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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Helma Orosz</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>»… bitte gib ein Bett dazu«</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 16:05:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Quartiersuche]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Pauls]]></category>

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		<description><![CDATA[Für den Kirchentag vom 1. bis 5. Juni in Dresden wurde jetzt die Quartiersuche eingeläutet, um für 10 000 Gäste Gastgeber zu finden. Tom Pauls ist einer von ihnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Für den Kirchentag vom 1. bis 5. Juni in Dresden wurde jetzt die Quartiersuche eingeläutet, um für 10 000 Gäste Gastgeber zu finden. Tom Pauls ist einer von ihnen.</h5>
<p><div id="attachment_3273" class="wp-caption alignleft" style="width: 269px"><img class="size-full wp-image-3273 " style="margin-top: 2px;margin-bottom: 2px" title="Quartiersuche" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/01/Quartiersuche.jpg" alt="»La le lu – bitte gib ein Bett dazu«: Der Schauspieler Tom Pauls ist Schirmherr der Kampagne zur Privatquartiersuche. Er zeigt schon mal, wie gut man in Dresden schläft. (Fotos: Dietrich Flechtner)" width="259" height="483" /><p class="wp-caption-text">»La le lu – bitte gib ein Bett dazu«: Der Schauspieler Tom Pauls ist Schirmherr der Kampagne zur Privatquartiersuche. Er zeigt schon mal, wie gut man in Dresden schläft. (Fotos: Dietrich Flechtner)</p></div>Für Tom Pauls ist klar: Anfang Juni müssen seine Kinder zusammenrücken und eines ihrer Zimmer räumen. Denn dann wird die Familie des in Dresden lebenden Schauspielers Gäste des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags aufnehmen. Warum er das tut? Tom Pauls ist einer der Schirmherren der Kampagne zur Privatquartiersuche für den Kirchentag. Und auch wenn die Familie Pauls vielleicht noch nicht weiß, was mit der Einquartierung auf sie zukommt, Tom Pauls weiß es. Denn er ist nicht nur Sachse, »sondern auch Leipziger«, wie er betont. »Wenn Messe war, dann hatten die Leipziger immer Platz, auch in der kleinsten Hütte«, so Tom Pauls. Die Bekanntschaft mit den Gästen sei immer eine große Bereicherung gewesen – und eine Horizonterweiterung. Und so hat der Schirmherr der Quartiersuche in Dresden keine Zweifel, dass sich auch in der Elbestadt zahlreiche Gastgeber finden. »Dr Sachse, insbesondere dr Dresdner, is ja neugierig. Er begrüßt de Auswärdschen besonders liebevoll«, sagte er in seinem unnachahmlichen Sächsisch bei der Vorstellung der Quartierkampagne am vergangenen Freitag.</p>
<p>10 000 Privatquartiere werden für den Zeitraum vom 1. bis 5. Juni gesucht. Die Aktion hat auch einen Slogan: »La le lu – bitte gib ein Bett dazu« lautet dieser in Anlehnung an ein einst von Heinz Rühmann gesungenes Schlaflied. Neben Tom Pauls ist die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) Schirmherrin der Kampagne. Auch sie preist Dresden als liebevolle Gastgeberstadt.</p>
<p>Doch mit Dresden allein ist es nicht getan. Unterkünfte für Privatpersonen werden entlang der Bus- und Bahnlinien von Dresden bis Radeburg, Königsbrück, Kamenz, Bautzen, Bad Schandau, Altenberg, Schmiedeberg, Freiberg, Nossen, Riesa und Großenhain gesucht. Alle diese Orte sind für die Kirchentagsteilnehmer mit ihrer Dauerkarte erreichbar. In diesem Quartierbereich werden außerdem 250 Schulen als Gemeinschaftsquartiere benutzt. Dann werden die Schulbänke beiseite geräumt, damit in jedem Klassenraum 12 bis 15 Menschen ihre Isomatte ausbreiten und ihren Schlafsack entfalten können. Betreut werden sie von Freiwilligen aus den angrenzenden Kirchgemeinden: Vom Empfang übers Frühstück bis zur Nachtwache. Dazu wurden in den Kirchgemeinden des Quartierbereichs 113 Quartiermeister beauftragt. Insgesamt werden zum Kirchentag rund 100 000 Dauerteilnehmer erwartet. Etwa 40 000 Gäste werden in Hotels und auf Campingplätzen untergebracht, fast ebenso viele in den Schulen.</p>
<p>Doch wer nicht mehr auf dem Fußboden im Massenquartier übernachten will oder kann – ausländische Gäste, ältere Menschen, Familien mit Kindern, Menschen mit Behinderung – für den werden die privaten Gastgeber gesucht. Dabei müsse das Quartier kein besonderer Luxus sein, eine Couch zum Ausziehen genüge schon. »Wir suchen Unterkünfte in der Art wie man auch seine Freunde oder Verwandten unterbringt«, sagte Nora Hupfer vom Kirchentagsbüro. »Wir würden uns freuen, wenn die Gastgeber ein Frühstück vorbereiten«, fügt sie hinzu.</p>
<p>Auch Privatquartier-Teams aus den Kirchgemeinden werden in ihren Orten nach Betten suchen. Ende April werden Gastgeber und Gäste über die Zuteilung unterrichtet.</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
<p>Gastgeber können sich telefonisch melden unter der »Schlummernummer« <strong>(03 51) 79 58 52 00</strong> oder im Internet.</p>
<p><a href="http://www.kirchentag.de/privatquartier">www.kirchentag.de/privatquartier</a></p>
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		<title>Links und rechts – der Elbe</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 10:59:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ostsachsen]]></category>
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		<category><![CDATA[Dresden 45]]></category>
		<category><![CDATA[Helma Orosz]]></category>
		<category><![CDATA[Katrin Göring-Eckhardt]]></category>
		<category><![CDATA[Tabea Köbsch]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>

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		<description><![CDATA[Dresden wehrte sich am 13. Februar erfolgreich gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer
Selig sind die Friedfertigen«, sagt Katrin Göring-Eckhardt beim Friedensgebet auf dem Dresdner Postplatz. Für Christen heiße das aufzustehen, wachzurütteln, unterwegs zu sein, so die Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90/Die Grünen) und Präsidentin des Kirchentags 2011 in Dresden vor den Hunderten Teilnehmern. Darunter sind auch über 100 Bläserinnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1503" class="wp-caption alignleft" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/02/dresden_gedenken.jpg" alt="Foto: Steffen Giersch" title="dresden_gedenken" width="560" height="373" class="size-full wp-image-1503" /><p class="wp-caption-text">Foto: Steffen Giersch</p></div>
<p><strong>Dresden wehrte sich am 13. Februar erfolgreich gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer</strong></p>
<p>Selig sind die Friedfertigen«, sagt Katrin Göring-Eckhardt beim Friedensgebet auf dem Dresdner Postplatz. Für Christen heiße das aufzustehen, wachzurütteln, unterwegs zu sein, so die Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90/Die Grünen) und Präsidentin des Kirchentags 2011 in Dresden vor den Hunderten Teilnehmern. Darunter sind auch über 100 Bläserinnen und Bläser von Posaunenchören aus allen Teilen Sachsens. Sie begleiten die Stationen des Friedensgebets gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus am 13. Februar, dem Gedenktag der Zerstörung Dresdens. Seit Jahren ein Tag des stillen Gedenkens, wird dieser zunehmend von Rechtsextremen für Aufmärsche und Kundgebungen instrumentalisiert.</p>
<p>In diesem Jahr wollte die Stadt das nicht länger hinnehmen. Erstmals war es gelungen, dass Kirchen, Rathaus, Parteien, Gewerkschaften und andere Organisationen gemeinsam aufriefen zu einer Menschenkette um die Innenstadt. Das Friedensgebet bildete den Auftakt. Ruth Misselwitz von der Aktion Sühnezeichen-Friedensdienste zitierte dabei Dietrich Bonhoeffer: »Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.«</p>
<p>Diese Menschen guten Willens wurden von Gebetsstation zu Gebetsstation, über den Theaterplatz und hin zur Synagoge, immer mehr bis sie das Rathaus erreichten. Dort sollte die Menschenkette beginnen. Über 12 000 Teilnehmer, so heißt es, hatten sich dort versammelt. Oberbürgermeisterin Helma Orosz rief auf, sich den »Neu- und Altnazis, die versuchen, das Gedenken zu missbrauchen«, entgegen zu stellen. »Dresden will sie nicht«, so die Oberbürgermeisterin.</p>
<p>Und während sich aus Tausenden Menschen in der Altstadt eine Kette formierte, leisteten weit ab, auf der anderen Elbseite, fast ebensoviele Menschen Widerstand gegen den von der »Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland« angemeldeten Aufmarsch. Über 5000 Polizisten waren im Einsatz, um diese Demonstration vor gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Linksautonomen zu schützen. </p>
<p>Den friedlichen Blockierern und der Polizei gelang es schließlich, die vor dem Neustädter Bahnhof versammelten rund 6000 Rechtsextremen am Weiterkommen zu hindern. Diese mussten unverrichteter Dinge abreisen. Gera und Pirna hatten ihren Frust auszubaden: Am Abend haben mehrere Hundert von ihnen dort randaliert. Nach Polizeiangaben befanden sie sich auf der Rückreise von Dresden.</p>
<p>Die Dresdner Landessynodale Tabea Köbsch war bei der Blockade in der Dresdner Neustadt dabei. Ihr war es wichtig, »dass da auch ganz normale Leute sind und deeskalierend wirken«, sagt sie im Nachhinein. »Es fällt mir schwer, beim Friedensgebet die Hände zu falten, wenn auf der anderen Elbseite die braunen Horden sind.« Sie sieht es als großen Erfolg, dass die Blockade weitgehend friedlich geblieben ist, so wie es das Bündnis aus vorwiegend linken Parteien und Organisationen immer wieder gefordert hatte. »Friedlich und gewaltfrei« habe die Parole auf der Neustädter Seite gelautet. </p>
<p>Als Synodale wollte sie sich ein eigenes Bild von einer solchen Aktion zivilen Ungehorsams machen, nachdem im sozial-ethischen Ausschuss der Synode eine Beschwerde darüber eingegangen war, dass Kirche in Leipzig sich an einem solchen Aufruf beteiligt hatte. »Jetzt aus eigenem Erleben sage ich, dass es wichtig ist, wenn Kirche auch dabei ist«, so Köbsch. </p>
<p>Landesbischof Jochen Bohl, der an der Menschenkette in der Altstadt teilgenommen hatte, würdigte diese als »großen Erfolg«. »Wir haben dem Aufmarsch der neuen Nazis eine eindrückliche Antwort erteilt«, sagte er vor Journalisten. An der Menschenkette beteiligten sich auch der katholische Bischof Joachim Reinelt, Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl, Mini-sterpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sowie weitere Landespolitiker. Aber auch Synodenpräsident Otto Guse und seine Vorgängerin im Amt, Gudrun Lindner, hatten sich eingereiht. </p>
<p>Am Abend versammelten sich die Dresdner zu einem stillen Gedenken vor der Frauenkirche. Dabei erinnerte der frühere Bundesinnenminister Gerhard Baum (FDP) an die Bombenangriffe vor 65 Jahren, die er als Zwölfjähriger in Dresden erlebt hatte. Von der Stadt müsse »immer wieder ein Signal für Frieden und Völkerverständigung, für Demokratie und Menschenrechte in die Welt« gesendet werden, forderte der 77-Jährige. </p>
<p>In einem ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzkirche wurde am Abend ebenfalls an die Opfer der Bombennacht gedacht. Traditionell läuteten zum Zeitpunkt des Fliegeralarms am 13. Februar 1945 um 21.45 Uhr die Dresdner Kirchenglocken. </p>
<p>Während die Menschenkette ein Zeichen für den Willen der Bürger zu Frieden und Versöhnung setzte, ist die Verhinderung des Aufmarsches der Rechtsextremen jedoch den Menschen auf der anderen Elbseite zu verdanken, die mit zivilem Ungehorsam sich dem im wahrsten Sinne des Wortes entgegenstellten.<br />
Dabei ging es jedoch nicht nur friedlich zu: 27 Menschen wurden verletzt, darunter 15 Polizisten, 25 Brände mussten gelöscht werden, Autos wurden beschädigt, ein Begegnungszentrum des Stadtteils von Rechten angegriffen. Und vermutlich Linksautonome störten das stille Gedenken abends an der Frauenkirche durch laute Zwischenrufe.</p>
<p><em>Christine Reuther/epd</em></p>
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