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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Kinder- und Jugendarbeit</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>Licht ins Dunkel</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 10:14:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Chemnitzer Beratungsstelle »Wildwasser«]]></category>
		<category><![CDATA[Christine Bergmann]]></category>
		<category><![CDATA[Dresdner Beratungsstelle »Ausweg«]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder- und Jugendarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Landeskirchenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Opferhilfe Sachsen]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie ist ein Tabu&#xA0;– doch es gibt sie: sexuelle Gewalt auch unter Christen. Die Landeskirche tut mittler­weile einiges dagegen. Fachleute aber fordern noch weitreichendere Schritte.
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Die Aufregung über Missbrauchsfälle in Kirchen und Schulen ebbt ab – der Skandal aber bleibt: Leise, schmerzhaft, wie er immer war. Sexuelle Gewalt ist Realität. Auch in der Kirche. Auch in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ist ein Tabu&#xA0;– doch es gibt sie: sexuelle Gewalt auch unter Christen. Die Landeskirche tut mittler­weile einiges dagegen. Fachleute aber fordern noch weitreichendere Schritte.<br />
&#xA0;<br />
<img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/11/so_beitrag.jpg" alt="" title="" width="580" height="357" class="alignnone size-full wp-image-4906" /><br />
&#xA0;<br />
Die Aufregung über Missbrauchsfälle in Kirchen und Schulen ebbt ab – der Skandal aber bleibt: Leise, schmerzhaft, wie er immer war. Sexuelle Gewalt ist Realität. Auch in der Kirche. Auch in Sachsen. </p>
<p>Es bleibt ein Dunkelfeld. Die <a href="http://www.ausweg-beratung.de/">Dresdner Beratungsstelle »Ausweg«</a> berät im Jahr rund 200 Opfer&#xA0;– ein bis zwei&#xA0;Prozent davon mussten sexuelle Gewalt unter dem Dach der Kirche erleiden.</p>
<p>Bei der Chemnitzer <a href="http://www.wildwasser-chemnitz.de/">Beratungsstelle »Wildwasser«</a> suchten in den vergangenen acht Jahren über 14&#xA0;Menschen Hilfe. Täter waren Pfarrer, andere Mitarbeiter und Ehrenamtliche. Die Beraterinnen der <a href="http://www.opferhilfe-sachsen.de/">Opferhilfe Sachsen</a> hatten 2010 und 2011 allein in Ostsachsen sechs solche Fälle.</p>
<p>Im Landeskirchenamt in Dresden haben sich seit März letzten Jahres 18 Betroffene gemeldet. Oft liegen die Taten weit in der Vergangenheit, mitunter betreffen sie auch andere Landeskirchen.</p>
<p>Aufgerüttelt durch die Gewalttaten in Schulen und Kirchen, die vor anderthalb Jahren an das Licht der Öffentlichkeit kamen, handelte die sächsische Landeskirche. Sie richtete im April 2010 eine <a href="http://www.evlks.de/kontakt/beauftragte/11914.html">Kontakt- und Informationsstelle für Fälle sexuellen Missbrauchs</a> ein, in der die Gleichstellungsbeauftragte des Landeskirchenamts Kathrin Wallrabe Opfern Hilfe und Beratung vermittelt. </p>
<p>War der Umgang mit Verdachtsfällen bisher ins Ermessen der kirchlichen Vorgesetzten gestellt und dementsprechend unterschiedlich und unsicher, gibt es dafür seit September letzten Jahres einen Handlungsleitfaden der Landeskirche. Der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung soll demnach von kirchlichen Mitarbeiter »unter Zuziehung einer erfahrenen Fachkraft« geklärt werden. Wünscht das Opfer eine Aufarbeitung des Falls, werde die Kontaktstelle im Landeskirchenamt und die Justiz eingeschaltet. </p>
<p>»Das Thema betrifft aber einen so großen Scham-Bereich, dass es neben einer internen unbedingt auch eine externe Ansprechstelle geben muss, die nicht Teil des Systems ist«, sagt Volker Hoffmann von der Dresdner Beratungsstelle »Ausweg«. Eine solche Stelle aber fehlt.</p>
<p>Das Landeskirchenamt hat die Kirchenbezirke aufgerufen, in den näch­sten zwei Jahren alle Mitarbeiter ihrer Einrichtungen und Gemeinden in einer zweistündigen Veranstaltung zur Prävention zu schulen. »Das ist definitiv zu wenig Zeit«, sagt der Berater Hoffmann. »Da entsteht gefährliches Halbwissen, weil wir es oft mit perfiden Täterstrategien zu tun haben.«   </p>
<p>Das Landesjugendpfarramt bildet in diesem Jahr erstmals 15&#xA0;Mitarbeiter der Kinder- und Jugendarbeit in einer <a href="http://docs.google.com/viewer?a=v&amp;pid=sites&amp;srcid=ZXZqdXNhLmRlfGhvbWV8Z3g6NzFhNjE3ZjRkYjg5NDRkNA">umfänglichen Modul-Reihe zur Prävention</a> weiter.</p>
<p>»Ich merke, dass Kollegen sensibler werden und im Zweifelsfall eher einmal nachfragen, als die Augen zuzumachen«, sagt Heike Siebert, die als Referentin im Landesjugendpfarramt bereits seit 15&#xA0;Jahren Opfer sexueller Gewalt berät. Sie hat zum Schutz der Kinder und Jugendlichen einen Verhaltenskodex erarbeitet, der 2012 in der Evangelischen Jugend für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter gelten soll.</p>
<p>Bei der Einstellung von Mitarbeitern im Verkündigungsdienst <a href="http://www.evlks.de/landeskirche/kirchenleitung/14749.html">verlangt die Landeskirche seit einem Jahr ein erweitertes Führungszeugnis</a>, in dem nun geringere Vorstrafen wegen Sexual­delikten ablesbar sind. Für Ehrenamtliche gilt diese Regelung jedoch nicht. Man fürchtet in der Kirche, dass damit freiwilliges Engagement erschwert wird. </p>
<p>Die Bundesbeauftragte für die Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, fordert dagegen in ihrem <a href="http://www.beauftragte-missbrauch.de/file.php/30/Abschlussbericht_UBSKM.pdf">im Mai veröffentlichten Abschlussbericht</a> ausdrücklich auch für Ehrenamtliche die Vorlage eines solchen Zeugnisses. Sie meint: »Personen, die sich ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren möchten, werden eine hohe Akzeptanz für ein solches Vorgehen besitzen.«</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Es trifft die Kleinen</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 11:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Chrieschwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Detlef Köhler]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Jürgen Meurer]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendhaus Boxenstop]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder- und Jugendarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Das sächsische Sozialministerium kürzt die Gelder für die Jugendarbeit drastisch. Auch viele kirchliche Angebote sind bedroht. 
Am Anfang war eine nüchterne Zahl: 4,7 Millionen Euro will das sächsische Sozialministerium in diesem Jahr bei den Zuschüssen für die Kinder- und Jugendarbeit sparen. Grund sind die Wirtschaftskrise und die deshalb zurückgehenden Steuereinnahmen. Zwischen den Plattenbauten im Plauener [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1509" class="wp-caption alignleft" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/02/Boxenstop1.jpg" alt="Jeden Montag kochen sich Kinder und Jugendlichen im Plauener Jugendhaus Boxenstop ein gesundes Essen, was für viele von ihnen Zuhause keine Selbstverständlichkeit ist. Doch nun ist dieses Angebot in Gefahr. Foto: Ellen Liebner" title="Boxenstop1" width="560" height="367" class="size-full wp-image-1509" /><p class="wp-caption-text">Jeden Montag kochen sich Kinder und Jugendlichen im Plauener Jugendhaus Boxenstop ein gesundes Essen, was für viele von ihnen Zuhause keine Selbstverständlichkeit ist. Doch nun ist dieses Angebot in Gefahr. Foto: Ellen Liebner</p></div>
<p><strong>Das sächsische Sozialministerium kürzt die Gelder für die Jugendarbeit drastisch. Auch viele kirchliche Angebote sind bedroht. </strong></p>
<p>Am Anfang war eine nüchterne Zahl: 4,7 Millionen Euro will das sächsische Sozialministerium in diesem Jahr bei den Zuschüssen für die Kinder- und Jugendarbeit sparen. Grund sind die Wirtschaftskrise und die deshalb zurückgehenden Steuereinnahmen. Zwischen den Plattenbauten im Plauener Stadtteil Chrieschwitz kann diese abstrakte Zahl bald sehr konkret werden. </p>
<p>Im <a href="http://www.boxenstop.org">evangelischen Jugendhaus Boxenstop</a> lernen Schüler beispielsweise, sich selbst für wenig Geld ein gesundes Essen zuzubereiten. »Das kennen viele von zu Hause nicht«, sagt Detlef Köhler, der Leiter des Boxenstop. »In den Ferien bieten wir auch Freizeiten für Kinder aus Familien an, die sonst im Urlaub nie wegfahren.« Beide Angebote, fürchtet Köhler, könnten mit der angekündigten Kürzung der Fördermittel um 30 Prozent wegfallen. </p>
<p>»Die Landkreise und Städte werden diesen Rückgang kaum kompensieren können«, sagt Hans-Jürgen Meurer, Referent für Jugendhilfe der <a href="http://www.diakonie-sachsen.de">Diakonie Sachsen</a>. »Aber ob sie die Zuschüsse für alle Jugendprojekte gleichmäßig um 30 Prozent kürzen oder sich auf einzelne Vorhaben konzentrieren und andere dafür schließen werden, das ist noch offen.« Sicher aber ist für die Diakonie schon jetzt: Es wird vor allem die mobile Jugendarbeit auf den Straßen und Plätzen sowie Jugendhäuser treffen – und da vor allem die Kleinen. </p>
<p>Die mobile Jugendarbeit der Kirchgemeinde Lommatzsch-Neckanitz etwa müsste bei einer Kürzung der Zuschüsse für die einzige Mitarbeiterstelle schließen, so Hans-Jürgen Meurer. »Dabei wollte die Staatsregierung laut Koalitionsvertrag die Jugendarbeit auf dem Land stärken!« </p>
<p>Insgesamt gibt es allein innerhalb der Diakonie Sachsen 78 Projekte mit 156 Mitarbeitern, die von den Kürzungen betroffen sein könnten. Die Kirchgemeinden der sächsischen Landeskirche betreiben 50 sozialdiakonische Angebote für Jugendliche – 15 davon sind in ihrer Existenz bedroht, sagt Landesjugendpfarrer Tobias Bilz. »Jedes dieser Angebote erreicht im Durchschnitt 70 bis 120 Kinder und Jugendliche pro Woche«, so Bilz. Die Einsparungen wären eine »Zerstörung von Strukturen und Netzwerken mit unabsehbaren Auswirkungen« und »demoralisieren die Mitarbeiter genauso wie die bisher erreichten Kinder und Jugendlichen«. </p>
<p>Die Stelle des Bildungsreferenten im Dresdner <a href="http://www.evjusa.de">Landesjugendpfarramt</a> steht ebenfalls auf der Kippe. Hinzu kommt: Die Zahl der jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr soll von derzeit 1110 auf rund 500 sinken – auch davon sind kirchliche Träger betroffen. </p>
<p>»<a href="http://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/38377">Bei der Förderung des Straßenbaus kürzt der Wirtschaftsminister auch nicht</a>«, sagt Landesjugendpfarrer Tobias Bilz. »Sozialministerin Clauß nimmt den Spardruck zu schnell hin.« Jetzt wollen Vertreter der sächsischen Landeskirche und Diakonie zusammen mit anderen Jugendverbänden bei Abgeordneten und der Staatsregierung für eine Reduzierung der Kürzungen kämpfen. </p>
<p>Landesjugendpfarrer Tobias Bilz fordert: »Wir erwarten, dass die Wahrung des sozialen Friedens und die Investitionen in die heranwachsende Generation genauso ernst genommen werden wie die Rettung des Finanz- und Wirtschaftssystems.«</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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