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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Muslime</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>Danke, liebe Nicht-Christen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 14:16:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[14-Millionen-Euro-Budgets]]></category>
		<category><![CDATA[Agnostiker]]></category>
		<category><![CDATA[Atheisten]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchentag]]></category>
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		<description><![CDATA[
Schließen wir kurz vor dem Kirchentag einmal für einen Moment die Augen und stellen uns vor: In der Stadt, in der wir leben, ist die christliche Welt noch in Ordnung. Die Gläubigen sind fast unter sich – nur jeder Fünfte gehört zu keiner Kirche. Doch just diese Minderheit will einen Atheisten-Tag feiern, mit 100.000&#xA0;Gästen. 
Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/05/852346_10903070.jpg" alt="852346_10903070" title="852346_10903070" width="590" height="252" class="aligncenter size-full wp-image-3852" /></p>
<p>Schließen wir kurz vor dem Kirchentag einmal für einen Moment die Augen und stellen uns vor: In der Stadt, in der wir leben, ist die christliche Welt noch in Ordnung. Die Gläubigen sind fast unter sich – nur jeder Fünfte gehört zu keiner Kirche. Doch just diese Minderheit will einen Atheisten-Tag feiern, mit 100.000&#xA0;Gästen. </p>
<p>Sie sagen: Das ist ein Gewinn für die Stadt, schließlich sind wir die Bewahrer der kritischen Aufklärung, ja sogar des Fundaments unserer Gesellschaft. Deshalb sei es doch recht und billig, dass die gesamte Gesellschaft auch ihr Treffen unterstützt. Mit Schulen als Quartiere für die vielen tausend Gäste, mit Straßenbahnen und Bussen, mit Millionen Euro&#xA0;– und mit ganz viel Verständnis für das vorhersehbare Verkehrschaos. Unmöglich, dass eine andersgläubige Mehrheit das akzeptiert?</p>
<p>Unzählige Sachsen, die nichts oder zumindest nichts Christliches glauben, geben in diesen Tag eine eindeutige Antwort: Ja, so etwas ist möglich. Eine große Mehrheit von Politikern im Land Sachsen und in der Stadt Dresden unterstützt&#xA0;– ob Kirchenmitglied oder nicht&#xA0;– die großzügige Förderung des Christen­treffens aus staatlichen Kassen. Über die Hälfte des 14-Millionen-Euro-Budgets des Kirchentags wird so bezahlt. <a href="http:///www.epd.de/ost/ost_index_87191.html">Nur aus FDP und Linkspartei kam Kritik</a>. </p>
<p>Städte und Gemeinden öffnen 270&#xA0;Schulen für die weit gereisten Gäste, Hausmeister, Bus- und Straßenbahnfahrer schieben Sonderschichten, Lehrer planen ihren Unterricht um und Eltern die Betreuung ihrer Kinder.</p>
<p>Dafür sei es an dieser Stelle einmal ausgesprochen: Danke, liebe Nicht-Christen, Atheisten, Agnostiker, Muslime, Juden, liebe Zweifler.  Wir als Kirche sollten ihre Offenheit nicht vergessen&#xA0;– und selbst offen sein, wenn sie uns brauchen.</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
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		<title>Lieber Gott, lieber Allah</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 12:43:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Lukaskirchgemeinde Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Muslime]]></category>

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		<description><![CDATA[Angst vor dem Islam? Nicht unter Kindern. In evangelischen Kindergärten beten kleine Muslime und Christen gemeinsam – trotz aller Unterschiede.

Alle Kinderaugen blicken gebannt auf die kleine weiße Puppe. Das ist Jesus, wie er gerade den blinden Bartimäus heilt – im Spielzeugformat. Für viele der Kleinen im evangelischen Kindergarten der Dresdner Lukaskirchgemeinde sind die biblischen Geschichten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Angst vor dem Islam? Nicht unter Kindern. In evangelischen Kindergärten beten kleine Muslime und Christen gemeinsam – trotz aller Unterschiede.</strong></p>
<p><img class="size-full wp-image-1577 alignnone" title="Christen Muslime" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/02/sonntag_09-2010.jpg" alt="Christen Muslime" width="531" height="327" /></p>
<p>Alle Kinderaugen blicken gebannt auf die kleine weiße Puppe. Das ist Jesus, wie er gerade den blinden Bartimäus heilt – im Spielzeugformat. Für viele der Kleinen im evangelischen Kindergarten der Dresdner Lukaskirchgemeinde sind die biblischen Geschichten im Morgenkreis heiliger Ernst. So wie das Gebet.</p>
<p>Wenn auch die siebenjährige Sarah, der fünfjährige Ibrahim und der dreijährige Joseph mitbeten, sieht ihr Vater Waled Hammash, gebürtiger Palästinenser und gläubiger Muslim, das mit einem Augenzwinkern. »Wir respektieren Christen und Juden, denn wir kommen alle von einem Gott, dem Gott Abrahams«, sagt er. Der Respekt ist beiderseits. Weil Schweinefleisch für Muslime tabu ist, akzeptiert es der evangelische Kindergarten, dass die Familie Hammash ihren Kleinen ein eigenes Mittagessen mitgibt – bei seiner größten Tochter in einer nicht-kirchlichen Einrichtung, sei das unmöglich gewesen, erzählt Vater Waled.</p>
<p>»Die Kinder kennen die hochtheologischen, trennenden Barrieren nicht, die wir Erwachsenen haben«, hat Ute Schubert, die Erzieherin von Sarah, Ibrahim und Joseph beobachtet. »Sie sind neugierig und interessiert am Anderen. Kinder aus anderen Kulturen sind für sie immer eine Bereicherung.«</p>
<p>Allerdings ist dies eine Seltenheit in Sachsen. Nur jedes Zwanzigste der Kindergartenkinder kommt hierzulande aus Migrantenfamilien – in den westlichen Bundesländern ist es oft ein Vielfaches mehr.</p>
<p>Die beiden Tübinger Professoren Albert Biesinger und Friedrich Schweitzer fanden in einer <a href="http://books.google.com/books?id=5CmeQBk7nUMC&amp;pg=PA150&amp;lpg=PA150&amp;dq=Biesinger+Schweitzer+Kindergarten+Studie&amp;source=bl&amp;ots=RTier9FVht&amp;sig=foKrTZUvXsfMKgMDfuDnUThFjVo&amp;hl=de&amp;ei=9gqFS6yeLJuO_AbXquzIAg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=6&amp;ved=0CBUQ6AEwBQ#v=onepage&amp;q=Biesinger%20Schweitzer%20Kindergarten%20Studie&amp;f=false">groß angelegten Untersuchung von 364 Kindergärten in Ost- und Westdeutschland</a> heraus, dass bundesweit in nicht-kirchlichen Einrichtungen erheblich mehr Kinder aus muslimischen Familien betreut werden als in konfessionellen. »Doch in Interviews wurde deutlich, dass muslimische Eltern teilweise bewusst eine christliche Einrichtung wählen, da es ihnen wichtig ist, dass überhaupt eine religiöse Erziehung stattfindet«, schrei­ben sie.<br />
Es ist eine Chance für beide Seiten. »Schon im Kindergarten können muslimische, christliche und atheisti­sche Kinder lernen, den anderen zu respektieren, so wie er ist«, sagt die gebürtige Irakerin In Am Sayad Mahmood, die im Ökumenischen Informationszentrum Dresden für den christlich-islamischen Dialog arbeitet. »Der Prophet sagt: Das Lernen in der Kindheit ist genauso wie das Schreiben auf Stein – das bleibt für immer.«</p>
<p>Dafür brauchen die Mitarbeiter in den Kindergärten einiges an Wissen über den Islam. Daran aber mangelt es oft, stellte die Tübinger Studie fest – und auch, dass die Kita-Träger ihre Erzieherinnen in der interreligiösen Bildung kaum unterstützen.<br />
»Muslime erwarten aber auch von uns, dass wir unseren eigenen Glauben leben«, sagt Harald Lamprecht, der Beauftragte für Weltanschauungsfragen der sächsischen Landeskirchen. »Man kann es durchaus in einem Kindergarten thematisieren, dass wir Chri­sten glauben, dass Gott uns in Jesus Christus auf einzigartige Weise nahe gekommen ist – und dass Muslime das anders sehen.«</p>
<p>Für Waled Hammash war diese Grenze erreicht, als seine Tochter eines Tages im Kindergarten einen Text aufsagte, in dem es um Jesus ging. »Das ist für uns unakzeptabel. Jesus sehen wir als Propheten und Mensch, nicht als Gottes Sohn. Das steht im Koran.« Sonntags gehen seine Kinder in die Moschee zum Koranunterricht.<br />
Beim Morgenkreis im Lukaskindergarten singen die Kinder: »Wir feiern heute ein Fest, weil Gott uns alle liebt.« Sie rudern dabei unbekümmert mit den Armen.<br />
»Wir Erwachsenen können eine Menge von den Kindern lernen«, glaubt ihre Erzieherin Ute Schubert. »Es steht schon in der Bibel: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.«</p>
<p><em>Andreas Roth</em></p>
<p><a href="http://books.google.com/books?id=5CmeQBk7nUMC&amp;pg=PA150&amp;lpg=PA150&amp;dq=Biesinger+Schweitzer+Kindergarten+Studie&amp;source=bl&amp;ots=RTier9FVht&amp;sig=foKrTZUvXsfMKgMDfuDnUThFjVo&amp;hl=de&amp;ei=9gqFS6yeLJuO_AbXquzIAg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=6&amp;ved=0CBUQ6AEwBQ#v=onepage&amp;q=Biesinger%20Schweitzer%20Kindergarten%20Studie&amp;f=false">Die Studie &#8220;Mein Gott &#8211; Dein Gott&#8221; im Internet</a></p>
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