Kind sein und sich begeistern lassen
7. Januar 2010 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche

Foto: Bianca de Blok, sxc.hu
Welche der Geist Gottes treibt,die sind Gottes Kinder.
Römer 8, Vers 14
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Und? Wessen Geistes Kind bist du? Hast du deinen Geist längst aufgegeben? Lebst du geistreich oder treibst du geistlos durchs neue Jahr?
Mag sein, dass es uns auf den Geist geht darüber nachzusinnen, was uns umtreibt. Doch die Ansage aus dem Römerbrief ist eindeutig. Wer sich von Gott selbst inspirieren und treiben lässt, gehört als sein Kind zu ihm. Und damit folgt möglicherweise ein zweiter Widerstand. Denn wer will schon gern wieder ein Kind sein?
Wie stolz sind Kinder, wenn sie nicht mehr die Kleinsten sind. Jeder hat einmal die Erfahrung gemacht: Man will nicht länger bevormundet werden, will endlich eigene Entscheidungen treffen.
Gegen dieses Bedürfnis, als eigene Persönlichkeit wahrgenommen zu werden, spricht der Wochenspruch nicht. Vielmehr verbirgt sich in ihm ein Appell zu tiefem Urvertrauen und neugieriger Begeisterung für das, was Gott vorhat. Kind zu sein heißt dabei vor allem, in einer persönlichen Beziehung zum Vater zu leben und sich leiten zu lassen.
Nun können Erwachsene nicht so sorg- und arglos durchs Leben treiben, wie wir es uns im Ideal einer glücklichen Kindheit vorstellen. Zuviel muss man bedenken und billigen, kalkulieren und kategorisieren.
Doch will uns Gott gerade in allen Abhärtungen, Abgeklärtheiten und Abgründen begegnen, uns mit allen guten Geistern erfrischen und verändern.
Gottes heiliger Geist ist dabei erhaben über jeden Zeitgeist, stärker als tagesaktuelle Trends und beweglicher als tiefverwurzelte Traditionen. Verlässlich weht er durch die Zeit und nimmt Besitz von allen, die sich seinem Antrieb öffnen. Lassen wir uns als seine Kinder stetig neu von ihm begeistern.
Tobias Petzoldt
Tobias Petzoldt ist Landesjugendbildungsreferent der Evangelischen Jugend in Sachsen.
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Damit die Seele einen Ruhepunkt findet
15. Oktober 2009 von Redaktion DER SONNTAG
Abgelegt unter Wort zur Woche
Heile du mich, Herr, so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen.
Jeremia 17, Vers 14
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Bettina Dörfel ist Landesleiterin der Kirchlichen Frauenarbeit in Sachsen. Foto: Steffen Giersch
Ähnliches hat Jeremia erlebt. Er litt darunter, dass die Leute ihn nicht mehr ernst nahmen. Leidenschaftlich hatte er sich dafür eingesetzt, dass die Menschen ihre Lebenseinstellungen grundsätzlich ändern. »Wo bleibt denn das Unglück, das der Herr angedroht hat? Es soll doch kommen!«, so beschreibt er die Reaktion seiner Landsleute in Vers 15.
Verunsichert wirkt Jeremia hier, enttäuscht und zornig. Vielleicht ein erster Schritt, damit die zerrissene Seele wieder heil werden kann: alles herauslassen, was an Wut in einem steckt. Gut ist es, wenn man es Gott sagen kann und nicht anderen an den Kopf knallen muss. Noch besser ist es, wenn man so wie Jeremia »Du« sagen kann zu Gott, wenn in der Enttäuschung dieses Vertrauen bestehen bleibt. Dann hat sich die Situation zwar nicht verändert, aber die Seele hat einen Ruhepunkt gefunden.
Von diesem Punkt aus kann sich Heilendes entwickeln, kann sich Bitterkeit lösen und der Blick klar werden: Was ist mein Auftrag jetzt? Wofür kämpfe ich trotz allem Widerstand? Wer unterstützt mich? Was tue ich Gutes für mich, damit die Seele heil bleibt? Und wenn mir letzteres nicht ganz gelingt, dann weiß
ich ja, an wen ich mich wende.
Bettina Dörfel
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