Schätze sammeln
20. August 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Ostsachsen, Sachsen
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Die sächsischen Kirchgemeinden sollen Schatzkisten füllen und sich damit beim Kirchentag 2011 vorstellen.

Tabea Köbsch zwischen Stapeln von ungefalteten Pappkartons in der Geschäftsstelle des Kirchentags in Dresden. In diesen Tagen werden die künftigen »Schatzkisten« an die Gemeinden verteilt. (Foto: Steffen Giersch)
»Es ist Tradition bei Kirchentagen, dass die gastgebenden Gemeinden etwas zusammentragen«, sagt Tabea Köbsch von der Geschäftsstelle des Kirchentags in Dresden. »In Köln waren es Fässer, die jede Gemeinde mit heimatlichem Wasser gefüllt hat, in Bremen waren es Schiffe, die als Symbole dienten.«
Was aber könnte für Dresden, für Sachsen als Symbol stehen? »Dresden ist die Stadt der Schatzkammern, im Erzgebirge wurden die Schätze gefördert«, sagt Tabea Köbsch. Deshalb sollen es Schatzkisten sein. Doch sie sollen nicht mit Schätzen solcherart gefüllt werden. Hintergrund ist die Kirchentagslosung aus der Bergpredigt: »… da soll auch dein Herz sein.« Dieser Vers bezieht sich auf die himmlischen Schätze. Und deshalb heißt die Aktion auch »Die andere Schatzkammer«. Die Kirchgemeinden sollen sammeln, was ihnen am Herzen liegt.
Sie selbst würde in ihrer Gemeinde Dresden-Laubegast etwas hineintun, das für die Gemeinschaft steht, sagt Tabea Köbsch. Oder für die Arbeit mit Kindern: »Denn die sind unser Reichtum.« Wie die Schatzkiste gefüllt wird, ist jeder Gemeinde selbst überlassen: Fotos, etwas Gebasteltes, schriftliche Wünsche oder gar Handwerkskunst aus dem Erzgebirge. Bis Ende März ist Zeit dafür. Die leeren Kartons werden in den nächsten Tagen an die Gemeinden geschickt. Ein frankierter Paketaufkleber für die Rücksendung liegt bei.
Inzwischen überlegen sich Architekturstudenten der TU Dresden, wie die vielen Schatzkisten auf dem Kirchentag präsentiert werden könnten. Candy Lenk bereitet dafür ein Seminar vor. Für den TU-Mitarbeiter ist das Thema »Schätzsammeln« spannend. »Einerseits liegen Schätze im Verborgenen und sicher verwahrt in Tresoren, andererseits heißt Ausstellen, das Publikum teilhaben lassen«, beschreibt er den Spannungsbogen, den er mit den Studenten durchdenken will.
Zugleich sollen Möglichkeiten der Präsentation in unterschiedlichen Materialien untersucht werden. »Es ist noch völlig offen, wie und wo die Präsentation stattfindet«, so Lenk. Es könnte auf einer großen Landkarte sein oder in Verbindung mit einer Internetaktion. »Es macht Lust, darüber nachzudenken«, so der Architekt.
Lust an der Mitwirkung will auch Tabea Köbsch wecken. Sie will die Aktion als einen Impuls sehen, als Kirchgemeinde nicht unter sich zu bleiben, sondern mit der Schatzsuche aus der Kirche hinauszugehen: Das Befüllen zu einer gemeinsamen Aktion mit Kommune oder örtlichen Vereinen zu gestalten, kirchliche Feste wie Erntedank oder den Kirchentagssonntag am 6. Februar zum Anlass zu nehmen.
Christine Reuther
Die Aktion endet am 30. März 2011. Die Schatzkisten werden beim Kirchentag 2011 in Dresden präsentiert. DER SONNTAG berichtet, wenn Sie uns ein Foto von den Schätzen oder vom Einpacken der Schatzkiste schicken: E-Mail: redaktion@sonntag-sachsen.de
Der Kirchentag in Dresden im Internet: www.kirchentag.de
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