Nach der Flut
13. August 2010 von Redaktion DER SONNTAG
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So schnell wie das Wasser kam, war es auch wieder weg. Was bleibt, sind enorme Schäden und die Fragen nach dem Warum. Viele Menschen haben in den vergangenen Tagen innerhalb weniger Stunden ihr Hab und Gut verloren, manche ihr Leben. Und nun sind Klagen zu hören: Warum hat uns niemand rechtzeitig gewarnt?
Sachsens Unwetterwarnsystem sei das modernste in Deutschland, heißt es. Aus der Flut von 2002 hat man vielerorts gelernt. Deiche und Dämme wurden gebaut, um Wassermassen von Ortschaften fernzuhalten. Und doch: Plötzlich gehen Regengüsse ungeahnten Ausmaßes nieder, die selbst die Meteorologen so nicht vorhergesehen haben. Im Nu werden Bäche zu reißenden Strömen, die niederreißen, was ihnen nicht standhält – auch vorsorgliche Dämme. Angesichts solcher Naturgewalten ist ein jeder sprachlos. Ob es vorhersehbar war oder nicht – an den verheerenden Auswirkungen der Wassermassen hätte das wohl nichts geändert.
Es scheint, als bewahrheite sich eine andere Vorhersage: Dass der Klimawandel, in dem wir uns befinden, solche Extreme hervorbringt. Hitzewelle in Russland, Schlammlawinen in China, im Wasser versinkendes Pakistan und Hochwasser in Deutschland sprechen dafür.
Doch auch andere Fragen stellen sich angesichts der zerstörerischen Fluten. Sind nach den Hochwassern der letzten Jahre wirklich die richtigen Lehren gezogen worden? Oder sind nicht doch wieder Gebäude und Straßen in Überflutungsgebieten gebaut worden, wie des der Bund für Umwelt und Naturschutz beklagt.
Es ist Zeit zu lernen, den Flüssen und Bächen wieder Raum zu geben, damit sie beim Anschwellen nicht auf menschengemachte Hindernisse stoßen.
Doch jetzt ist es oberstes Gebot zu helfen – im eigenen Land, bei den Nachbarn und weltweit.
Christine Reuther
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