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Gottes Gaben dankbar annehmen

Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Psalm 145, Vers 15
Ulrike Weyer
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Pfarrerin Ulrike Weyer ist Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen. © Foto: privat

Der Herbst hält Einzug in diesen Wochen: T-Shirts und Sommerkleider wandern wieder in den Schrank, Pullover und Jacken werden hervorgeholt. Die hart erkämpfte Strandfigur verschwindet ebenso darunter, wie bei anderen das ungeliebte »Hüftgold« gnädig verborgen wird.

Freude an der Schöpfung, Zufriedenheit mit dem eigenen Körper: Beides hat heute Seltenheitswert. Wir Menschen streben nach Perfektion und stören uns an kleinen Unzulänglichkeiten – ausgerechnet unsere so gesättigte Gesellschaft ist getrieben vom Wunsch, immer mehr zu bekommen, immer besser zu werden. Gott sah, dass »alles gut« war, so lesen wir in der Schöpfungsgeschichte. Und wenn jetzt in der Erntezeit der Geruch schwerer Erde und reifer Früchte die Luft erfüllt, das Gold der Herbstsonne und die leuchtenden Farben der Blätter strahlen, dann werden auch unsere Herzen davon erfüllt. Wir merken: Es braucht gar nicht viel!

Gottes Schöpfung ist frei von Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern. Auch Birnen und Äpfel aus dem heimischen Garten, der selbstgebackene Pflaumenkuchen, die deftige Kürbissuppe sind ein Genuss, der keiner glänzenden Verpackung oder besonderer Zutaten mehr bedarf. Jesus erinnert an die Herrlichkeit der Schöpfung in der Bergpredigt: Schaut die Lilien auf dem Felde! Schöner als sie ist auch die neueste Mode nicht. Und ob mit oder ohne Strandfigur, sind auch wir wunderbar geschaffen und geliebt von Gott. Perfekter geht es nicht – auch wenn der Blick in den Spiegel uns manchmal unzufrieden macht.

Erntezeit – das bedeutet, dankbar Gottes Gaben anzunehmen und sich nicht selbst zum Maßstab zu machen: Eine befreiende, gute Botschaft für uns!

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1 Lesermeinungen zu Gottes Gaben dankbar annehmen
Gert Flessing schreibt:
06. Oktober 2018, 21:19

Danke, liebe Schwester im Herrn. Ja! Es IST eine befreiende und gute Botschaft.
mfG
für einen gesegneten Sonntag
Gert Flessing

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