Der Weg ist das Ziel

11. März 2011 von DER SONNTAG  
Abgelegt unter Sachsen, Westsachsen

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Bei der Leipziger Disputation von 1519, hier eine Abbildung aus dem 19. Jahrhundert, diskutierte Martin Luther (l.) mit dem papsttreuen Theologen Johannes Eck (r.). Das Gespräch besiegelte die Trennung von der römischen Kirche.  (Abbildung: Archiv Evangelische Verlagsanstalt Leipzig)

Bei der Leipziger Disputation von 1519, hier eine Abbildung aus dem 19. Jahrhundert, diskutierte Martin Luther (l.) mit dem papsttreuen Theologen Johannes Eck (r.). Das Gespräch besiegelte die Trennung von der römischen Kirche. (Abbildung: Archiv Evangelische Verlagsanstalt Leipzig)

2017 wird das Jubiläum von Luthers Reformation vor 500 Jahren gefeiert. Auch in Sachsen wird es vorbereitet.

Langsam wird es konkret: Der frühere Zwickauer Landrat Christian Otto ist zur Zeit damit beschäftigt, einen Lutherweg durch Sachsen zu konzipieren. Otto ist Beauftragter des Freistaates Sachsen für die Lutherdekade. Er hatte sich schon vor einiger Zeit mit anderen Zwickauern überlegt, wie sie das Reformationsjubiläum feiern wollen. Schließlich hatte die Stadt einst eine gewisse Bedeutung bei den Umwälzungen des 16. Jahrhunderts. So hat Luther seinem Freund, dem Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort, 1520 die deutsche Fassung seiner Schrift »Von der Freiheit eines Christenmenschen« gewidmet.

Christian Otto, Beauftragter des Freistaats Sachsen für die Lutherdekade, vor der Zwickauer Katharinenkirche. Hier predigte einst Thomas Müntzer. (Foto: Andreas Wohland)

Christian Otto, Beauftragter des Freistaats Sachsen für die Lutherdekade, vor der Zwickauer Katharinenkirche. Hier predigte einst Thomas Müntzer. (Foto: Andreas Wohland)

Thomas Müntzer predigte hier von 1520 bis 1521 in der Katharinenkirche, bis ihn der Stadtrat aus der Stadt verwies und er nach Mühlhausen übersiedelte – von wo dann der Bauernkrieg ausging. Wegen Müntzers radikaler Auffassungen kam Luther nach Zwickau und predigte am 1. Mai 1522 vor 14.000 Menschen vom Rathaus aus. Aus Schneeberg, Annaberg und anderen Orten der Umgebung kamen die Zuhörer geströmt.

Mit dem Lutherweg durch ganz Sachsen sollen diese und andere Städte nun ins Bewusstsein gerückt werden. »Er verbindet Orte, an denen Luther und andere Reformatoren wie Philipp Melanchthon, Justus Jonas, Georg Spalatin weilten«, erläutert Oberlandeskirchenrat Christoph Münchow.

So hat Plauen die älteste Superintendentur im heutigen Sachsen – seit 1529. Schon 1525 schlossen die dortigen Ratsherren das Kloster und setzten evangelische Prediger ein. Leisnig erhielt von Luther 1523 die »Ordnung eines gemeinen Kastens«, der die Verteilung der kirchlichen Gelder an die Pfarrer und Küster sowie die Armen der Gemeinde neu regelte. In der Schneeberger St. Wolfgangskirche entstand 1531 bis 1539 der erste monumentale Reformationsaltar in der Werkstatt von Lucas Cranach. Seine Tafeln sind eine Predigt im lutherischen Sinn und erzählen von der Erlösung durch Gnade. Und nicht zuletzt war Leipzig 1519 der Schauplatz des Streitgesprächs zwischen Martin Luther und Johannes Eck über die Stellung des Papstes.

Auch wenn Sachsen einst das »Mutterland der Reformation« genannt wurde, sind die Grenzen heute anders gezogen. Wittenberg, Eisleben, die Wartburg – die bedeutendsten Lutherstätten liegen heute in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Während Sachsen-Anhalt bereits einen Lutherweg kreiert hat und touristisch vermarktet, soll nun auch durch sächsische Gefilde ein solcher Weg führen.

Von Bad Düben über Torgau, Wurzen, Grimma, Colditz, Leisnig, Döbeln, Limbach-Oberfrohna, Glauchau, Zwickau und Crimmitschau sowie von Eilenburg über Leipzig, Borna und Gnandstein soll der Weg führen. Doch die Ausschilderung eines Lutherwegs allein genügt nicht. »Wichtig ist, dass wir die Menschen im Freistaat mitnehmen«, sagt Christian Otto. »Und wir wollen aufmerksam machen auf unseren Glauben.« Christian Ottos Vision ist es, den Lutherweg in den Jakobsweg zu integrieren. »Wir haben nicht die bizarren Landschaften auf dem Weg nach Santiago de Compostela und wollen auch kein Extremwandern bieten«, sagt er. »Wir wollen mit Kultur und Kirchen werben.« Bereits in diesem Sommer ist ein Wander-Theater über Luther und Müntzer entlang des sächsischen Weges geplant.

Christoph Seele ist Beauftragter der sächsischen Landeskirche für die Lutherdekade. (Foto: Steffen Giersch)

Christoph Seele ist Beauftragter der sächsischen Landeskirche für die Lutherdekade. (Foto: Steffen Giersch)

Auch für Christoph Seele ist der Lutherweg momentan »das gewichtigste und auch wahrnehmbarste überregionale Projekt«. Der Oberkirchenrat ist Beauftragter der sächsischen Landeskirche für die Lutherdekade. »Darüber hinaus bietet der Kirchentag eine gute Gelegenheit, über das Anliegen der Lutherdekade zu informieren«, sagt er. Dort werde es ein Projekt »Lutherforum im Kirchentag« geben. Auch das »Jahr der Taufe« biete Gelegenheiten, reformatorische Grundeinsichten zur Sprache zu bringen. Und nicht zuletzt befasst sich die sächsische Landessynode auf ihrer Frühjahrstagung vom 8. bis 11. April in Dresden mit einem zutiefst lutherischen Thema: »Sprachfähig im Glauben« lautet es.

So bietet auch für Oberlandeskirchenrat Christoph Münchow die Lutherdekade »zunächst einen äußeren Anlass, dass wir uns intensiv mit den Grundlagen und der Ausstrahlungskraft unseres Glaubens befassen.« Auf dem Weg zum Jubiläum 2017 werde es besonders darauf ankommen, gemeinsame Vorhaben mit den römisch-katholischen Nachbargemeinden in der Region vorzubereiten. Das könne mit gemeinsamem Gebet, Bibelgesprächen und Bibelarbeiten geschehen.

»Besonders die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift und das Gebet als Quelle des Glaubens werden helfen, alte oder neue Vorurteile hier wie dort zu korrigieren und zu größerer Gemeinsamkeit zu kommen, beispielsweise für konfessionsübergreifende Ehen oder die Ermöglichung der gastweisen Teilnahme an der Eucharistie«, so Münchow.

Christine Reuther

2. Mai: Eröffnung eines Lutherwegs durch Zwickau; 6. September: Eröffnung des 1. Teilabschnitts des sächsischen Lutherwegs durch Ministerpräsident Tillich

Sehnsucht nach Zuwendung haben nicht nur die Armen

30. August 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Christus spricht:
Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
Matthäus 25, Vers 40

935764_30449266Der Glaube an Christus findet seinen wahrnehmbaren Ausdruck in der Zuwendung zu unseren Mitmenschen. Zweifellos ist es dabei wichtig, sich den Geringsten zuzuwenden. Aber sollten wir uns nicht, bevor wir uns über die Formen der Zuwendungen Gedanken machen, darüber verständigen, wer diese Geringsten sind?

Sofort fallen uns dazu Menschen ein. Ich denke an Bettler, die ich jeden Tag vor einer der Dresdner Innenstadtkirchen sitzen sehe, und nicht nur dort. Ich denke an Menschen, die mit einem Mindestmaß an finanziellen Möglichkeiten durch das Leben kommen müssen, und mir fallen die im Alter Vergessenen, die einsam von ihren vier Wänden umgeben sind, ein.

Ist es ausreichend, die an den Rand der Gesellschaft Gedrängten ausschließlich als die Gering­sten zu betrachten? Oder anders gesagt: Auch reiche Menschen können sehr arme Leute mit viel Geld sein. Hinter perfekten Fassaden lassen sich mitunter Menschen finden, die sich in ihrem Innersten als klein, unbedeutend und wertlos empfinden.

Auch der so Selbstbewusste kann in sich gefangen sein, der unmäßig Reiche kann hungern und dürsten nach Liebe und Einfachheit, der immer im Mittelpunkt Stehende fühlt sich verlassen und ist am Ende sogar sich selbst fremd. Vielleicht ist es viel schwerer, sich gerade ihnen zuzuwenden, weil wir alle meinen, diese hätten es doch nicht nötig.

Hunger und Durst, Sehnsucht nach Zuwendung und verbindlicher Nähe haben alle Menschen – quer durch alle sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Schichten hindurch und egal, in welchen materiellen Verhältnisse sie leben. Die befreiende Botschaft des Evangeliums entfaltet seine Kraft aus der Zuwendung zu ihnen allen.

Christoph Seele

Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Evangelischen Landeskirchen beim Freistaat Sachsen.

Die Hoffnung, wenn alles ins Wanken gerät

22. August 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Foto: Robert Michie (sxc.hu)

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
Jesaja 42, Vers 3

»Die Hoffnung stirbt zuletzt« – so lässt es sich immer wieder vernehmen, wenn Menschen in ausweglose Not geraten sind. Vor allem, wenn es die Existenz bedrohende Situationen sind, wird dieser Satz laut. Ich erinnere mich zum Beispiel genau, dass er in den vergangenen Tagen des Hochwassers wieder zu hören war. Vieles wurde mit einem Schlag unsicher und geriet in Gefahr, für manche ging es um das nackte Überleben – die Menschen erfuhren es hautnah am eigenen Leib – aber die Hoffnung war das Letzte, was aufzugeben sie bereit waren.

Etwas braucht jeder Mensch, an dem er sich festhalten kann. Der Satz mag stimmen – mindestens für Menschen, die von der christlichen Hoffnung nichts wissen. Denn genau diese Hoffnung stirbt nicht, nicht einmal zuletzt. Diese Hoffnung, die uns auch in dem Wort des Propheten Jesaja begegnet, trägt und hält – sogar und vor allem in jenen Lebensaugenblicken, in denen alles anderen an ein Ende kommt.

Zugegeben, es gibt jene Lebensstürme, in denen wirklich alles ins Wanken gerät und verloren geht: Der Boden unter den Füßen, die Menschen, die einem nahe sind oder waren, die Grundlage der Existenz. Wir sehen dann nur noch alles schwarz. Die Hoffnung unseres Glaubens aber wird bleiben. Die Hoffnung, die darin besteht, dass wir von Gott begleitete Menschen sind, deren Zuversicht in dem Auferstandenen Herrn ruht.

Mögen wir auch manchmal an das Ende eigener Hoffnung kommen, und unser Leben als hoffnungslos empfinden – der Glaube an die Auferstehung unseres Herrn bleibt. Vertrauen wir auf diese Hoffnung und Zuversicht unseres Glaubens und darauf, dass ein Funke schon genügt, den glimmenden Docht wieder zu entzünden.

Christoph Seele

Seele ist Beauftragter der Evangelischen Landeskirchen beim Freistaat Sachsen.

Auf die innere Haltung kommt es an

14. August 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
1. Petrus 5, Vers 5

Besser sind wir nicht, aber besser sind wir dran«, so beginnt der Kehrvers eines bekannten Liedes aus der Jungen Gemeinde. Besser sind wir als Christen wirklich nicht – wir sind auch nur Menschen. Ausgesetzt allen Dingen und allen Anfechtungen – natürlich auch dem Hochmut. Und wem sind solche Gedanken, besser zu sein, als der oder die andere, wirklich fremd? Oft erlebe ich es, dass in unserer Gesellschaft genau dies der Schlüssel zum Vorankommen ist: Sich besser machen, sich besser zeigen, sich herausheben aus der Masse der Mehrheit, besser sein als andere.

Hochmut hat in jedem Leben einen festen Sitz. Niemand ist davon ausgenommen. Mindestens neigen wir eher zum Hochmut als zur Demut. Da haben wir in der Regel schon unsere Schwierigkeiten mit dem Wort an sich. Es klingt so unterwürfig und nach dienen und bedienen. Dabei meint Demut im christlichen Sprachgebrauch allein die innere Einstellung von uns Menschen gegenüber Gott.

Diese Verhältnisbestimmung hat zwei Seiten. Sie umfasst unsere Geringfügigkeit im Vergleich mit der Größe Gottes. Alles, was wir sind und haben, kommt aus Gottes gnädiger Hand. Zugleich kommt aber auch unsere Würde als Mensch in den Blick, unser Wert, den wir als gottesebenbildliche Geschöpfe zugesprochen bekommen haben.

Vor diesem Hintergrund bedeutet Demut gegenüber Gott, sich ihm mit dieser inneren Haltung zuzuwenden, ihn anzubeten.

Eine solche Grundeinstellung lässt uns mindestens einer hochmütigen Sicht der Dinge innerlich etwas dagegensetzen. Besser sind wir nicht, aber besser sind wir im Leben dran mit einem solchen Gott, dem wir uns demütig zuwenden können, denn wir wissen um sein gnädiges Entgegenkommen.

Christoph Seele

Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Landeskirchen beim Freistaat Sachsen.

Gott sieht weiter als wir

6. August 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Gott sieht weiter als wir Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! Psalm 33, Vers 12

Manchmal ist es wie ein Rettungsring – dieses Festhalten an der Gewissheit, dass Gott sich uns zuwendet: dem Einzelnen, wie auch einem ganzen Volk. Gerade dann ist solch ein Rettungsring nötig, wenn alle anderen Zuverlässigkeiten wegbrechen. Was das erwählte Volk Israel im Verlauf seiner wechselvollen Geschichte erlebt hat, waren alles andere als nur glanzvolle Epochen alttestamentlicher Zeiten. Weitaus zahlreicher waren die Zeiten der Unterdrückung, Vertreibung, der Pogrome und Zerstörung, die immer wieder bis fast zur Vernichtung des Volkes Israels geführt haben – bis in die jüngste Geschichte auch unseres Landes.

Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Landeskirchen beim Freistaat Sachsen. Foto: Steffen Giersch

Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Landeskirchen beim Freistaat Sachsen. Foto: Steffen Giersch

Alle Sicherheiten brechen angesichts dieses maßlosen Leides weg. Woran noch glauben? Worauf sich verlassen? »Kann es nach Auschwitz noch einen Gott der Liebe geben?« So fragte einst der jüdische Religionsphilosoph Hans Jonas und brachte damit alle Zweifel auf den Punkt. Entgegen dieser furchtbaren Lebenserfahrung und entgegen dieser dramatischen Geschichte des Volkes Israel bleibt dennoch das tiefe Vertrauen, dass Gott der Herr ist. Ein Wort wie ein Rettungsring.

Auch in unserem eigenen Leben gibt es Zeiten, in denen wir Gott in Frage stellen. Wie viele Tiefpunkte kennt ein Lebensweg, so dass wir an Gott nicht nur zweifeln, sondern auch verzweifeln könn(t)en? Wie viele Widerfahrnisse des Lebens bringen wir nicht in den Einklang mit der Güte Gottes? Entgegen diesem Zweifel können wir nur von ganzem Herzen darauf vertrauen, dass Gott uns nahe ist, dass er sich uns zuwendet und uns hält. Gott sieht weiter als wir und er hat dort, wo wir am Ende sind, noch eine Idee für unser Leben. Darauf dürfen wir uns verlassen. Diese Gewissheit macht die Zuversicht unseres Glaubens aus. Wohl dem, der sich auf diese Gewissheit verlässt.

Christoph Seele

Unterwegs sein und die Botschaft verkünden

30. Juli 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
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Wem viel gegeben ist,
bei dem wird man viel suchen;
und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.
Lukas 12, Vers 48

Foto: Miguel Saavedra, sxc.hu

Foto: Miguel Saavedra, sxc.hu


Pilgern erlebt heutzutage eine Hochkonjunktur. Es bedarf dazu nicht erst der Lektüre von Hape Kerkelings Erfahrungen, um sich auf den Weg zu machen. Und das Ziel muss nicht Santiago de Compostela heißen. Manchmal reicht schon der neu angelegte Pilgerweg unmittelbar vor der eigenen Haustür, der einen lockt, das Pilgern auszuprobieren.

Menschen machen sich auf den Weg, um ihren Erfahrungen mit und im Glauben nachzuforschen, ihnen im wahrsten Sinn des Wortes nachzugehen und anderen Menschen dabei zu begegnen. Dabei ist das alles keine neue Erfindung: Peregrinatio propter Christum – die Pilgerschaft um Christi willen – so bezeichneten iro-schottische Mönche im 6. Jahrhundert nach Christus ihr Unterwegssein. Aus dem hohen Norden Irlands und Schottlands pilgerten sie bis weit in den Süden des europäischen Festlandes. Wo sie hinkamen, hinterließen sie Spuren. Von dem, was sie hatten, gaben sie ab. An der Zuversicht ihres Glaubens ließen sie andere Menschen teilhaben.

Auch wir sind herausgerufen aus unseren (Kirchen-) Mauern, um Menschen von dem zu erzählen, was uns im Glauben bewegt, bestärkt und zuversichtlich macht. Es gibt Worte, die können nur wir als Christinnen und Christen glaubhaft weitersagen. Ich erlebe oft, dass es gerade diese Worte schaffen, den Lärm unserer Zeit zu durchdringen.

Nicht, weil sie lauter sind und andere übertönen, sondern weil die Botschaft des Evangeliums einzigartig ist und es vermag, auch manche Sprachlosigkeit zu beenden. Weil wir um diese Kraft des Evangeliums wissen, sind wir herausgerufen und hineingestellt in eine Welt, die diese Botschaft braucht.

Christoph Seele

Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Landeskirchen beim Freistaat Sachsen.