Abendmahl in Corona-Zeiten

Von Michael Meyer-Blanck
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Was machen wir mit dem Abendmahl, wenn die Corona-Maßnahmen anhalten oder verschärft werden? Glücklicherweise gibt es keine theologische Notwendigkeit, unbedingt das Abendmahl zu feiern. Wenn wir es entbehren, dann leiden wir Mangel. Aber es leidet weder unsere Gottesbeziehung, noch unsere Rechtfertigung, unsere Erlösung und unsere Freiheit in Gott, weil das alles nicht von unserem Tun abhängt. Gott bleibt uns auch so wohlgesonnen um unseres Herrn Jesu Christi willen, wie es uns das Wort des Evangeliums zusagt. Das Abendmahl ist die sichtbare Gestalt dieses Wortes. Wir begegnen Christus in Wort und Sakrament auf andere Weise, aber wir begegnen demselben, ihm selbst: »Siehe, ich bin bei euch alle Tage« (Matthäus 28,20).

Corona-Zeit ist eine Art merkwürdiger Adventszeit. Wie aber gehen wir in dieser Übergangszeit praktisch mit dem Abendmahl um? Aus ethischen Gründen gibt es zur sorgsamen Hygiene und Vorsicht um der Gesundheit willen keine Alternative. Wir warten mit Geduld. Das ist das Erste und Wichtigste. Doch es gibt die Möglichkeit der Abendmahlsfeier unter sehr eingeschränkter Kommunion. Eine Familie oder eine kleine Gruppe kann kommunizieren – also Menschen, die sowieso intensiven Kontakt ohne »physical distance« haben. Eine andere Möglichkeit ist für Gottesdienste mit kleiner Teilnehmerzahl ein Abendmahl mit Wahrung des Abstandsgebots und Einzelkelchen als Wandelkommunion. Der Pfarrer würde dabei – nach Desinfektion der Hände – jedem das Brot in die Hand geben, ohne diese zu berühren. Aber: Es wird unter Corona-Bedingungen bei dem Mangel und der Sehnsucht bleiben. Advent ist vor dem Fest.

Der Autor ist Professor für Praktische Theologie an der Universität Bonn.

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