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500. Reformationsjubiläum beschert Tourismus neues Allzeithoch

epd
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Schloss Hartenfeld
Auch Schloss Hartenfels in Torgau lockte mit seiner Reformationsausstellung viele Besucher an. © Bernd Peters/pixelio.de

Der Harz bleibt das beliebteste Reiseziel in Sachsen-Anhalt, aber dank des Reformationsjubiläums zogen im vergangenen Jahr auch die Lutherstätten die Besucher in Scharen an. Aus touristischer Sicht war das Jahr ein voller Erfolg für das Bundesland.

Mehr als drei Millionen Besucher und mehr als acht Millionen Übernachtungen: Das 500. Reformationsjubiläum hat die Tourismuswirtschaft in Sachsen-Anhalt in Schwung gebracht. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) verwies am Montag in Halle darauf, dass erstmals die Marke von mehr als acht Millionen Übernachtungen im Land geknackt worden sei, was eigentlich erst für 2020 prognostiziert worden war. Mit 8,14 Millionen Übernachtungen wurden 343 000 Übernachtungen oder 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr gezählt. Der Minister sagte: »Touristisch war das Reformationsjubiläum ein absoluter Erfolg.«

Besonders erfreulich sei das Plus bei den ausländischen Gästen, so Willingmann. Der Anteil ausländischer Besucher lag bei 8,5 Prozent: »Darauf können wir in den nächsten Jahren aufbauen.« Die Investitionen in die Infrastruktur hätten sich gelohnt. Willingmann geht von Nachhaltigkeit aus. Er sei optimistisch, die jetzt erreichte Zahl der Übernachtungen weiter zu halten. Dabei verwies er auch auf das 25. Jubiläum des Tourismus-Netzwerkes »Straße der Romanik« und das 2019 anstehende 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses, das auch wieder international vermarktet werde.

In den Beherbergungsbetrieben des Landes wurden im vergangenen Jahr 3,38 Millionen Gäste gezählt, wie der Präsident des Statistischen Landesamtes, Michael Reichelt, mitteilte. Damit seien das vierte Jahr in Folge mehr als drei Millionen Besucher gezählt worden. Gegenüber 2016 sei das ein Zuwachs von 5,3 Prozent beziehungsweise 171 400 Gäste. Zugleich sei dies ein neuer Höchststand der vorangegangenen zehn Jahre. Von »überragenden Zuwächsen« sprach Reichelt mit Blick auf die Tourismus-Zahlen der Lutherstädte Eisleben und Wittenberg. Besonders viele Besucher kamen hier aus den USA und den Niederlanden, in Wittenberg kamen zudem viele Gäste aus Schweden. Beliebtestes Reiseziel bleibt in Sachsen-Anhalt der Harz.

Die Lutherstadt Wittenberg registrierte im vergangenen Jahr 140 896 Gäste, 19,6 Prozent mehr als im Vorjahr, sowie 270 435 Übernachtungen, 24,9 Prozent mehr als 2016. Eisleben verzeichnete 2017 den Angaben zufolge insgesamt 23 976 Gäste und 47 050 Übernachtungen, ein Plus von 23,6 Prozent sowie 37 Prozent.

Mit 42 984 Gästen insgesamt führten die Niederlande das Ranking der Herkunftsländer der ausländischen Touristen in Sachsen-Anhalt an. Danach folgten Dänemark mit 28 016 Gästen und Polen mit 22 386 Besuchern. Aus den Vereinigten Staaten kamen 17 334 Gäste, die sich vor allem für Wittenberg, Halle und Dessau-Roßlau interessierten, ein Plus von 35,7 Prozent. Im Schnitt kam 2017 jeder zwölfte Gast in Sachsen-Anhalt aus dem Ausland, vor zehn Jahren war es noch jeder 14. Gast.

Für die Statistik wurden den Angaben zufolge Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Betten sowie Campingplätze erfasst. Tagestouristen wurden damit nicht berücksichtigt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste betrug wie in den Vorjahren etwa 2,4 Tage. Die Hauptreisezeit waren die Monate Mai bis Oktober.

Das 500. Reformationsjubiläum bot im vergangenen Jahr über 1000 Veranstaltungen, Tagungen und Ausstellungen. Sachsen-Anhalt gilt als Ursprungsland der Reformation. Eisleben ist Geburts- und Sterbeort von Martin Luther (1483–1546). 1517 hatte der Reformator in Wittenberg seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die auch die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

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