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Superintendent Christian Behr erhält Toleranzpreis

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Superintendent Christian Behr
© Steffen Giersch

Superintendent Christian Behr erhält den »Toleranzpreis des Christopher Street Day Dresden e. V.«. Er wird ihm am Sonntag, 28. Mai, um 12 Uhr während des diesjährigen Christopher Street Day auf dem Altmarkt verliehen. Wegen des zeitgleich stattfindenden Festgottesdienstes zum 500. Reformationsjubiläum in Wittenberg kann Christian Behr bei der Preisverleihung nicht anwesend sein. Er wird jedoch via Video-Nachricht den Teilnehmenden und dem Cristopher Street Day Dresden e. V. einen Gruß übermitteln. Das teilte Mira Körlin vom Kirchenbezirk Dresden mit.

Christian Behr erhält laut Angaben des Christopher Street Day Dresden e. V. den Preis, weil er »sich in vergangenen Jahren in herausgehobener Weise mit der Übernahme der Schirmherrschaft über das politische Straßenfest eingesetzt und öffentlich dafür geworben hat.«

Bereits am Freitag, 26. Mai 2017, 23 Uhr, wird es in der Kreuzkirche Dresden wieder einen geistlichen Tagesausklang des CSD-Straßenfestes geben. Dieser steht unter dem Motto »Liebe deinen Nächsten«. Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter aus dem Lukasevangelium wird der grundlegende Bibeltext dafür sein. Gestaltet wird der geistliche Tagesausklang unter anderem von Pfarrer Holger Milkau, Kirchenmusikdirektor i. R. Christian Thiele und Mitgliedern des Kreuzchores.

Das Thema »Homosexualität« werde innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens kontrovers diskutiert, so Körlin. Dabei stehen diese Diskussionen beispielhaft für den Streit um das sogenannte »Schriftverständnis«, also wie die Bibel heute verstanden werden kann.

Um dieser Debatte in Sachsen ein Forum zu geben, habe Christian Behr im letzten Jahr gemeinsam mit anderen das Forum »Frei und Fromm« gegründet. Es setzt sich mit Podien, Fachtagen und der Publikation von Schriften und Vorträgen ein für eine aufklärende Theologie, Gespräche auf Augenhöhe und eine vielfältige Gemeinschaft innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

»Bei Jesus war Schwulsein nie Thema«, sagt Christian Behr. »Er fordert uns stattdessen auf, uns den wirklichen Problemen zu stellen. Das sind die soziale Ungleichheit der Menschen, der Raubbau an den Ressourcen der Erde, Gewalt und Konflikte.« Der Superintendent fördert und unterstützt im Dresdner Kontext deshalb diakonische, ökologische Initiativen, gestaltet Friedensgebete und Dialogformate.

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7 Lesermeinungen zu Superintendent Christian Behr erhält Toleranzpreis
Gert Flessing schreibt:
23. Mai 2017, 14:11

"...das sogenannte Schriftverständnis..."? Wenn es um Theologie geht, geht es nicht um ein sogenanntes Verständnis der Schrift, dann geht es um die Schrift. sola scriptura!
DAS ist lutherisch. Das an dann auch über die Inhalte der Schrift reden kann und muss, steht auf einem anderen Blatt. Auch das man zu unterschiedlichen Befunden kommen kann.
Ich zum Beispiel sehe nicht, das Jesus etwas über "...Raubbau an den Ressourcen der Erde..." gesagt hat. auch im Blick auf Konflikte und ähnliches war er eher zurückhaltend.
Aber darüber kann man ja reden, denn das Gespräch über die Schrift und über das Wort Gottes, das uns in ihr begegnet, ist für die Kirche, m.E. wichtiger als das die ständigen Versuche sich bei allen möglichen Gruppierungen anzubiedern.
Gert Flessing

Daniel schreibt:
23. Mai 2017, 18:31

Jesus hat sehr wohl darüber gesprochen wie Gottes ursprüngliche Schöpfung gedacht war. (Matthäus 19,4-6) Mann und Frau sind in ihrer Ehe fruchtbar. Alles was davon abweicht ist nicht im Willen des Schöpfers, es führt nicht zum Leben, es ist widernatürlich. Die Bibel redet sehr klar darüber dass Homosexualität Sünde ist. (Römer 1,26.27) Jedoch soll nicht der Sünder verurteilt werden, sondern die Sünde die er/ sie tut. Jeder Mensch macht Fehler im Blick auf Gottes Willen aber jeder Mensch ist (Gott) wertvoll und liebenswert. Jeder der anerkennt dass Bereiche seines Lebens im Widerspruch zum Willen des Vaters im Himmel stehen und daraufhin Hilfe bei Ihm sucht, wird sie auch finden.

Beobachter schreibt:
23. Mai 2017, 20:28

Ja, lieber Daniel, und
"Schirmherrschaften" sind da eher nicht hilfreich bei!

Johannes schreibt:
26. Mai 2017, 19:02

Lieber Daniel,
der Christopher Street Day (CSD) ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern. An diesem Tag wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Das ist sein historischer Hintergrund. - Jemand, der die Schirmherrschaft für einen Demonstrationstag für die Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung sexuell anders Orientierter übernimmt, ist nicht gleich einer, der das Evangelium verrät. Der CSD steht für Toleranz, und nicht für Förderung sündigen Lebens. Da sollte man schon unterscheiden.
(Ganz abgesehen davon, dass die Christenheit sich nicht einig ist, ob andere sexuelle Orientierung gleich widernatürlich sei.!)
Johannes Lehnert

Beobachter schreibt:
27. Mai 2017, 13:19

Die Christenheit, die sich an SEINEM WORT orientiert, ist sich schon (mit IHM) einig.
Bibelverdrehende linksgrüne "Bischöfe" (Sups) haben da natürlich ihre eigene unbiblische Sicht der Dinge!

Beobachter schreibt:
23. Mai 2017, 19:14

Ach Herr Sup., Sie haben schon ein merkwürdiges Schriftverständis! Interessant, zu welchen Aktivitäten Jesus nach Ihrer Meinung angeblich aufgerufen hat.
Ganz sicher hat er uns aber nicht dazu aufgerufen, eindeutige Bibelstellen zum Thema Homosexualität so umzudeuten, zurechtzubiegen,, wie Sie es tun! Ganz sicher hat er uns auch nicht aufgefordert, unbilische, der Schöpfungsordnung Gottes entgegenstehende Lebensweise gut zu heißen, zu propagieren zu unterstützen oder gar Schirmherrschaften darüber zu übernehmen!
Auch hat er nicht vorgeschlagen, daß wir selbstständig denkenden und friedlich spazierendenMenschen, das Christsein abzusprechen und in unflätiger Weise zu beleidigen. Als Sup. hätten Sie ganz andere Aufgaben!

Leserin schreibt:
29. Mai 2017, 12:06

In der Laudatio wurde ausdrücklich gewürdigt, dass Herr Behr seine Kirche für die Montagsspazierer geöffnet und sie zu Wort kommen lassen hat. Auch die therapie sociale von "Dresden für alle" habe ich dieser Zielgruppe gegenüber als sehr wohlwollend erlebt. (Näheres auf der Website von "Kirche für Demokratie")

Tageslosung

Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

(2.Könige 13,23)

Gehört ihr Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.

(Galater 3,29)

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