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Kompass für das Kürzen

Andreas Roth
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Rasenmäher sind mitunter nötig, keine Frage. In der sächsischen Landeskirche aber haben sie nicht viele Freunde. Zumindest wenn es ums Kürzen geht. Da sind sich Synode und Landeskirchenamt einmal einig: Wenn in den nächsten 23 Jahren 40 Prozent der Mitglieder und Gelder verloren gehen sollten, dann müssten so wie die Gemeinden auch die landeskirchlichen Einrichtungen und Ämter gekürzt werden – doch nicht mit einer alles gleichmäßig kappenden Klinge. Aber wie dann?

Die bittere Wahrheit ist: Die Landeskirche wird sich entscheiden müssen. Und das wird schmerzhaft. In welchem Bereich will sie weiter arbeiten und weiter Geld ausgeben – und worauf will sie dafür schweren Herzens verzichten? Im Kern ist das eine geistliche, theologische Frage: Welche Kirche wollen wir sein? Wollen wir weiter in die Gesellschaft hinein strahlen mit Bildungsangeboten, sozialer Arbeit, Medien – oder uns auf die Gemeinden konzentrieren? Kirche als Licht auf dem Berg und Sauerteig – oder als religiöser Spartenverein?

Das Nachdenken darüber ist auch eine gute Gelegenheit für eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was leisten die einzelnen landeskirchlichen Einrichtungen und Ämter wirklich? Und ginge es vielleicht auch anders? Nur mit der beliebten geistlichen Formel zu kontern, dass »das Eigentliche« nicht messbar sei, reicht nicht mehr. Jahr für Jahr strotzt der Bericht des Landeskirchenamtes vor Erfolgsmeldungen. Und Jahr für Jahr schrumpft die Landeskirche dennoch zuverlässig weiter. Eine ehrliche und schonungslose Analyse war noch nie in der Kirchengeschichte ein schlechter Anfang für etwas Neues. Und manchmal erspart sie auch den Rasenmäher.

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