer.</p>
<p>Ihre Schwester bestätigt das &#xA0;– andere Duppauer erinnern sich nicht an einen solchen Mord.</p>
<p>Doch die elenden Jüdinnen und die SS-Wärterinnen mit der Peitsche martern die Seele der alten Frau. So wie auch der jüdische KZ-Häftling, der sie einige Tage nach dem Marsch der Frauen um ein Stück Brot bat und umarmte. So wie der kleine Freund ihrer Kindheit, Ulli, den sie auf der Flucht auf einer Landstraße zurücklassen musste. So wie ihr Vater, der Eisenbahner, der nach Kriegsende in tschechischer Haft umkam. So wie ihre verlorene Heimat. </p>
<p>Duppau ist heute ein wüster Ort. Nach dem Krieg wurden hier Deutsche von Tschechen getötet. Seit fast 60 Jahren ist das Städtchen Schießplatz. Sperrgebiet. Eine einzige Narbe.</p>
<p>Elisabeth Reuners Rücken ist gebeugt, der Magen krank und auch die Seele. Sie bekommt Tabletten dagegen. Sie will nur eines: Dass die Angehörigen der jüdischen Häftlinge wissen, was mit ihren Lieben passiert ist. »Ich muss das loswerden«, sagt sie, »diese ganze Geschichte.«</p>
<p>An der Wand ihres Wohnzimmers hängen Dürers betende Hände in Holz. »Ich hatte manchmal eine Gottesferne«, murmelt die gläubige Frau. Die Uhren ticken kühl. Und doch, sagt sie, Gott war da. Immer. »Aber das, was wir erleben mussten, das hat er nicht gewollt.« Er kann es nicht gewollt haben.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Ein Schwelbrand</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 17:41:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[evangelisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>

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		<description><![CDATA[
Langfristige Arbeit für Demokratie ist wichtig im Kampf gegen Rechtsextremismus. Der Menschenfeindlichkeit der Nazis können Kirchgemeinden die Menschenfreundlichkeit Gottes entgegensetzen.
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Neonazi-Demonstrationen, Zusammenstöße, Angriffe auf Migranten, Anschläge &#xA0;– Rechtsextremismus wird in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wie eine überraschend aufschießende Stichflamme. Dabei handelt es sich um einen Schwelbrand, der sich ausbreitet, wenn er am wenigsten sichtbar ist. 
Dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5966" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/DSC_0284.jpg" alt="Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen und die Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche Kathrin Wallrabe diskutierten über Entwicklungen in der Neonzai-Szene. (Foto: Steffen Giersch)" title="Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen und die Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche Kathrin Wallrabe diskutierten über Entwicklungen in der Neonzai-Szene. (Foto: Steffen Giersch)" width="580" height="384" class="size-full wp-image-5966" /><p class="wp-caption-text">Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen und die Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche Kathrin Wallrabe diskutierten über Entwicklungen in der Neonzai-Szene. (Foto: Steffen Giersch)</p></div>
<h5>
<em>Langfristige Arbeit für Demokratie ist wichtig im Kampf gegen Rechtsextremismus. Der Menschenfeindlichkeit der Nazis können Kirchgemeinden die Menschenfreundlichkeit Gottes entgegensetzen.<br />
&#xA0;</em></h5>
<p>Neonazi-Demonstrationen, Zusammenstöße, Angriffe auf Migranten, Anschläge &#xA0;– Rechtsextremismus wird in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wie eine überraschend aufschießende Stichflamme. Dabei handelt es sich um einen Schwelbrand, der sich ausbreitet, wenn er am wenigsten sichtbar ist. </p>
<p>Dies war die wichtigste Erkenntnis, die Teilnehmer von einem Praxistag in der <a href="http://www.ev-akademie-meissen.de/">Evangelischen Akademie Meißen</a> zum Thema Menschenfeindlichkeit mitnehmen konnten. Kontinuierliches Agieren der demokratisch Gesinnten ist daher wichtiger als spontanes Reagieren, lautete das Fazit. </p>
<p>Es brauche Kontakte der Initiativen untereinander, aber auch ständigen Informationsaustausch. »Gleichgesinnte suchen« lautete ein Stichwort. Lobby-Arbeit gegen Rechtsextremismus auch in den Kirchgemeinden. Dazu müsse politische Bildung kommen. Denn Neonazis agieren kaum noch offen und militant, wie ein Vertreter des Kulturbüros Sachsen erläuterte. Sie gehen in Sportvereine, diskutieren lokalpolitische Themen. Statt großer Organisationen agieren lokale Kameradschaften, die sich im Internet verständigen und über Mobiltelefone blitzartige Kundgebungen organisieren.</p>
<p>Wenn Christen sich auf ihre religiösen Werte besinnen, könnten sie nicht nur Protestaktionen gegen Rechtsextremismus organisieren, sondern etwas Positives entgegensetzen, lautete eine weitere Erkenntnis. »Wir sollten die Menschenfreundlichkeit Gottes stärker zeigen«, meinten Teilnehmer, »und Ausländern gegenüber eine Willkommenskultur entwickeln.« Kirchgemeinden seien in dieser Hinsicht unentbehrliche Brückenbauer.</p>
<p>Dass es ganz entscheidend ist, wie Gemeinden und Initiativen mit kommunalen politischen Vertretern zusammenarbeiten, machten zwei gegensätzliche Beispiele deutlich. Das negative: Limbach-Oberfrohna. Dort existieren drei Bündnisse. Doch die sind sich untereinander »nicht grün«, wie ein Vertreter des »Bunten Bürgerforums für Demokratie« berichtete. Der Riss geht auch durch die Kirchgemeinde. </p>
<p>Das positive Beispiel: Bernsdorf bei Hoyerswerda. Dort haben Initiativen und ein CDU-Bürgermeister, der sich deutlich gegen Rechtsextremisten positioniert, Hand in Hand gearbeitet. Neben einem Jugendklub und einer Netzwerkstelle gibt es ein Mehrgenerationen-Haus mit Bildungsangeboten, berichtete eine Vertreterin. »Wir organisieren nicht Aktionen gegen Rechtsextremisten, sondern lokale Demokratiearbeit.« Das allerdings habe etwa zehn Jahre gedauert. </p>
<p>Fazit eines Teilnehmers: »Wir brauchen einen langen Atem.«</p>
<p><em>Tomas Gärtner</em></p>
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		<title>Piraten voraus am Kirchenschiff</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 09:04:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[&#xA0;
Es ist leicht, die Piratenpartei als eine pubertäre Ansammlung junger Männer zu sehen, die gebückt vor ihren Computern der Trinität des Gottes Internet huldigen: Alles transparent, alles kostenlos, alle dürfen mitentern. Es ist leicht, das zu schreiben, und das liegt auch an den Piraten selbst. Und dennoch wäre es ein großer Fehler. Man würde die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_5938" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/05/PP_Logo_3d_solo.jpg" alt="© Piratenpartei Deutschland" title="PP_Logo_3d_solo" width="580" height="201" class="size-full wp-image-5938" /><p class="wp-caption-text">© Piratenpartei Deutschland</p></div><br />
&#xA0;<br />
Es ist leicht, die Piratenpartei als eine pubertäre Ansammlung junger Männer zu sehen, die gebückt vor ihren Computern der Trinität des Gottes Internet huldigen: Alles transparent, alles kostenlos, alle dürfen mitentern. Es ist leicht, das zu schreiben, und das liegt auch an den Piraten selbst. Und dennoch wäre es ein großer Fehler. Man würde die Verschiebung übersehen, die schon lange im Untergrund unserer Gesellschaft arbeitet &#xA0;– und für die Piraten nur ein Symptom sind. Nicht die Ursache.</p>
<p>Man kann sie Demokratisierung 2.0 nennen, und sie kam mit dem Internet. Jeder kann hier Informationen sammeln. Jeder kann hier veröffentlichen &#xA0;–  Wichtiges und Wirres oft eng beieinander. Erst prägt der Mensch die Technik, dann prägt die Technik den Menschen. Das Internet hat viele Menschen empfindlicher gemacht. Empfindlicher gegenüber dem Eindruck, bevormundet zu werden. Nicht ernstgenommen zu werden. Von der hohen Kanzel herab belehrt zu werden.</p>
<p>Hier kommt die Kirche ins Spiel. Sie lebt von Kanzeln, von der Lehre, vom Wort Gottes, das »man sich gesagt sein lassen muss«. Das wird sich im Internet-Zeitalter nicht ändern. Jesus hat die Bergpredigt schließlich den galiläischen Fischern nicht zur flüssigen Basisdiskussion vorgelegt. </p>
<p>Doch die Institution Kirche sollte nicht den Fehler machen, ihre Kommunikation mit der Offenbarung zu verwechseln. Sie sollte wahrnehmen, wofür die Piraten ein Zeichen sind: Dass Menschen mit ihren Fragen, ihren Bedürfnissen und auch in ihrer Kritik ernstgenommen werden wollen. Und dass schon verloren hat, wer von oben herab amtlich verlautbart. </p>
<p>Demut könnte eine digitale Tugend werden und die Kirche ein Vorbild darin. Sonst kentert das Kirchenschiff. Ganz ohne Piraten.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Mit sich, dem Nächsten und mit Gott ins Reine kommen</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 23:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Golgatha]]></category>
		<category><![CDATA[Gottes Schöpfungswerk]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Jenichen]]></category>

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		<description><![CDATA[
&#xA0;
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.
2. Korinther 5, Vers 17
Wer in Christus ist, der ist mit dem verbunden, was auf Golgatha geschah. 
Nicht aber nur das: Wer in Christus ist, der ist auch mit dem verbunden, was am Ostermorgen in der Nähe von Golgatha [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/04/Piglhein_Golgatha-Foto_5.jpg" alt="Golgatha" title="Golgatha" width="590" height="226" class="alignleft size-full wp-image-5921" /></p>
<p>&#xA0;</p>
<blockquote><p><strong>Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;<br />
das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.</strong><br />
<em>2. Korinther 5, Vers 17</em></p></blockquote>
<p>Wer in Christus ist, der ist mit dem verbunden, was auf Golgatha geschah. </p>
<p>Nicht aber nur das: Wer in Christus ist, der ist auch mit dem verbunden, was am Ostermorgen in der Nähe von Golgatha geschah.<br />
<div id="attachment_5784" class="wp-caption alignright" style="width: 165px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2012/04/johannes-jenichen.jpg" alt=" Johannes Jenichen ist Superintendent des Kirchenbezirks Glauchau-Rochlitz. " title=" Johannes Jenichen ist Superintendent des Kirchenbezirks Glauchau-Rochlitz. " width="155" height="233" class="size-full wp-image-5784" /><p class="wp-caption-text"> Johannes Jenichen ist Superintendent des Kirchenbezirks Glauchau-Rochlitz. </p></div>Diese doppelte Verbindung hat Folgen. Der Mensch, der an Christus glaubend Karfreitag und Ostern verinnerlicht, erfährt eine Erneuerung in Geist und Sinn. Bisherige Meinungen werden auf den Prüfstand gestellt. </p>
<p>Wir entdecken ein Interesse an Christus – ein Hingezogensein zu Gott. </p>
<p>Wir suchen Kontakte zu anderen, die an Christus glauben – zur Gemeinde. </p>
<p>Wir fragen: Wie bin ich eigentlich von Gott gedacht? Eher in der Richtung, wie Jesus glaubt, redet, handelt? </p>
<p>Ich denke, ja. Das heißt dann aber auch, dass ich mit Gott, mit meinem Nächsten und mit mir selbst ins Reine kommen sollte, denn die innere Erneuerung bewirkt geklärte Verhältnisse – Verhältnisse, in denen ich mir selbst, Gott und auch meinen Mitmenschen nichts mehr vormachen muss. </p>
<p>Das ist sehr befreiend, auch wenn es Schmerzen und Leid einschließt. Denn »wo gehobelt wird, da fallen Späne«. </p>
<p>Ich halte fest: Gottes Schöpfungswerk an uns zielt auf Erneuerung, in deren Folge wiederum bei uns schöpferische Kräfte freigesetzt werden. So entsteht Neues – Gottgewolltes. Das nun aber lässt uns durchatmen und frisch in Christus ans Werk gehen.   			          </p>
<p><em> Johannes Jenichen</em></p>
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