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Bischof Rentzing: Politische Lage ist Herausforderung

epd
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Landesbischof Carsten Rentzing
© Armin Kühne

Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing hat nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Europawahl im Freistaat für ein konstruktives Miteinander geworben. Der Wählerwille sei zu respektieren, sagte Rentzing am Montag in Dresden. »Dennoch wird durch das Wahlergebnis in Sachsen mehr noch als in dem bundesweiten Wahlergebnis deutlich, dass unsere Gesellschaft enormen politischen Spannungen ausgesetzt ist«, fügte er hinzu. Das zeige sich auch innerhalb der Kirche.

Bei allem Respekt für das Wahlergebnis gelte, »dass sich alle politischen Konzepte daran messen lassen müssen, ob sie für unsere demokratische Grundordnung dienlich sind und ihr entsprechen«, sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. »So sehen wir als Christinnen und Christen die gegenwärtige politische Lage deutlich als eine Herausforderung an«, betonte Rentzing.

Bei aller politischen Verschiedenheit »auch in unseren Reihen« sei es wichtig, »gemeinsam einen Weg für ein friedliches und konstruktives Miteinander zu finden«, sagte der Bischof weiter. Die Kirche werde dazu weiter Gespräche anbieten und zu Begegnungen einladen. »Nur im Miteinander können wir Verschiedenheiten benennen und aushalten«, sagte Rentzing.

Die AfD hatte bei der Europawahl am Sonntag wie schon bei der Bundestagswahl 2017 sachsenweit die meisten Stimmen bekommen. Laut vorläufigem amtlichem Endergebnis erhielt sie 25,3 Prozent, gefolgt von der CDU mit 23 Prozent und der Linken mit 11,7 Prozent. Viertstärkste Partei in Sachsen wurden demnach die Grünen mit 10,3 Prozent, dahinter landete die SPD mit 8,6 Prozent. Die FDP erhielt 4,7 Prozent.

Die Wahlbeteiligung in Sachsen lag den Angaben zufolge bei 63,7 Prozent und damit leicht über dem bundesweiten Durchschnitt. Dies zeige das große Interesse an der Demokratie, erklärte Bischof Rentzing. Er danke allen Wählerinnen und Wählern, die zu der hohen Beteiligung beigetragen hätten, sagte Rentzing.

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