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Zu groß geplant

Das Konzept der Kirchentage auf dem Weg hat nicht funktioniert. Leipzig ist wegen der geplanten Größe besonders betroffen – auch finanziell.
Uwe Naumann
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Bibelarbeit mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich
Großer Saal, viel Leere: Beim Kirchentag auf dem Weg in Leipzig war vieles zu groß geplant, so auch die Bibelarbeit mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Ob die wenigen verkauften Tickets die Kosten decken, ist fraglich. © r2017/Jens Schulze

Im Nachgang des Kirchentages auf dem Weg in Leipzig fühlen sich vor allem die Kritiker bestätigt. »Es gab schon von Anfang an in Sachsen starke Bedenken an diesem Konzept der Kirchentage auf dem Weg. Aber da war ja von Seiten der EKD kein Spielraum«, erinnert sich beispielsweise Superintendent Matthias Weismann aus dem Leipziger Land. »Unsere Werbung lief ziemlich ins Leere, obwohl wir uns mit Konzerten und im Familienzentrum stark engagiert haben.« An die hohen Besucherzahlen habe Weismann ohnehin nicht geglaubt. »Da hat man sich verkalkuliert.«

Die Stadtverwaltung Leipzig sieht »eine signifikante Fehleinschätzung« der strategischen Planer hinsichtlich der realen Besucherpotenziale vorliegen. Mit knapp einer Million Euro hat Leipzig den Kirchentag finanziell unterstützt. Und 50 000 Gäste erwartet. Letztlich wurden aber nur 15 000 Karten ausgegeben. »Wir fühlen uns von den Veranstaltern nicht mutwillig getäuscht«, heißt es aus dem Kulturdezernat der Stadt. Im Kartenvorverkauf sei schon deutlich geworden, dass die Erwartungen nicht erreicht würden.

Auf Druck der Geldgeber wurde deshalb kurz vorher das Konzept auf 35 000 Besucher und das Budget von 6 auf 5,3 Millionen Euro angepasst, unter anderem durch geringere Unterbringungs- und Verkehrskosten. Die Zuschüsse von Stadt, Freistaat (2,25 Millionen Euro) und Landeskirche (630 000 Euro) blieben jedoch konstant. Auch Absagen von einzelnen Veranstaltungen seien im Vorfeld diskutiert worden, sagt Stephan von Kolson, Sprecher der Kirchentage auf dem Weg vom Verein Reformationsjubiläum 2017.

Ob die Landeskirche Sachsens eventuelle Fehlbeträge des Kirchentages ausgleichen wird, wie ein Wirtschaftsprüfer aus Dresden das große Konzept verteidigt und wie überhaupt die einzelnen Kirchentage auf dem Weg besucht waren, das lesen Sie ab Mittwoch im Internet in der neuen Ausgabe des SONNTAG.

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1 Lesermeinungen zu Zu groß geplant
Wieland Petzoldt schreibt:
12. Juni 2017, 16:15

Die Idee vom "Kirchentag auf dem Weg" fand ich sehr Gut und das sollte man auch nicht Klein reden. Letztlich war es eine Gelegenheit unseren Glauben nach Draußen zu tragen und auch zu Zeigen. Persönlich habe ich mit der "Johanniter- Hilfsgemeinschaft Dresden" einen Tisch bei der Leipziger Kaffeetafel betreut und es gab nichts besseres als mit Passanten über Gott und die Welt zu reden.
Vermutlich hat auch das heisse Wetter uns nicht in die Karten gespielt. Vermutlich zeigt der Zulauf zu den Veranstaltungen auch welchen Stellenwert die Religion in unserer Gesellschaft hat und das es ein Fehler ist wenn sich die Kirche aus der Fläche zurückzieht statt Gesicht zu zeigen und Anker der Gesellschaft zu sein. Es ist REFORMATIONSJUBILÄUM nicht mehr und nicht weniger. Wann wenn nicht jetzt Glauben zeigen. Für die Kosten sollte unsere Kirche aufkommen dafür zahle ich gerne Steuern.
Alles andere würde Luther nicht gerecht werden.

Tageslosung

Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.

(Jesaja 54,4)

Durch den Glauben verließ Mose Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.

(Hebräer 11,27)

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