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Streit darf sein – aber christlich

Tomas Gärtner
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Schwieriger dürfte der Start eines sächsischen Landesbischofs kaum je gewesen sein. Für Carsten Rentzing gerät er zu einem Balanceakt. Viele warten gespannt: Welches Zeichen wird er in Richtung seiner Kritiker senden? Seine Äußerungen in Interviews zum Umgang mit homosexuellen Partnerschaften haben unter ihnen für Unruhe gesorgt.

Bis jetzt haben in der Diskussion Ängste und Bedenken die größte Rolle gespielt, mehr Vermutungen als konkrete Fakten. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. So einfach mit einer Versöhnungsgeste begraben lässt sich der Streit nicht. Zumal Carsten Rentzing sich deutlich positioniert hat. Wer als Brückenbauer mit einem Bein auf einer Seite bleiben will, muss den Spagat beherrschen. Konfrontation führt in eine Sackgasse.

Verhindert werden kann das durch deutliche Zeichen, dass keiner dem Anderen aufnötigt, was der nicht vertreten könnte. Solche Zeichen wären nach ihrem Aufruf nun auch von den Kritikern Rentzings hilfreich. Als Landesbischof hat er ein Recht auf diese Chance – durch ein Mindestmaß an Entgegenkommen. Sachsens Lutheraner werden künftig häufiger mit Meinungsverschiedenheiten leben müssen. Das sollte man nicht als Unglück sehen. Es sind die unvermeidlichen Herausforderungen einer modernen Gesellschaft. Deren Offenheit kann befreiend sein. Hier sind Christen mit biblischen Grundsätzen gefragt, nicht lebensfeindlichen Dogmen.

Auf das Wie des Streitens wird es ankommen: Gnadenloses Hickhack, wie in der Politik oft? Oder bleiben die Akteure erkennbar als Christen? Die beispielsweise Entscheidungen des Anderen kritisieren, nicht aber dessen Ernsthaftigkeit in Frage stellen, auch ihn als Person nicht und nicht sein Amt als Landesbischof.

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1 Lesermeinungen zu Streit darf sein – aber christlich
Gert Flessing schreibt:
22. September 2015, 10:39

Ob es das gibt, christlich streiten? Ich wage es, angesichts der Diskussionen, die ich hier erlebe, zu bezweifeln.
Manche der Akteure sind nicht einmal erkennbar, geschweige denn als Christen. Sie verbergen sich hinter der Anonymität des Internet und lieben es, Personen anzugreifen, ohne auf Argumente einzugehen.
Ernsthaftigkeit?
Fehlanzeige.
Es ist bedauerlich, dass auch in der Kirche die Unkultur im Streit Einzug gehalten hat.
Es ist nichts dagegen zu sagen, dass Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Es ist auch völlig richtig, wenn sie diese Meinung schreiben oder aussprechen.
Bei alle dem sollte jedoch genügend Vernunft vorhanden sein, genau das sachlich zu tun.
Freilich wird es einem ja in den diversen Talkshows vorgemacht, dass es toll ist, die einfachsten Benimmregeln außen vor zu lassen, in der Hoffnung, auch noch für die billigste Trollerei Applaus zu bekommen.
Sollte es unter Christen nicht trotzdem ein wenig anders gehen?
Gert Flessing

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