Auf ein Wiedersehen

17. November 2011 von DER SONNTAG  
Abgelegt unter Titelseite

Das Leben ist voller Abschiede – der Tod ist der größte von ihnen. Die Bibel weiß das so gut wie der erzgebirgische Schnitzer Gottfried Reichel.

»Abschiede«, sagt Gottfried Reichel, »sind mir immer leicht gefallen.« Über das Jenseits will sich der Holzschnitzer kein Bild machen. Nur eines hofft er: Gott wird da sein. Foto: Steffen Giersch.

»Abschiede«, sagt Gottfried Reichel, »sind mir immer leicht gefallen.« Über das Jenseits will sich der Holzschnitzer kein Bild machen. Nur eines hofft er: Gott wird da sein. Foto: Steffen Giersch.


Er streichelte sein Schnitzmesser. Dann legte er es zur Seite. Für immer. Nachdem er in 300 Figuren der Bibel und dem Leiden der Juden ein Gesicht aus Holz gegeben hatte. »Ich habe gemacht, was ich zu machen hatte«, sagte Gottfried Reichel, 86 Jahre alt, die Kraft fühlt er schwinden. »Alles hat seine Zeit«, liest der Pobershauer beim Prediger Salomo im Alten Testament auf seinem Stubentisch: »Suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit.«

Suchen und Verlieren haben sich tief in Reichels Gesicht eingegraben. Er lässt los, was er nicht mitnehmen kann. »Ich mache es freiwillig«, sagt Reichel. »Es ist mir immer leicht gefallen.« Das Amt als Kirchvorsteher gab er auf, als er nicht mehr die Kraft verspürte, dem Pfarrer zu widersprechen. Die Leitung der Jungen Gemeinde gab er auf, als er spürte, dass ihm die Gedanken der Jungen fremd geworden waren. Als er an einem Februarvormittag um dreiviertel elf seinen Betrieb verließ und in Rente ging, war das für ihn, als würden ihm Flügel wachsen. Die Wanderungen mit der Familie, die Fahrradtouren – Vergangenheit, verabschiedet.

Jetzt hat es Reichel mit den Knien, er läuft mit seinem Gehstock nur noch im Radius zwischen Friedhof und Bushaltestelle. Seine Welt schnurrt zusammen, äußerlich. Inwendig ist sie weit wie eh und je. »Guckt euch an, was für ein Erlebnis der Jahreslauf ist«, ruft er und beugt sich an sein Erdgeschossfenster. Draußen im Herbstnebel das dämmernde Gebirgstal. »Der Frühling, der Sommer, im Herbst sitze ich hier auf meiner Bank. Ich bin richtig froh, dass ich jetzt zur Ruhe komme, ausruhen kann. Nichts mehr müssen.«

Die Bibel ist voller Abschiede. Gott will es so. Abraham musste sein Vaterland verlassen, Jesus und die Jünger mussten fortgehen von ihren Familien – am Ende trennte sie der Tod am Kreuz. Und doch war jeder Abschied zugleich ein Aufbruch.

Gottfried Reichel hat in seinem Leben einen Abschied erlebt, der mehr ein Abbruch war – ein Abgrund. Es war der Krieg, in den er mit einem überzeugten Jungengesicht zog. Gefallen nach dem ersten Trommelfeuer war sein Bild von einem Gott, der fern hinter dem Sternenzelt waltet. Erst in der Gefangenschaft wurde ihm klar: »Ich bin mitschuldig, ich muss mit dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert. Und neben mir in meiner Todesangst – da war der Gott, der am Kreuz hing. Der Bruder Jesus.«

Über die Sache mit dem Abschied hat Jesus eine kurze Wahrheit verkündet. »Das Himmelreich gleicht einem Kaufmann, der gute Perlen suchte«, steht im Matthäusevangelium. »Und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.« Der Glaube an solch ein Himmelreich hat Gottfried Reichel oft geholfen. Auch beim Sterben seiner Frau. »Danach war eine Hälfte von mir weg«, sagt er. »Doch die Gewissheit von Auferstehung und Ewigkeit hat mich getragen. Es reißt nichts ab.«

Nun ordnet Gottfried Reichel die Dinge: Seine fast 6000 Bücher, seine Schnitzfiguren, die ihre Heimat in der Pobershauer Galerie »Die Hütte« gefunden haben, tausende Meter Schmalfilm. Sein Leben. Im Winter will er es noch einmal auf eine Leinwand werfen.

Noch immer lodert in ihm ein rebellisches Feuer, wenn es um das Erstarren seiner Kirche oder um neue Judenfeindschaft geht. Doch Reichel rennt nicht weg. Er geht auf den Tod zu, heiter fast. »Es muss doch schön sein«, denkt er manchmal über das Sterben, »wenn man nicht mehr sein eigenes Körpergewicht herumschleppen muss. Ein Gefühl von Leichtigkeit.« Wenn Reichel über den Tod nachsinnt, muss er an Noah in seiner Arche denken. Wie das Meer der Vernichtung ihm zur Rettung wird.

Andreas Roth

Schutzhütte Gottes

18. Juli 2011 von Redaktion DER SONNTAG  
Abgelegt unter Westsachsen

Oft sucht Wolfgang Braun die Stille der Kapelle oberhalb des Schweinitztales – er hat sie selbst mit gebaut. Hinter dem kleinen Altar geht der Blick hinaus auf den tschechischen Erzgebirgskamm. Foto: Steffen Giersch

Oft sucht Wolfgang Braun die Stille der Kapelle oberhalb des Schweinitztales – er hat sie selbst mit gebaut. Hinter dem kleinen Altar geht der Blick hinaus auf den tschechischen Erzgebirgskamm. Foto: Steffen Giersch


In Sachsens erster Wanderkapelle in Deutschneudorf treffen Menschen den guten Hirten

Das Altarbild vor Wolfgang Brauns Augen lebt. Das Kreuz hinter dem kleinen Altar ist ein Fensterkreuz, dann geht der Blick ins Freie: Tief grün schwingt sich jenseits des Grenzbaches der böhmische Erzgebirgswald hinauf zum Kamm. Wolken ziehen übers sommerliche Land. Gottes Schöpfung drängt in die kleine hölzerne Kapelle herein wie in kaum ein anderes Gotteshaus.

Wolfgang Braun (50) sitzt vor diesem Altarbild und faltet still die Hände. Fast jeden Tag steigt er den gewundenen Weg von seiner Werkstatt im Deutschneudorfer Ortsteil Oberlochmühle hinauf auf die 620 Meter hoch gelegene Anhöhe, wo sich sieben Wanderwege kreuzen. Er kehrt den hölzernen Fußboden der Kapelle, stellt neue Blumen in die Vase. Er sitzt hier, wenn der Sturm die kleine Kapelle umheult – und spürt, was es heißt, behaust zu sein.
»Das hat etwas Befreiendes«, sagt der Holzkunsthandwerker. »Wenn ich hier oben bin in Zeiten, in denen es geschäftlich nicht gut geht, tut es mir gerade gut.« Druck, Ungewissheit und niedrige Löhne kennen die Schnitzer und Dreher der Gegend nur zu genau. Dann atmet Braun den Geruch des Holzes und liest die Worte des Psalms 23, die in sechs Ahorntafeln an den Wänden der Kapelle eingefräst sind: »Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.« Für ihn, sagt er, sei das wie ein Zwiegespräch mit Gott.

Drüben im böhmischen Erzgebirge gibt es viele Kapellen an Wanderwegen. Im evangelischen Sachsen ist Wolfgang Braun keine einzige bekannt. So kam er vor über einem Jahr auf die Idee, selbst eine zu bauen. Aus Liebe zum Glauben, zum Wandern und zum erzgebirgischen Grenzland, in dem sich viele abgehängt und vergessen fühlen. »Ich wollte einen Impuls geben, dass wir nicht aufgeben dürfen.«

Braun, in dessen Werkstatt hölzerne Engel und Räuchermänner aufgereiht stehen, packte an. Er gewann den Schneeberger Holzkunst-Professor Gerd Kaden und dessen damalige Absolventin Jana Pauke, die den Entwurf für die Kapelle aufs Papier brachte. Braun selbst, seine drei Söhne, ein Neffe und Männer aus der Jungen Gemeinde zimmerten die Balken zu einem Fachwerk zusammen. Mit vielen Unterstützern wuchs so im vergangenen Jahr auf der Bergwiese über dem Schweinitztal die kleine Kapelle in typisch erzgebirgischem Stil: Geduckt unter einem Walmdach, mit Schieferschindeln gedeckt, mit rauem Lärchenholz verkleidet und bekrönt von einem kleinen Turm mit Kreuz.

Gekostet hat alles 16 000 Euro. Die Hälfte davon gab der Landkreis an Fördermitteln, die andere Hälfte gaben Kommune und Spender – auch kirchenferne. So wurde der Ort Deutschneudorf Besitzer einer Kapelle.
Eigentlich müsste ja seine Kirche für deren Erhalt sorgen, meint der evangelische Christ Wolfgang Braun. Doch die Verwaltung der Landeskirche schrecke vor der finanziellen Verantwortung zurück.

Dabei ist die »Kapelle am Weg« seit ihrer Eröffnung am 6. November für Wanderer zu einer Schutzhütte im doppelten Sinne geworden – ganz so, wie es sich Wolfgang Braun gewünscht hatte. »Ein Schutz vor Wetter und eine Hütte Gottes bei den Menschen.«

Braun kann viel erzählen: Von einer Frau, die vor einer schweren Operation in der Kapelle die Stille suchte. Von einem Familienvater, der hier seine Sorgen herausschrie. Vom Heiligen Abend im Schneesturm in der Kapelle als Brauns Familie sang »Stille Nacht«. Im Gästebuch finden sich japanische Sätze und finnische. Im Juni schrieb ein Besucher: »Ja, der Herr ist mein Hirte, das wird einem ganz bewusst an diesem herrlichen Flecken. Wir gehen hier wieder gestärkt in unseren Alltag und nehmen neuen Mut und neue Hoffnung mit.«

Es summt und zirpt in der blühenden Bergwiese rings um die Kapelle. Ein Rotschwänzchen hat unter ihrem Dach ein Nest gebaut. An der kleinen Holztür steht: »Offen« – auf Deutsch, Englisch und Tschechisch. Eine Einladung. Selbst sein Nachbar, sagt Wolfgang Braun, passe mittlerweile auf die kleine Hütte Gottes auf und kehre sie mitunter. Dabei ist er gar kein Christ.

Andreas Roth

Jesus von Zschorlau

26. März 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
Abgelegt unter Sachsen, Westsachsen

Comments Off

Haare und Bärte sind echt, alles andere ist nur gespielt: Matthias Groß als Jesus (2. v. l.) ist umgeben von den Priestern Wolfgang Huth (l.) und Hartwig Ebert (3. v. l.) sowie Steffen Urban als Joseph von Arimathäa (r.).  Foto: Steffen Giersch

Haare und Bärte sind echt, alles andere ist nur gespielt: Matthias Groß als Jesus (2. v. l.) ist umgeben von den Priestern Wolfgang Huth (l.) und Hartwig Ebert (3. v. l.) sowie Steffen Urban als Joseph von Arimathäa (r.). Foto: Steffen Giersch

In dem Erzgebirgsdorf führen 140 Christen die Passionsgeschichte auf

Der klar schimmernde Blick, die halblang schwingenden Haare, der volle aber völlig unmajestätische Bart: Das muss er sein. Kein Zweifel. Die Kinder fassen sogleich Vertrauen zu ihm. Bauhandwerker ist er auch – so wie das Original. So wie Jesus von Nazareth. Gut, seine Sprache weist Matthias Groß als waschechten Erzgebirgler aus. Doch wenn er in Zschorlau auf die Straße tritt, trifft er sie alle: Hier ein »Glück auf!« an Pontius Pilatus, dort eines an Judas und ein besonders herzliches an die anderen Jünger.

Ihre beeindruckenden Bärte und ihre Haartracht, die seit einem Jahr von keinem Friseur mehr weiß, prägen seit Monaten das Zschorlauer Ortsbild. Der Auswärtige stutzt, der Einheimische weiß: In Zschorlau spielen sie wieder die Geschichte des Leidens und der Auferstehung Jesu. Von Karfreitag bis zum Sonntag nach Ostern in acht Vorstellungen.

In die Turnhalle passen 780 Menschen, die meisten Plätze sind schon ausverkauft. 140 lutherische und methodistische Christen aus Zschorlau, Burkhardtsgrün und Albernau spielen in der Passionsgeschichte mit. Die Idee dazu brachten die Zschorlauer Dieter Schürer und Steffen Urban aus einem Urlaub in Tirol mit. Daraufhin machte sich der Rechtsanwalt Schürer daran, aus Texten der Bibel und des polnisch-jüdischen Schriftstellers Roman Brandstaetter die Dialoge zu schreiben.

»Anders als in den traditionellen Passionsspielen wollte ich Jesus bewusst in seinem jüdischen Umfeld sehen«, sagt Schürer, der Vorsitzende des Zschorlauer Passionspielvereins. Nach den Aufführungen in den Jahren 2000, 2001 und 2005 begannen im vergangenen September erneut die Proben.

»Das Passionsspiel soll keine Theateraufführung oder Tourismuswerbung sein – sondern ein besonderer Gottesdienst«, sagt Dieter Schürer. »Dass Jesus Christus den Weg ans Kreuz für uns gegangen ist, damit wir unverdient Versöhnung mit Gott erlangen können – das ist ein Kern unseres Glaubens. Für viele Leute ist es einfacher, in eine Sporthalle zu gehen und sich dort diese biblische Geschichte anzusehen.«

Die Leidensgeschichte Jesu ist kein Schwank, sie lässt sich nicht so locker erzählen wie ein Krippenspiel. Den Jesus spielt der Bauschlosser Matthias Groß voll heiliger Wut bei der Tempelreinigung, mit aufgemalten Striemen nach der Auspeitschung. Er denkt an die Angst während einer schweren Krankheit, wenn er Jesus in Gethsemane spielt. Und wenn er zwanzig Minuten am Kreuz hängt, verlieren seine Finger ihr Gefühl.

Mit seinen 49 Jahren ist der Zschorlauer Jesus viel älter als der Mann aus Nazareth je wurde. Allerdings ist dieser von den Toten auf­erstanden.

Andreas Roth

Das Passionsspiel wird in der Sporthalle Zschorlau aufgeführt am 2., 3., 4., 5., 10. und 11. April jeweils um 13 Uhr sowie am 7. und 8. April um 18 Uhr. Informationen über Restkarten gibt es im Pfarramt Zschorlau unter (0 37 71) 2 54 38 52 oder im Internet.

Internetseite des Zschorlauer Passionsspiels

Ein Holländer gegen Windmühlen

26. Februar 2010 von Redaktion DER SONNTAG  
Abgelegt unter Sachsen, Westsachsen

Comments Off

Wie der Kirchenmusiker Henk van Loo und seine Frau ins erzgebirgische Holzhau kamen

Eisig bläst der Wind über den Kamm. Die Blicke von Henk van Loo und seiner Frau Susanne schweifen über die schneebehangenen Nadelwälder und die weiße Weite bis hinüber ins Tschechische. Sie scheinen das Erzgebirge zu umarmen. »Diese Ruhe, diese Luft, die Natur und die freundlichen Menschen hier – herrlich!«, schwärmt der 67-Jährige. Er braucht nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, was drüben in dem tschechischen Dorf Moldava entstehen soll: 45 Windräder sollen dort errichtet werden und mit ihren 150 Metern die Höhen des Gebirges überragen.

Beim Anblick des Erzgebirgskamms bei Holzhau kommen Henk van Loo und seine Frau Susanne ins Schwärmen. Sie wollen verhindern, dass er jenseits der deutsch-tschechischen Grenze mit Windrädern bebaut wird. Foto: Steffen Giersch

Beim Anblick des Erzgebirgskamms bei Holzhau kommen Henk van Loo und seine Frau Susanne ins Schwärmen. Sie wollen verhindern, dass er jenseits der deutsch-tschechischen Grenze mit Windrädern bebaut wird. Foto: Steffen Giersch

»Sie verschmutzen den Horizont, das ist doch ein Naturschutzgebiet von höchster Bedeutung«, ruft Henk van Loo in den Schneegriesel. Man denke nur an das fast ausgestorbene Birkhuhn, das hier lebt, den schwarzen Storch oder den Tourismus. Dabei ist Henk van Loo gar kein gebürtiger Erzgebirgler, denen oft so viel Liebe zu ihrer Heimat nachgesagt wird. Er ist Holländer. Denen wiederum wird eine gewisse Liebe zu Windmühlen nachgesagt. Nichts davon bei ihm. Dabei hat das, was ihn ins erzgebirgische Holzhau verschlug, durchaus etwas mit Liebe zu tun: Der zu seiner Frau. Und der zu den Orgeln.

Viele Jahre arbeitete der Niederländer Henk van Loo in der Region um Maastricht als ehrenamtlicher Kirchenmusiker. Schon zu Zeiten der DDR führte ihn eine Kirchgemeindepartnerschaft immer wieder nach Erfurt. Dort lernte er seine spätere Frau Susanne kennen, und beide zogen vor zwölf Jahren in seine holländische Heimat.
Eine Busreise zu bedeutenden Orgeln führte sie 2007 ins Osterzgebirge. »Als ich vor dem Geburtshaus des Orgelbauers Gottfried Silbermann in Kleinbobritzsch stand, sagte ich mir: Hier möchte ich auch gern wohnen«, erinnert sich der Pharmazie-Vertreter.

Wenig später kaufte das Paar den alten Waldgasthof »Teichhaus« im Muldental bei Holzhau. »Wir wollten noch einmal etwas Neues probieren«, sagt die 50-jährige Susanne van Loo. Das Gasthaus machten sie wieder flott und eröffneten im November 2008. Weil sie sich ihre neue Heimat nicht wieder nehmen lassen wollen, gründeten sie zusammen mit anderen Einwohnern die Bürgerinitiative »Gegenwind«, um den tschechischen Windpark zu verhindern. Die Handvoll Aktivisten treffen sich in ihrer Gaststube. Gemeinsam sammelten sie 5000 Unterschriften gegen das Vorhaben und übergaben es im September letzten Jahres über die deutsche Botschaft in Prag der tschechischen Regierung. Inzwischen lehnt auch die Bezirkshauptfrau von Usti nad Labem den Bau der Generatoren ab. Susanne van Loo und ihr Mann schöpfen Hoffnung – aber die Sache sei noch nicht über den Berg.

Wenn Henk van Loo begeistert von den Flößern erzählt, die vor 400 Jahren an seinem Gasthaus Holz für den Silberbergbau auf der Mulde transportierten, dann wird diese Geschichte zu seiner eigenen. Und den Orgeln bleibt er ohnehin treu: Wenn in den umliegenden Kirchen von Hermsdorf oder Rechenberg ein Kantor fehlt, greift der spielende Holländer wieder in die Tasten.

Andreas Roth