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	<title>⇒ DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Nietzsche</title>
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		<title>Eine tröstende Zusage – kein Appell zu Sorglosigkeit</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 16:16:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
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		<description><![CDATA[Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch! Der Herr ist nahe!
Philipper 4, Verse 4 und 5
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Ich bin ein fröhlicher Mensch und ich lache gern.  Mit dem Philosophen Nietzsche bin ich der Überzeugung: Uns Christen müsste man die Erlösung viel mehr ansehen können, damit wir glaubwürdiger wären. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch! Der Herr ist nahe!<br />
<em>Philipper 4, Verse 4 und 5</em></p></blockquote>
<p><a href="http://www.wort-zur-woche.de/2009_51.mp3" rel="shadowbox[post-1187];player=flv;width=500;height=0;">Download audio file (2009_51.mp3)</a></p>
<p>Ich bin ein fröhlicher Mensch und ich lache gern.  Mit dem Philosophen Nietzsche bin ich der Überzeugung: Uns Christen müsste man die Erlösung viel mehr ansehen können, damit wir glaubwürdiger wären. Gleichzeitig treibt mich die Sorge um die Not leidenden Menschen und die geschundene Krea­tur um. Manchmal kommt mir meine Fröhlichkeit angesichts der Millionen Hungertoten abhanden. Kaum vorstellbar der Gedanke, die Gedemütigten, Vernachlässigten, Unterernährten und sozial Ausgegrenzten aufzufordern, sich dennoch zu freuen.</p>
<p><div id="attachment_1204" class="wp-caption alignright" style="width: 346px"><img class="size-full wp-image-1204" title="963619_90797193" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2009/12/963619_90797193.jpg" alt="Foto: Attilio Ivan, sxc.hu" width="336" height="252" /><p class="wp-caption-text">Foto: Attilio Ivan, sxc.hu</p></div>In seinem Brief an die Christen in Philippi gebrauchte Paulus den Ausdruck »Freut Euch« zehn Mal in acht Versen! Ausgerechnet im Philipperbrief, der in der aussichtslosesten Lebenslage des Apo­stels geschrieben wurde, dominiert die optimistische Lebenseinstellung. Paulus wurde verfolgt, verprügelt und zuletzt ins Gefängnis gesteckt. Und nun wartet er auf seine Verhandlung. Aus diesen Tagen der Ungewissheit in Gefangenschaft stammen diese Sätze.</p>
<p>Auch Jochen Klepper ist ein Beispiel für diese Ambivalenz. Eines seiner schönsten Lieder »Die Nacht ist vorgedrungen« spricht von soviel innerer Freude und Hoffnung. Dennoch hat er den Terror der Nazis nicht ausgehalten und sich umgebracht.</p>
<p>So dicht beieinander: Licht und Schatten, Leben und Tod, Freude und Traurigkeit. Aber es kommt darauf an, dass jemand etwas anderes hofft, als alle befürchten, dass jemand mehr sieht als die Welt, die die Medien zeigen, dass jemand noch an etwas anderes glaubt als an Krieg, Streit und Tod. Dieser Vers ist alles andere als ein Appell zur fröhlichen Sorglosigkeit. Viel, viel mehr ist er eine tröstende Zusage: Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind.</p>
<p><em>Christine Müller</em></p>
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