Gegen allen Augenschein: Mut zum Jubeln
25. August 2011 von DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
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Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.
Psalm 33, Vers 12
In einen Jubelpsalm zum Fest ist leicht einzustimmen, wenn alles schön ist, wenn zigtausend Menschen in einer Stadt friedlich und fröhlich miteinander feiern und sogar das Wetter mitspielt und die Sonne auf die Herzhände der Kirchentagspräsidentin reagiert.
In einen Jubelpsalm ist leicht einzustimmen, wenn Christinnen und Christen sich als die jüngeren Geschwister des Volkes Gottes und nicht als die »Besseren« verstehen, wenn sie der Schrift der Vorfahren, dem »Ersten Testament«, genau so ein Gewicht beimessen wie dem »Zweiten Testament«.
Da sprudeln die Worte aus dem Herzen, finden Freude und Dank ihren Ausdruck.
Und die Realität? Sind Jubelpsalmen alltagstauglich angesichts eines Massenmörders mit christlich-fundamentalistischen Ideen? Sind Jubelpsalmen alltagstauglich angesichts der zunehmenden Verhärtung zwischen Israel und den arabischen Menschen, wo auf beiden Seiten offensichtlich immer mehr unbarmherzige Hardliner Mehrheiten gewinnen?
Mir bleibt der Jubel gelegentlich im Halse stecken. Und dennoch will ich mich – gerade im bedrängenden Alltag – der Zusagen Gottes besinnen und gegen meine eigene Angst und Bedrängung Lob- und Danklieder singen:
Dafür, dass es immer noch und immer wieder Liebe, Achtsamkeit und Offenheit für andere Meinungen zwischen Menschen gibt.
Dafür, dass es auch im Nahen Osten unermüdliche Friedens-Stifter und -Stifterinnen gibt.
Ich will weiter Jubelpsalmen singen, für ein angstfreies und von Gottes Menschenfreundlichkeit erfülltes Leben.
Gegen allen Augenschein will ich singen und ich lade Sie ein: Mut zum Jubeln!
Karl-Heinz Maischner
Der Autor ist Leiter der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen.
Gott sieht weiter als wir
6. August 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
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Gott sieht weiter als wir Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! Psalm 33, Vers 12
Manchmal ist es wie ein Rettungsring – dieses Festhalten an der Gewissheit, dass Gott sich uns zuwendet: dem Einzelnen, wie auch einem ganzen Volk. Gerade dann ist solch ein Rettungsring nötig, wenn alle anderen Zuverlässigkeiten wegbrechen. Was das erwählte Volk Israel im Verlauf seiner wechselvollen Geschichte erlebt hat, waren alles andere als nur glanzvolle Epochen alttestamentlicher Zeiten. Weitaus zahlreicher waren die Zeiten der Unterdrückung, Vertreibung, der Pogrome und Zerstörung, die immer wieder bis fast zur Vernichtung des Volkes Israels geführt haben – bis in die jüngste Geschichte auch unseres Landes.

Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Landeskirchen beim Freistaat Sachsen. Foto: Steffen Giersch
Auch in unserem eigenen Leben gibt es Zeiten, in denen wir Gott in Frage stellen. Wie viele Tiefpunkte kennt ein Lebensweg, so dass wir an Gott nicht nur zweifeln, sondern auch verzweifeln könn(t)en? Wie viele Widerfahrnisse des Lebens bringen wir nicht in den Einklang mit der Güte Gottes? Entgegen diesem Zweifel können wir nur von ganzem Herzen darauf vertrauen, dass Gott uns nahe ist, dass er sich uns zuwendet und uns hält. Gott sieht weiter als wir und er hat dort, wo wir am Ende sind, noch eine Idee für unser Leben. Darauf dürfen wir uns verlassen. Diese Gewissheit macht die Zuversicht unseres Glaubens aus. Wohl dem, der sich auf diese Gewissheit verlässt.
Christoph Seele
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