Steter Tropfen

25. September 2009 von Redaktion DER SONNTAG  
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Steter Tropfen höhlt den Stein« möchte man sagen angesichts des Koalitionsvertrages zwischen sächsischer CDU und FDP. Zumindest was die Sonntagsöffnung von Videotheken und Autowaschanlagen betrifft. Das fordert die FDP in Sachsen seit Jahren: Bereits zu Beginn der vorigen Legislaturperiode, im Dezember 2004, hatte sie einen derartigen Antrag ins Landesparlament eingebracht. Damals galt bei der CDU noch das Bekenntnis zum Sonntagsschutz.

Foto: MrK001 (sxc.hu)

Foto: MrK001 (sxc.hu)

Nun hat die FDP ihren Willen: Die künftigen Regierungspartner haben es abgesegnet, dass man sonntags Autos waschen und Videos ausleihen darf.

Nun gut, könnte man sagen. Wen stören schon offene Autowaschanlagen am Sonntag? Und Videoschauen gehört vielleicht zu manchem Sonntagsvergnügen. Doch was für eine Einstellung steht dahinter? Was ist der Sonntag, den Menschen noch wert? Einkaufen scheint eines der beliebtesten Freizeitvergnügen zu sein. Der Andrang in immer größeren, neueren Einkaufszentren spricht für sich.

Vielleicht sagen dann manche Politiker um der Wählergunst willen eines Tages: Wenn Familien so gern Ausflüge in »Einkaufstempel« machen, warum sollen sie das nicht auch sonntags können? In die eigentlichen Tempel, sprich die Kirchen, geht ja sowieso kaum noch jemand am Sonntag. Und: Die meisten Feiertage sind ja jetzt schon nur noch Anlässe, der Kauflust zu frönen. Wozu brauchen wir sie dann noch? Das sind die Fragen, die eigentlich hinter den Autowaschanlagen und Videotheken stehen. Und wenn sie niemand mehr stellt, heißt es weiter: »Steter Tropfen …«.

Darauf sollten wir Christen immer wieder den Finger legen. Denn zu den Grundlagen unseres Zusammenlebens gehören immer noch die zehn Geboten, deren drittes lautet: Du sollst den Feiertag heiligen.

Christine Reuther