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	<title>DER SONNTAG [Sachsen] &#187; Wort zur Woche</title>
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	<description>Wochenzeitung für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens</description>
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		<title>Gott sieht weiter als wir</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 11:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Psalm 33.12]]></category>

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		<description><![CDATA[Gott sieht weiter als wir Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!                 Psalm 33, Vers 12
Manchmal ist es wie ein Rettungsring – dieses Festhalten an der Gewissheit, dass Gott sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Gott sieht weiter als wir Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!                 Psalm 33, Vers 12</p></blockquote>
<p>Manchmal ist es wie ein Rettungsring – dieses Festhalten an der Gewissheit, dass Gott sich uns zuwendet: dem Einzelnen, wie auch einem ganzen Volk. Gerade dann ist solch ein Rettungsring nötig, wenn alle anderen Zuverlässigkeiten wegbrechen. Was das erwählte Volk Israel im Verlauf seiner wechselvollen Geschichte erlebt hat, waren alles andere als nur glanzvolle Epochen alttestamentlicher Zeiten. Weitaus zahlreicher waren die Zeiten der Unterdrückung, Vertreibung, der Pogrome und Zerstörung, die immer wieder bis fast zur Vernichtung des Volkes Israels geführt haben – bis in die jüngste Geschichte auch unseres Landes. </p>
<p><div id="attachment_2352" class="wp-caption alignleft" style="width: 213px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/08/seele-christoph-giersch1-203x300.jpg" alt="Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Landeskirchen beim Freistaat Sachsen. Foto: Steffen Giersch" title="seelechristophgiersch" width="203" height="300" class="size-medium wp-image-2352" /><p class="wp-caption-text">Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Landeskirchen beim Freistaat Sachsen. Foto: Steffen Giersch</p></div>Alle Sicherheiten brechen angesichts dieses maßlosen Leides weg. Woran noch glauben? Worauf sich verlassen? »Kann es nach Auschwitz noch einen Gott der Liebe geben?« So fragte einst der jüdische Religionsphilosoph Hans Jonas und brachte damit alle Zweifel auf den Punkt. Entgegen dieser furchtbaren Lebenserfahrung und entgegen dieser dramatischen Geschichte des Volkes Israel bleibt dennoch das tiefe Vertrauen, dass Gott der Herr ist. Ein Wort wie ein Rettungsring.</p>
<p>Auch in unserem eigenen Leben gibt es Zeiten, in denen wir Gott in Frage stellen. Wie viele Tiefpunkte kennt ein Lebensweg, so dass wir an Gott nicht nur zweifeln, sondern auch verzweifeln könn(t)en? Wie viele Widerfahrnisse des Lebens bringen wir nicht in den Einklang mit der Güte Gottes? Entgegen diesem Zweifel können wir nur von ganzem Herzen darauf vertrauen, dass Gott uns nahe ist, dass er sich uns zuwendet und uns hält. Gott sieht weiter als wir und er hat dort, wo wir am Ende sind, noch eine Idee für unser Leben. Darauf dürfen wir uns verlassen. Diese Gewissheit macht die Zuversicht unseres Glaubens aus. Wohl dem, der sich auf diese Gewissheit verlässt. </p>
<p><em>Christoph Seele</em></p>
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		<title>Unterwegs sein und die Botschaft verkünden</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 11:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas 12.48]]></category>

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		<description><![CDATA[Wem viel gegeben ist,
bei dem wird man viel suchen;
und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.
Lukas 12, Vers 48
Pilgern erlebt heutzutage eine Hochkonjunktur. Es bedarf dazu nicht erst der Lektüre von Hape Kerkelings Erfahrungen, um sich auf den Weg zu machen. Und das Ziel muss nicht Santiago de Compostela heißen. Manchmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wem viel gegeben ist,<br />
bei dem wird man viel suchen;<br />
und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.<br />
Lukas 12, Vers 48</p></blockquote>
<p><div id="attachment_2326" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/1082740_85014786.jpg" alt="Foto: Miguel Saavedra, sxc.hu" title="Pilgern, Foto: Miguel Saavedra, sxc.hu" width="560" height="373" class="size-full wp-image-2326" /><p class="wp-caption-text">Foto: Miguel Saavedra, sxc.hu</p></div><br />
Pilgern erlebt heutzutage eine Hochkonjunktur. Es bedarf dazu nicht erst der Lektüre von Hape Kerkelings Erfahrungen, um sich auf den Weg zu machen. Und das Ziel muss nicht Santiago de Compostela heißen. Manchmal reicht schon der neu angelegte Pilgerweg unmittelbar vor der eigenen Haustür, der einen lockt, das Pilgern auszuprobieren. </p>
<p>Menschen machen sich auf den Weg, um ihren Erfahrungen mit und im Glauben nachzuforschen, ihnen im wahrsten Sinn des Wortes nachzugehen und anderen Menschen dabei zu begegnen. Dabei ist das alles keine neue Erfindung: Peregrinatio propter Christum – die Pilgerschaft um Christi willen – so bezeichneten iro-schottische Mönche im 6. Jahrhundert nach Christus ihr Unterwegssein. Aus dem hohen Norden Irlands und Schottlands pilgerten sie bis weit in den Süden des europäischen Festlandes. Wo sie hinkamen, hinterließen sie Spuren. Von dem, was sie hatten, gaben sie ab. An der Zuversicht ihres Glaubens ließen sie andere Menschen teilhaben. </p>
<p>Auch wir sind herausgerufen aus unseren (Kirchen-) Mauern, um Menschen von dem zu erzählen, was uns im Glauben bewegt, bestärkt und zuversichtlich macht. Es gibt Worte, die können nur wir als Christinnen und Christen glaubhaft weitersagen. Ich erlebe oft, dass es gerade diese Worte schaffen, den Lärm unserer Zeit zu durchdringen. </p>
<p>Nicht, weil sie lauter sind und andere übertönen, sondern weil die Botschaft des Evangeliums einzigartig ist und es vermag, auch manche Sprachlosigkeit zu beenden. Weil wir um diese Kraft des Evangeliums wissen, sind wir herausgerufen und hineingestellt in eine Welt, die diese Botschaft braucht.</p>
<p><em>Christoph Seele</em></p>
<p>Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der Landeskirchen beim Freistaat Sachsen.</p>
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		<title>Von denen, die Jesus nachfolgen, wird mehr verlangt</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 11:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Epheser 5.8]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Martin]]></category>

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		<description><![CDATA[Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichtes ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5, Verse 8 und 9
Wahrscheinlich ist es für viele ein Bedürfnis, die Welt und die Menschen einzuteilen in gut und böse, in weiß und schwarz oder – wie eben im Ephe­serbrief – in Licht und Finsternis. Diese Einteilung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichtes ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.<br />
<em>Epheser 5, Verse 8 und 9</em></p></blockquote>
<p>Wahrscheinlich ist es für viele ein Bedürfnis, die Welt und die Menschen einzuteilen in gut und böse, in weiß und schwarz oder – wie eben im Ephe­serbrief – in Licht und Finsternis. Diese Einteilung der Welt und der Mitmenschen ist sehr alt, viel zu einfach und misslich noch dazu, weil sie alles im Gegensätzlichen belässt und die Welt in einen Gegensatz zu Gott bringt. Und den Kindern des Lichtes können eben nur die Kinder der Finsternis gegenüberstehen; hier die Guten, da die Schlechten. Aber so ist die Welt nicht, sind wir Menschen nicht.</p>
<div id="attachment_2305" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-full wp-image-2305 " title="frank-martin" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/frank-martin-armin-kuehne2.jpg" alt="Frank Martin ist Pfarrer der Evangelischen Studentengemeinde in Leipzig. Foto: Armin Kühne" width="240" height="361" /><p class="wp-caption-text">Frank Martin ist Pfarrer der Evangelischen Studentengemeinde in Leipzig. Foto: Armin Kühne</p></div>
<p>Bei Jesus klingt das oft anders: Wenn schon Menschen Gutes tun, die Gott nicht kennen, wie viel mehr müsst ihr tun, die ihr von Gott so reich beschenkt seid. Jeder vernünftige Mensch sollte einschätzen können, was angemessen ist und wie man sich verhalten soll. Von denen jedoch, die Jesus nachfolgen, ist mehr verlangt!</p>
<p>Da wird keine ethische Forderung erhoben. Etwa: Nun strengt euch mal an und reißt euch zusammen! Daran können wir nur scheitern.<br />
Von uns wird verlangt, das weiterzugeben, was uns überreich geschenkt wurde. Wer ein Vermögen bekommt, sollte nicht um Rechenpfennige feilschen. Wem alle Schulden erlassen werden, sollte großzügig auf eigene Forderungen verzichten können. Und wer mit offenen Armen empfangen wurde, sollte niemandem die Tür vor der Nase zuknallen.</p>
<p>Nichts, was über unser Vermögen geht, sollen wir leisten. Sondern nach dem Motto leben: Wie Du mir, Gott, so ich allen anderen.<br />
Das hieße, als Kinder des Lichtes zu leben, wenn wir unseren Mitmenschen so begegneten, wie Gott uns gegenübertritt: vorbehaltlos und bedingungslos. Schwer genug. Aber auch die Früchte des Lichts haben Zeit zum Reifen.</p>
<p><em>Frank Martin</em></p>
<p>Frank Martin ist Pfarrer der Evangelischen Studentengemeinde in Leipzig.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Bürgerrecht für alle gibt es nur bei Gott</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/07/16/burgerrecht-fur-alle-gibt-es-nur-bei-gott/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 12:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Epheser 2.19]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Martin]]></category>

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		<description><![CDATA[So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.            Epheser 2, Vers 19
Was hat die frühe Kirche so anziehend gemacht? Der Glaube und die Predigt? Darüber haben viele gelacht. Stärker wirkte die Einheit von Glaube und Leben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.            Epheser 2, Vers 19</p></blockquote>
<p>Was hat die frühe Kirche so anziehend gemacht? Der Glaube und die Predigt? Darüber haben viele gelacht. Stärker wirkte die Einheit von Glaube und Leben. Dazu gehörte ohne Zweifel die Bereitschaft, für den eigenen Glauben zu sterben. Vor allem aber setzten die Gemeinden die Forderung Jesu um, barmherzig zu allen Menschen zu sein. Es war das diakonische Handeln der Kirche, das die Kirche so anziehend machte. Und sie bot etwas, das Rom nur sparsam verteilte: das Bürgerrecht. Wer getauft war, bekam das Bürgerrecht im Himmel. Egal, ob Mann oder Frau, frei oder versklavt, Jude, Grieche oder Barbar – alle eins in Christus Jesus.</p>
<p><div id="attachment_2289" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/frank-martin-armin-kuehne1.jpg" alt="Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig. Foto: Armin Kühne" title="frank-martin---armin-kuehne" width="300" height="451" class="size-full wp-image-2289" /><p class="wp-caption-text">Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig. Foto: Armin Kühne</p></div>Nun ist das Bürgerrecht im Himmel auf der Erde natürlich nicht viel wert. Und den römischen Verwaltungsapparat hat es nicht interessiert, ob sich ein Fremder auf dieses Recht berief. Dennoch: Da es neben der Familie kein soziales Netz gab, war das Bürgerrecht im Himmel eine Absicherung im Leben. Man lebte in einer Gemeinschaft, die keine Unterschiede machte. Die nicht nach politischen Überlegungen handelte, sondern nach der Überzeugung, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. </p>
<p>Nicht die Nation zählt, die davon lebt, dass sie sich gegen Menschen anderer Nationen abgrenzt. Nicht die Geburt zählt, die bestimmt, wer dazugehört und wer draußen bleibt. Nein: alle eins in Christus Jesus; keine Gäste mehr bei Gott, sondern seine Familie.</p>
<p>Heute sterben an den Grenzen Europas täglich Menschen, die hierher wollen, um zu leben. Egal, ob sie ein Bürgerrecht im Himmel haben oder nicht – sie müssen draußen bleiben. Das Bürgerrecht im Himmel ist auf der Erde nicht viel wert; auch nicht im christlichen Abendland. Was könnte die Kirche heute<br />
anziehend machen?                                 </p>
<p><em>Frank Martin</em></p>
<p>Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wenn Gott ruft, wächst Gemeinschaft</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/07/09/wenn-gott-ruft-wachst-gemeinschaft/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 11:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Jesaja 43.1]]></category>

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		<description><![CDATA[So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!«   Jesaja 43, Vers 1

Vor einigen Jahren waren Amerikaner bei uns zu Besuch, die hier ihre Deutschkenntnisse vertiefen wollten. Als wir uns vorstellten, sagte einer: »Ich bin der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!«</em>   Jesaja 43, Vers 1
</p></blockquote>
<p>Vor einigen Jahren waren Amerikaner bei uns zu Besuch, die hier ihre Deutschkenntnisse vertiefen wollten. Als wir uns vorstellten, sagte einer: »Ich bin der Peter.« Einer der Gäste fragte erstaunt zurück. »Der Peter? Nicht: ein Peter? Es gibt doch viele.« Da stellte sich die Frage, wie denn die Namen und die Benannten zusammengehören. Mein Name gehört doch zu mir, ist nicht so ohne weiteres austauschbar. Natürlich weiß ich, dass auch andere meinen Namen tragen. Spätestens seit Google gehört es zur schmerzlichen Selbsterfahrung, dass es auf Namen keine Exklusivitätsrechte gibt. </p>
<p><div id="attachment_2262" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/frank-martin-armin-kuehne.jpg" alt="Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig. Foto: Armin Kühne" title="frank-martin---armin-kuehne" width="300" height="451" class="size-full wp-image-2262" /><p class="wp-caption-text">Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig. Foto: Armin Kühne</p></div>Und doch: Mit meinem Namen trete ich in Beziehungen ein, mit meinem Namen werde ich angesprochen und gemeint, mein Name ist mehr, als eine Bezeichnung für mich. Und auf der anderen Seite erschließe ich durch die Sprache die Welt. Was ich benennen kann, bekommt dadurch Wirklichkeit. Wen ich anspreche, wird für mich zum Gegenüber. </p>
<p>In dieser Reihenfolge: Ich werde angesprochen und antworte. Auf den Anruf Gottes hin wird die Welt. Auf den Anruf Gottes antwortet der Mensch. Das ist eine Dimension des Wochenspruchs. Gott ruft mich bei meinem Namen – erlösend, auslösend aus dem Dunkel der Nichtigkeit. Und ich antworte ihm. Aber es bleibt nicht bei mir und Gott. Befreit aus der Vereinzelung bildet sich eine Gemeinschaft. </p>
<p>Denn Jesaja spricht in dem Kapitel nicht von mir und dir, sondern vom Volk Gottes. Das ist kein Kollektiv, welches ja auch keinen Eigennamen hat und in dem die Einzelnen untergehen. Gott ruft sein Volk beim Namen und es wächst eine Gemeinschaft, die den Blick hebt, den Blick wieder frei bekommt für Gott, für die Welt und füreinander.      </p>
<p><em>Frank Martin</p>
<p>Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig.</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit den Missgünstigen beginnt die Verdammnis</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/07/02/mit-den-missgunstigen-beginnt-die-verdammnis/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 11:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Epheser 2.8]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Martin]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.
Epheser 2, Vers 8
Was ist das Gegenteil von selig geworden? Missgünstig sein? Was heißt das: Ihr seid selig geworden? Im Sinne des Epheserbriefes: Obwohl ihr nicht dazu gehört, dürft ihr dabei sein. Die Grenze zwischen drinnen und draußen ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.<br />
Epheser 2, Vers 8</p></blockquote>
<p>Was ist das Gegenteil von selig geworden? Missgünstig sein? Was heißt das: Ihr seid selig geworden? Im Sinne des Epheserbriefes: Obwohl ihr nicht dazu gehört, dürft ihr dabei sein. Die Grenze zwischen drinnen und draußen ist niedergerissen. An die Tür hat jemand geschrieben: Du musst draußen bleiben! Jetzt hat ein anderer darüber geschrieben: Herzlich Willkommen! Die Gnade Gottes öffnet das Reich Gottes für alle Menschen – auch für die, die nicht durch Geburt zum Volk Gottes gehören. Das heißt: ihr seid selig geworden. </p>
<p>Und was ist das Gegenteil? Missgünstig sein! Das ist so, als ob die, die eben noch vor der geschlossenen Tür standen, jetzt am Eingang stehen und als Türsteher sortieren, wer rein darf und wer nicht. Die glauben nicht richtig, die glauben das Falsche und die glauben gar nicht. Für die ist hier kein Platz: Ihr müsst draußen bleiben. </p>
<p><div id="attachment_2242" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/1245661_37869092.jpg" alt="Foto: Aneta Blaszczyk, sxc.hu" title="Engel" width="300" height="450" class="size-full wp-image-2242" /><p class="wp-caption-text">Foto: Aneta Blaszczyk, sxc.hu</p></div>Was aber Missgunst bedeutet, beschreibt Dostojewski sehr schön in einer Geschichte. Eine böse alte Frau stirbt und kommt an den Ort der Verdammnis. Aber ihr Engel bittet Gott um Gnade. Und Gott lässt sich bitten. Findet sich etwas Gutes bei ihr? Ja, eine kleine Zwiebel hat sie mal an eine Arme verschenkt. Der Engel darf versuchen, die Frau an der Zwiebel herauszuziehen. Als er sie nun zieht, halten sich andere an ihr fest. Als die Frau das sieht, sorgt sie sich um die Zwiebel. Sie war ja so klein, könnte reißen. Und außerdem: Was fällt denen ein, diesen Lumpen. Wollen sich mit ihrer Zwiebel retten. Sie tritt nach ihnen, stößt sie zurück und in diesem Moment reißt die Zwiebel tatsächlich. </p>
<p>Wer selig geworden ist, für die und mit denen beginnt hier schon der Himmel; leider beginnt mit den Missgünstigen auch hier schon die Verdammnis.                                              </p>
<p><em>Frank Martin</em></p>
<p>Frank Martin ist Studentenpfarrer in Leipzig.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein schwieriges Unterfangen</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/06/18/ein-schwieriges-unterfangen/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 11:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Annemarie Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas 19.10]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Lukas 19,10
Es ist für mich selbstverständlich, dass Kinder unter dem Schutz von Erwachsenen stehen. Nur so können sie sich entwickeln und entfalten. Ist diese Haltung heute Allgemeingut? 
In einem Bericht aus dem Gerichtssaal lese ich von einem Prozess, bei dem ein zehnjähriges Kind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.<br />
<em>Lukas 19,10</em></p></blockquote>
<p><div id="attachment_2194" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/1204275_31590542.jpg" alt="Foto: Sanja Gjenero, sxc.hu" title="Kinder" width="560" height="420" class="size-full wp-image-2194" /><p class="wp-caption-text">Foto: Sanja Gjenero, sxc.hu</p></div><br />
Es ist für mich selbstverständlich, dass Kinder unter dem Schutz von Erwachsenen stehen. Nur so können sie sich entwickeln und entfalten. Ist diese Haltung heute Allgemeingut? </p>
<p>In einem Bericht aus dem Gerichtssaal lese ich von einem Prozess, bei dem ein zehnjähriges Kind im Mittelpunkt steht. Seine Mutter, Stiefvater und Onkel werden angeklagt, über Jahre die Hilflosigkeit des Kindes missbraucht zu haben. Der Junge musste stundenlang hungrig in der Ecke stehen, er wurde geschlagen, ihm wurden Essen und Zuwendung vorenthalten. Die Erwachsenen sahen in ihm ein geeignetes Opfer für ihre willkürliche Machtausübung. In seiner Not offenbarte sich der Junge seiner Lehrerin. Sie glaubte ihm und schaltete das Jugendamt ein. Heute lebt er in einer Pflegefamilie. </p>
<p>Sicher macht das Kind sich Vorwürfe, die eigene Mutter verraten zu haben, glaubt gar, selbst an der Zerstörung der Familie schuldig zu sein. Ganz viel ist da zerbrochen: das Vertrauen, die Zusammengehörigkeit, die Sicherheit in der Familie, das nötige Selbstbewusstsein für eine gesunde Entwicklung. Meint unser Wochenspruch solche Ereignisse, wenn uns gesagt wird »Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist«? </p>
<p>Ich wünschte mir, den Jungen würde einer an die Hand nehmen und ihm helfen, damit er an eine glückliche Zukunft denken kann. Ehrlicherweise muss ich aber zugestehen, dass ich angesichts dieser und ähnlicher Geschichten über den Missbrauch von Kindern hilflos bin. </p>
<p>Lassen sich die Zusage Jesu und die brutale Realität überhaupt zusammenbringen? Können wir Christen etwas tun, damit diese Botschaft für uns und Nichtchristen lebendig und nachvollziehbar wird?</p>
<p><em>Annemarie Müller</em></p>
<p>Annemarie Müller ist Geschäftsführerin des <a href="http://www.infozentrum-dresden.de">Ökumenischen Informationszentrums</a> in Dresden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bei Jesus gibt es keine Unterschiede</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 11:12:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Annemarie Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Matthäus 11.28]]></category>

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		<description><![CDATA[Christus spricht: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig
und beladen seid; ich will euch erquicken.
Matthäus 11, Vers 28
Es war im Frühling 2000 in der nordserbischen Stadt Novi Sad. Zur Mittagsstunde an einem Mittwoch strömten viele Menschen ins Gemeinde­haus der Reformierten Kirche. Wo sich sonst Gemeindekreise trafen, standen große Essenkübel. Freundliche Frauen teilten hier, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Christus spricht: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig<br />
und beladen seid; ich will euch erquicken.<br />
Matthäus 11, Vers 28</p></blockquote>
<p>Es war im Frühling 2000 in der nordserbischen Stadt Novi Sad. Zur Mittagsstunde an einem Mittwoch strömten viele Menschen ins Gemeinde­haus der Reformierten Kirche. Wo sich sonst Gemeindekreise trafen, standen große Essenkübel. Freundliche Frauen teilten hier, wie in vielen anderen Kirchgemeinden, täglich an Bedürftige Suppe aus. Jeder erhielt kostenlos eine warme Mahlzeit, egal, ob er getauft oder in der Kirchgemeinde bekannt war. Denn alle litten unter den Folgen des gerade beendeten Balkankriegs. Bei meinen Serbienreisen lernte ich vielerorts solche Essenausgaben der Ökumenischen Hilfsorganisation Novi Sad kennen, die dankbar angenommen wurden. </p>
<p><div id="attachment_2169" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/Mueller_Annemarie_07-199x300.jpg" alt="Annemarie Müller ist Geschäftsführerin des Ökumenischen Informationszentrums in Dresden." title="Mueller Annemarie" width="199" height="300" class="size-medium wp-image-2169" /><p class="wp-caption-text">Annemarie Müller ist Geschäftsführerin des Ökumenischen Informationszentrums in Dresden.</p></div>Inzwischen sind mehr als zehn Jahre vergangen, aber bei dem Wochenspruch erinnere ich mich wieder daran. Damals bewegte es mich tief, wie sehr eine Gesellschaft zerstört werden kann, soweit, dass Menschen nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu ernähren. Mitleid und Zorn spürte ich. Ich fand es verachtend und erniedrigend, dass Menschen im reichen Europa sich nicht selbst ernähren konnten. </p>
<p>Anderseits war es ermutigend zu erleben, dass in der Not religiöse oder ethnische Zugehörigkeit keine Rolle mehr spielte. Keiner wurde vorher gefragt: Bist du Christ? Nur der Mensch stand im Mittelpunkt. Seine Würde galt es zu achten und zu erhalten. Jeder Bedürftige durfte kommen. Und die ehrenamtlich tätigen Frauen aus der Gemeinde hatten für sie auch noch tröstende und aufmunternde Worte übrig.</p>
<p>Wenn Christus die Mühseligen und Beladenen einlädt, sind die konfessionellen oder religiösen Unterschiede nicht mehr entscheidend.<br />
<em>Annemarie Müller</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Es ist nicht leicht, danach zu leben</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/06/04/es-ist-nicht-leicht-danach-zu-leben/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 11:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>

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		<description><![CDATA[Christus spricht: Wer euch hört,
der hört mich; und wer euch
verachtet, der verachtet mich.
Lukas 10, Vers 16

Es ist schon zur Normalität geworden, dass ich auf dem Weg zu meiner Arbeit Herbert begeg­ne. Herbert verkauft bei Sonnenschein und Kälte im Stadtzentrum die Obdachlosenzeitung. Wie ich inzwischen weiß, ist er selbst nicht obdachlos, sondern bemüht sich mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Christus spricht: Wer euch hört,<br />
der hört mich; und wer euch<br />
verachtet, der verachtet mich.<br />
<em>Lukas 10, Vers 16</em>
</p></blockquote>
<p>Es ist schon zur Normalität geworden, dass ich auf dem Weg zu meiner Arbeit Herbert begeg­ne. Herbert verkauft bei Sonnenschein und Kälte im Stadtzentrum die Obdachlosenzeitung. Wie ich inzwischen weiß, ist er selbst nicht obdachlos, sondern bemüht sich mit dem Zeitungsverkauf darum, seinen Lebensunterhalt aufzubessern. Und außerdem kommt er unter Leute, statt allein zu Hause zu sitzen. Sein Standort ist ideal, hier kommen ständig Menschen vorbei, auch solche, die ihm eine Zeitung abkaufen. Herbert spricht nicht viel, sondern ist einfach da. Wer will, kann ihn in seiner hageren Gestalt übersehen. Wer eine empfindliche Nase hat, macht lieber einen großen Bogen um ihn. Im Winter dauert er mich, wie er so in der Kälte ausharren muss. Wenn er mal nicht da ist, mache ich mir Sorgen: ist er krank oder ist Schlimmeres passiert?<br />
<div id="attachment_2130" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/06/1176741_68006109.jpg" alt="Foto: Dominique Abed, sxc.hu" title="Foto: Dominique Abed, sxc.hu" width="560" height="370" class="size-full wp-image-2130" /><p class="wp-caption-text">Foto: Dominique Abed, sxc.hu</p></div><br />
Eigentlich haben wir beide nichts miteinander zu schaffen. Jeder kann ohne den anderen leben, ich sicher besser als er. Gerührt bin ich aber, wenn er mich zuerst grüßt, wenn er mir die Tür aufhält, wenn er schneller als ich in seiner stillen Art menschlich zu mir ist. In seinem manchmal jämmerlichen Zustand wirkt er wirklich nicht einladend. </p>
<p>Was geht mich eigentlich dieser Mann an? Aber dann erfahre ich von ihm eine freundliche Geste, die mich daran erinnert, auch er ist ein Geschöpf Gottes. Es spielt keine Rolle, welche Position oder Leistung er vollbringt, ob er am Rand oder im Zentrum unserer Gesellschaft steht. Immer bleibt er ein Ebenbild Gottes, das ich weder verachten noch ablehnen darf, wenn ich die Worte von Christus verstanden habe. Aber danach zu leben ist nicht leicht.</p>
<p><em>Annemarie Müller</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>An der Grenze des Begreifens</title>
		<link>http://www.sonntag-sachsen.de/2010/05/28/an-der-grenze-des-begreifens/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 10:41:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion DER SONNTAG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Dreieinigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Berthold]]></category>

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		<description><![CDATA[Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaot, alle Lande sind seiner Ehre voll.
Jesaja 6, Vers 3
Der Psychologe Carl Gustav Jung erzählt, dass er sich im Konfirmandenunterricht seines Vaters unendlich langweilte. Beim Blättern im Katechismus aber fiel sein Blick auf den Abschnitt über die Dreieinigkeit. Das interessierte ihn, und er wartete mit Ungeduld auf diese Stunde. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaot, alle Lande sind seiner Ehre voll.<br />
Jesaja 6, Vers 3</p></blockquote>
<p>Der Psychologe Carl Gustav Jung erzählt, dass er sich im Konfirmandenunterricht seines Vaters unendlich langweilte. Beim Blättern im Katechismus aber fiel sein Blick auf den Abschnitt über die Dreieinigkeit. Das interessierte ihn, und er wartete mit Ungeduld auf diese Stunde. Doch sein Vater sagte: »Diesen Abschnitt wollen wir überschlagen, ich begreife selbst nichts davon.«</p>
<p>Die Antwort enttäuschte, doch zumindest war sie ehrlich. Und – ehrlich gesagt – trifft sie ja nicht nur auf die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes, sondern auf Gott selbst zu. Immer stoßen wir an die Grenze unseres »Begreifens«. Denn Begreifen können wir nur, wenn es etwas zu Greifen oder zu Schauen gibt.</p>
<div id="attachment_2103" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="alignright size-full wp-image-2106" title="727000_75808276-1" src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/05/727000_75808276-1.jpg" alt="727000_75808276-1" width="300" height="448" /><br />
<p class="wp-caption-text">Foto: Dani Simmonds, sxc.hu</p></div>
<p>Da hatte es der Prophet Jesaja besser – scheinbar. Er sieht Gott auf »einem hohen und erhabenen Thron«. Doch solches Sehen hätte ihn fast das Leben gekostet! »Weh mir, ich vergehe …« (Jes 6,59).</p>
<p>Unser Wochenspruch mit seinem dreifachen Ausruf der Heiligkeit weist auf die Andersartigkeit, ja Unnahbarkeit Gottes hin. Er markiert die Grenze zwischen Himmel und Erde.</p>
<p>Gott aber bleibt nicht auf seinem hohen und erhabenen Thron. Er selbst durchbricht die Grenze. In seinem Sohn Jesus Christus offenbart er sich uns in seiner ganzen Wahrheit und Liebe, wird sichtbar und »begreifbar«. Doch wer ihn erkennen will, muss sich bücken, so unscheinbar erscheint er. Selbst in seiner Offenbarung »begreifen wird nichts«, wenn nicht sein Geist uns begreifen – und staunen lässt.</p>
<p>So ist Dreieinigkeit das Fest des geoffenbarten Geheimnisses Gottes, das »nicht zu erforschen, sondern anzubeten« ist (Philipp Melanchthon).</p>
<p><em>Johannes Berthold</em></p>
<p>Professor Johannes Berthold ist Vorsitzender des <a href="http://www.lkgsachsen.de">Landesverbands Landeskirchlicher Gemeinschaften</a>.</p>
]]></content:encoded>
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