Bischof Rentzing zeigt Solidarität mit Opfern und jüdischen Mitbürgern

Er fordert: Gefahren des Rechtsextremismus klar beim Namen nennen
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© Esther Stosch/pixelio.de

Nach dem Synagogen-Anschlag in Halle regiert auch Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing in einer Presseerklärung. »Es ist ein furchtbarer Angriff, bei dem zwei Menschen hinterhältig und feige von einem rechtsextremen Täter ermordet worden sind und bei dem die jüdische Gemeinde in der Synagoge in Halle nur knapp vor einem brutalen Massaker bewahrt worden ist. Mit den Familien der Opfer habe ich tiefstes Mitleid«, so der Bischof. »Als Christen solidarisieren wir uns mit ihnen wie auch mit unseren jüdischen Schwestern und Brüdern. Wir wissen uns mit ihnen auf das engste verbunden und stehen fest an ihrer Seite. Wir nehmen sie in unser aller Fürbitte mit auf und beten für sie«.

Weiter heißt es: »Ich verurteile auch hier wieder auf das Entschiedenste jede Gewalt, noch dazu, wenn sie gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger oder deren Glaubensorte gerichtet ist. Diese schlimme Situation zeigt, wie gefährdet unser Frieden ist und wie weit ein Antisemitismus in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist. Eine solche Gewalt findet mit Worten oft genug schon ihren Anfang.«

Mit dem Anschlag in Halle sei diese jedoch eine Grenze überschritten worden. »Jetzt erst recht ist es unser aller Aufgabe, sich jedem antisemitischen Denken und Handeln deutlich entgegenzustellen und die Gefahren des Rechtsextremismus klar beim Namen zu benennen. Dazu dürfen wir nicht schweigen.«

Wenn Menschen nur noch hinter fest verschlossenen und gesicherten Türen ihrem Glauben nachkommen können, ist das eine erschütternde Tatsache, die uns in besonderer Weise als Christen, aber auch unsere ganze Zivilgesellschaft auffordert, gegen diese Bedrohung unsere Stimme zu erheben. Ich gehe davon aus, dass sich alle demokratisch legitimierten Parteien in Bund und Ländern zu einer freien Religionsausübung bekennen. Diese Freiheit steht unter dem absoluten Schutz unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Das ist ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft.

Der Bischof fordert entschiedenes Eingreifen von allen: »Wir müssen von Anbeginn an jeder Gewalt und jedem Antisemitismus entschieden entgegentreten. Nur durch eine Haltung, die niemanden ausgrenzt und durch eine feste Solidarität mit allen Menschen, gleich welcher Herkunft, Kultur oder Religion kann es uns gelingen, dem rechtsextremen Tun ein Ende zu bereiten – von Anfang an!«

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