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Altbischof Huber: Kirche darf nicht auf »Twitter-Falle reinfallen«

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© Joachim Kirchner/ pixelio.de

Der Berliner Altbischof und frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hat davor gewarnt, sich in der Kirche zu stark an Trends und Moden zu orientieren. Die Kirche müsse sich zwar beständig erneuern, dabei aber Tradition und Zukunft miteinander verbinden, sagte Huber am Donnerstagabend bei einer Diskussion im Dom zu Brandenburg an der Havel. Die Kirche dürfe nicht »auf diese Twitter-Falle reinfallen« und denken, sie sei »beständig neu«, wenn sie sich digitalen Trends anschließe.

Kirche, darunter auch das evangelische Domstift Brandenburg, müsse ein Ort sein, an dem sich Menschen begegnen und sich nicht »durch twittern aus dem Weg gehen«, sagte Huber. Zu den bleibenden Aufgaben des Domstifts gehöre auch, zur Wertschätzung von Kultur beizutragen und einen geschützten Ort zu bieten, an dem Menschen Verantwortung lernen können.

Über Religion und Glauben müsse stärker gesprochen werden, sagte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD). Es sei wichtig, »das Angebot des Glaubens« zu machen. Die Kirchen seien derzeit nicht präsent genug, um nach Spiritualität suchenden Menschen Antworten zu geben.

In der Diaspora wie im kirchenfernen Brandenburg sei es besonders wichtig, über die Bedeutung des eigenen Glaubens zu sprechen, sagte die Ministerin, die selbst katholisch ist: »Man schämt sich ja schon fast zu sagen, man ist Christ.« Teilnehmer katholischer Wallfahrten nach Neuzelle würden zum Teil wie Sektierer und die Wallfahrt als »seltsame Brauchtumspflege« betrachtet. Ihre Aufgabe als Mitglied des Kuratoriums des Fördervereins des evangelischen Doms nehme sie »ausgesprochen gern« wahr, betonte Münch: »Die Belange der Kirche liegen mir besonders am Herzen.«

Das Domstift Brandenburg ist die älteste Institution des Landes Brandenburg mit einer mehr als 850 Jahre langen Tradition. Zu seinen Aufgaben gehören laut Satzung die Erhaltung und zeitgemäße Nutzung des umfangreichen historischen Gebäudeensembles aus Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäuden, die Förderung von Theologie, kirchlicher Kunst und Kirchenmusik sowie die Förderung kirchlicher Schulen und sozialdiakonischer Einrichtungen.

Mit seinen Konzertreihen, seinem Museum, den Gottesdiensten und den beiden evangelischen Schulen zieht der Dom zu Brandenburg nach Angaben des Domstifts jährlich mehr als 60.000 Besucher an. 2015 feierte das Domstift das 850. Jubiläum der Grundsteinlegung des Doms, der als Wahrzeichen Brandenburgs gilt. Das Domstift ist eine Einrichtung der evangelischen Kirche und Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Internet:
www.dom-brandenburg.de

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VERÖFFENTLICHT AM 11.01.2019 Artikel drucken

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