Eine Garantie für prompte Erhörung gibt es nicht

28. Januar 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Foto: Gamal Abdalla, sxc.hu

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Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Daniel 9, Vers 18

Seitdem in den Kirchen festgestellt wurde, dass Gott nicht nur Latein versteht, muss sich der Allmächtige einiges anhören. Statt gebetsmühlenartig anonyme Formeln herzubeten, hat man sich besonnen, Persönliches ins Gebet zu nehmen. Damit finden sich Betende in guten biblischen Traditionen wieder. Denn wie vom Propheten Daniel überliefert, haben sich Gläubige stets mit allem an Gott gewandt im festen Vertrauen, dass er hört, hilft und heilt. Besonders die Psalmen zeigen sich uns als eine beständige Schatzkammer persönlich formulierter Gebete voll Dank und Angst, Zweifel und Hoffnung.

Für Christen hat das Gebet auch heute einen großen Stellenwert. So beeindruckt es mich, mit welcher Leidenschaft sich Jugendliche unserer Kirche an Gebetskreisen beteiligen und wie sie mit tiefer innerer Beteiligung Anbetungs- und Lobpreiszeiten gestalten. Solches gilt es zu pflegen. Gleichzeitig ist aber der Gefahr zu wehren, sich einem selbstbezogenen Wellnessglauben hinzugeben und dabei den Nächsten oder die Übernächste zu vergessen. Denn die stets gefaltete Hand reicht sich schlecht und die ewig nach oben gestreckte kann kaum etwas geben.

Am Ende aber ist nicht allein unser bemühtes Gerechtigkeitsverständnis entscheidend, sondern Seine große Gnade. Eine Garantie für die prompte und präzise Erhörung unserer Gebete gibt es freilich nicht. Vielmehr fordert uns der Wochenspruch zum Vertrauen darauf auf, dass Gott weiß, was wir bedürfen. So dürfen wir gern vor ihm und ihm in den Ohren liegen – im besten Wissen, dass er uns nicht links liegen lässt.

Tobias Petzoldt
, der Autor ist Bildungsreferent der Evangelischen Jugend in Sachsen.

www.evjusa.de

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