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	<title>DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Kommentar</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>20 Jahre Einigungsvertrag</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 09:15:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Diktatur]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Platzeck]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Anerkennung von Bildungsabschlüssen wurde ebenso geregelt wie die Aufteilung der Umsatzsteuer. Es wurde auch schon Vorsorge getroffen für die abzusehenden Arbeitslosen, indem ein Altersübergangsgeld ab 57 Jahren bis zum Renteneintritt festgelegt wurde. Und es gab sogar einen Artikel, der sich mit der befristeten staatlichen Weiterfinanzierung von Kindergärten und -krippen befasste.
ie Verabschiedung des Einigungsvertrages am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Anerkennung von Bildungsabschlüssen wurde ebenso geregelt wie die Aufteilung der Umsatzsteuer. Es wurde auch schon Vorsorge getroffen für die abzusehenden Arbeitslosen, indem ein Altersübergangsgeld ab 57 Jahren bis zum Renteneintritt festgelegt wurde. Und es gab sogar einen Artikel, der sich mit der befristeten staatlichen Weiterfinanzierung von Kindergärten und -krippen befasste.<br />
<div id="attachment_2505" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/09/Bundesarchiv_Bild_183-1990-0831-031.jpg" rel="shadowbox[post-2504];player=img;"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/09/Bundesarchiv_Bild_183-1990-0831-031.jpg" alt="Der Einigungsvertrag über den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde im Ostberliner Palais Unter den Linden unterzeichnet. Nach dem feierlichen Akt der Händedruck zwischen den Verhandlungsführern, Staatssekretär Dr. Günther Krause (r.) und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (l.), und dem DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maiziere (M.). (Quelle: Bundesarchiv)" title="Bundesarchiv_Bild_183-1990-0831-031" width="300" height="186" class="size-full wp-image-2505" /></a><p class="wp-caption-text">Der Einigungsvertrag über den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde im Ostberliner Palais Unter den Linden unterzeichnet. Nach dem feierlichen Akt der Händedruck zwischen den Verhandlungsführern, Staatssekretär Dr. Günther Krause (r.) und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (l.), und dem DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maiziere (M.). (Quelle: Bundesarchiv)</p></div>Die Verabschiedung des Einigungsvertrages am 31. August 1990 war ein bis in viele Details gehendes Werk. Der Normalbürger wunderte sich, woran alles zu denken war. </p>
<p>Nicht alles wurde geregelt. Das führt noch heute zu Unzufriedenheit. </p>
<p>Erst kürzlich äußerte der brandenburgische Ministerpräident Matthias Platzeck (SPD), es sei damals ein »Anschluss« gewesen. Er hat da wohl an all die Unzufriedenen gedacht. Doch im Blick auf die Ereignisse vor 20 Jahren ist kein anderer praktikabler Weg bekannt, der beide deutsche Staaten so schnell unter »einen Hut« gebracht hätte.</p>
<p>Für junge Leute, die diesen Übergang von einem System ins andere nicht miterlebt haben, ist es nicht nachvollziehbar, welche Umwälzungen – im positiven wie im negativen Sinne – von da an zu bewältigen waren. Umso wichtiger ist es, diese Erfahrungen nicht untergehen zu lassen. Vor allem nicht diejenigen, die dazu geführt haben, dass die DDR-Diktatur zusammenbrach. Darum verwundert es immer mal wieder, wenn Jugendliche erzählen, dass das Thema in der Schule kaum vorkommt. Es bleibt oft nur den Familien überlassen, in Gesprächen diese Erfahrungen weiterzugeben. Oder die Verletzungen und Verluste derer, die sich nach 20 Jahren noch immer auf der Verliererseite sehen. </p>
<p>Leider hat der Eingungsvertrag darüber nichts geregelt, wie aus der Vergangenheit zu lernen ist. </p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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		<title>Die Chipkarte ist keine Lösung</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/08/26/die-chipkarte-ist-keine-losung/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 06:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Familien]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen meint es gut. Sie will eine Chipkarte einführen, mit deren Hilfe Kinder aus armen Familien am kulturellen Leben teilnehmen könnten. Den betroffenen Eltern Geld in die Hand zu geben, damit ihre Kinder zum Musikunterricht, in den Sportverein oder in die Theatergruppe gehen können, davor scheuen Politiker offenbar zurück: Die Eltern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/08/Chipkarte-Ursula-von-der-Leyen-.jpg" alt="Chipkarte-Ursula-von-der-Leyen-" title="Chipkarte-Ursula-von-der-Leyen-" width="590" height="475" class="alignright size-full wp-image-2440" /></p>
<p>Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen meint es gut. <a href="http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/regierung-will-chipkarten-statt-hartz-iv-gutscheine21743">Sie will eine Chipkarte einführen, mit deren Hilfe Kinder aus armen Familien am kulturellen Leben teilnehmen könnten</a>. Den betroffenen Eltern Geld in die Hand zu geben, damit ihre Kinder zum Musikunterricht, in den Sportverein oder in die Theatergruppe gehen können, davor scheuen Politiker offenbar zurück: Die Eltern könnten es für andere Dinge ausgeben. Was nicht von der Hand zu weisen ist, wenn es an allen Ecken und Enden klemmt in einer Familie, die von Hartz IV leben muss. Dazu braucht es nicht einmal einen Raucher oder Trinker in der Familie. Also, so der Vorschlag der früheren Familienministerin, soll das Geld den Kindern auf anderem Wege zugute kommen.</p>
<p>So weit so gut, doch gut gemeint, ist nicht immer gut. Und eine Chipkarte löst kein gesellschaftliches Problem. Denn das liegt wo ganz anders. Immer mehr Familien in Deutschland rutschen in Armut und werden von den Bildungsangeboten abgekoppelt. Kinder erleben keine berufstätigen Eltern und keinen verantwortlichen Umgang mit eigenem Einkommen, wenn es sich nur um immer wieder einzufordernde staatliche Zuwendungen handelt. </p>
<p>Die Armut vererbt sich dann ebenso wie die Unfähigkeit, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Hier muss angesetzt werden. Es muss Angebote geben, die allen Kindern gleichermaßen offen stehen. Das fängt beim Schulessen an und hört bei der freien Schulwahl nicht auf. </p>
<p>Doch da wird in Sachsen gerade der Rotstift angesetzt: <a href="http://www.sonntag-sachsen.de/2010/07/09/»es-wird-hart«/">für Kinder aus sozial schwachen Familien, die eine freie Schule besuchen, soll der staatliche Schulgeldzuschuss wegfallen</a>. Diese Schulen würden – wider ihren Willen – zu Eliteschulen besserverdienender Eltern werden. Und das ist weder gut noch gut gemeint.</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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		<title>Konsequent</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/02/25/konsequent/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 10:43:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Margot Käßmann]]></category>
		<category><![CDATA[Rücktritt]]></category>

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		<description><![CDATA[
Erst mal eine Woche Urlaub – und dann weitermachen. Nein, das hätte nicht zu ihr gepasst. Dass Margot Käßmann von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der EKD und Bischöfin ihrer hannoverschen Landeskirche zurück getreten ist, passt in das Bild, das man von ihr hat. Sie war in ihren Ämtern eine glaubwürdige Stimme des deutschen Protestantismus. Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1570" style="border: 0pt none;margin: 10px" title="MargotKaessmann" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/02/MargotKaessmann.jpg" alt="MargotKaessmann" width="240" height="291" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Erst mal eine Woche Urlaub – und dann weitermachen. Nein, das hätte nicht zu ihr gepasst. Dass <a title="Link: Rücktrittserklärung im Wortlaut" href="http://ekd.de/aktuell/69112.html" target="_blank">Margot Käßmann</a> von ihren Ämtern als <a title="Gemeinsames Statement des stellvertretenden Ratsvorsitzenden und der Präses der Synode der EKD" href="http://ekd.de/presse/69111.html" target="_self">Ratsvorsitzende der EKD</a> und <a title="Presseerklärung der Landeskirche zum Rücktritt von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann" href="http://www.evlka.de/content.php?contentTypeID=4&amp;id=12418" target="_blank">Bischöfin ihrer hannoverschen Landeskirche</a> zurück getreten ist, passt in das Bild, das man von ihr hat. Sie war in ihren Ämtern eine glaubwürdige Stimme des deutschen Protestantismus. Sie wirkte immer authentisch. Was sie sagte, hatte Hand und Fuß. Ihr eigener von Leid und Brüchen gezeichneter Lebenslauf gab ihr die Autorität und die Autentizität, die bei den Menschen ankam.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">So jemand nimmt einen solchen schlimmen Fehler, wie es das Fahren unter Alkoholeinfluss ist, nicht auf die leichte Schulter und geht zur Tagesordnung über, wie es vielleicht mancher andere Promi tun würde – denn die Medien und die Massen vergessen schnell.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Bei Margot Käßmann hätte man nicht vergessen. Eine Bischöfin von ihrem Format ist eine moralische Instanz, die sich immer wieder auch nach ihren Schwächen fragen lassen muss. Und sie ist eine Frau – die erste in dem hohen Amt der Ratsvorsitzenden. Und so wie es in der Arbeitswelt oft Frauen beklagen, dass sie, um das selbe Karriereziel wie ihre männlichen Kollegen zu erreichen, doppelt soviel leisten müssen – muss auch eine Frau in einem solchen traditionellen Männeramt doppelt so gut sein wie ein Mann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Oder hätte man einen Mann nach seiner Belastung durch Familie und Kinder gefragt vor der Bischofswahl? Hätte man bei einem Mann immer wieder erwähnt, dass er geschieden sei? Hätte man bei einem Mann nicht mit einem Augenzwinkern auf eine Verfehlung unter Alkoholeinfluss reagiert?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Nein, Margot Käßmann war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes in ihren Ämtern. Und bei allem Bedauern, dass ihre Amtszeit nur so kurz währte, bleibt die Achtung vor dem mutigen Schritt, aus eigener Verfehlung die Konsequenzen zu ziehen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><em>Christine Reuther</em></p>
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		<title>Wir Kriegsherren</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2009/09/11/wir-kriegsherren-afghanistan-bundeswehr/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 11:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bergpredigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Töten]]></category>

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		<description><![CDATA[Reden wir über das Töten. Reden wir über den Krieg. Denn sehen können wir ihn nicht – nicht wirklich. Die Bilder aus Afghanistan und die Phrasen der Militärs und Verteidigungspolitiker können sich dem Grauen kaum annähern. Sie täuschen. Keine Kamera ist dabei gewesen, als sich vor einer Woche am Fluss Kundus auf Veranlassung der Bundeswehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Reden wir über das Töten. Reden wir über den Krieg. Denn sehen können wir ihn nicht – nicht wirklich. Die Bilder aus Afghanistan und die Phrasen der Militärs und Verteidigungspolitiker können sich dem Grauen kaum annähern. Sie täuschen. Keine Kamera ist dabei gewesen, als sich vor einer Woche am Fluss Kundus auf Veranlassung der Bundeswehr zwei Tanklaster in eine Feuerwolke verwandelten. Als Menschen brannten, starben und vor Schmerzen brüllten. Auch Kinder. So sieht es aus, wenn Deutschland am Hindukusch verteidigt wird.</p>
<div id="attachment_733" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2009/09/bundeswehr_afg.jpg" rel="shadowbox[post-731];player=img;"><img class="size-full wp-image-733" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2009/09/bundeswehr_afg.jpg" alt="(Quelle: Unsere Bundeswehr in Afghanistan/Bundeswehr)" width="200" height="151" /></a><p class="wp-caption-text">(Quelle: Unsere Bundeswehr in Afghanistan/Bundeswehr)</p></div>
<p>Redet man so über das Töten, dann ist keine Zeit mehr für den diplomatischen Kammerton. Kein Deutscher weiß das besser als die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Man kann viel über die Verworrenheit jenes fernen Krieges philosophieren, über globale Sicherheitspolitik und ihren moralischen Auftrag.</p>
<p>Aber man kann nicht davon schweigen: Die Auftraggeber des Tötens und Verbrennens am Fluss Kundus sind – wir. Das müssen wir wissen, und sollten die mit Wahlversprechen aufmunitionierten Bundestags-Kandidaten danach fragen.</p>
<p>Die Soldaten seelsorgerlich begleiten, ihr Gewissen zu schärfen und im Übrigen auf ein gutes Verhältnis zu Politik und Bundeswehr bedacht zu sein – das reicht nicht für die Kirche und ihren Auftrag. Sie muss die meist verschwiegenen Fragen klar stellen: Sollte ein toter Afghane uns weniger aufrütteln als ein toter deutscher Soldat? Und: Kann das Ziel, Terroranschläge auf Deutsche zu verhindern, den massenhaften Feuertod von Afghanen rechtfertigen?</p>
<p>Jesu Bergpredigt gibt eine klare Antwort. Der schwedische Außenminister Carl Bildt hat sie so formuliert: Wir gewinnen nicht, indem wir töten.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Keine Entschuldigung</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2009/09/03/keine-entschuldigung/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 11:54:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Asylbewerber]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenasyl]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstmord]]></category>

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		<description><![CDATA[Wohnen ist ein Menschenrecht. Und eine Privatsphäre gehört zu den geschützten Werten in unserer Gesellschaft. Aber eben nicht für alle Menschen, wie man an den Zuständen in Asylbewerberheimen immer mal wieder sieht. Jüngstes Beispiel ist der Selbstmord einer Libanesin, die mit ihrer Familie im Asylbewerberheim Frankenau bei Mittweida untergebracht war und wegen dessen Schließung in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2009/09/1197866_open_door_classics_3.jpg" rel="shadowbox[post-670];player=img;"><img class="alignright size-full wp-image-693" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2009/09/1197866_open_door_classics_3.jpg" alt="Graik: Ivan Petrov (sxc.hu)" width="204" height="300" /></a>Wohnen ist ein Menschenrecht. Und eine Privatsphäre gehört zu den geschützten Werten in unserer Gesellschaft. Aber eben nicht für alle Menschen, wie man an den Zuständen in Asylbewerberheimen immer mal wieder sieht. Jüngstes Beispiel ist der <a title="Wohnung verwehrt – Asylbewerberin begeht Selbstmord" href="http://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/6635857.html" target="_blank">Selbstmord einer Libanesin</a>, die mit ihrer Familie im Asylbewerberheim Frankenau bei Mittweida untergebracht war und wegen dessen Schließung in ein anderes Heim verlegt werden sollte.</p>
<p>Ein eigene Wohnung, das wollte die Frau für ihre Familie. Dass sie schon länger als selbstmordgefährdet galt, kann bei ihrem Tod in keiner Hinsicht als Entschuldigung dienen. Im Gegenteil: Es zeigt nur, unter welchem seelischen Druck diese Frau stand, die mit ihrer Familie die Heimat verlassen musste in eine ungewisse Zukunft hinein. Die ihren Kindern ein Zuhause bieten will und doch nur immer wieder in einer Massenunterkunft landet.</p>
<p>Wie mit Asylbewerbern umzugehen ist, dafür gibt es Gesetze. Es ist geregelt, wer von ihnen eine eigene Wohnung beanspruchen darf und wer nicht. Erst unlängst trat das mit dem Kirchenasyl als Protest gegen die Wohnsituation von Flüchtlingsfamilien in <a title="Asylbewerberfamilien besetzen Frauenkirche in Grimma" href="http://www.mdr.de/sachsen/6467096.html" target="_blank">Grimma</a> zutage.</p>
<p>Behördenmitarbeiter sind an die Gesetze gebunden. Doch Gesetze können geändert werden. Im Falle der Wohnsituation von Flüchtlingen scheint das dringend nötig. Wozu aber keine Gesetzesänderung nötig ist, das ist ein einfühlsames Verhalten gegenüber den Menschen in ihrer verzweifelten Lage. Und wenn man den bisher bekannt gewordenen Tatsachen glauben darf, wurde ja noch nicht einmal ein Notarzt gerufen, um die Frau zu retten: Ihr Mann sollte sie selbst ins Krankenhaus fahren, wo natürlich jede Hilfe zu spät kam. Und dafür gibt es nun wirklich keine Entschuldigung.</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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		<title>Neuer Anlauf</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 14:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[EKD]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche der Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Reformprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftswerkstatt]]></category>

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		<description><![CDATA[s ist still geworden um den Reformprozess des deutschen Protestantismus. Nach dem Paukenschlag zum Auftakt vor drei Jahren mit dem Positionspapier »Kirche der Freiheit – Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert« und der anschließenden Debatte über Anzahl und Größe von Landeskirchen hat sich die Aufregung schnell wieder gelegt. 
Heute spricht kaum noch jemand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_625" class="wp-caption alignleft" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2009/08/neuer_anlauf_web.jpg" alt="Foto: Joakim Buchwald, sxc.hu" width="560" height="372" class="size-full wp-image-625" /><p class="wp-caption-text">Foto: Joakim Buchwald, sxc.hu</p></div>Es ist still geworden um den <a href="http://www.kirche-im-aufbruch.ekd.de/reformprozess.html">Reformprozess des deutschen Protestantismus</a>. Nach dem Paukenschlag zum Auftakt vor drei Jahren mit dem Positionspapier »Kirche der Freiheit – Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert« und der anschließenden Debatte über Anzahl und Größe von Landeskirchen hat sich die Aufregung schnell wieder gelegt. </p>
<p>Heute spricht kaum noch jemand über die Qualitätsstandards von kirchlichen Angeboten oder eine notwendige Strukturanpassung. Das soll jetzt wieder anders werden. Im September ist in Kassel die nächste <a href="http://www.kirche-im-aufbruch.ekd.de/11244.html">Zukunftswerkstatt </a> der EKD geplant.</p>
<p>Dass das Unternehmen jetzt Werkstatt heißt und nicht mehr Zukunftskongress wie noch in Wittenberg ist dabei bezeichnend. Offenbar hat die EKD manche Erwartung relativiert. Ein Grundübel des gesamten Prozesses ist es zweifellos gewesen, vor allem die ökonomische Effizienz im Blick zu haben. Mit diesem Ansatz geht das Papier nicht nur an der Wirklichkeit der Gemeinden vorbei, es hat auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verprellt. Denn die Gestaltung von Kirche lässt sich eben nicht allein durch Organisationsmodelle aus der Wirtschaft bewerkstelligen.</p>
<p>Der in dem Papier geforderte Mentalitätswandel sei zwar richtig, konstatierte zuletzt selbst die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann. Aber auch die Jünger Jesu seien keine »Elitetruppe« gewesen. Einem Sterbenden die Hand zu halten, lasse sich nicht effektiv gestalten. Es gehe vielmehr darum, Sehnsucht nach dem Glauben zu wecken. </p>
<p>Wie das bewerkstelligt werden kann, ist die eigentliche Frage. Erst wenn der Reformprozess das wieder in das Zentrum rückt, kann der neuerliche Anlauf gelingen. Ansonsten bleibt auch die Zukunftswerkstatt in Kassel eine Episode ohne Folgen.<br />
<em><br />
Martin Hanusch</em></p>
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